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Universität und Handelshochschule reagieren auf die Empfehlungen des Wissenschaftsministers

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    „Semesterbeginn muss verschoben werden!“, forderte die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) am Mittwoch, 11. März. Am heutigen Donnerstag, 12. März, ziehen sowohl die Universität Leipzig als auch die Handelshochschule Leipzig die Konsequenz aus der Coronavirus-Pandemie: Sie sagen vorerst die Präsenzzeiten für die Studierenden ab.

    „Sachsen sagt Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern ab“, meldete das sächsische Gesundheitsministerium am Mittwoch. Das hat Folgen. „Deshalb hat das Gesundheitsministerium einen Erlass erarbeitet, der den Gesundheitsämtern die Handhabe gibt, Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern abzusagen.

    Weil sich bei Großveranstaltungen die Gefahr einer Virusübertragung nicht sicher beurteilen lässt und die Herkunft der Teilnehmer nicht abschätzbar ist, müssen sie abgesagt werden“, hieß es in der Meldung. Gleichzeitig sprach Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow die Empfehlung aus, den Semesterbeginn an Sachsens Hochschulen zu verschieben.

    Worauf hin die Konferenz sächsischer Studierendenschaften ihre Forderung formulierte.

    Der Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS), Lasse Emcken, erklärte am Mittwoch: „Wir unterstützen die Forderung des Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und fordern die Landesrektorinnenkonferenz auf, den Empfehlungen zu folgen und den Beginn des Sommersemesters 2020 zu verschieben. Zum jetzigen Zeitpunkt muss es oberste Priorität sein, eine Verbreitung zu verlangsamen, was nur durch eine Unterbrechung des Lehrbetriebes erreicht werden kann. Nach §31 SächsHSFG muss die KSS zur finalen Entscheidung darüber angehört werden. Die letztendliche Entscheidung über das Verlegen des Semesterstarts trifft die Landesrektorinnenkonferenz und nicht der Minister. Wir stehen Allzeit bereit die Landesrektorenkonferenz bei einer schnellen Lösung zu beraten.“

    „Uns ist wichtig, dass es zu keinen Nachteilen für Studierende kommt. Egal ob Praktika oder Veranstaltungen ausfallen oder wegen eigener Krankheit. Gerade Fakultäten, die sonst das erweiterte Auskunftsformular verlangen, müssen jetzt die telefonisch erhaltene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anerkennen“, fügte Nathalie Schmidt, Geschäftsführerin für Soziales und Hochschulpolitik des StuRa der TU Dresden, hinzu.

    „Auch wenn teilweise gefordert wird, anlässlich der Epidemie auf E-Learning-Angebote auszuweichen, halten wir dies aus verschiedenen Gründen für falsch. E-Learning ist in Sachsen bisher katastrophal umgesetzt, getestet und eingeführt“, benannte Lasse Emcken ein Problem.

    „Deswegen ist es für uns nicht absehbar, welche Folgen eine digitale Umstellung der Lehre auf die Studierenden hätte. Stattdessen muss der resultierende Ausfall des Studiums durch Land und Bund kompensiert werden. Das kann nur die BAföG-wirksame Aussetzung der Regelstudienzeit sein, bis der reguläre Hochschulbetrieb wieder gewährleistet werden kann“, fordert Emcken abschließend.

    Universität Leipzig wird Beginn der Präsenzzeit für Studierende verschieben

    Die Universität Leipzig beabsichtigt, den Beginn der Präsenzveranstaltungen im Sommersemester 2020 zu verschieben, voraussichtlich zunächst auf den 4. Mai, teilt nun die Universität Leipzig mit.

    „Unsere entsprechenden Überlegungen sind gestern mit der Empfehlung des Wissenschaftsministers bestätigt worden“, sagt Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking. „Wir stimmen die konkrete Umsetzung mit unseren internen Gremien ab. Die Lage ändert sich täglich, dementsprechend werden wir dazu fortlaufend kommunizieren.“

    Die Universitäten stünden natürlich auch in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, so die Rektorin. „Daher sagen wir ganz klar: Liebe Studierende, reisen Sie noch nicht an, woher auch immer.“ Studierende, die sich in Leipzig befinden, sollten ihre Mobilität auf das Nötigste beschränken und auch ansonsten den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Gesundheitsbehörden folgen.

    Über den genauen Termin für einen Start der Präsenzveranstaltungen werde es spätestens am kommenden Montag eine Abstimmung in der Landesrektorenkonferenz geben. „Wichtig ist uns aber die Botschaft, dass wir die Universität nicht schließen. Wir werden weiter forschen und lehren. Für die Lehre wollen wir digitale Formate umsetzen, wo immer das möglich ist.“ Informationen dazu werde man den Studierenden in den kommenden Wochen zukommen lassen. Das werde ein wichtiges Thema für den an der Universität gebildeten Krisenstab sein.

    „Laut unserer Grundordnung ist der Senat der Universität zuständig für Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung in Angelegenheiten der Lehre, Forschung oder Kunst, soweit diese nicht nur eine Fakultät betreffen“, ergänzt Beate Schücking. „Er tagt am kommenden Dienstag und wird sich ausgiebig mit der Problematik befassen. Notwendige aktuelle Entscheidungen trifft das Rektorat.“

    Und auch die Handelshochschule Leipzig (HHL) reagierte am Donnerstag.

    HHL stellt Präsenzlehre ein – Digitale Kurse als Vorsorgemaßnahme wg. Corona

    Die Handelshochschule Leipzig (HHL) setzt mit sofortiger Wirkung die akademische Präsenzlehre an ihren Studienorten Leipzig, Köln und München aufgrund der Corona-Pandemie vorerst bis zum 5. April 2020 aus, teilt die Hochschule am 12. März mit. Der Forschungsbetrieb sowie die Studienbetreuung laufen weiter, allerdings mit einem starken Fokus auf „Remote Working“. Die Mitarbeiter der HHL sind auf diese Entwicklung seit Wochen vorbereitet worden. Digitale Zusammenarbeit und Arbeit von zu Hause werden in den kommenden Wochen die Hochschulnorm sein.

    Ihren Studenten bietet die HHL Kurse in digitalem Format an. Die Kurse, die aufgrund ihrer interaktiven Ausrichtung nicht sinnvoll digital anbietbar sind, werden verschoben. In den kommenden drei Wochen werden die Studenten keinen Zugang haben zum Campus, auch die für den 23. März geplante Immatrikulationsfeier ist von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen.

    Die HHL sieht es als ihre Pflicht an dazu beizutragen, mögliche Infektionsketten im Vorfeld zu vermeiden. Dies soll dem Schutz der Gesundheit von HHL-Mitarbeitenden und Studierenden dienen und helfen, medizinische Einrichtungen zu entlasten.

    Die älteste Handelshochschule Deutschlands folgt damit den Empfehlungen der sächsischen Landesregierung, Veranstaltungen zu reduzieren und den Hochschul-Lehrbetrieb temporär zu verschieben.

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