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Gerade die Coronakrise macht sichtbar, wie wichtig die bäuerlichen Betriebe in der Region sind

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    Mit dem Corona-Shutdown wird auf einmal so manches Thema sichtbar, das zuvor im täglichen Geschäft einfach unterging. Zum Beispiel die simple Tatsache, wie wichtig regionale Landwirtschaft zur Sicherung der Nahversorgung ist. Eigentlich wäre der 17. April so ein Tag, an dem man die Existenz der kleinbäuerlichen Landwirtschaft auch öffentlich feiert. Aber da das 2020 nicht möglich ist, lädt das Netzwerk „La Via Campesina“ jetzt zu einem Online-Protest für nachhaltige Landwirtschaft ein.

    Nachdem der Aktionstag des internationalen kleinbäuerlichen Netzwerks „La Via Campesina“ in Leipzig und Taucha in den vergangenen Jahren jeweils mit Aktionen und einem Frühlingsfest in Sehlis bei Taucha begangen wurde, wird dieses Jahr aufgrund der Covid-19-Situation für Online-Proteste mobilisiert. Die Organisatoren rufen Menschen in Leipzig und Umland auf, ihre Positionen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft auf Banner und Schilder zu malen und Fotos davon in den sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort #StayHomeButNotSilent zu veröffentlichen.

    Warum ist der 17. April Protesttag?

    Am 17. April 1996 wurden in Eldorado dos Carajás im brasilianischen Bundesstaat Pará 19 Landlose während einer friedlichen Demonstration ermordet. Der seitdem jährlich stattfindende Aktionstag „La Via Campesina“ (spanisch: „der bäuerliche Weg“) wird vom gleichnamigen weltweiten Netzwerk getragen, in dem sich Kleinbäuer/-innen, Landarbeiter/-innen, Hirt/-innen und Fischer/-innen zusammen organisieren, um gemeinsam für einen freien Zugang und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen Boden, Wasser und biologischer Vielfalt und für Ernährungssouveränität zu kämpfen.

    In diesem Jahr ruft das internationale Netzwerk „La Via Campesina“ dazu auf, unter dem Schlagwort #StayHomeButNotSilent“ online Aktionen durchzuführen, um auf die besondere Situation der ländlichen Bevölkerung in Zeiten von Covid-19 aufmerksam zu machen.

    So werden Kleinbäuer/-innen, die immerhin 70 Prozent der Weltbevölkerung ernähren, derzeit oft am Verkauf ihrer Produkte gehindert, weil viele lokale Märkte schließen müssen und Ausgangssperren verhängt sind. Vielerorts verdirbt Gemüse auf dem Feld, obwohl Menschen in der Stadt hungern.

    Tausende Landarbeiter/-innen tragen bei ihrer Arbeit ein hohes Risiko, da sie mit geringem Schutz und ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung arbeiten müssen. So ist es in der derzeitigen Situation wichtig, vor allem lokale Märkte unter Sicherheitsauflagen wieder zu eröffnen.

    Regionale Kooperativen bei Taucha und Leipzig

    In Sehlis bei Leipzig wird seit fast zehn Jahren für diesen Tag des Widerstands und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung mobilisiert, mit Fahrraddemonstrationen, Diskussionen, Workshops und einem Frühlingsfest für Groß und Klein – und auch in diesem Jahr waren die Planungen schon weit vorangeschritten, getragen von einem Netzwerk der regionalen Kooperativen der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi), dem Ernährungsrat Leipzig und Initiativen und Einzelpersonen aus Taucha und Leipzig.

    „Angesichts der Situation mit Covid-19 schließen wir uns dem Aufruf des internationalen Netzwerks ,La Via Campesina‘ an und rufen dazu auf, am Freitag, den 17. April, Fotos mit eigenen Forderungen unter den Hashtags #StayHomeButNotSilent, #17April2020 und #PeasantsRightsNow in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen!“, erklärt Michael Götze für das regionale Netzwerk „La Via Campesina“.

    „Wir müssen hier vor Ort und auch überregional aus dieser Krise lernen und in den Aufbau eines lokalen, widerstandsfähigen und vielfältigen Ernährungssystems investieren. Deutschland und die EU müssen damit beginnen, die Implementierung von Ernährungssouveränität mittels agrar-ökologischer Produktion umzusetzen und durch weit verbreitete Agrarreformen zu ermöglichen.“

    Der Aufruf von La Via Campesina in deutscher Sprache auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

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