Leipziger sind eingeladen mitzuwandern nach Groitzsch, Pödelwitz und Deutzen

Für alle LeserSeit dem 9. September laufen sie – für mehr Klimagerechtigkeit, für ein Ende der schmutzigen Energiewirtschaft. Über das Rheinland, Westfalen und Niedersachsen haben sie sich bis nach Mitteldeutschland vorgearbeitet. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit verläuft direkt durch Leipzig: Am Montag, 22. Oktober, wandern die Klimapilger/innen in ihrer 44. Tagesetappe von Schkeuditz aus nach Leipzig. Und jeder, der will, kann mitlaufen und ein Zeichen setzen.

In der Leipziger Nikolaikirche predigt am 22. Oktober um 17 Uhr im Friedensgebet die frühere nordelbische Bischöfin, Bärbel Wartenberg-Potter. Am Dienstag, 23. Oktober, besuchen die Pilger die 2015 geweihte katholische Probsteikirche und informieren sich dort über das Thema Nachhaltigkeit im Kirchenbau.

Auf dem Programm in Leipzig stehen am 23. Oktober außerdem ein Empfang im Rathaus sowie ein Informationsabend (18 Uhr) im Leipziger Missionswerk zum Klimawandel in Tansania, Indien und Papua-Neuguinea. Denn die Veränderungen im Klima treffen alle. Was in Sachsen in die Luft geblasen wird, hat Auswirkungen bis in den Pazifik.

Wer sich abschottet und so tut, das Problem ginge nur die anderen an, irrt sich. Zum ersten Mal gibt es ein großes, weltumspannendes Problem, das alle Menschen nur gemeinsam lösen können. Und der Ausstieg aus der klimaschädlichen Energiegewinnung gehört zwingend dazu.

Von Leipzig aus geht der Weg weiter ins Mitteldeutsche Braunkohlerevier. Im von der Abbaggerung bedrohten Pödelwitz ist eine Begegnung mit der Initiative „Pödelwitz bleibt“ geplant.

Die Kohlereviere entlang des Ökumenischen Pilgerwegs – so auch das Rheinische und das Lausitzer Revier – wurden als „Schmerzpunkte“ ausgewählt. Zu den Forderungen des Klimapilgerwegs zählt unter anderem die Einleitung des Kohleausstiegs in Deutschland. Der weitere Pilgerweg führt unter anderem über Nossen, Meißen, Dresden und Kamenz.

Die Klimapilger unterwegs. Foto: 3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Die Klimapilger unterwegs. Foto: 3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Der deutsch-polnische ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt über 78 Stationen und 1.700 gelaufene km und endet am 9. Dezember im polnischen Katowice, wo zeitgleich die 24. Welt-Klimakonferenz (COP 24) stattfindet. Der Weg verläuft durch die drei großen deutschen Braunkohlegebiete und die Pilger/innen besuchen besondere „Schmerzpunkte“ (z. B. Hambacher Forst, Pödelwitz bei Leipzig, Jänschwalde in der Lausitz) und stärken sich spirituell an „Kraftorten“, bei Gottesdiensten und im gemeinsamen Gebet.

Unterwegs werben die Pilgerinnen und Pilger bei 14 Aktionstagen und zahlreichen weiteren Veranstaltungen für die Forderungen des Klimapilgerwegs, u. a. die Einleitung des Kohleausstiegs in Deutschland.

Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit wird unterstützt von einem breiten ökumenischen Bündnis aus 40 Organisationen, Initiativen und Unternehmen, darunter Brot für die Welt, das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e.V., die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘. Schirmherr/innen des ökumenischen Klimapilgerwegs sind Bischof Dr. Markus Dröge, Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Umweltministerin a. D. Barbara Hendricks.

Einladung zum Mitpilgern

Jede/r, die/der die Ziele des Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit unterstützen möchte, ist herzlich zum Mitpilgern eingeladen – auch spontane Tagespilger sind willkommen.

Programm für den Abschnitt Leipzig –Pödelwitz:

  1. Oktober

17:00 Bärbel Wartenberg-Potter, Bischöfin i.R. Friedensgebet und Predigt Nikolaikirche
18:30 Gespräch über den ökol. Bau der Kirche (AG Nachhaltigkeit) in der Propsteigemeinde St. Trinitatis, Nonnenmühlgasse 2

  1. Oktober

10:00 Alternative Stadtführung zu Kraftorten der Nachhaltigkeit (Ende im Weltladen Burgstraße, gegenüber der Thomaskirche), Propsteigemeinde
16:00 Empfang im Neuen Rathaus (Raum 230)
18:00 Themenabend zum Klimawandel in Tansania, Indien und Papua-Neuguinea „Schöpfungsverantwortung und globale Solidarität“, Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig
19:00 Dialog und Abendessen, Peterskirche, Schletterstraße 5

24.Oktober

09:00 Start zum Pilgern nach Groitzsch, ca. 20 km, Start am Martin-Luther-Gemeindehaus, Markkleeberg
19:00 Gespräche mit der Jungen Gemeinde und den Pilgern Gemeindehaus Groitzsch, neben Kirche Wiesengasse 3

  1. Oktober

09:00 Start Pilgern nach Deutzen über Pödelwitz 20 km
10:30 Gespräch mit der Initiative „Pödelwitz bleibt“ Kirche, Pödelwitz 14, Pödelwitz
17:00 Gottesdienst Katholische Gemeinde Deutzen
19:00 19 Uhr Gespräch mit Initiative „Ökum. Umweltkirche“, Katholische Gemeinde Deutzen

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

 

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