Leipzigs Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) geht ab heute in die Diskussion

Leipzig 2030: Wie plant man für eine Stadt mit 100.000 Einwohnern mehr?

Für alle LeserEinmal musste die Pressekonferenz am heutigen Mittwoch, 23. August 2017, verschoben werden. Dann war das Protokollzimmer 259 im Neuen Rathaus doch fast zu klein für die Journalisten, die doch zu gern gewusst hätten, wie sich Oberbürgermeister Burkhard Jung das Leipzig des Jahres 2030 vorstellt. Das soll ja das neue Stadtentwicklungskonzept, an dem seine Verwaltung zwei Jahre lang gearbeitet hat, irgendwie abbilden.

„Leipzig 2030“ (INSEK) heißt das 300-Seiten-Papier. INSEK steht für integriertes Stadtentwicklungskonzept. Und integriert heißt: Die einzelnen Planungsfelder werden nicht alle für sich bearbeitet – Bauen, Wirtschaft, Bildung, Verkehr, Integration usw. Schon als 2009 das jetzt gültige Stadtentwicklungskonzept (Seko) vom Stadtrat beschlossen wurde, steckte ein Stück integriertes Denken drin. Das hatten Stadtrat und Verwaltung in der depressiven Phase zwischen 1998 und 2005 gelernt, als Leipzig weltweit als das Mustermodell einer „shrinking city“ gehandelt wurde und Delegationen aus vielen europäischen Großstädten an die Pleiße reisten, um sich anzuschauen, wie eine schrumpfende Stadt aussieht – und wie sie das Beste daraus macht.

Damals lernten die Leipziger tatsächlich was: Dass eine Stadt aus lauter sensiblen Gleichgewichten besteht. Wer nur an einem herumbastelt, bringt das ganze System durcheinander, baut das eine auf und zerstört dafür Anderes. Das war die bittere Erfahrung der 1990er Jahre, die Leipzig über 100.000 Arbeitsplätze kosteten und über 100.000 Einwohner. Eine bittere Lektion.

Deswegen beschloss der Stadtrat schon 2005 – noch vor Burkhard Jungs Amtsantritt als OBM 2006 – zwei strategische Ziele für die Stadt: gute Rahmenbedingungen für Arbeit und gute Rahmenbedingungen für eine ausgewogene Altersstruktur. Kaum noch vorstellbar, dass Leipzig damals drohte zu vergreisen und dass vor allem die Kinder fehlten.

Ganz so schlimm war es nicht mehr. Das war 2005 schon zu spüren. Die Geburtenraten zogen wieder ganz sachte an. Porsche und BMW nahmen ihre Arbeit auf. Das noch in den 1990er Jahren entwickelte Nordraumkonzept, bei dem tausende Hektar landwirtschaftlicher Fläche für die Ansiedlung moderner Unternehmen gesichert wurden, ging auf. Heute ist der Norden das industrielle Herz Leipzigs.

Und Vieles deutet darauf hin, dass der Leipziger Stadtrat 2005 nicht nur eine „kluge Entscheidung“ gefällt hat, wie Jung betont, sondern die richtige. Er hat die beiden Dinge ins Zentrum gerückt, ohne die es keine wachsende Großstadt gibt: gute Arbeit und Kinder.

Die geostrategische Lage Leipzigs verstärkte den Effekt noch. Als 2009 das SeKo beschlossen wurde, war Leipzig – um es vorsichtig zu sagen – auf einem guten Weg. Es wuchs wieder, die Geburtenzahlen stiegen und Burkhard Jung und seine Bürgermeister glaubten noch, dass der Prozess jetzt planbar und steuerbar wäre.

Im Jahr 2017 ist auch Jung eines Besseren belehrt. Denn auf das, was ab 2011 passierte, war er – bei aller Freude über das Wachstum – nicht vorbereitet. „Mir ging’s ehrlich gesagt zu schnell in den letzten drei, vier Jahren“, sagte er am Mittwoch bei der Vorstellung des INSEK. Denn mit Wachstumsraten von über 10.000, 15.000 neuen Leipzigern jedes Jahr wurden nicht nur alle Rahmensetzungen des SEKO 2009 über den Haufen geworfen – die verantwortlichen Bürgermeister merkten mit regelrechter Panik, dass sie mit allen Baumaßnahmen heillos ins Hintertreffen gerieten. Und das, obwohl alle Baukapazitäten ausgereizt waren, fieberhaft nach Grundstücken gesucht wurde und Berge von Förderanträgen nach Dresden geschickt wurden.

