Logos auf Gemkow-Wahlplakaten: LVZ will Strafanzeige stellen

Für alle LeserDie LVZ möchte Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, nachdem in den vergangenen Tagen an mehreren Stellen in Leipzig ihr Logo auf Wahlplakaten des OBM-Bewerbers Sebastian Gemkow aufgetaucht war. Dies sei ohne Kenntnis der Zeitung geschehen. Aus dem Wahlkampfteam von Gemkow heißt es ebenfalls, dass nicht bekannt sei, wer für die Aktion verantwortlich ist. Man empfinde die Logos als „störend“.

Liest man so manche Kommentare in den sozialen Medien oder auch Einschätzungen direkt hier in der L-IZ, entsteht der Eindruck, dass die Wahlberichterstattung der LVZ indirekte Wahlwerbung für OBM-Bewerber Sebastian Gemkow (CDU) darstellt. Dieser Eindruck verfestigte sich, als am vergangenen Wochenende erstmals ein Foto auf Twitter auftauchte, das ein auf ein Gemkow-Wahlplakat aufgeklebtes LVZ-Logo zeigt.

Am gestrigen Montag, den 24. Februar, veröffentlichte der Account strassenstriche.net zwei weitere Fotos mit ähnlichen Inhalten. Die Fotos sollen Plakate in der Bernhard-Göring-Straße, in der Richard-Lehmann-Straße und in der Zschocherschen Straße zeigen. Wirbt die LVZ nun also offen für Gemkow?

Nein. „Das LVZ-Logo wurde ohne unsere Kenntnis verwendet“, teilte die Madsack-Mediengruppe auf Anfrage mit. „Die LVZ ist unabhängig und überparteilich und verurteilt die rechtswidrige Verwendung ihres Logos durch unbekannte Dritte in aller Schärfe.“

Madsack sieht in der Aktion einen Versuch, der LVZ zu schaden. Dies sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. „Wir werden wegen aller in Frage kommender Delikte Strafanzeige gegen Unbekannt stellen.“

Das Wahlkampfteam von Sebastian Gemkow äußerte sich ebenfalls auf Anfrage. „Diese Aufkleber sind kein Teil unserer Kampagne“, erklärt Tilo Schumann. Wer die LVZ-Logos auf den Gemkow-Plakaten angebracht hat, wisse man nicht. „Wir empfinden sie als störend“, so Schumann. Weiter teilt er mit: „Wir behandeln diese Aufkleber als Schmiererei und behalten uns Gegenmaßnahmen wie etwa das Entfernen der Aufkleber oder das Überkleben durch eigene Aufkleber vor.“

Ob es sich bei den illegal aufgeklebten LVZ-Logos um Einzelfälle oder eine flächendeckende Verbreitung handelt, ist derzeit unklar. Zumindest der Redaktion der L-IZ sind keine weiteren Fälle bekannt.

Dass es sich nicht um eine von der LVZ initiierte Aktion handelt, lässt sich auch daran erkennen, dass auf den Logos nicht nur der Name der Zeitung, sondern auch „Kreis Leipzig“ zu lesen ist. Diese Angabe ergibt in der Stadt Leipzig wenig Sinn.

OBM-Wahl 2020: Jung und Gabelmann diskutieren bei der ersten Leipziger „Townhall“ + Video

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Sebastian GemkowLVZOBM-Wahl
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Grafik: Stadt Leipzig

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