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Donnerstag, 21. Januar 2021

Programm zum Klimacamp: Mit Kohleausstieg fängt Klimagerechtigkeit erst an

Von Redaktion

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    Die Kohle unter Pödelwitz wird überhaupt nicht gebraucht. Der deutsche Kohleausstieg wird auch im Kraftwerk Lippendorf viel früher das Ende der Kohleverbrennung bedeuten, als bislang geplant. Und trotzdem macht die MIBRAG Druck auf die letzten Bewohner des Dorfes, ihre Häuser zu verlassen. Schon 2018 fand deshalb ein Klimacamp in Pödelwitz statt. Im August gibt es das nächste.

    Podien zum lokalen und globalen Kampf gegen fossile Energie, 10 Tage selbst organisiertes Leben, über 100 Workshops, Konzerte, kreativer Protest und ein vielseitiges Programm für Junge Menschen: Die Teilnehmenden des Camps erwartet ein vollgepacktes Programm.

    Dieses Jahr findet zum zweiten Mal das Klimacamp Leipziger Land statt. Vom 3. bis zum 12. August werden wieder rund 800 Menschen in das durch den angrenzenden Tagebau bedrohte Dorf Pödelwitz im Leipziger Südraum kommen, um gegen Braunkohle zu demonstrieren und gemeinsam Wege in eine klimagerechte Gesellschaft praktisch umzusetzen. Auch die 5. Degrowth-Sommerschule wird zu Gast sein.

    Nina Beck aus dem Vorbereitungskreis erklärt zum neuen Klimacamp: „Das Programm ist ab sofort online verfügbar. Um die Klimakrise zu stoppen müssen wir sofort handeln. Wir brauchen einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Deshalb ist ein Programmschwerpunkt dieses Jahr die Verbindung zwischen Klimagerechtigkeit und anderen Kämpfen für eine solidarische Gesellschaft.“

    Die Länder des globalen Nordens haben eine historische Schuld an der Klimakrise, die Folgen tragen aber insbesondere Menschen in Ländern des globalen Südens, dadurch wird globale soziale Ungleichheit verstärkt. „Unsere Wirtschafts- und Lebensweise ist strukturell rassistisch. Das müssen wir ändern. Deshalb werden wir uns auf dem Camp mit Konzepten für rassismuskritisches Handeln auseinandersetzten“, sagt Beck.

    Ein weiterer Schwerpunkt wird die Auseinandersetzung mit dem anhaltenden Rechtsruck sein.

    Wieder gäbe es, so Beck weiter, ein breites Angebot sowohl praktischer als auch theoretischer Workshops: Vom Lastenfahrradbau und nachhaltiger Stromversorgung bis hin zu Workshops zu direkter Demokratie oder dem Mythos des „grünen Kapitalismus“.

    Am Sonntag, 4. August, findet das Pödelwitzer Dorffest statt, mit Musik, einem Programm für junge Menschen, gutem Essen und der Möglichkeit dabei mit den Anwohnenden ins Gespräch zu kommen. Für das Ende des Camps sind kreative Protestaktionen wie eine Tanzdemo für Klimagerechtigkeit in Planung.

    Auch die fünfte Degrowth-Sommerschule wird vom 4. bis 8. August wieder auf dem Klimacamp zu Gast sein. Unter dem Motto „Alle Dörfer bleiben, weltweit“ geht es in mehrtägigen Kursen um Visionen einer Gesellschaft, die ein gutes Leben für alle ermöglicht. Die Anmeldung für die Sommerschule ist unter anmeldung.degrowth.de oder über die Seite des Klimacamps möglich.

    Das Klimacamp Leipziger Land ist Teil einer wachsenden globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Am 22. Juni protestierten im Rheinland bereits zehntausende Menschen gegen die Braunkohle und für den Erhalt bedrohter Dörfer. Tags zuvor streikten 40.000 Schüler/-innen in Aachen. Für den Sommer sind noch zahlreiche Klimacamps in ganz Europa geplant und für Ende September ist ein globaler Klimastreik angekündigt.

    Alle Veranstaltungen des Klimacamps sind öffentlich und Menschen aus der Region herzlich eingeladen diese zu besuchen.

    Die Dörfer im Leipziger Südraum und in der Lausitz sind noch immer nicht gerettet

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