 

Die ineinander greifendenden strategischen Ziele der Stadt, wie sie im neuen INSEK dargestellt sind. Grafik: Stadt Leipzig

Die ineinandergreifenden strategischen Ziele der Stadt, wie sie im neuen INSEK dargestellt sind. Grafik: Stadt Leipzig

Leipzig war (und ist es bis heute) die am schnellsten wachsende Stadt in der Bundesrepublik. Und es hatte dafür keinen Plan. Was das neue INSEK noch viel deutlicher zeigen wird, wenn es fertig und beschlossen ist.

Denn das, was am Mittwoch vorgestellt wurde, ist erst einmal der 300 Seiten dicke Entwurf, der jetzt in die Diskussion geht. Auch die Leipziger selbst dürfen mitdiskutieren. Am morgigen 24. August gibt es die erste öffentliche Diskussionsveranstaltung. Weitere Werkstätten und Stadtteilforen werden folgen. Im Spätherbst werden die Änderungsvorschläge eingearbeitet und im Januar oder Februar 2018 soll der Stadtrat dann das INSEK beschließen.

Und im März – so hofft Burkhard Jung – können dann auch die wichtigsten grundlegenden Zahlen genannt werden. Denn da müssen einige Ämter und kommunalen Unternehmen erst noch rechnen.

Fest steht erst einmal nur eine Zahl: Die wahrscheinliche Einwohnerzahl von ungefähr 700.000 Leipzigern im Jahr 2030, wie sie Leipzigs Statistiker im Frühjahr 2016 prognostiziert haben. Sie waren ja bekanntlich selbst erschrocken. Bislang galt ja sogar der erst zwei Jahre zuvor von Burkhard Jung kühn verheißene Sprung auf 600.000 Einwohner als ziemlich wagemutig.

Nun aber könnte diese Zahl schon 2018 oder 2019 erreicht werden.

Die notwendige Einschränkung: Auf 700.000 wächst Leipzig nur, „wenn das so weitergeht“.

Das ist das Thema des INSEK. Denn – so Jung – das Bevölkerungswachstum kommt nicht von allein. „Wenn die Wirtschaft nicht wächst, gibt es auch nicht mehr Arbeitsplätze. Ohne mehr Arbeitsplätze aber auch kein Bevölkerungswachstum.“ Deswegen dürfe sich Leipzig auch nicht länger auf sich selbst beschränken. Die ganze Region von 75 bis 100 Kilometer im Umkreis gehört als Kooperationspartner zwingend mit an den Tisch. Frech fragen da Journalisten natürlich nach Eingemeindungen. Und auch wenn Jung meint, das brauche keine Eingemeindungen, hat er zumindest im Fall Markkleeberg eine andere Meinung. „Markkleeberg gehört zwingend zu Leipzig“, sagt er.

Aber im INSEK geht es eben um viel mehr: Um eine deutlich wirtschaftsfreundlichere Verwaltung. Denn gerade beim Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen hätte man noch „richtig was aufzuholen“, so Jung. Es braucht mehr Kindertagesstätten. So um die 100 bis zum Jahr 2027.

Man merkt schon, wie das INSEK dazu zwingt, endlich auch Zahlen und Finanzierungen für Leipzigs nächste 10 bis 13 Jahre auf den Tisch zu packen. Wer baut die Kitas? Woher soll das Personal kommen?

Dasselbe Thema bei Schulen. Bis 2030 braucht Leipzig bei diesem Bevölkerungswachstum 70 weitere Schulen. „71 nach meiner Rechnung“, sagt Jung. Macht übrigens 1,5 Milliarden Euro allein für Schulneubau. Da ahnt man erst, was für eine Krümelkackerei Bund und Land bei der Investitionsförderung für die Kommunen betreiben. Dort hat man das Wachstum der Metropolkerne überhaupt noch nicht begriffen und auf dem Schirm. Und zu befürchten steht, dass wieder Leute die Bundestagswahl gewinnen, die es nicht begreifen.

Und ein Mega-Thema, über das jetzt schon über ein Jahr diskutiert wird, ist natürlich das Thema Verkehr. Und man ahnt zumindest, dass auch Burkhard Jung im Kopf den Schalter herumgelegt hat. Denn mit Händchenhalten für Pkw-Besitzer wird das Thema nicht zu lösen sein. Zwei große Aufgaben muss das INSEK lösen: die Durchlässigkeit der Stadt für Wirtschaftsverkehr. „Ohne neue Straßentrassen“, wie Stefan Heinig aus dem Stadtplanungsamt betont. Wahrscheinlich werden alle Fraktionen, die neue breite Straßenschneisen in der Stadt beantragen, einfach abprallen: Thema verfehlt, Lösung falsch.

