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Stadtrat stimmte am Mittwoch über Außenwerbekonzession ab, RBL kann ab Juli loslegen

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    Am Mittwoch, 20. Juni, gab Leipzigs Stadtrat grünes Licht: Die Stadt darf den Vertrag über die „Vergabe der Dienstleistungskonzession für ein exklusives Werberecht“ unterschreiben. 2016 hatte es die Stadt schon einmal versucht, diese Werbekonzession für Leipzigs Fahrgastunterstände und Werbedisplays auszuschreiben. Doch da gab es nur ein Angebot, das sich für die Stadt überhaupt nicht rechnete. Diesmal gab es sogar fünf Interessenten.

    Drei gaben ernsthafte Angebote ab und zwei waren so lukrativ für die Stadt, dass beide Anbieter aufgefordert wurden, ihre Angebote zu konkretisieren. Es machte sich augenscheinlich bezahlt, dass sich auch unter den üblichen Werbevermarktern herumsprach, dass auch andere ihren Handschuh in den Ring geworfen hatten. Unter den drei ernsthaften Bewerbern waren auch zwei von denen, die sowieso schon in Leipzig aktiv waren. Aber den Zuschlag bekam ein ganz neues Unternehmen.

    Vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2034 soll jetzt mit dem Stadtratsbeschluss die Werbung an den Straßenbahn- und Bushaltestellen (inklusive Bau und Betreuung der Fahrgastunterstände) sowie an anderen Werbeanlagen, wie den digitalen Werbeträgern und Stadtinformationsanlagen, von diesem auch noch ökologisch denkenden jungen Unternehmen bewirtschaftet werden. Den Zuschlag erhält nach Ablauf einer zehntägigen Schutzfrist der Bieter RBL Media GmbH.

    „Nachhaltigkeit ist das Kernziel des neuen Konzeptes“, betont Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau. „Leipzig wird die erste Stadt in Deutschland mit klimaneutraler und ökologischer Stadtmöblierung sein. Dafür sorgen neben den Solarmodulen und Grünbedachungen an einer Reihe von Fahrgastunterständen die Nutzung von Ökostrom, die Nutzung von E-Fahrzeugen, Baumpflanzungen und eine Investition in ein internationales Klimaschutzprojekt.

    Unter dem Strich liegt der zu erwartende CO2-Ausstoß pro Jahr mit etwa 13 Tonnen deutlich unter dem Ausstoß vergleichbarer Projekte. Dazu hat sich gezeigt, dass die erneute Ausschreibung der Konzession genau der richtige Schritt war, wie die darauf eingegangenen Angebote und das für die Stadt nun sehr gute und faire Ergebnis zeigen.“

    Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, hatte zwar keine Zeit, zum Vorstellungstermin zu kommen, schickte aber seine Erläuterung mit der Pressemiteilung: „Eine frühere Ausschreibung hatte 2016 aufgehoben werden müssen, da kein wirtschaftlich akzeptables Angebot vorlag. Bei der Neuausschreibung hatten sich die Stadträte zwischen zwei Endangeboten zu entscheiden und haben mehrheitlich für das Angebot votiert, das für Leipzig am wirtschaftlichsten war.“

    Denn der Ausgang der 2016er Ausschreibung hätte für Leipzig sogar bedeutet, dass die Stadt zuzahlt. Von den Werbeerlösen hätte Leipzig gar nichts gehabt.

    Auf 430 Wartehäuschen grünt es künftig

    Aber noch wichtiger war es ja, einen Anbieter zu finden, der bereit ist, nicht nur die aktuell existierenden 660 Wartehäuschen an Haltestellen der LVB zu ersetzen.

    Zu den wichtigsten Kriterien zur Bewertung der fristgerecht vorgelegten Angebote auf die erneute Ausschreibung gehörten eine Garantie seitens des Bieters zum Ausbau und Betrieb von mindestens 670 Fahrgastunterständen für Leipzig sowie ein hoher Standard des Designs und der Qualität von Stadtmöblierung und Werbeanlagen entsprechend dem Werbekonzept der Stadt.

