Legida: Wenn ein Leipziger Oberbürgermeister bedroht wird

Jeden Montag gehen seit 3 Monaten mindestens einer, oft zwei bis drei Journalisten der L-IZ.de auf den Augustusplatz oder vorher zu Legida am Zentralstadion. Seit knapp 3 Monaten, jeden Montag sind sie dabei, fotografieren, berichten und filmen. Die Demonstrationen haben sich verändert, der Tonfall auch. Konnte man zum Beginn von Pegida und Legida noch über die sozialen Fragen berichten, ist in Leipzig längst ein harter Kern am Werk. Trotz der Betonung der eigenen Friedfertigkeit mehren sich die Straftatbestände an der Peripherie. Zuletzt kamen diverse Verbalattacken gegenüber dem Leipziger OBM zur Anzeige.

Schuld sind irgendwie immer die Anderen, die Verantwortung für eventuelle Folgen möchte auch niemand übernehmen. Die Medien, die Politik, die Griechen, der Moslem sind schuld an allem, eine Art der Diskussionsführung, wie sie nicht nur in Leipzig zu beobachten ist. Während sich die Legida-Bewegung in Leipzig professionalisierte, einen Verein gründete und allmontäglich eine Bühne, Leinwände, Livestreams zusammenbaute, sanken dennoch die Teilnehmerzahlen. Und der Tonfall wurde zunehmend härter, vor allem herbeigeholte Gastredner fanden deutliche Worte. Manches Mal standen Beobachter der Redebeiträge eigentlich nur noch da und haben mal versuchsweise das Wort „Moslem/Muslime“ durch „Jude“ ersetzt.

Und waren entsetzt, wie nah die alte Abgrenzung, der Tod und das neue Deutschtum beieinander stehen, wie rasch sich komplexe Entscheidungsvorgänge zum Ruf „Volksverräter“ zusammenrühren lassen. Während sich landauf, landab alles stritt, wie man mit dem Unmut auf der Straße umgehen sollte, radikalisierten sich manche Anhänger immer weiter.

Die Ansprache Burkhard Jungs am 21. Januar 2015 im Leipziger Stadtrat (Audio)

 

Statt einer differenzierteren Debatte, erbaute vor allem Silvio Rösler in seinen Redebeiträgen auf dem Augustusplatz über Wochen zudem das Abbild eines zentral Schuldigen vor Ort. Das von einem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, welcher quasi für alles geradezustehen habe, was jedem einzelnen Rufer vor der Bühne so widerfuhr. Eine Spiegelfläche für jede noch so persönliche Enttäuschung im Leben. Entgegen besseren Wissens, gewürzt mit der Unterstellung, es gäbe einen direkten Draht zwischen dem Verwaltungschef der Messestadt und der „SA NTIFA“ – ein Legida-Begriff – was dieser nicht nur zurückwies, sondern diese Zurückweisung durch eine deutliche Ansprache auch gegen linke Gewalt am 21. Januar 2015 im Stadtrat frühzeitig untermauerte.

Silvio Rösler auf der Legida-Bühne am 31. März 2015. Schuld an eventuellen Eskalationen sind immer die Anderen. Foto: L-IZ.de

Silvio Rösler auf der Legida-Bühne am 31. März 2015. Schuld an eventuellen Eskalationen sind immer die Anderen. Foto: L-IZ.de

Ungehört blieben diese Worte auf dem Augustusplatz und noch mehr im Netz.

Hier wechselten sich die Rufe „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ munter mit „Jung muss weg“ ab. Abgesehen davon, dass bereits der Gedanke eines alleinherrschenden Oberbürgermeisters ein unzulässig vereinfachtes und stark abgeflachtes Scheibenbild einer parlamentarischen, kommunalen Demokratie und der Arbeit einer Stadtverwaltung darstellt, trug diese ständige Zuweisung bald Früchte. Der somit durch Rösler zu einer Art Führerfigur erhobene OBM ist seit einiger Zeit mit Personenschützern unterwegs und es hagelte E-Mails und Facebookbeiträge, welche immer eindeutigeren und persönlichen Charakter trugen.

Die der L-IZ.de daraus vorliegenden Auszüge aus den, mittlerweile durch die Stadt Leipzig bei der Polizei angezeigten E-Mails und Drohungen via Facebook an den amtierenden OBM der Stadt zeigen vor allem eines: eine brutalisierte Enthemmung in der Sprache und den Charakter mancher Menschen, die sich als Legida-Anhänger definieren. Teils rechtsradikal angehaucht, manches sprachlich erkennbar von jahrelangem Schwulenhass geprägt, vor allem aber geleitet von einer personalisierten Form von Angriffen gegen den Leipziger Oberbürgermeister. Daneben schossen über Wochen auch bei Facebook die Fantasien ins Kraut, teils deutlich angelehnt an das, was durch die NPD befeuert den ehrenamtlichen Tröglitzer Bürgermeister Markus Nierth (parteilos) zum Rücktritt trieb.

„Keine Gewalt“ war gestern

Maiko N. träumt auf der von Mitarbeitern der Stadt gescreenten Facebookseite von Legida von einer direkten Begegnung mit dem amtierenden OBM Leipzigs, natürlich nur mit anderen gemeinsam: „Wir wollten uns mal als Postbote verkleiden und diesem Jung mal einen Besuch im Rathaus erstatten.“ Für David B. steht fest: „Jung gehört gesteinigt!!!!!“, während Andre J. eher auf eine andere mittelalterliche Tötungsart steht: „Aufhängen diesen Drecks Jung!!!“. Wie konkret es zugeht, zeigt der Beitrag von Jens B. (wie alle anderen Vorgänge nun strafrechtlich verfolgt von der Polizei): „OB Jung *****(hier fand sich die korrekte Privatadresse)***** in Leipzig, dort mal ne Demo anmelden das wärs“. Wie gesagt, Tröglitz lässt grüßen, die Methoden der dortigen NPD werden längst auch in Leipzig besprochen.