Immerhin geht es auch um das Thema „Lebensqualität“. Auch Unternehmen kommen nur nach Leipzig, wenn die Stadt selber lebenswert ist. Mit Stau verstopfte Städte finden sie im Westen genug. Die braucht kein Mensch. Die Lösung der Verkehrsprobleme einer modernen Stadt heißt tatsächlich ganz einfach: mehr ÖPNV.

Deshalb nannte Jung am Mittwoch auch eine Zahl, die ahnen lässt, wohin die Reise geht: 1 Milliarde Euro Investition in den Leipziger ÖPNV in den nächsten 13 Jahren. „Wenn das reicht“, sagt Jung.

Und das bedeutet eindeutig: Es werden neue Strecken gebaut werden, Haltestellen müssen leistungsfähiger werden, mehr Bahnen müssen mehr Fahrgäste transportieren. Und neue Stadtgebiete müssen ans Straßenbahnnetz angeschlossen werden. Es gilt also Jungs: „Wenn das reicht …“

Es muss noch gerechnet werden. Im März sollen dann – so hofft Jung – eine Menge Zahlen auf dem Tisch liegen, die das ganze Projekt 2030 unterfüttern. Und wenn nicht? Auch so eine freche Frage können ja Journalisten stellen. „Wenn wir nichts tun, wird auch nichts passieren“, so Jung. Dann wird Leipzig wohl aufhören zu wachsen und im Wettbewerb der europäischen Städte (kleiner will Jung gar nicht denken) nicht mehr mithalten können. Nicht zwischen Ländern passiert der moderne Wettbewerb, sondern zwischen Städten. Um Unternehmen, um kluge Köpfe, um die besten Ideen, die Menschen für eine Stadt begeistern.

Womit eigentlich angedeutet ist, warum Prognosen für Leipzigs Bevölkerungswachstum immer schwerer werden: Die eigene Geburtenrate spielt dafür eine immer geringere Rolle, die internationale Attraktivität einer Stadt dafür eine umso größere.

Und das macht Jung schon heute atemlos. „Eigentlich wünsche ich mir, dass wir uns 2030 bei 700.000 erst mal stabilisieren.“

Und das sagt er in einer Pressekonferenz, in der er zuvor angedeutet hatte, dass die „Stadtväter“ der 1920er Jahre damals für eine Millionenstadt geplant haben.

„Nicht auszudenken …“

Vielleicht aber doch.

Veranstaltungstipp: Nach der ersten öffentlichen Diskussionsveranstaltung zum INSEK am Donnerstag, 24. August, 17:00 bis 20:30 Uhr im Festsaal des Neuen Rathauses, gibt es weitere Informations- und Diskussionsangebote. Ab dem 25. August werden die Grundzüge des Konzepts dann in einer vierwöchigen Ausstellung im Hauptbahnhof gezeigt sowie ab dem 1. September parallel in der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

 

Leipzig 2030StadtentwicklungINSEK
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Basteln mit Papier: Wie man mit wenig Aufwand die Lust am Selbermachen weckt
Julia Schmidt: Basteln mit Papier. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Reihe mausert sich. Jedes Buch ist ein farbenfrohes Angebot für Eltern, ihre Kinder wegzulotsen von Fernseher Playstation und Smartphone, zurück in die wirkliche Welt, wo man mit Phantasie und den eigenen Händen lauter faszinierende Dinge tun kann und vor allem eines lernt: Die Wirklichkeit ist änderbar. Man muss nur zupacken und keine Scheu haben vor kleisterklebrigen Händen.
Warum eine Aufarbeitung der Treuhand allein die Probleme des Ostens nicht lösen kann
Abbruch Ost - hier in Leipzig-West. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWerden sich Linke und SPD jetzt darüber zerstreiten, ob das ostdeutsche Dilemma nun an der Treuhand liegt oder nicht? Auf eine Forderung der Linkspartei für einen weiteren Untersuchungsausschuss zur Treuhand reagiert jetzt Martin Dulig, Ostbeauftragter der SPD und Vorsitzender der SPD Sachsen. In einem Punkt stimmt er der Linken sogar zu: „Wir brauchen eine Aufarbeitung der Nachwendezeit.“
Grüne sind skeptisch: Werden Menschen mit Behinderung im Asylverfahren tatsächlich so versorgt, wie es nötig wäre?
Blick über die damalige Asylunterkunft auf dem Messegelände Leipzig. Foto: Alexander Böhm (Archiv)

