Dr. Matthias Gründig hat da mal ein paar Fragen zum Leipziger Klimaschutz

Für alle LeserKurz vor Weihnachten hat es ja auch die LVZ mitbekommen, dass Leipzig seine für das Jahr 2020 anvisierten Klimaschutzziele krachend verfehlen wird. Genauso wie die bräsige Bundesrepublik Deutschland und genauso wie der kohleverliebte Freistaat Sachsen. Ein Riesenerfolg für die fossilen Konzerne im Land: Sie haben die nötige Energiewende tatsächlich um satte zehn Jahre ausgebremst. Aber warum hat Leipzig sein Klimaschutzprogramm nicht umgesetzt?

Eine Frage, die aus bekannten Gründen auch Dr. Matthias Gründig beschäftigt, der in Böhlitz-Ehrenberg sehr wohl mitbekommt, wie belastend der Frachtflugverkehr am Flughafen Leipzig/Halle auch für die Bewohner des Leipziger Westens ist.

Ihn ärgert besonders, dass nur ein Teil des Flugverkehrs der Leipziger in die Leipziger CO2-Bilanz mit eingerechnet wird. Und das auch erst seit 2015. Weshalb er eine geharnischte Einwohneranfrage für die Sitzung des Leipziger Stadtrats am 22. Januar 2020 gestellt hat.

Die liest sich so:

Sehr geehrter Herr Rosenthal,

in einem Artikel der LVZ vom 21.12.2019 wurde berichtet, dass Sie die Verfehlung des Klimaschutzziels der Stadt Leipzig für 2020 bestätigen mussten. Es ist falsch, dass die ausgewerteten Daten aus dem Jahr 2016 stammen. Sie wurden zwar dem Klimaumsetzungsbericht von 2016 entnommen, stammen aber aus dem Jahr 2014. Unter Berücksichtigung des Wachstums der Wirtschaft und der Bevölkerung von Leipzig seit 2014 ist die aktuelle CO2-Bilanz von Leipzig noch schlechter.

Eine weitere Verschlechterung der CO2-Bilanz von Leipzig ergibt sich aus der Tatsache, dass „nur“ 201.238 t emittiertes CO2 von Passagierflügen berücksichtigt wurden. Bei einem Anteil von 82 % Frachtflügen am Flughafen Leipzig ergibt sich bei dieser Berechnungsbasis für 2014 eine Gesamtemission von über 1,1 Mio.t CO2. Da hat das Rathaus seitdem jährlich fast 1 Mio t CO2 unterschlagen. Die Streichung der Inlandsflüge für die Rathausangestellten wirkt dagegen wie ein Witz.

Es zeugt von Rücksichtslosigkeit gegenüber den Bürgern dieser Stadt, dass damit die Stadtverwaltung von Leipzig die Strategie der Bundesregierung unterstützt, dass beim Thema Fliegen und CO2 ausschließlich die Passagierflüge betrachtet werden. Beim Bürger wird dadurch ein schlechtes Gewissen erzeugt, damit er die Erhöhung der Preise für Passagierflüge akzeptiert.

Die Frachtflüge, die ein Mehrfaches an CO2 erzeugen, werden Dank guter Lobby-Arbeit gar nicht erst erwähnt bzw. berücksichtigt. Unter dem Deckmantel der Ökologie und mit Unterstützung der Politik bedienen sich die Frachtflugunternehmen schamlos aus den Taschen der Bevölkerung.

Dazu meine Fragen:

Warum wurden im Klimaumsetzungsbericht von 2016 und darauf aufbauend auch in weiteren Berichten der Stadt Leipzig nur die Passagierflüge für die Berechnung der CO2-Emissionen des Flughafens berücksichtigt und die der Frachtflüge unterschlagen?
Wie wurden diese Werte ermittelt und berechnet?
Wann und wie wird diese falsche Statistik korrigiert bzw. die Korrektur veröffentlicht?

Ich bitte um mündliche Beantwortung meiner Fragen zur Ratsversammlung am 22.01.2020.

Warum Leipzigs CO2-Ausstoß nicht sinkt wie geplant

Der wichtigste Maßstab für die Erreichung der Leipziger Klimaschutzziele ist natürlich der Ausstoß von Treibhausgasen, die ja in der Atmosphäre dazu führen, dass weniger Wärme ins Weltall abgestrahlt wird und sich die Atmosphäre immer weiter erwärmt. Dargestellt wird das als CO2-Äquivalent, weil Kohlendioxid (CO2) nun einmal das Treibhausgas ist, das in Wirtschaft, Privathaushalten und Verkehr am stärksten anfällt und damit den Leipziger Beitrag zur Klimaerwärmung darstellt.

