Leipzig hat in den vergangenen 15 Jahren 800 Baudenkmäler verloren

Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Das war es auch schon vor 20 Jahren, als Leipzig eine erste Strategie zur Rettung vom Abriss bedrohter Kulturdenkmale entwickelte. Damals verlor die Stadt noch Einwohner. Aber selbst im Jahr 2016 drohen weitere Abrisse. Was nicht in den heutigen Boom passt, gerät unter die Abrissbirne.

Der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther (Grüne), der sich schon beim Stadtforum Leipzig intensiv für die Rettung wertvoller Baudenkmale engagiert hat, hat die Staatsregierung jetzt mit mehreren Anfragen zum Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz befragt. Und dabei einige erhellende Antworten bekommen. Denn sicher, stehen bleiben zu dürfen, sind eingetragene Baudenkmale keineswegs.

Und ob die Liste stimmt, die Wolfram Günther von Innenminister Markus Ulbig bekommen hat, darf nun ebenfalls bezweifelt werden. Schon am 29. Juli dementierte das Grün-Alternative Zentrum Leipzig e.V. als Betreiber der Dölitzer Wassermühle, dass hier irgendetwas abgerissen werden soll. Niemand hat irgendeine Art Antrag – auch nicht zu Teilabriss – gestellt.

Also auch in dieser Hinsicht scheint das heruntergesparte Personal in den sächsischen Denkmalschutzbehörden völlig überfordert zu sein.

Fast 800 Baudenkmale in Leipzig seit 2000 verschwunden

Wenn man die Antworten des Innenministers so nimmt, wie sie kamen, dann liest sich die Bilanz so: In der Stadt Leipzig sind in den letzten 15 Jahren ca. 800 Kulturdenkmale abgerissen worden. Ganz besonders gefährdet sind dabei die technischen Denkmale.

„25 Prozent aller Leipziger technischen Denkmale wurden seit 2000 abgerissen. Gab es vor 15 Jahren noch 649 technische Denkmale waren es am 30.06.2016 nur noch 486“, kommentiert Wolfram Günther, Sprecher für Denkmalschutz der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, diese Zahlen. „Die Größenordnung dieses unwiederbringlichen Verlusts an gebauter Kultur ist erschreckend. Die Stadt Leipzig hat damit ein gewaltiges Entwicklungspotenzial verloren. Leipzig weist einen großen Reichtum an Bauzeugnissen vergangener Epochen auf, deren Bewahrung von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist. Die Stadt Leipzig verfügt mit 14.055 Denkmalen aktuell über den zweithöchsten Denkmalbestand in Sachsen. Doch der Abrisstrend hält auch in Leipzig an.“

Von 2000 bis zum Juni 2016 ging der Leipziger Denkmalbestand nach den Zahlen des Innenministeriums von 14.852 auf 14.055 zurück.

„Aktuell liegen in der Stadt Leipzig bereits sieben weitere Genehmigungen für den Abriss eines weiteren Kulturdenkmales vor“, liest Günther aus den Antworten heraus. „Dies betrifft nach Angaben des Innenministeriums die technischen Denkmale Wassermühle Dölitz, die ehemalige Buchbinderei in der Oststraße 24/26, die ehemalige Buchbinderei in der Albert-Schweitzer-Straße 10 sowie den Gasthof in der Bornaischen Str. 170/172 sowie die Wohnhäuser in der Friederikenstraße 3, der Langen Reihe 17 und der Russenstraße 46. Auch für die ehemalige Buchdruckerei im Täubchenweg 17 liegt bereits ein Antrag auf Abriss vor, der zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht genehmigt ist.“

Das mit der Wassermühle wurde – wie erwähnt – schon dementiert. Und dass die ehemalige Großbuchbinderei in der Albert-Schweitzer-Straße 10 schon so marode sein soll, dass sie jetzt abgerissen werden muss, verwundert schon. Noch 2013 wurde sie der Stadt Leipzig als mögliches Domizil für das Stadtarchiv angeboten.

Das Problem an der ministeriellen Auskunft ist auch, dass sie nicht zwischen Komplett- und Teilabriss unterscheidet.