Foto: Alexander Böhm (Archiv)

Für alle LeserEs ist nur eins von vielen Themen die beleuchten, wie Sachsen mit den Menschen umgeht, die im Freistaat Asyl beantragen und dabei meist mehr Hilfe benötigen als nur ein Dach über dem Kopf. Gerade jene Menschen aus Kriegs- und Bürgerkriegsländern bringen einen Rucksack voll psychischen Belastungen mit. Aber kümmert sich die Landesregierung überhaupt darum? Oder verwahrt sie diese Menschen nur? Eine Ministerantwort verärgert jetzt die Grünen.
Verdrängung junger Familien kann nicht das Ziel der Leipziger Wohnungspolitik sein
Tom Pannwitt, Stadtratskandidat der SPD. Pressefoto: Tom Pannwitt

Pressefoto: Tom Pannwitt

Für alle LeserAm 22. April veröffentlichte die LVZ mal wieder so ein Interview, in dem suggeriert wurde, dass Städte wie Leipzig ja eigentlich gar keine so großen Wohnungsprobleme haben. Man hatte das Vorstandsmitglied des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften (VSWG), Axel Viehweger, interviewt. Und aus der Perspektive der Wohnungsgenossenschaften, so Viehweger, gäbe es gar keine Wohnungsnot. Tom Pannwitt, Stadtratskandidat der SPD, widerspricht vehement.
Wie ausgewogen war eigentlich das Vorwahl-Programm von ARD und ZDF 2017?
Prof. Dr. Gabriele Hooffacker und Prof. Dr. Marc Liesching von der HTWK Leipzig. Foto: HTWK Leipzig

Foto: HTWK Leipzig

Für alle LeserKann man eigentlich messen, wie ausgewogen Fernsehsender über das politische Geschehen im Land berichten? Immerhin war das ein gewaltiges Thema zur Bundestagswahl 2017. Nach der Bundestagswahl 2017 gerieten die öffentlich-rechtlichen Sender einmal wieder stark in die Kritik. Diesmal von der anderen Seite, vehementen Kritikern, die die thematische Ausgewogenheit im Wahlkampf vermissten. Eine Leipziger Studie versucht dem jetzt auf den Grund zu gehen. Und scheitert.
Leipzig plant, sieben Grundstücke aus Bundesbesitz zu kaufen und prüft Dutzende weitere
Auch in der Rosa-Luxemburg-Straße bietet das BImA unbebaute Flächen zum Verkauf an. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDen Städten in Deutschland fehlen die großen Grundstücke, um wichtige Infrastrukturprojekte voranzutreiben. Worauf der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 21. März 2012 reagierte. Damals beschloss er eine „Erstzugriffsoption“ für die Kommunen auf Grundstücke aus Bundesbesitz, die zum Verkauf stehen. Das ist auch für Leipzig eine echte Option.
Am 27. April und 2. Mai im Schauspiel Leipzig: Nacht ohne Sterne
Nacht ohne Sterne. Quelle: Schauspiel Leipzig

