An Leipzigs Spielplätzen sollte das Rauchen generell verboten sein

Für alle LeserManchmal findet man ja Verbotschilder an Leipziger Spielplätzen. Auf ihnen sind die ganzen schlechten Erfahrungen des Amts für Stadtgrün und Gewässern mit Zeitgenossen gebündelt, die keine Rücksicht auf die Kinder nehmen und durch ihr Verhalten Leben und Gesundheit der Kinder gefährden. Aber ein Verbot vermisst jetzt das Leipziger Jugendparlament: das Verbot des Rauchens.
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Hunde sind in der Regel verboten, auch wenn manche Hundebesitzer nicht mal dran denken, das zu beachten. Alkoholgenuss ist verboten, obwohl sich viele Spielplätze nach dem Abzug der Kleinen in Versammlungsorte trinklustiger Jugendlicher und Nie-Erwachsener verwandeln, wovon dann am nächsten Tag oft leere Flaschen oder gar Scherben im Sand erzählen.

Aber auch das Rauchen ist gesundheitsschädlich. Und da, wo Kinder spielen, hat es einfach nichts zu suchen, finden die Mitglieder des Leipziger Jugendparlaments.

„Die gesundheitlichen Schäden des Rauchens sollten allgemein bekannt und verständlich sein. Der Nichtraucher/-innen-Schutz endet jedoch nicht bei der Aufklärung. In der derzeitigen Situation scheint es Menschen, die nicht rauchen, quasi unmöglich, einen Raum zu finden, an dem nicht prinzipiell geraucht werden kann und zumeist auch wird“, stellen sie in ihrem jüngsten Antrag für den Stadtrat fest. Denn natürlich leiden auch die Eltern der Kinder unter den Rauchern, wenn sie auf ihren Nachwuchs aufpassen, dem Rauch der Rücksichtslosen aber nicht ausweichen können.

„Wie der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg, zuletzt im Sommer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) darlegte, geht es dabei nicht darum, eine grundsätzliche Verbotskultur zu schaffen, sondern die Räume zu schützen, die von einer jeden Person genutzt werden können, sollen oder müssen!, geht das Jugendparlament auf das Grunddilemma ein. Denn wo Rauchen nicht verboten ist, tun Raucher gern so, als müssten sie auf die anderen Menschen auf dem Platz keine Rücksicht nehmen.

„Man muss es als Unding bezeichnen, dass Nichtraucher/-innen gezwungen sind, durch Rauch zu gehen, wenn sie Amtsgänge erledigen oder andere alltägliche Geschäfte erledigen. Als die Vertretung der Leipziger Jugend liegt es uns daher besonders am Herzen, auch und nicht zuletzt im Interesse des Jugendschutzes und damit der Prävention, die im Antrag genannten Maßnahmen umzusetzen.“

Erst 2017 ist ein Vorstoß gescheitert, auf den Haltestellen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ein Rauchverbot zu installieren. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau bezeichnete das damals als einen Versuch, „Hausverbote“ auszusprechen. Was eigentlich Unfug ist. Das beweisen nun schon seit Jahren die Raucherinseln der Deutschen Bahn, die Raucher dazu bringen, sich in einem markierten Bereich zum Rauchen aufzuhalten und die anderen Wartenden auf dem Bahnsteig zumindest großenteils von den Rauchschwaden zu verschonen.

Da hatte sich die Bürgermeisterin augenscheinlich von Rauchern zuarbeiten lassen.

Wenigstens bei Kinderspielplätzen aber soll jetzt etwas anders werden, beantragt da Jugendparlament. Denn wo Kinder sich versammeln, haben Raucher nichts verloren, finden die Mitglieder des Jugendparlaments und beantragen: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, eine Vorlage zu erarbeiten, die eine generelles Rauchverbot für Spielplätze, Kitas, Schulen sowie Eingangsbereich zu öffentlichen Gebäuden, insbesondere der Stadtverwaltung, ermöglicht. Dabei soll eine Verschärfung der bisherigen gesetzlichen Lage durch kommunalrechtliche Schritte forciert werden.

Ferner soll die Vorlage eine Möglichkeit finden, das Rauchen im öffentlichen Raum ohne eine grundsätzliche Einschränkung der persönlichen Freiheit von Raucher/-innen einzuschränken, dabei sollen insbesondere diese Bereiche in das Blickfeld gerückt werden, die zum Verweilen einladen sollen, wie Parks, öffentliche Plätze. Diese Regelungen sollen dabei das Rauchen klassischer Zigaretten, Zigarren und Pfeifen (u. ä.) ebenso wie das Rauchen von E-Zigaretten und E-Shishas (u. ä.) abdecken.“

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