Fridays und Parents for Future legen nach: Die ganze Woche fürs Klima in Leipzig

Für alle LeserNach dem weitweiten Klimastreik am 20. September 2019, an welchem in Deutschland 1,4 Millionen und weltweit fast 4 Millionen Menschen teilnahmen, ging es in Leipzig fast nahtlos weiter mit dem Thema Klimaschutz. Bereits in den vergangenen Tagen fanden an vielen Orten der Stadt Veranstaltungen rings um die „Fridays for Future“-Bewegung statt, weitere, wie der zweite „Elternabend“ der „Parents for Future“ am Donnerstag folgen noch. Demonstrieren ist eben nicht alles. Längst geht es um Handlungsalternativen und konkrete Politik.

Eine kurze Atempause brauchten die Aktivisten von „Fridays for Future“ Leipzig nach dem 20. September 2019 dann doch. Mancher vergisst ja gern, dass es sich um Schüler, Auszubildende und Studenten handelt, die nicht nur jeden Freitag demonstrieren, sondern in ihrer Freizeit vor allem all das vorbereiten, planen und diskutieren, was sich am vergangenen Freitag zu einer der größten Demos mauserte, die Leipzig je erlebte.

Erst am Montag, 23. September, folgte die erste Wortmeldung gegenüber der Presse zum 20. September, natürlich nicht ohne gleich wieder auf die nächsten Veranstaltungen und Termine hinzuweisen. „Am 20.09 gingen in Leipzig, nach Angaben von FridaysForFuture, 25.000 Menschen unter dem Motto #AlleFürsKlima auf die Straße. Nach diesem großen Erfolg will FridaysForFuture in Leipzig noch mehr erreichen. Deshalb veranstalten die verschiedenen ForFuture-Gruppen zusammen mit anderen Initiativen bis zum 27. September die Klimaaktionswoche.“, so FFF Leipzig.

Gesamt waren und sind es 32 Veranstaltungen bis Freitag, das Programm findet sich hier.

Und auch das Selbstvertrauen der jungen Menschen ist angesichts der steigenden Unterstützung aus nahezu allen Bereichen der Gesellschaft gewachsen. Das liest sich dann so wie im Statement von Leo Baumgarten von FFF: „Wir sind mittlerweile so viele und so stark, dass niemand mehr sagen kann, FridaysForFuture-Demonstrant*innen wollen nur freitags Schule schwänzen. Gemeinsam mit anderen Organisationen stellen wir mit der Klimaaktionswoche etwas auf die Beine, was hoffentlich große Nachwirkungen haben wird.“.

Ein bisschen klingt der Frust über das „Klimapäckchen“ der Bundesregierung dennoch nach, wenn FFF-Aktivistin Lilly Alisa Uhrmann eingestehen muss, dass „zwei globale Streiks (…) nicht ausgereicht“ haben, „um eine gerechte Klimapolitik zu erwirken. Auch wenn beim dritten Mal mehr Menschen als je zuvor für das Klima auf die Straße gingen, brauchen wir noch mehr Aktionen, um der Politik unsere Entschlossenheit und die Dringlichkeit zu handeln zu zeigen. Dafür ist die Klimaaktionswoche da.“

Während dieser können Interessierte beispielsweise am Mittwoch, um 18 Uhr, an einem Vortrag mit Diskussionsrunde zum Thema „Das Scheitern der deutschen Klimapolitik – auf dem Wachstumsauge blind“ im GRASSI Museum teilnehmen. Oder den zweiten Elternabend am Donnerstag im ehemaligen Karstadt besuchen. Dann werden sich die ParentsForFuture in den Räumen der „Revolutionale“ (Petersstraße 31-35) zu einem weiteren „Elternabend“ nach dem ersten am 1. Mai 2019 zusammenfinden, um sich mit anderen Eltern und Großeltern, die die ForFuture Bewegung unterstützen möchten, zu vernetzen.

