18 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Stadt verbietet Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern, Schulen und Kitas bleiben vorerst geöffnet

Mehr zum Thema

Mehr

    In einer eigens einberufenen Pressekonferenz teilte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) heute mit, dass wegen der Ausbreitung des Coronavirus sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt werden. Außerdem führt die Verwaltung eine Meldepflicht für Veranstaltung mit über 200 Besuchern ein. Schulen und Kitas sollen vorerst geöffnet bleiben. „Wir sehen für die Stadt Leipzig diese Notwendigkeit bisher nicht“, erklärte Jung.

    „Eine dynamische Zeit, ohne Zweifel. Es ist ganz wichtig, dass nun nicht jeder seine eigene Strategie entwickelt, möglichst über Landesgrenzen hinweg. […] Oberstes Ziel ist jetzt, Zeit zu gewinnen und die Ausbreitung zu verlangsamen“, so der OBM. Man dürfe sich nicht von Angst leiten lassen. Es ginge um eine gemeinsame Verantwortung, insbesondere für die Schwächsten in der Gesellschaft. Jung appellierte an die Leipziger Bürger: „Es geht jetzt um Solidarität.“ Auch Veranstalter sollten nun dafür sorgen, dass Events überschaubar blieben.

    In den nächsten Wochen wird der Krisenstab regelmäßig tagen und die Maßnahmen gegebenenfalls verschärfen. Maßstab dabei sind die Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts. „Alles, was wir heute sagen, kann morgen schon anders sein“, warnte Dr. Regine Krause-Döring, Leiterin des Gesundheitsamtes.

    Die ersten Auswirkungen des Coronavirus waren in Leipzig am 3. März zu spüren gewesen, als die Stadtverwaltung und die Leipziger Messe die Absage der diesjährigen Leipziger Buchmesse verkünden mussten. Nach Aussagen des Robert-Koch-Instituts ist eine weitere Ausbreitung nicht zu verhindern.

    In Leipzig gibt es bisher sechs gemeldete Fälle. Etwa 40 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Wer wissentlich eine Infektionskrankheit verbreitet, sich also unerlaubt aus der Quarantäne begibt, dem drohen bis zu 25.000 Euro Strafe.

    Die World Health Organization (WHO) erklärte die Krankheit Covid-19 gestern zur Pandemie. Wegen grippeähnlicher Symptome sei es laut Krause-Döring, schwer, eine Infizierung durch das Coronavirus bei Betroffenen zu erkennen. In der Regel treten die Symptome am fünften und sechsten Tag auf.

    Am Klinikum St. Georg wurde eine eigens eingerichtete Ambulanz zum Test des Virus’ eingerichtet. „Wir alle müssen Ruhe bewahren und wir sollten unseren gesunden Menschenverstand nicht verlieren“, appellierte auch Prof. Dr. Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie/Tropenmedizin am Klinikum St. Georg. Noch immer sei die Wahrscheinlichkeit, an Influenza zu erkranken, weitaus höher. Im Gegensatz zu Italien sei das Virus in Deutschland wesentlich eher erkannt worden. Dadurch könne das Land besser reagieren und vorsorgen.

    Noch einmal betonte Dr. Ingrid Möller, Abteilungsleiterin Hygiene im Gesundheitsamt, wie sich jeder am besten schützen kann: „Hände waschen – man kann es wirklich nicht oft genug sagen! Die Nies- und Hustenetikette einhalten und bei Grippeverdacht zu Hause bleiben.“

    Erst am gestrigen Mittwoch hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern gekippt. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hatte die Verschiebung des Semesterstarts an sächsischen Universitäten empfohlen. Diese haben ebenfalls heute mit ersten Verschiebungen reagiert.

    Für Veranstalter, welche ab 200 Besucher erwarten, gilt eine Meldepflicht beim Ordnungsamt Leipzig. Dazu können sie sich an die Veranstaltungsstelle des Ordnungsamtes unter einsatz.veranstaltungsstelle@leipzig.de wenden.

    Für dringende Verdachtsfälle auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hat das Leipziger Gesundheitsamt eine Telefon-Hotline eingerichtet (0341 1236852). Das Bürgertelefon des Sächsischen Gesundheitsministeriums zum Thema ist unter 0351 56455855 zu erreichen.

    Weitere Informationen gibt es auf Leipzig.de und beim Robert-Koch-Institut im Netz.

    Universität und Handelshochschule reagieren auf die Empfehlungen des Wissenschaftsministers

    Leipzig liest doch … und streamt live

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