Schon 2011 und 2014, als die beiden Leipziger Klimaschutzprogramme vorgestellt wurden, betonten die Autoren des Programms etwas ganz Simples. Im Energie- und Klimaschutzprogramm 2014–2020 liest man zum Beispiel: „Die aktuelle Energie- und CO2-Bilanz 2011 zeigt, vor welchen Herausforderungen die Stadt Leipzig steht, um langfristig den Energiebedarf und damit die CO2-Emissionen zu senken.

Mit der Mitgliedschaft im Klima-Bündnis e. V. hat sich die Stadt Leipzig dem Ziel verpflichtet, die CO2-Emissionen alle 5 Jahre um 10 % zu senken. Als langfristiges Ziel soll der Pro-Kopf-Ausstoß bis zum Jahr 2050 auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 t CO2 pro Jahr gesenkt werden. Einher geht damit die notwendige Entkopplung des Energiebedarfs von der Wirtschaftsleistung und der nachhaltige Umgang mit der zunehmenden Ressourcenknappheit. Dieses Ziel kann jedoch nicht durch eine reine Trendfortschreibung erreicht werden.“

Das Klimaschutzprogramm enthielt denn auch eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Stadt hätte ergreifen können – und müssen. Denn allein im Verkehrsbereich hatte Leipzig tatsächlich vor, das CO2-Aufkommen je Einwohner von 2,26 t (stand 2011) auf 0,95 t im Jahr 2020 zu senken. Aber – da sich im motorisierten Verkehr nichts geändert hat – werden es weiter über 2 Tonnen sein. So wie 2011 und 2014 auch.

Der Umsetzungsbericht für das Klimaschutzprogramm von 2016 für das Jahr 2014. Grafik: Stadt Leipzig, Umsetzungsbericht

Der Umsetzungsbericht für das Klimaschutzprogramm von 2016 für das Jahr 2014. Grafik: Stadt Leipzig, Umsetzungsbericht

Dazu hätte es – so kann man auch im 2014er Programm lesen – einen deutlichen Stadtbahnausbau gebraucht und ein tragfähiges Radverkehrsentwicklungskonzept. Beides ist nicht passiert. Deswegen muss man die Schuld am Versagen nicht unbedingt nur beim Umweltbürgermeister suchen. Das haben auch andere Verantwortliche in der Stadtspitze mitvergeigt.

Wobei man betonen muss: Gerade was den Energieverbrauch in der Wirtschaft und in den Privathaushalten betrifft, hat eine Stadtverwaltung kaum Einfluss. Das war ja schon 2014 das amtliche Erschrecken, als man feststellte, dass der frische Wirtschaftsaufschwung in Leipzig sofort auch dazu geführt hat, dass der CO2-Anteil der Wirtschaft seit 2011 sogar gestiegen ist.

Indirekt kann man dieses Problem angehen, indem man den Ausbau Erneuerbarer Energien gewaltig forciert und die Strom- und Fernwärmeversorgung aus dem Kohlekraftwerk Lippendorf beendet. Woran in Leipzig 2011 übrigens noch niemand dachte.

Dort hieß es in der Erarbeitung des Handlungsprogramms sogar noch: „Vision zum Kraftwerk Lippendorf: Die Zukunft des Kraftwerks Lippendorf wird an dieser Stelle nicht prognostiziert. Diese wird von wirtschaftlichen und politischen Randbedingungen abhängen. Der derzeitige Wärmebezug vom Kraftwerk Lippendorf könnte nach Ablauf dessen technischer Nutzungsdauer auslaufen. Für den Zeithorizont danach käme im Sinne des 100 %-Erneuerbare-Energie-Ziels der Stadt Leipzig ein weiterer Wärmebezug nur infrage, wenn eine Brennstoffsubstitution weg von der Braunkohle erfolgt.“

Aber die technische Restlaufzeit wäre bis 2042 gewesen. Mittlerweile hat selbst die Stadtspitze begriffen, dass Leipzig viel früher aus den Lippendorfer Lieferverträgen aussteigen muss. Und wenn nichts dazwischenkommt, wird das 2023 der Fall sein.

