Trotz neuer Umsatzrekorde: Millionen-Subventionen für den Frachtflughafen Leipzig

Für alle LeserLaut LVZ vom 26. August sollen die Flughäfen Leipzig/Halle (LEJ) und Dresden mit 27 Millionen Euro Steuermitteln für coronabedingte Umsatzverluste subventioniert werden. Für den Flughafen Leipzig/Halle sind diese Subventionen wirtschaftlich nicht zu begründen. Dank Corona ist der Frachtumsatz am LEJ im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 4 % gestiegen. Der Passagieranteil am LEJ betrug 2019 lediglich 18 % der Verkehrseinheiten.
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Der Gesamtumsatz nach Verkehrseinheiten ist deshalb gerade mal um -7,5 % von 7,2 Millionen Verkehrseinheiten (1. Hj. 2019) auf 6,6 Millionen. VE im 1. Halbjahr 2020 zurückgegangen. Das sind im Vergleich mit anderen Flughäfen „Peanuts“, wie der folgende Halbjahresvergleich zeigt.

Halbjahresvergleich deutscher Flughäfen. Grafik: BI "Gegen die neue Flugroute"

Halbjahresvergleich deutscher Flughäfen. Grafik: BI „Gegen die neue Flugroute“

Die am LEJ ansässigen Frachtflugunternehmen, allen voran DHL, haben dank Corona Millionengewinne gemacht. Dass der Flughafen daran nicht partizipiert, liegt einzig an der Strategie der Sächsischen Landesregierung, die mit Dumpingentgelten und ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt sich beim Frachtflug Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Flughäfen verschafft.

So erhebt der Flughafen Leipzig/Halle für den Start oder die Landung einer AN 124 in Leipzig ganztägig 3.104 Euro (Leipzig-Halle Airport, Entgeltordnung Teil I–III, Revision 04/19 vom 01.07.2019), während in Frankfurt/Main am Tag Fluggesellschaften 22.783 Euro (Frankfurt Airport, Flughafenentgelte nach § 19b LuftVG Entgelte für Zentrale Bodenverkehrsdienst-Infrastruktureinrichtungen, Stand 1. Januar 2020) bezahlen müssen. Bei Starts oder Landungen in der Nachtkernzeit, was in Leipzig normal ist, würde sich das Entgelt gar auf 91.132 Euro (!) erhöhen, wie folgende Übersicht zeigt.

Entgelte für die AN124 in Frankfurt und Leipzig. Grafik: BI "Gegen die neue Flugroute"

Entgelte für die AN124 in Frankfurt und Leipzig. Grafik: BI „Gegen die neue Flugroute“

Bei über 200 Starts/Landungen von AN124 im 1. Halbjahr, davon ein nicht unerheblicher Teil in der Nacht und Kernnacht, sind das über 5 Millionen Euro weniger Umsatzerlöse gegenüber den Entgelten von Frankfurt, allein bei der AN 124. Im 1. Halbjahr 2020 waren über 20.000 Starts/Landungen von Frachtmaschinen, davon ca. 50 % in der Nacht, zu verzeichnen.

Unter dem Deckmantel coronabedingter Staatshilfen und Ausnutzung des EU-Beihilferechts soll also ein wegen Missmanagement ständig in der Schieflage liegendes Landesunternehmen staatliche Unterstützung auf Kosten des Steuerzahlers erhalten, während die Profiteure der Krise Gewinne machen. Gleichzeitig bringt nach Angaben des Beamtenbundes dbb bei den anstehenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst die Arbeitgeberseite, also auch Sachsen, eine Nullrunde ins Spiel und strebt dazu noch eine lange Laufzeit an. In welcher Welt leben wir eigentlich?

Wie bekannt, soll der Frachtflughafen mit Investitionen von über 500 Millionen Euro ausgebaut werden, was zu weiteren Lärm-, Gesundheits- und Umweltbelastungen führen würde. Die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ hat gegen diesen Ausbau eine Petition www.openpetition.de/!fghdq gestartet.

Den Artikel der LVZ findet man hier.

Gegen den Flughafenausbau: Demo bis zur Landesdirektion + Video

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 82: Große Anspannung und Bewegte Bürger

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Flughafen Leipzig / HalleBürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“
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Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Pawel Sosnowski

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