Der zweite „Elternabend“ und konkrete Handlungsoptionen

Denn auch die Leipziger Parents sind nun langsam auf „Betriebstemperatur“ und haben eine hochkarätige Diskussionsveranstaltung auf die Beine gestellt, die besonders stark auf die Einbeziehung der Teilnehmer zielt. Ab 19 Uhr werden am 26. September im sogenannten „Fishbowl“-Format Sophia Salzberger, Sprecherin der Fridays-For-Future Sachsen, die OB-Kandidatin und Stadträtin Katharina Krefft, (B90/Die Grünen), Dr. Heike Wex vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Leipzig, Prof. Dr. Paul Lehmann, Universität Leipzig, (Umwelt- und Energieökonomik) und Cordula Weimann, von Omasforfuture, mit den Gästen ganz konkrete Fragen debattieren.

Darunter die nach den bereits anstehenden Klimawandelfolgen, echte Ursachenbekämpfung im Spannungsfeld eigener Entscheidungen und Politik sowie Impulse zu bereits erfolgreichen Ideen, die schon Teil der gesellschaftlichen Transformation geworden sind.

Wie vernetzt die Themen untereinander sind, zeigen die Beispielfragen, die die „Parents for Future“ vorab bekanntgaben. Wenig erstaunlich nach dem zweiten Dürrejahr nach 2018: „Was passiert, wenn die Trockenheit bleibt und das Wasser knapp wird?“ Oder eben, wie das Viehfutter mit dem Abbrennen und Abholzen des Regenwaldes in Verbindung steht. Und der Punkt, den die Klimawandelleugner mit starkem Rechtsdrall gern übersehen: „Werden bei ansteigendem Meeresspiegel tatsächlich Millionen Klimaflüchtlinge zu uns kommen?“

Hier hätte auch die Frage nach wachsenden Wüsten, tauendem Permafrost, vermehrten Starkwetterereignissen und Ressourcenkriegen stehen können, um den zweiten Halbsatz einzuleiten.

Denn dass eine weitere Erwärmung der Erde gar über die anvisierten 1,5 Grad hinaus um zwei, drei oder gar vier Grad zu einer wahren Völkerwanderung führen könnte, ist keine Annahme, sondern angesichts der bisherigen Menschheitsgeschichte Tatsache. Größeren Migrationsbewegungen über die stets stattfindenden Wanderungen des Menschen hinaus gingen klimatische Veränderungen und Vegetationsverschiebungen voraus. Bereits weit kleinere, natürliche Veränderungen spielten also schon immer eine Rolle.

Das Novum dieses Mal jedoch: der Mensch dreht neben den verschiedenen Ernährungs- und Konsumthemen vor allem erstmals in seiner 300.000-jährigen Geschichte durch das Verbrennen von Gigatonnen der vor Jahrmillionen als Fossilien und Biosphäre eingelagerten Kohlenstoffe in Öl, Kohle und Gas in nie dagewesenem Tempo selbst am Temperaturregler.

Details zu allen 32 Veranstaltungen finden Sie unter
leipzigfuersklima.de/klimaaktionswoche/

(Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos)

Mehr Infos und Kontakt zu Fridays for Future Leipzig unter
fridaysforfuture.de

instagram.com/fridaysforfuture.leipzig
facebook.com/fridaysforfuture.leipzig
twitter.com/F4F_Leipzig

Die Parents for Future Leipzig
parentsforfuture.de/de/leipzig

Die Fishbowl-Methode erklärt
youtube.com/watch?v=7i_9b-Pk-Po

Beschlüsse des „Klimakabinetts“ sorgen nicht nur bei „Fridays For Future“ für Riesenenttäuschung

Video – Klimawandelfolgen: Die Parents for Future Leipzig mit dem ersten „Elternabend“

Liveticker zum Klimastreik: Eine Sturzgeburt der Koalition und ein Streik „for Future“ + Videos

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