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Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau

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    Was die ganzen Folgen der Corona-Panemie am Ende tatsächlich in der Wirtschaft anrichten, weiß noch niemand. Selbst die Diskussionen, ob die ab dem 2. November geplanten Einschränkungen überhaupt Sinn machen, beginnen erst. Denn wir sind längst an dem Punkt angekommen, da wir lernen müssen, das Leben am Laufen zu halten, obwohl das Corona-Virus weiterhin unterwegs ist. Auch in Leipzig ging im Oktober die offizielle Arbeitslosigkeit wieder zurück.

    Und es werden auch wieder so viele Stellen angeboten wie vor einem Jahr. Was die Monatsstatistik der Arbeitsagentur nicht erfasst, sind die tatsächlich die derzeit in Kurzarbeit steckenden Betriebe und Beschäftigten. Diese Zahlen gibt es immer nur mit monatelange Verzögerung.

    Deshalb liegen zur Kurzarbeit derzeit nur die Zahlen bis Juni vor. Insgesamt haben seit Jahresbeginn 7.357 Leipziger Betriebe in der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt. In diesen Betrieben arbeiten 98.019 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Besonders betroffen sind Unternehmen der Gastronomie (840), des Einzelhandels (762) und des Gesundheitswesens (712).

    Nach der bisherigen Abrechnung der Kurzarbeit durch die Betriebe in der Corona-Krise haben im März 2.904, im April 4.759, im Mai 4.119 und im Juni 3.019 Betriebe Kurzarbeit abgerechnet. Kurzarbeitergeld wurde durch die Betriebe im März für 30.619, im April für 50.619, im Mai für 42.185 und im Juni für 24.391 Beschäftigte bezogen. In Leipzig gibt es insgesamt 275.915 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (jüngster Stand März 2020).

    „Wir sehen, dass der Monat April der Höhepunkt bei den erstmaligen Anzeigen und auch beim Abrechnen der Kurzarbeit war. Im Mai wurde Kurzarbeit bereits etwas weniger, aber auf einem weiterhin hohen Niveau, in Anspruch genommen. Seitdem sinken die Zahlen deutlich. Kurzarbeit ist und bleibt das Mittel, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und den Betrieben ihre Fachkräfte zu erhalten“, sagt Leonhardi zu den aktuellen Kurzarbeiterzahlen.

    Aber schon im September machte sich bemerkbar, dass der Fachkräftebedarf in Leipzig und Sachsen weiterhin hoch ist. Während die einen Branchen von Schließungen betroffen sind, schen anere händeringend nach Personal.

    Das Ergebnis: Insgesamt waren Ende Oktober in der Stadt Leipzig 25.240 Menschen, 871 weniger als im August, bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter, arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Oktober 2019 war die gemeldete Arbeitslosigkeit um 6.231 Personen oder 32,8 Prozent höher.

    „Zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in Leipzig im zurückliegenden Monat gesunken. Der Herbstaufschwung hat den Arbeitsmarkt in Leipzig belebt“, komentiert das der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Steffen Leonhardi.

    „Die Abmeldungen von arbeitslosen Menschen in eine neue Erwerbstätigkeit ist wiederum gestiegen und gleichzeitig haben sich weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die angewachsene Nachfrage nach Arbeitskräften ist ein Zeichen für die ansteigende Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft. Alle diese Entwicklungen sind Anzeichen für eine positive Arbeitsmarktentwicklung in Leipzig in den zurückliegenden Wochen, wenn auch für die Stadt noch nicht das niedrige Niveau des Vorjahres erreicht wurde.“

    Die Differenz von über 6.000 Betroffenen geht auch zu einem Teil auf all die Solo-Selbstständigen zurück, die mit dem Corona-Shutdown ihre Einnahmequellen verloren haben und nun Grundsicherung (ALG II) beantragen mussten.

    Wie es weiter geht, ist auch für Leonhardi erst einmal rätselhaft. Denn die ab 2. November gültigen Einschränkungen werden die verschiedenen Branchen wieder völlig unterschiedlich treffen.

    Gemeldete freie Stellen in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
    Gemeldete freie Stellen in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

    „Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der jüngst beschlossenen Einschränkungen fällt eine Prognose für den November besonders schwer“, beschreibt Leonhardi die Aussicht auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Leipzig.

    „Das gestiegene Angebot an freien Arbeitsstellen bietet grundsätzlich gute Möglichkeiten für die Integration von Leipzigerinnen und Leipzigern in den Arbeitsmarkt. Ob die Herbstbelebung des Arbeitsmarktes auch im November anhält, ist angesichts der pandemischen Entwicklung und des Einflusses auf den Leipziger Arbeitsmarkt nicht abschätzbar. Ich möchte an dieser Stelle versichern, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit weiterhin für die Menschen und Unternehmen da sind und sie sich auf uns verlassen können.“

    Der Leipziger Arbeitsmarkt im Oktober in Zahlen

    Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat September betrug bei den Unter-20-Jährigen 107 (- 17,7 Prozent) auf 498 und bei den Unter-25-Jährigen 388 (- 13,5 Prozent) auf 2.476. Zum Vorjahres-Oktober lag der Anstieg bei den beiden Altersgruppen bei 36,1 und 46,2 Prozent.

    Bei den Lebensälteren, in der Altersgruppe ab 50 Jahren, sank die Arbeitslosigkeit um – 21 auf 6.622 Personen (Vorjahr: 5.301).

    Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im zurückliegenden Monat in Leipzig gewachsen. Gegenüber dem Vormonat stieg sie um 318 auf 6.782. Im Vergleich zum Oktober 2019 gab es 2.284 langzeitarbeitslose Menschen mehr. Das entsprach einem Anstieg um 50,8 Prozent.

    In den letzten vier Wochen betrug der Zugang aus der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit 2.391. In Erwerbstätigkeit abgemeldet haben sich im gleichen Zeitraum 2.432 vorher arbeitslose Menschen.

    Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete die Arbeitsagentur Leipzig im Oktober einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den letzten vier Wochen 2.215 freie Stellen, das waren 674 mehr als im davor liegenden Monat und 478 mehr als vor einem Jahr, zur Besetzung gemeldet. Der Bestand an freien Stellen lag bei 8.471.

    „Dieser hohe Stellenzugang war ein deutliches Zeichen für die anwachsende Nachfrage nach Arbeitskräften und zugleich ein Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit der Arbeitsagentur und des Jobcenters Leipzig bei der Besetzung dieser Vakanzen“, so Leonhardi.

    Zum statistischen Zähltag im Oktober betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 7,9 Prozent (Vormonat: 8,2 Prozent). Im Oktober 2019 lag die Quote noch bei 6,1 Prozent.

    Arbeitsmarktentwicklung nach Rechtskreisen SGB III und SGB II

    Im Oktober waren 9.425 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 292 weniger als im Vormonat und 2.994 mehr als vor einem Jahr. Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 15.815 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 579 weniger als im September und 3.237 mehr als vor einem Jahr.

    In Leipzig gab es im Oktober 33.124 Bedarfsgemeinschaften. Das waren 1.167 weniger als im Vormonat und 830 mehr als im Oktober des Vorjahres.

    Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 41.477 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Rückgang 1.423. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Zahl um 756 Personen.

    Corona-Folgen trafen Soloselbstständige und marginal Beschäftigte sofort

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