Was trotzdem heißt, dass Leipzig 2020 alle Ziele verfehlt.

Wenn Leipzig sein 2014 beschlossenes Klimaschutzprogramm ernst genommen hätte, hätte die Stadt im Jahr 2020 ein Pro-Kopf-Aufkommen an CO2 von 4,26 Tonnen erreicht.

Da damals die Einrechnung der Luftreisen der Leipziger noch nicht erfolgt war, muss auf den Ausgangswert von 2011 (mit dem damals gerechnet wurde) der Betrag von 1,28 Tonnen CO2 aufgerechnet werden. Demnach hatte 2011 jeder Leipziger ein CO2-Aufkommen von 7,90 Tonnen. 2020 müsste also der Wert von 6,48 Tonnen erreicht werden (von 4,26 Tonnen kann man da wirklich nur träumen).

6,70 Tonnen statt 4,47 Tonnen CO2 pro Kopf

Tatsächlich aber verringert sich das Leipziger CO2-Aufkommen nicht um 2 Prozent pro Jahr, wie noch 2014 angenommen, sondern nur um 0,6 bis 1 Prozent. Und das eben nicht (wie die Erarbeiter des Klimaschutzkonzepts annahmen) durch echte Einsparungen durch mehr Effizienz, sondern fast ausschließlich durch die Wirkung des Einwohnerwachstums. Vielleicht erreicht Leipzig so mit Ach und Krach im nächsten Jahr 6,50 Tonnen pro Kopf.

Aber das eben ohne ein einziges bislang wirklich wirksames Programm.

Und man darf auch nicht vergessen, dass Leipzig bis 2050 tatsächlich das werden will, was man so gern klimaneutral nennt: Alle Leipziger dürfen im Schnitt nur noch 2,50 Tonnen CO2 im Jahr pro Nase verursachen.

Das ist mit dem aktuellen Tempo nicht zu erreichen. Das braucht wirklich große Projekte – also eine echte Energiewende in der Strom- und Wärmeversorgung. Hin zu 100 Prozent Erneuerbaren. Hin aber auch zu einem kompletten Ende von fossilen Antrieben im Verkehr. Wenn man darüber nachdenkt, merkt man eigentlich erst, wie spät sich Leipzig mit dem „Nachhaltigkeitsszenario“ (2018) auf den Weg gemacht hat. Und auch das wird vor 2024 keine Wirkung entfalten.

Dasselbe gilt für das Radwegekonzept.

Die Ziele sind alle erreichbar. Aber halt nicht, wie es das Klimaschutzprogramm mehrfach betont, indem sich Leipzig einfach zurücklehnt und abwartet, was „der Trend“ so mit sich bringt.

Dass Leipzig seine Klimaschutzziele meilenweit verfehlen würde, war übrigens auch schon 2016 im ersten Umsetzungsbericht zum Klimaschutzprogramm (für das Jahr 2014) deutlich geworden.

Damals schrieben wir von der „Angst der Stadtverwaltung vorm Elfmeter“. Auch die 4,47 Tonnen CO2, die damals als (neues) Ziel für 2020 genannt wurden, sind unerreichbar. Leipzig hat sechs wertvolle Jahre vertrödelt. Erst die Vorstöße des Stadtrates zum Nahverkehrskonzept und zum Fernwärmeausstieg haben überhaupt erst einmal etwas in Bewegung gesetzt. Die positiven Folgen aber wird man frühestens 2023 zu sehen bekommen.

Ohne grundsätzliches Umdenken wird Leipzig nie und nimmer eine Klimaschutzkommune

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

CO2-EmissionenKlimaschutzprogramm
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Linksfraktion beantragt eine neue Leipzig-Anleihe und eine Verlängerung des Schuldenabbaus bis 2050
Steffen Wehmann (Linke) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 3. Juni gab die Bundesregierung den Inhalt ihres 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaketes bekannt. Darin enthalten sind auch konkrete Unterstützungen für die Kommunen, die mit einbrechenden Steuereinnahmen zu rechnen haben. Nicht nur 2020, sondern wohl auch in den Folgejahren. Das wird die Diskussion auch um den Leipziger Haushalt anheizen. Die Linksfraktion hat schon mal ihren Handschuh in den Ring geworfen.
Digitale Klimarallye, anders wirtschaften und jede Menge Ansprechpartner für ein weltverträgliches Leben in Leipzig
Mit dem UiZ können Jugendliche einzeln oder in Teams per App auf Klima-Rallye durch Leipzigs Innenstadt gehen. Foto: UiZ Julia Zimmerhäkel

