Wahlarena der L-IZ.de & LZ zur Bundestagswahl 2017

#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Christoph Neumann (AfD)

Für alle LeserSeit Anfang März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der Leipziger AfD, Christoph Neumann (WK Nord, Leipzig I, 152).

Was halten Sie für das größte Problem in der heutigen Gesellschaft & wie wäre es zu lösen?

Für mich ist das größte Problem die Spaltung in unserer Gesellschaft. Dabei meine ich nicht Trennung in “Gut und Böse“ sondern den Generationenkonflikt; also Jung gegen Alt und umgekehrt. Bei vielen gegenwärtigen Demonstrationen kann man dies bemerken. Bei der Revolution von 1989 marschierten alle gemeinsam, vom Kind bis zum Greis, und brachten den Staat zu Fall.

Veränderungen zum Positiven gelingen nur, wenn die Belange aller Altersgruppen berücksichtigt werden und allumfassende Lösungen in Parlamenten gefunden werden und nicht im Straßenkampf. Sofern wir uns in absehbarer Zeit nicht wieder an die Normen der Höflichkeit, der gegenseitigen Wertschätzung und der Achtung der erarbeiteten Werte sowie der erbrachten Lebensleistung zurückbesinnen, sehe ich gewalttätige Auseinandersetzungen auf unser Land zukommen.

Nebenbei bemerkt, erbrachte Lebensleistungen bedeuten nicht nur 40 Jahre Arbeitsleben, sondern auch der erfolgreiche Schul-, Berufs- oder Studienabschluss mit dem anschließenden Start ins “Steuerzahlerleben“.

Was glauben Sie in Berlin speziell für Leipziger Belange tun zu können?

Im Bundestag wird Deutschland-, Europa- und Weltpolitik betrieben. Kommunalpolitik wird im Stadtrat beschlossen. Trotzdem beeinflussen die Entscheidungen der Abgeordneten im Staatsparlament das Leben in Leipzig. Gegenwärtig halte ich die gesamte Sicherheitslage in Deutschland für sehr gefährdet. Was nützt uns die verbriefte Demokratie, wenn der Staatssouverän sich nicht mehr traut, am Abend oder in der Nacht seine Freiheit allumfassend zu genießen.

Gleichermaßen gilt, dass alle Menschen, egal woher sie kommen, die hier geltenden Rechten, Normen und Bräuche achten müssen. Hier besteht mein Streben, dass die von demokratischen Parlamenten beschlossenen Gesetze wirklich komplett und nicht nur in Teilen voll angewandt und durchgesetzt werden. Rechtssicherheit, besonders in den Belangen des Alltags, führt bei allen Beteiligten zur Erhöhung der Lebensqualität, denn der Bürger kann sich dann auf seinen Staat und speziell für Leipzig auf seine Stadt verlassen.

Ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, den ich aber nur bedingt beeinflussen kann, ist die Verbesserung der Infrastruktur in meiner Heimatstadt. Ich bin Zeit meines Lebens sehr viel gereist und kenne fast alle Länder Europas, besonders Mittel- und Osteuropa. In anderen Städten, in ähnlicher Größe wie Leipzig, konnte ich beobachten, wie diese ihre Verkehrsprobleme lösen.

Frei von Ideologie werden alle Verkehrsteilnehmer paritätisch bedacht. Die Hauptstraßen wurden meist mit diesen Merkmalen gebaut: der Fußweg (breit genug für zwei Kinderwagen), der Radweg, die Parkbuchten, die Straßenbäume, zwei Fahrspuren und das separate Gleisbett für die Tram; alles vorhanden. Somit kann jeder selbst entscheiden, wie er sich fortbewegen möchte. Die Umsetzung dieses Gedankens Mobilität für Alle werde ich unterstützen.

Wie stehen Sie selbst zur Demokratie derzeit in Deutschland – gibt es hier Veränderungsbedarf?

Die Demokratie, egal ob sie in einer Republik oder in einer parlamentarischen Monarchie gelebt wird, halte ich für eine gute Herrschaftsform. Was mich ärgert ist, dass wir als benannter souveräner Staat immer noch ein Grundgesetz haben, welches am 12.04.1949 von den alliierten Siegermächten genehmigt wurde. Ich denke, hier ist es an der Zeit, dass sich das deutsche Volk endlich selbst eine Verfassung gibt.

Ein Staat und seine Organe, die durch eine echte Verfassung legitimiert sind, besitzen bei allen Menschen eine höhere Wertschätzung. Meiner Meinung nach sollten alle Deutschen, die an einer Demokratie (Volksherrschaft) ein echtes Interesse haben, sich an der Ausarbeitung einer Verfassung beteiligen.

Mir ist klar, dass sich dieser Prozess über Jahre hinziehen wird. Ob sich dann die Deutschen für eine Kanzlerrepublik, wie wir sie gegenwärtig haben, für eine Präsidialrepublik wie in Frankreich oder für eine parlamentarische Monarchie wie in Großbritannien entscheiden, steht am Ende der offenen Diskussion.

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Der Matthäikirchhof im Stadtmodell. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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