Die Schwankungen der Leipziger Arbeitslosenzahlen verlagern sich immer stärker ins SGB III

Für alle LeserZum Jahresende laufen auch in Leipzig immer wieder hunderte Arbeitsverhältnisse aus. Die Zahl der als arbeitslos Registrierten schnellt nach oben. So auch wieder im Januar 2020. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist saisonal bedingt und nicht unerwartet“, meint der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, Steffen Leonhardi, zur jüngsten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Leipzig. „Diese Entwicklung ist in jedem Jahr ganz typisch für den Monat Januar. Gründe dafür sind hauptsächlich auslaufende befristete Arbeitsverträge zum Jahresende.“
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So deutlich wird das selten gesagt, dass sich nach wie vor viele Leipziger mit befristeten Verträgen durchs Arbeitsleben hangeln müssen. Das betrifft übrigens inzwischen verstärkt Ausländer, die nun all jene Jobs bekommen, von denen einheimische Bewerber seit Jahren schon die Nase voll haben.

Weil aber die Unternehmen, die wirklich Fachkräftebedarf haben, ihre Arbeitnehmer festhalten, steigt nach und nach die dauerhafte Beschäftigung an und die errechnete Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent (Dezember 2019: 5,9 Prozent) ist weiter so niedrig wie seit 1991 nicht mehr.

Insgesamt waren 20.118 (Vormonat 18.637) Männer und Frauen in Leipzig arbeitslos gemeldet. Der Anstieg im Vergleich zum Dezember 2019 betrug 1.481 Personen. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 389 zurückgegangen.

Wobei auch auffällt, dass sich die großen Schwankungen bei der Arbeitslosenzahl mittlerweile ins ALG I verlagert haben. Dort allein ist die Zahl der Arbeitslosen von 6.266 auf 7.380 gestiegen, während dieser Wert bei den Empfängern von ALG II sich nur von 12.371 auf 12.738 erhöhte.

Langfristig schmilzt der Block der ALG-II-Empfänger immer mehr ab. Während sich die Beschäftigungsschwankungen auf dem Arbeitsmarkt immer stärker bei den ALG-I-Empfängern zeigt. Dort lag die Arbeitslosenzahl im Januar sogar um 494 höher als im Januar 2019.

„Der deutliche Rückgang bei der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung zeigt, dass die Menschen, die schon lange arbeitslos sind, von der positiven Entwicklung am Leipziger Arbeitsmarkt immer mehr profitieren und dass unsere Strategie der Qualifizierung Früchte trägt“, meint Leonhardi. Aber der Großteil dieser aus der Statistik Verschwundenen entschwindet weiterhin ins Nichterwerbsleben. Nur ein kleiner Teil kommt tatsächlich wieder in feste Arbeit.

Die deutlich unterschiedliche Entwicklung in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Die deutlich unterschiedliche Entwicklung in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Die Zahlen zum Arbeitsmarkt im Januar

Bei den jungen Menschen bis 25 Jahren stieg die Zahl der Arbeitslosen um 80 auf 1.692 (Vorjahr: 1.809).

Bei den Lebensälteren in der Altersgruppe ab 50 Jahren wuchs die Arbeitslosigkeit um 428 auf 5.814 Personen an (Vorjahr: 5.929).

Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete die Arbeitsagentur Leipzig im Januar einen Rückgang gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den letzten vier Wochen 1.474 freie Stellen, das waren 122 weniger als im davorliegenden Monat (1.596) und 325 weniger als vor einem Jahr, zur Besetzung gemeldet. Im Januar waren beim gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter Leipzig 7.828 freie Stellen gemeldet. Vor einem Jahr waren es noch 7.381.

Zum statistischen Zähltag im Januar betrug die Arbeitslosenquote in Leipzig 6,4 Prozent (Vormonat: 5,9 Prozent). Im Januar 2019 lag sie noch bei 6,7 Prozent.

Im Januar waren 7.380 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 1.114 mehr als im Vormonat und 494 mehr als im Januar 2019.

Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 12.738 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 367 mehr als im Dezember 2019, aber 883 weniger als vor einem Jahr.

63,3 Prozent aller arbeitslosen Leipziger wurden vom Jobcenter und 36,7 Prozent von der Arbeitsagentur Leipzig betreut.

In Leipzig gab es im Januar 31.384 Bedarfsgemeinschaften. Das waren  274 weniger als im Vormonat und  3.101 weniger als im Januar des Vorjahres.

Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 39.895 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang – 39. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um  3.615 Personen.

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Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

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