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Frühlingsaktion „Keinen Meter der Kohle – Alle Dörfer bleiben – überall“ am 13. April in Pödelwitz

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    Es gibt zwar mittlerweile den ersten Bericht der Kohleausstiegskommission, die Bundesländer bekommen erste Gelder für den Strukturwandel. Aber die Kohlekonzerne machen weiter wie zuvor, tun so, als würden sie über 2038 hinaus so viel Kohle verfeuern wie bisher und machen Druck, weitere Dörfer vom Erdboden verschwinden zu lassen. Am Wochenende wehren sich auch im Leipziger Südraum wieder die Betroffenen.

    Nachdem im März rund 3.000 Menschen zum Sternmarsch ins akut bedrohte Keyenberg in Nordrhein-Westfalen kamen, plant die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ am kommenden Wochenende erneut Aktionen in Keyenberg sowie im sächsischen Pödelwitz. Mit den Aktionen will die Initiative darauf aufmerksam machen, dass trotz der dringend notwendigen Energiewende immer noch Dörfer für Braunkohle zerstört werden sollen und Menschen eine Zwangsumsiedlung droht.

    Am Samstag, 13. April, startet in Pödelwitz um 15 Uhr die Frühlingsaktion „Keinen Meter der Kohle – Alle Dörfer bleiben – überall“.

    „Mit der Aktion wollen wir zeigen, was hier passiert: Ich bin einfach fassungslos, dass in Zeiten des Klimawandels der Tagebau-Betreiber Mibrag und die sächsische Landesregierung noch über Tagesbauerweiterungen nachdenken“, sagt Jens Hausner aus Pödelwitz und aktiv bei „Alle Dörfer bleiben“. Obwohl die Mibrag noch keine Genehmigung hat, Pödelwitz abzubaggern, hat der Konzern bereits Teile des Dorfes aufgekauft. „Letztes Wochenende sind in Leipzig und Berlin zehntausende Menschen gegen die Wohnungsnot auf die Straße gegangen. Alle Welt sucht Wohnraum und in Pödelwitz lässt die Mibrag denkmalgeschützte Häuser leerstehen und verfallen. Wir würden uns freuen, wenn hier wieder Familien und junge Menschen herzögen.“

    Ein bisschen neues Leben bringt auch die Frühlingsaktion „Keinen Meter der Kohle“ ins Dorf. Geplant sind ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Kaffee und Kuchen, Infostände, eine Bühne mit Musik sowie Beiträge von betroffenen Menschen aus dem Rheinland, der Lausitz und aus dem Globalen Süden. Ein Höhepunkt ist der Dorfspaziergang und das Bauen von Gedenkschildern für die mehr als 60 abgebaggerten Dörfer und Städte der Region um Leipzig. Interessierte sind herzlich eingeladen.

    Parallelaktion in Keyenberg

    Im rheinischen Keyenberg findet am Sonntag, 14. April, die Veranstaltung „Wandern mit WDR 5: Am Rande des Tagebaus Garzweiler bei Mönchengladbach“ statt. Der Waldpädagoge Michel Zobel führt durch den bedrohten Ort Keyenberg, den angrenzenden Keyenberger Wald und das ebenfalls bedrohte Dorf Kuckum.

    „Wir laden die Menschen ein, sich unser schönes zu Hause anzusehen und mit uns gemeinsam für den Erhalt zu kämpfen“, sagt Britta Kox aus dem bedrohten Ort Berverath und aktiv bei „Alle Dörfer bleiben“. Der Treffpunkt für den Spaziergang ist am Sonntag um 13 Uhr hinter der Kirche in Keyenberg.

    „Die drohende Abbaggerung und der Umsiedlungsprozess sind sehr schmerzhaft für uns alle. Wir fordern von der Landesregierung, dass die Menschen hier die Wahl haben, ob sie bleiben oder gehen wollen. Wir wurden lange genug durch die Profitinteressen von RWE fremdbestimmt. Um uns dagegen zur Wehr zu setzten und Perspektiven für die Dörfer nach der Kohle zu entwickeln, organisieren wir uns in der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ zusammen mit Betroffenen in anderen Regionen und Aktiven in der Klimagerechtigkeitsbewegung“, ergänzt Britta Kox.

    Lützen-Radtour am 27. April

    Weitere Aktionen von „Alle Dörfer bleiben“ sind eine Radtour von Leipzig nach Lützen am 27. April sowie ein Dorfspaziergang im ebenfalls bedrohten Dorf Proschim in der Lausitz am 18. Mai. Für das Wochenende um den 22. Juni plant die Initiative zudem zusammen mit dem BUND, Greenpeace und Campact sowie den Schüler/-innen von „Fridays for Future“ einen großen Aktionstag am Tagebau Garzweiler in NRW, um für den Erhalt der Dörfer und gegen die Klimazerstörung zu protestieren. In dem Zeitraum findet auch die Massenaktion zivilen Ungehorsams „Ende Gelände“ statt. Am Fronleichnam-Wochenende werden daher viele tausend Menschen aus ganz Europa in der Region erwartet.

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