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Leipzigs gläserne Wartehäuschen sind eine tödliche Gefahr für die Vögel

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    Der Klimawandel ist mittlerweile in den Gedanken der meisten Menschen angekommen – das Artensterben noch nicht. Es passiert in aller Stille – weil es immer stiller um uns wird. Die Lebensräume der Tiere gehen verloren, werden niedergemäht. Gedankenlos. Die „Krone der Schöpfung“ ist ein gedankenloses und oft rücksichtsloses Wesen, sieht immer nur sich im Mittelpunkt. Selbst beim Bau hübsch verglaster Wartehäuschen.

    Da kann man nach allen Richtungen hinausschauen. Regelmäßig kommt das Wartungsauto, werden die Scheiben wieder auf Hochglanz geputzt, dass man sie manchmal gar nicht sieht. Sie sind so sauber, dass selbst Menschen dagegen laufen. Da hilft auch der braune Streifen in der Mitte nicht.

    Die Vogelsilhouette nutzt nichts - toter Vogel am Nordplatz. Foto: NABU Leipzig
    Die Vogelsilhouette nutzt nichts – toter Vogel am Nordplatz. Foto: NABU Leipzig

    Und wo schon Menschen aufpassen müssen, haben Vögel erst recht ein Problem. Denn sie sind ja eigentlich mit anderem beschäftigt – mit dem Fliegenlernen, der Balz oder der Jagd nach Insekten. Dabei knallen sie mitten im Flug gegen die Scheiben und brechen sich das Genick.

    Der Naturschutzbund NABU Leipzig hat schon etliche solcher Fälle registriert.

    Auch im Frühjahr und Sommer 2019 werden die geputzten Scheiben vielen Vögeln zum Verhängnis. Seit der vergangenen Woche werden ja die Leipziger Wartehäuschen ausgetauscht. Das nutzt der NABU für eine dringende Mahnung: Denn er habe bereits mehrfach die Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht, dass immer wieder an den Glasscheiben von Haltestellen Vögel tödlich verunglücken, die das Hindernis nicht wahrnehmen können, macht der NABU seine Besorgnis jetzt öffentlich.

    Nun werden ab Juli 2019 in Leipzig 900 Wartehäuschen ausgetauscht. Der NABU möchte die Gelegenheit nutzen, um auf das drängende Problem erneut aufmerksam zu machen.

    „Auch 2019 mussten bereits wieder Todesopfer beklagt werden, es sind keine Einzelfälle!“, betont René Sievert vom NABU. Die aufgeklebten Vogelsilhouetten reichen nicht wirklich. Dabei kleben sie heute schon an Haltestellen, wo es schon in der Vergangenheit zu tödlichen Unfällen für die Vögel kam. So am Nordplatz, wo es trotz Vogelsilhouette immer wieder zu Kollisionen der Vögel mit der blankgeputzten Scheibe kommt.

    Dabei gäbe es Alternativen, so der NABU: Mit einem aufgedruckten Muster auf den Scheiben könnte leicht Abhilfe geschaffen werden.

    Beispiel für ein aufgedrucktes Muster auf einer Glasscheibe. Foto: NABU Leipzig
    Beispiel für ein aufgedrucktes Muster auf einer Glasscheibe. Foto: NABU Leipzig

    „Da jetzt sowieso eine Neumöblierung ansteht, wäre ein guter Zeitpunkt dafür“, erklärt Sievert. „Der NABU Leipzig hat das in Schreiben an die Leipziger Verkehrsbetriebe und an die Stadtverwaltung dargelegt und hofft, dass die Chance genutzt wird. So würden neben dem umweltfreundlichen Nahverkehr auch Aspekte des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt und Leipzig könnte ein Vorbild geben für Tierschutz und Biodiversität in der Stadt.“

    Keine Einzelfälle: Erneute Vogelbefreiung durch NABU Leipzig + Video

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