Quelle: Schauspiel Leipzig

Wir leben in einer Welt, in der der Verlust des Kindergartenplatzes eine existenzielle Bedrohung darstellt. Mit dieser schlaglichtartigen Erkenntnis beginnt Bernhard Studlar seine Reise durch die Nacht in einer nicht näher benannten Großstadt, in der eine Reihe schillernder Figuren aufeinanderstoßen.
Grüne und NABU laden ein zur Demonstration gegen Grünschwund und Artensterben in Leipzig
Baumfällung in Connewitz. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserDer 25. April ist eigentlich der Tag des Baumes. Aber Sachsen ist ein Land, in dem Bäume kaum Schutz genießen. Mit der Abschaffung der alten Baumschutzsatzung sind in den Städten tausende Bäume ersatzlos gefällt worden. Mit der Verdichtung Leipzigs verschwinden auch grüne Brachen und wertvolle Gehölze. Zum Internationalen Tag des Baumes ruft deshalb ein breites Aktionsbündnis zur Demonstration gegen den Grünschwund und das Artensterben in Leipzig auf.
Gibt es auch die LVZ bald nur noch online?
LVZ-Sitz am Peterssteinweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Das Jahr 2019 wird bitter“, schrieb Markus Brauck am 26. Februar in einem Kommentar auf „Spiegel Online“, in dem er sich mit den jüngsten Hiobsbotschaften vom deutschen Zeitungsmarkt beschäftigte. Kurz zuvor geisterte die Nachricht durchs Land, Dumont wolle seine Lokalzeitungen verkaufen. Eine Nachricht, die DuMont eher zurückhaltend dementierte.
Uraufführung „Mädchenmonstermusik“ Clara Schumann Wunderkind feiert am 4. Mai Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Wunderkind, Romantik-Popstar, Powerfrau, Teenie in Love und Papatochter. Das TdJW zeigt das Lebens-Universum der jungen Clara Schumann-Wieck! Was es dafür braucht: Eine Showbühne, einen Flügel und fünf Claras!
Dem bedrohten Eschen-Scheckenfalter geht in der Elster-Luppe-Aue der Lebensraum verloren
Mittelwald-Bewirtschaftung im Luppe-Gebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Problem beim Artensterben ist: Es geht ganz still vor sich. Die verschwindenden Arten hinterlassen keine Abschiedsbriefe. Sie pflanzen sich einfach nicht mehr fort, wenn ihr Lebensraum verschwindet. Und die Anwohner wissen oft nicht mal, wer da Seltenes in ihrer Nachbarschaft lebte. So wie der Eschen-Scheckenfalter, dessen letztes Vorkommen in Mitteldeutschland gerade schmilzt. Es liegt im eigentlich streng geschützten Naturschutzgebiet Leipziger Auensystem.
Linksfraktion beantragt Aufstellungsbeschlüsse zu den Leipziger Gebieten mit Erhaltungssatzung
Biedermannstraße in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Leipzigs Stadtverwaltung Anfang März ihre Befragung zur sozialen Erhaltungssatzung startete, war man in der Linksfraktion ein wenig entsetzt. Denn noch im September 2018 hatte die Vorlage des Dezernats Stadtentwicklung und Bau mehrere dutzend Stadtgebiete festgestellt, in denen der Verdrängungsdruck heute schon groß ist, wo die Stadt also dringend handeln muss, um die Verdrängung finanziell schwächerer Bewohner zu verhindern.
Lesepicknick im Clara-Park, ein geschenkter Drache und die Freuden des (Vor-)Lesens
Vorlesen auf der Lesewiese. Foto: LeseLust e.V.

Foto: LeseLust e.V.

Für alle LeserBevor wir es vergessen: Am heutigen 23. April ist natürlich auch wieder Welttag des Buches. Tausende Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen bieten zum Welttag des Buches etwas Besonderes an. Und rund 1 Million Mädchen und Jungen bekommen in diesem Jahr zum Welttag des Buches den Fantasyroman „Der geheime Kontinent“ des Kinderbuchautors THiLO, mit Illustrationen von Timo Grubing, geschenkt.
Wenn sieben Menschen ihr ganzes Geld zusammenschmeißen: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe
FC-Kollektiv: Finanzcoop oder Revolution in Zeitlupe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUnsere Welt ist nicht so, weil Menschen dumm sind und besessen davon, eine Müllhalde zu hinterlassen, wenn sie abtreten. Sie ist so, weil keiner den Zwängen entkommen kann, weil eine zur furiosen Marktkonformität zwingende Gesellschaft jede Form des Andersmachens fast unmöglich macht. Obwohl sich viele Menschen danach sehnen. Und manche haben dann auch den Mut, etwas anderes zu probieren. Zum Beispiel eine Finanzkooperative zu gründen.
Die zwiespältigen Zahlen aus der Sanktionspraxis der deutschen Jobcenter 2018
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 10. April veröffentlichte die Bundesarbeitsagentur eine Meldung, die das ganze falsche Denken in der Sanktionspraxis vor allem gegenüber jungen Arbeitslosen deutlich machte: „Die Jobcenter mussten im letzten Jahr 904.000 Sanktionen gegen erwerbsfähige Leistungsberechtigte (sog. ‚Hartz IV-Empfänger‘) aussprechen. Die Zahl der Leistungsminderungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 49.000 gesunken“, las man da. Acht Tage später meldete unter anderem der „Spiegel“: Viele Sanktionen sind unrechtmäßig.