Foto: UiZ Julia Zimmerhäkel

Für alle LeserDie Ökofete musste schon abgesagt werden wegen Corona. Aber wie ist das mit den ganzen Veranstaltungen, die der Leipziger Ökolöwe für die Leipziger Umwelttage geplant hatte? Die Themen Klima und Artenschutz werden ja nicht weniger brisant, bloß weil Corona vorerst größere Veranstaltungen verhindert. Dann machen wir es eben digital, beschloss der Ökolöwe.
Drei Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt am 6. und 7. Juni in Leipzig
Der Freizeitpark Rabet im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHeute wird auch in Leipzig gegen Rassismus demonstriert. Die Gruppe „Series Be:“ ruft für den 6. Juni unter dem Titel ‚STAND UP, SPEAK UP, SHOW UP‘ zu einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt auf. Um 14 Uhr startet die Auftaktkundgebung am Augustusplatz, die Route verläuft über den Leipziger Innenstadtring, durch die Südvorstadt vorbei am Amerikanischen Konsulat und dem Bundesverwaltungsgericht bis zum geplanten Ende am Wilhelm-Leuschner-Platz. Die nächste Demo gibt es am Sonntag, 7. Juni.
Leipzigs Verwaltung möchte auch die Jahnallee nicht umbenennen
Blick in die Jahnallee. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan wird sie nicht so einfach los, diese alten Rauschebärte und Nationalisten. Schon bei der Umbenennung der Arndtstraße gab es ja nach dem Stadtratsbeschluss heftige Reaktionen, die augenscheinlich auch das Leipziger Verwaltungsdezernat beeindruckt haben. Weshalb man dort jetzt mit einem ganzen Berg von Argumenten versucht, das Ansinnen, auch noch die Jahnallee umzubenennen, abwehrt. Dabei wäre der Vorschlag Frankfurter Allee nur eine Rückbenennung.
Regionalliga-Saison abgebrochen, NOFV erklärt Lok zum Meister, Chemie feiert Klassenerhalt
Viermal durfte Lok gegen Nordhausen jubeln. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer 1. FC Lokomotive Leipzig ist erstmalig Meister der Regionalliga Nordost. Das entschied der Nordostdeutsche Fußballverband mit einem einstimmigen Votum für den Saisonabbruch am Freitag. Auf der Präsidiumssitzung wurde außerdem entschieden, dass es keine sportlichen Absteiger geben wird. Die BSG Chemie Leipzig hält damit nach dem Aufstieg im Vorjahr die Klasse.
Freitag, der 5. Juni 2020: Vor dem „Black Lives Matter“-Demowochenende
Antirassistische Demonstration im September 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserRassismus, Polizeigewalt und die „Black Lives Matter“-Bewegung dominieren seit Tagen die Schlagzeilen. Für das Wochenende sind in Leipzig mehrere Demonstrationen angekündigt; die wohl größte am Sonntag um 13 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Die „taz“ enthüllt derweil, dass eine Leipziger Burschenschaft offenbar den „Rassenkrieg“ plante. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 5. Juni 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Berliner Luft in der Kirchenruine Wachau – Konzert mit „clair-obscur“
Die Kirchenruine in Wachau. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Am 12. Juni 2020, 19.00 Uhr spielt das Saxophonquartett der Berliner Philharmoniker „clair-obscur“ in der Kirchenruine Wachau, Kirchplatz 1. Das Konzert mit dem Titel „Berliner Luft“ findet im Rahmen des Festivals „Sommertöne“ statt. Die Saxophonisten der Berliner Philharmoniker gastieren 2020 zum ersten Mal bei den Sommertönen, doch ihr hervorragender Ruf eilt ihnen voraus.
Sexuelle Übergriffe auf Frauen: Serientäter kommt in Psychiatrie
Serientäter Martin L. (r.), hier mit seinem Anwalt Stefan Wirth, muss in die Psychiatrie. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEs war eine absehbare Entscheidung: Nach einer Reihe brutaler Übergriffe auf junge Frauen in Leipzig wurde der geständige Täter vom Landgericht wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.
Ensembles von Oper, Leipziger Ballett und Musikalsicher Komödie im Westbad
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

An fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden werden Oper, Leipziger Ballett und Musikalische Komödie ab dem 12. Juni 2020 jeweils Freitag und Samstag zur Veranstaltungsreihe „Vorstellungskraft voraus!“ mit einem eigenen Programm wieder auf der Bühne im Westbad zu sehen, hören und erleben sein.
FES-Papier wirbt für weitere Unterstützung für eine echte Mobilitätswende in Deutschland
LVB-Baustelle in der KarLi 2014. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie lange diskutierte Abwrackprämie für Pkw war dann zum Glück nicht mehr Bestandteil des am 3. Juni bekannt gegebenen Konjunkturpakets der Bundesregierung. Da dürften auch die Autor/-innen eines Positionspapiers der Friedrich-Ebert-Stiftung aufgeatmet haben, die schon befürchteten, dass nun wieder Milliarden in den Verbrenner investiert werden, die dringend für eine richtige Mobilitätswende gebraucht werden. Den Corona-Shutdown hatten sie zur Gelegenheit genommen, dieses Papier zu verfassen.
Antrag der AfD-Fraktion zur Aufhebung der Leipziger Umweltzone macht nicht mal aus Gesundheitsgründen Sinn
Einfahrt in die Leipziger Umweltzone an der Hohentichelnstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Corona-Shutdown kam auch ein Großteil des Leipziger Verkehrs zum Erliegen. Auch die Bahnen und Busse der LVB leerten sich, weil die Leipziger/-innen zu Hause blieben oder lieber aufs Fahrrad umstiegen. Gleichzeitig trommelten die Umweltverbände für eine deutliche Verbesserung der Radwegesituation, während die AfD geradezu das Gegenteil beantragte: die Aufhebung der Umweltzone. Ein Antrag, der selbst aus epidemologischer Sicht Quatsch ist, wie das Umweltdezernat jetzt feststellt.
„Stunde der Gartenvögel“ bestätigt: Auch in Sachsen ist das große Blaumeisen-Sterben angekommen
Blaumeise bei der Fütterung. Foto: NABU / Rita Priemer

Foto: NABU / Rita Priemer

Für alle LeserNoch im März war die Meisenwelt in Ordnung: Die Blaumeisen waren die ersten, die die Birken vorm Fenster besetzten und sich erst einmal sattfutterten, bevor sie an ihr Tagwerk gingen. Ihnen folgten dann die lärmenden Spatzen. Doch dann wurde es auf einmal still im April, verschwanden die Blaumeisen. Nur die Spatzen kamen wie gewohnt. Und die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“, die vom 8. bis 10. Mai stattfand, bestätigte, dass das Blaumeisensterben auch in Sachsen angekommen ist.
Fachausschuss verweigert der Vorlage zum Erweiterungsbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule seine Zustimmung
Der geplante Anbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserSo geht das nicht wirklich. Als das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule im Mai die Vorlage zum Erweiterungsbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule öffentlich machte, fielen nicht nur die Anrainer aus allen Wolken. Das neue Projekt hatte mit den Auskünften und Ankündigungen aus den Vorjahren nichts mehr zu tun. Am 10. Juni soll eigentlich die Ratsversammlung über den Bau entscheiden. Aber jetzt gibt es auch eine Petition.
Pirna an einem Tag: Die Stadt, in der der kleine Tetzel die falsche Berufswahl traf
Uwe Winkler / Kristina Kogel: Pirna an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWohin nur am Wochenende? Das fragen sich ja viele Leute, die dann aus lauter Verzweiflung wieder am Cossi landen. Oder in der City Schlange stehen für ein Eis. Dabei ist Sachsen voller Reiseziele, für die sich auch ein kurzer Entschluss lohnt. Zug raussuchen, Rucksack packen und einfach mal nach Pirna fahren. Das wäre so ein Zielvorschlag, wenn einem Delitzsch, Torgau und Grimma schon zu nahe sind.
In Torgau eröffnete am vergangenen Wochenende das erste Autokino der Region
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Seit Mitte letzter Woche erhebt sich ein Containerturm am äußeren Rand des Gewerbegebietes in Torgau - zwischen Autohäusern, Einkaufszentrum und Holzwerk. An dem dreizehn Meter breiten und fast acht Meter hohen Stapel aus zehn Übersee-Containern befindet sich eine fast ebenso große Leinwand. Von Donnerstag bis Sonntag werden mit Einbruch der Dunkelheit hier Kinofilme gezeigt.