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Auch die sächsische „Arbeitsmarktreserve“ schmilzt jedes Jahr um 10 Prozent

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    Die Reserve ist praktisch schon weg, auch wenn jetzt seit gut einem halben Jahr auch von Politikern und Arbeitsagenturen immerfort darüber berichtet wird, dass man jetzt endlich etwas tun müsste, nun auch noch die Langzeitarbeitslosen in einen Job zu bekommen. Es ist ein typischer Fall von Spätstart. Denn selbst die simpelsten Daten zeigen, wie gerade im Osten die sogenannte „Arbeitsmarktreserve“ wegschmilzt.

    Für den abgelaufenen Juni hat Paul M. Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) noch einmal die Daten für das abgelaufene Jahr zusammengestellt. Die Hauptzahl wird ja medial immer schnell verbreitet. Danach sank die Zahl der Arbeitsuchenden bundesweit seit Juni 2017 um 336.000 auf 4,371 Millionen Arbeitsuchende. Was immer noch viel ist. Aber die meisten der Betroffenen sind Menschen, die oft schon seit Jahre auf „Hartz IV“ angewiesen sind und deren Vermittlungschancen nach wie vor schlecht sind.

    Dass gerade die Zahl der „Hartz IV“-Empfänger um 219.000 auf 2,987 Millionen Arbeitsuchende besonders stark zurückging, hat vor allem mit den mittlerweile starken Altersabgängen zu tun. Und das betrifft vor allem den Osten.

    Die Zahl der hier Arbeit suchenden „Hartz IV“-Emfänger ging übers Jahr von 896.228 auf 804.372 zurück, also um 91.856 oder 10,2 Prozent.

    Der Rückgang in den westlichen Bundesländern war mit 5,5 Prozent knapp halb so hoch.

    Und im Kleinen zeigt auch Sachsen diesen Effekt. Hier ging die Zahl der arbeitsuchenden „Hartz IV“-Empfänger von 179.870 auf 160.799 zurück, also um 10,9 Prozent. Stärker war der Rückgang mit 11,7 Prozent nur noch in Brandenburg. Das heißt: Der Arbeitsmarkt wird regelrecht leergepustet.

    Insgesamt ging die registrierte Arbeitslosigkeit in Sachsen übers Jahr von 253.019 auf 226.869 zurück, also um 10,3 Prozent. Nur die Position, in welchem ostdeutschen Bundesland der Rückgang stärker ist, wechselt immer wieder mal. Mittlerweile haben Brandenburg und Berlin sowie Thüringen ganz ähnlich leergefegte „Arbeitsmärkte“. Es kommen also kaum noch Personen dazu, die den Versorgungsbereich SGB II auffüllen.

    Wobei auch immer mitbedacht werden muss, dass im Osten nur rund die Hälfte der arbeitsuchenden „Hartz IV“-Empfänger auch wirklich als „arbeitslos“ gilt. Die anderen stecken noch in allerlei Maßnahmen, haben oft sogar (noch) Arbeit. Nur die Aufstocker stecken hier nicht mehr drin.

    Die Bundesarbeitsagentur gibt sich wirklich alle Mühe, die Statistiken immer wieder zu verändern und langfristig nicht mehr vergleichbar zu machen. „Seit Januar 2017 erfolgt die Registrierung von sog. Aufstockern (Alg mit ergänzendem Alg II) im RK SGB III (statt RK SGB II)!“, betont Paul M. Schröder extra.

    Deswegen stecken auch die sächsischen Aufstocker jetzt in den 30.982 nicht arbeitslosen ALG-I-Empfängern. Aber auch beim ALG I gehen die Zahlen bundesweit zurück.

    Mancher Kommentator spricht zwar schon von nahender Vollbeschäftigung. Aber das trifft mit Blick auf die Zahlen nicht wirklich zu. Selbst wenn man die nicht arbeitslosen Arbeitsuchenden ausklammert, blieben im Juni bundesweit 2.275.787 Menschen, die ganz offiziell keine Arbeit hatten.

    Und darin stecken vor allem all jene Langzeitarbeitslosen, für die auch der gegenwärtige Arbeitsmarkt keine Angebote hat. Und die Zeit, diese Menschen trotzdem frühzeitig und langfristig doch noch in eine (ordentlich bezahlte) Arbeit zu bringen, hat man einfach vertan. Die Angebote, die jetzt zur Integration von Langzeitarbeitslosen gestartet sind, sind wirklich nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

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