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Beim Workshop am 28. August deutete sich eine Gesamtlösung für Wyhra, Pleiße und die Witznitzer Seen an

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    Es geht alles nicht ganz so flott, wie ursprünglich auch von der LMBV gedacht. Die Aufgabe ist auch gar nicht so leicht: Wie bekommt man das Eisen wieder aus der Pleiße, nachdem sie in ihrem künstlichen Bett erst einmal die ganzen Abraumhalden im Leipziger Südraum durchquert hat? Die wichtigste Erkenntnis der letzten Jahre ist: Technisch ist das ein irrsinniger Aufwand. Viel besser ist es, sie gar nicht erst durch die Abraumhalden zu leiten. Am 28. August tagte wieder der Workshop der Beteiligten.

    Den gibt es natürlich erst, seit die Anrainer des Hainer Sees so richtig Rabatz gemacht hatten, weil sie befürchteten, dass das belastete Wasser der Pleiße über den Kahnsdorfer See auch wieder den Hainer See beeinträchtigt.

    Seitdem hat sich dieser Workshop gebildet, den Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Westsachsen moderiert und wo neue Lösungen für die Herstellung eines sauberen Pleißeabflusses, die die für die Bergbausanierung zuständige LMBV erarbeitet, vorgestellt und diskutiert werden. Da geht es auch um Machbarkeit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

    Am Mittwoch, 28. August, gab es die nächste Veranstaltung, wo die LMBV über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße berichtete. Vorausgegangen waren bereits drei Workshops in den Jahren 2018 und 2017.

    LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen Rolf Schlottmann informierte über den aktuellen Untersuchungs- und Bearbeitungsstand zu möglichen Lösungsansätzen aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem letzten Workshop. Die LMBV hat mittlerweile akzeptiert, dass man Lösungen nicht mit der Brechstange umsetzen kann – es gibt Raumwiderstände (durch die Anrainer), fehlende Wirksamkeit (die Maßnahme sieht technisch toll aus, hat aber keinen Effekt), aber auch Grenzen der Genehmigungsfähigkeit.

    Das beeinflusst dann die Bewertungsmatrix. Und gibt dem Projekt eine neue Richtung.

    Einen positiven Effekt hätte – so die LMBV – die Einbindung der Wyhra in den Hainer See. Diese Einleitung hätte positive Auswirkungen auf die Pleiße und würde die Machbarkeit und Wirksamkeit weiterer verschiedener Lösungsansätze unterstützen. Der Lösungsansatz der Einleitung der Wyhra in den Hainer See wird durch die Vertreter der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See sowie die Eigentümervertreter des Hainer Sees grundsätzlich begrüßt, da als Nebeneffekt die wasserwirtschaftliche Nachsorge des Hainer Sees in Menge und Güte realisiert werden könnte.

    Die Wyhra fließt südlich des Hainer Sees und fließt bei Lobstädt in die Pleiße. Damit kommt dann das Wyhrawasser noch dazu, wenn die Pleiße im weiteren Verlauf die ganzen Eisenfrachten aus den alten Abraumhalden aufnimmt. Wenn die Wyhra aber in den Hainer See fließt, sorgt sie dort dafür, dass sich die Wasserqualität im einstigen Tagebausee stabilisiert.

    Bleibt noch das eigentliche Problem: Was macht man mit der Pleiße nördlich von Lobstädt?

    Hier sucht die LMBV jetzt nach einer Lösung, die Pleiße aus dem Kippenbereich herauszunehmen.

    Hier denkt die LMBV jetzt ganz resolut um und will sie komplett durch die Witznitzer Seen umleiten. So heißen die Seen, weil sie auf dem Gebiet des einstigen Tagebaus Witznitz entstanden. Dazu gehören der Hainer See mit der Haubitzer Bucht sowie der Kahnsdorfer See. Auch die Pleiße soll also diesen Weg über die Seen nehmen und umgeht damit das alte Kippengelände. Aber ob das so geht, prüfe man noch, teilt die LMBV mit. „Dabei wurden verschiedene Varianten für eine Durchleitung hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit, technischen Umsetzbarkeit und Wirksamkeit analysiert und bewertet.“

    Das dauert noch eine Weile, bis man dafür konkretere Ergebnisse hat. Aber es deutet sich schon an, dass hier die Lösung für das Gesamtproblem so langsam Gestalt annimmt.

    Die Teilnehmer des Workshops verständigten sich darauf, das nächste Treffen voraussichtlich im 2. Quartal 2020 durchzuführen.

    Für die Verockerung der Pleiße im Leipziger Südraum deutet sich eine tatsächlich sinnvolle Lösung an

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