    So sollen die neuen Wartehäuschen von RBL aussehen. Foto: Ralf Julke
    So sollen die neuen Wartehäuschen von RBL aussehen. Foto: Ralf Julke

    „Mit mindestens 900 Fahrgastunterständen – damit über 200 mehr als bisher – die ab dem 1. Juli 2019 errichtet und betrieben werden, konnten wir viel für Leipzig erreichen“, betont auch Planungsbürgermeisterin Dorothee Dubrau.

    Der neue Anbieter RBL Media GmbH mit Sitz in Hückelhoven bei Erkelenz bezeichnet sich selbst als „eines der jüngsten Unternehmen in der ‚Out-of-Home‘-Branche. Gegründet wurde das Unternehmen im Januar 2016 mit dem Auftrag, die Stadt Aachen mit über 400 neuen Wartehallen und mehr als 150 hochwertigen Werbeträgern auszustatten“. Damit war es nicht nur ein neuer Spieler auf einem Markt, auf dem scheinbar nur noch drei, vier große Anbieter alles dominierten, man setzte auch gleich auf neue Entwicklungen. Etwas, was in Leipzig ebenfalls positiv begrüßt wurde.

    Denn RBL Media GmbH will sich nämlich weitgehend auf digitale Werbeträger und Werbung auf Stadtinformationsanlagen bzw. in Fahrgastunterständen sowie auf hinterleuchtete Litfaßsäulen beschränken. Damit wird einerseits die Anzahl der Werbeanlagen stark reduziert, was stadtgestalterisch ein großes Plus ist. Andererseits verschwinden damit vor allem die ganzen Klebeplakate von städtischen Flächen.

    Was dazu führt, dass es künftig auch 20 City-Displays mit digital gesteuerter Werbung gibt. Aber im Unterschied zu den City-Aufstellern von JC Decaux, die jetzt in der Innenstadt stehen, wird es dort keine animierte Werbung und kein Bewegtbild geben. Und RBL will die Servicefahrzeuge zur Betreuung der Haltestellen elektrisch fahren lassen.

    Und digitale Großwerbeflächen wird es künftig auch an den Bundesstraßen im Stadtgebiet geben.

    Dafür wird es zwei unterschiedlich genutzte Wartehäuschen geben – einerseits welche mit Solarmodulen auf dem Dach, denn damit soll auch die Beleuchtung der Haltestellen mit Solarstrom gesichert werden. Dafür haben sie keine Werbeflächen. Und die anderen Typen (430 insgesamt) bekommen Grün aufs Dach, wahrscheinlich Moose und Flechten und was ansonsten hart im Nehmen ist, aber das Stadtklima verbessert. Da gibt es dann auch Werbeflächen, die RBL vermarktet.

    Und da es eine Konzession ist, die Konkurrenten im Stadtgebiet ausschließt, ist das natürlich für RBL attraktiv. Und es bleibt am Jahresende was übrig, was dann bedeutet, dass der Bestbieter der Stadt – unter bestimmten Voraussetzungen – auch noch einen jährlichen Konzessionsbetrag zahlt.

    Nach der Zuschlagserteilung steht jetzt die Erarbeitung eines Ablaufplans in Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Konzessionsträger und dem Gewinner des Vergabeverfahrens an. Dieser wird im Sommer aufgestellt. Eine im Verkehrs- und Tiefbauamt angesiedelte Arbeitsgruppe wird den Abbau der alten Stadtmöbel und Werbeanlagen und den Aufbau der neuen begleiten.

    Was eigentlich schnell gehen kann. RBL geht wohl selbst davon aus, dass man 50 Wartehäuschen pro Woche austauschen kann. Wenn die Tiefbauarbeiten (Pfosten, Verankerung, Verkabeln) fertig sind, dauert das Einsetzen der vorgefertigten Häuschen nur 15 Minuten. Im Herbst könnten also die ersten 670 Wartehäuschen stehen. Und perspektivisch bekommen auch die äußeren Ortsteile solche neuen Häuschen.

    Etwas länger könnte es mit den großen Werbedisplays dauern. Da will das VTA erst einmal mit RBL einen Plan machen, wie schnell hier der Austausch erfolgt.

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