Serie von Brandanschlägen auf die ehemalige Heeresbäckerei

Zur ehemaligen Heeresbäckerei an der Olbrichtstraße hat Günther extra eine Anfrage gestellt. Für besonderes Aufsehen sorgte der Brand des denkmalgeschützten Gebäudes am 6. Juli 2015. Das Gebäude scheint Brandstifter regelrecht anzuziehen. Die GRK-Holding, die das Gebäude sanieren und zu einem Teil des neuen Wohnparks auf dem Gelände des ehemaligen „Werk Motor“ machen möchte, gab sich im Juni 2015 noch zuversichtlich, dass sie – trotz immensen Schadens – das Gebäude würde retten können. Doch dem folgten noch vier weitere Brände, von denen mindestens drei ebenfalls Brandstiftungen waren.

Weshalb Wolfram Günther betont: „Zusätzlich gefährden Brandstiftungen bisher noch unsanierte Denkmale. So gab es allein sechs Brandstiftungen innerhalb eines Jahres bei der ehemaligen Heeresbäckerei in der Olbrichtstraße.“

Denkmalschutzbehörden überaltert und heruntergespart

Was auch deshalb tragisch ist, weil der Freistaat selbst beim Denkmalschutz seine Probleme hat. Noch so ein Ergebnis einer seit Jahren vorangetriebenen Sparpolitik.

„Die Staatsregierung vernachlässigt beim Denkmalschutz mitunter selbst ihre Vorbildrolle“, bemängelt Wolfram Günther. „In den letzten zehn Jahren wurden nach Aussagen des Innenministers 23 Denkmale, die sich im Besitz des Freistaates Sachsen befanden, abgerissen. Für weitere sechs Denkmale im Besitz des Freistaates liegen aktuell Abrissgenehmigungen vor.“

Ganze Denkmalgruppen befänden sich in Sachsen in einem dramatischen Zustand. Dies beträfe sowohl städtische Wohnhäuser, ländliche Anwesen als auch zunehmend die technischen Denkmale. Hier fehle es an ausreichender finanzieller Förderung zum Erhalt.

„Vor allem engagierte, private Denkmaleigentümer werden mangels ausreichender Förderung allein gelassen. Schon jetzt reichen die Zuschüsse nicht, um für wichtige Denkmale zumindest ein Minimum an Förderung bereitzustellen. Wenn aber weder saniert noch gesichert werden kann, drohen Verfall und Abriss. Diese Entwicklung muss dringend korrigiert werden. Sonst verschwinden allmählich immer mehr historische Bauten aus dem Ortsbild und letztlich auch aus unserem Gedächtnis“, warnt der Landtagsabgeordnete.

Aktuell bündeln sich aus Sicht des Abgeordneten beim Denkmalschutz mehrere besorgniserregende Entwicklungen.

„Die Überalterung und die drastische Reduzierung der Personalstellen im Landesamt für Denkmalpflege, gefährdet in hohem Maße den Fortbestand der bisher höchst verdienstvollen Arbeit der staatlichen Denkmalpflege in Sachsen“, stellt er fest. „Seit dem Jahr 2000 wurden die Personalstellen im Landesamt von 62 auf heute nur noch 48 heruntergefahren. Diese Reduzierung der Stellen um 23 Prozent ist aber erst der Anfang. Mittlerweile liegt das Durchschnittsalter der Beschäftigten bei stolzen 53,2 Jahren. Mehr als ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dabei über 60 Jahre alt. Das bedeutet im Klartext, dass ca. 20 Stellen bis 2022 altersbedingt frei werden. Auch die unteren Denkmalschutzbehörden in den Kommunen und Landkreisen sind personell unterbesetzt und arbeiten am Rande ihrer Leistungsfähigkeit.

Antwort des Innenministers Markus Ulbig (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (Grüne) „Abriss von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden in der Stadt Leipzig“ (Drs 6/5578).

Antwort des Innenministers Markus Ulbig (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (Grüne) „Abriss von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden in Besitz des Freistaates Sachsen“ (Drs 6/5577).

Antwort des Innenministers Markus Ulbig (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (Grüne) „Kulturdenkmal ehemalige Heeresbäckerei in der Leipziger Olbrichtstraße“ (Drs 6/5579).

Antwort des Innenministers Markus Ulbig (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (Grüne) „Stellenbedingte zunehmende Arbeitsunfähigkeit und Personalentwicklung seit 2000 am Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfD)“ (Drs 6/3650).

Mehr zum Thema auf L-IZ.de: Quo vadis Stadtarchiv Leipzig? Nun soll’s ein altes Fabrikgebäude in Reudnitz werden

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Foto: Ralf Julke

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