Auch in E-Mails, deren, durch einen Sprecher der Stadt bestätigten, angezeigten Inhalte der L-IZ vorliegen, kommen die Schreiber rasch zur Sache. Ein Mailversender klingt dabei, als würden die jahrelang unterdrückten homoerotischen Fantasien gemischt mit Ausländerhass in ihrer schwärzesten Form zutage treten, wenn er schreibt: „Du dreckiger stinkender Türkenschwanzlutscher. Dir werde ich das Arschloch mit einem glühendem Rohr ausbrennen.“. Auch wenn Legida selbst nicht für derartige Ausfälle verantwortlich ist, die über Wochen miterzeugte Stimmung bricht sich Bahn. Scheinbar sehen einige diese Drohungen noch von der gern beschworenen Meinungsfreiheit gedeckt, Juristen sehen das selbstverständlich anders.

Legida beim 9. Treffen auf dem Augustusplatz. "Volksverräter"-Rufe bei der Erwähnung des Leipziger OBMs. Foto: L-IZ.de

Legida beim 9. Treffen auf dem Augustusplatz. „Volksverräter“-Rufe bei der Erwähnung des Leipziger OBMs. Foto: L-IZ.de

Eine weitere E-Mail an den Oberbürgermeister Leipzigs gerichtet, zeigt, wie verdreht die Weltsicht nun bereits geworden ist.

Während Legida-Teilnehmer sehenden Auges mit NPD-Mitgliedern auf „Spaziergang“ gehen, sehen sie die Diktatur in der Leipziger Rathausspitze sitzen. „Sie diktatorischer, dreckiger Hitlerbastard finden hoffentlich das gleiche, oder ein noch grausameres Ende als Ihre Vorbilder Hitler und Himmler“, so ein ebenfalls polizeilich angezeigter E-Mail-Schreiber in den vergangenen Tagen an Burkhard Jung.

Ob und inwieweit man mit Menschen dieser Sprachwahl die Zukunft in Deutschland und Europa überhaupt noch debattieren kann, bleibt offen, aber wenig wahrscheinlich.

Bemerkenswert auch, dass in Tröglitz, wie auch bei anderen Gewaltausbrüchen seitens Ausländerfeinden in Sachsen immer jegliche Mitschuld seitens Legida und Pegida abgestritten wird. Ganz so, als ob gehaltene Ansprachen in Leipzig und Dresden nicht beständig das Bild einer Politik produzieren würde, welche sich gegen alles „Deutsche“ richtet. Und natürlich die Schuld für jedes Übel auf der Welt entweder allein bei „den Muslimen“ oder „den Amerikanern“ liegt. Ob das beständige Fingerzeigen auf Andere nicht irgendwann Reaktionen oder gar Gewalt auslösen kann, scheint einigen Rednern längst egal.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun jedenfalls in weiteren Fällen gegen die nur teilweise anonymen Schöpfer dieser an Burkhard Jung gerichtete Verbalinjurien.

Und sie passen nahtlos in eine gewisse Führungsideologie und die einfachen Lösungsangebote, welche sich seit Monaten in Leipzig auf dem Augustusplatz breitgemacht haben. Und welche nunmehr am vergangenen Montag, 30. März in einer Ansprache des Islamfeindes Michael Mannheimer mündeten. Dieser forderte das Verbot „des Islam nach § 129a“ (Bildung terroristischer Vereinigungen). Wo da noch die Unterscheidungen seitens des Legida-Veranstaltungsanmelders Silvio Rösler zwischen den friedlichen Muslimen und den radikalisierten Kämpfern eines IS blieben, mag ein qualifizierter Sprachforscher ermitteln – Beobachter vor Ort fanden sie bei dem westdeutschen Autor Michael Mannheimer nicht mehr.

Gesteigert wurde das Schreckensszenario á la Mannheimer nur noch durch seinen vermuteten gezielten „Genozid an den Deutschen“, den herbeigewünschten „Volkstod“ durch Medien und Politik, welchen er mehrfach in Leipzig und bei weiteren Ansprachen beschwor. Und daraus anschließend das Recht zu Widerstand laut Grundgesetz ableitete. Ein mehr oder minder offener Aufruf an die rund 500 Teilnehmer, das Recht in die eigene Hand zu nehmen. Die E-Mail-Schreiber könnten es gehört und verstanden haben, für die eventuellen Konsequenzen wird nachher niemand verantwortlich sein wollen.

Es sind immer die Anderen

Und dies ganz gleich, worum es geht. Vielleicht ist Legida letztlich doch nur eine Art Schuldverschiebungsbewegung: Weg vom eigenen persönlichen Versagen, der eigenen Ohnmacht und Unzufriedenheit in einer sicher nicht immer leichten Konkurrenzgesellschaft hin zu extremer Systemkritik und personalisiertem Menschen- und Gruppenhass. Auf Muslime, Andersdenkende und „die da Oben“ – letzteres zunehmend auch auf den Leipziger Oberbürgermeister projiziert. Als Höhepunkt der Hybris am 1. April in Form eines wenig humorbegabten Aprilscherzes, in welchem Legida auf Facebook den Rücktritt Burkhard Jungs verkündete.

Legida/Pegida* Audio ** Kommentar *NPD
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