Das ist uns viel zu teuer

Sachsens Umweltministerium denkt gar nicht daran, den Sachsenforst nach FSC zu zertifizieren

Für alle LeserAuch der Streit um die Wälder in Sachsen wird weitergehen. Nicht nur auf Leipziger Ebene. Auch die Staatsregierung steht für ihre Waldpolitik in der Kritik. Und dasselbe Trauerspiel gibt es in Thüringen, wo die Staatsregierung zumindest schon mal die Prüfung eingeleitet hat, was die Umstellung der Zertifizierung des Thüringer Staatsforstes auf den höheren Standard FSC kosten würde.

Das wurde jetzt Thema im Landtag, weil die Grünen-Fraktion beantragt hatte, den sächsischen Wald flächendeckend nach FSC zu zertifizieren. Denn bislang ist auch der Staatsforst in Sachsen nur nach dem deutlich geringeren, von der Holzindustrie bevorzugten Standard PFEC zertifiziert. Und im Sächsischen Umweltministerium denkt man gar nicht daran, den Standard zu erhöhen, erklärt Staatssekretär Dr. Frank Pfeil in der Stellungnahme zum Antrag.

„Zum Nachweis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und einer legalen Erzeugung von Holz im globalen Maßstab hat sich der Freistaat Sachsen für eine Zertifizierung des Staatswaldes nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certication Schemes) entschieden. Es ist nicht vorgesehen, diese Zertifizierung durch weitere Zertifizierungen zu ergänzen.“

Wirklich Gedanken darüber gemacht, wie eine höherwertige Zertifizierung sich auswirken könnte, hat man sich im Umweltministerium bisher noch nicht. Was schon verblüfft, weil es ja nun seit Jahren zum Streit im Landtag kommt, wenn der Staatsforst die ihm auferlegten Umweltziele nicht erreicht.

Man nehme ja nur Rücksicht, meint das Ministerium: „Die PEFC-Zertifizierung berücksichtigt in besonderem Maße die Strukturen der mitteleuropäischen Forstwirtschaft mit kleinteiligem privatem und körperschaftlichem Waldbesitz. Durch den regionalen Ansatz kann auch ein Familienforstbetrieb ohne aufwendige Einzelzertifizierung an PEFC teilnehmen. Durch die PEFC-Zertifizierung des Staatswaldes wirkt dieser integrierend für den kleineren Waldbesitz.“

Im weiteren Verlauf der Antwort wird deutlich, was es bedeutet, wenn der Staatsforst für die Umweltziele in den sächsischen Wäldern zuständig ist und nicht das eigentlich unabhängigere Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Denn dann steht immer nur die forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes im Mittelpunkt.

Was auch im Verweis auf die Thüringer Diskussion deutlich wird. Denn auch dort hat der Staatsforstbetrieb Thüringenforst mit immensen Zusatzkosten gegen die FSC-Zertifizierung argumentiert. Das Sächsische Umweltministerium hat extra zur Argumentationsfolie von Thüringenforst verlinkt.

Das Problem ist nur: Es fehlt die Hälfte der Posten. Die Folie ist unvollständig, um nicht noch ein schärferes Wort zu benutzen.

Da das FSC wesentlich größere Abstände für die Rückegassen bei Holzeinschlag verlangt, berechnen die Thüringer Forstleute dadurch gleich mal einen höheren Aufwand, weil die Fällmaschinen dann nicht mehr direkt an die mittleren Bäume heranreichen, von 3,6 Millionen Euro im Jahr.

Dazu kämen dann auch gleich noch Einnahmeverluste von 3,6 Millionen Euro, weil ja deutlich weniger Bäume geschlagen werden dürfen und auch nicht mehr alles Holz aus dem Wald abtransportiert werden darf. Man argumentiert also mit dem, was das FSC ereichen soll, gegen das FSC.

Ebenso bei der Einrichtung weiterer Vollzeitstellen, also von Leuten, die sich mal nicht mehr nur mit forstwirtschaftlichen Belangen, sondern auch mit Biosphärenschutz und Beratung beschäftigen: 400.000 Euro.

Was im Grunde das Eingeständnis von Thüringenforst ist, dass es sich mit dem Biotopschutz im Thüringer Wald nicht wirklich intensiv beschäftigt. Das läuft irgendwie so mit. Gerade diese Argumentation zeigt, dass die Einführung von FSC und/oder die Verlagerung der Verantwortung für die Biodiversität der Wälder in ein völlig anderes Amt überfällig sind.

Und wer die Folien mit den Kosten durchblättert sieht, dass nirgendwo die Kosten für die Fällarbeiten aufgeführt sind. Was umso seltsamer ist, da ja ausführlich darüber philosophiert wird, dass die Sägewerke FSC-zertifiziertes Holz nicht besser bezahlen als nicht so hoch zertifiziertes. Was ja schlichtweg heißt: Der Markt ist gesättigt. Überall wird eigentlich zu viel Holz aus den Wäldern geholt, die Preise decken bestenfalls die Kosten der Fällung.

Das heißt: Auch Thüringenforst spart, wenn er auf Holzeinschlag verzichtet. Den weniger gefällten Holzmengen stehen auch weniger Fällaufträge an die entsprechenden Firmen, die das machen, gegenüber.

Das Sächsische Umweltministerium wiederholt dann auch noch seinen Standpunkt, dass man den klimafesten Umbau der Wälder durch umfassende forstwirtschaftliche Umbaumaßnahmen stemmen will. Man glaubt also felsenfest daran, dass nur so eine stabile Anpassung der Wälder an den Klimawandel möglich ist.

Im Text der Stellungnahme: „Das langfristige Ziel der Waldbewirtschaftung kann vor dem Hintergrund des Klimawandels anders als beim Leitbild des FSC nicht darin bestehen, die potenziellen natürlichen Waldgesellschaften wiederherzustellen. Im Freistaat Sachsen bedarf es einem umfangreichen Waldumbaus. Denn auf die veränderten Umweltbedingungen, insbesondere Klimawandel, ist waldbaulich vorausschauend zu reagieren.

Höhere Jahresdurchschnittstemperaturen und veränderte Niederschlagsmengen beeinflussen maßgeblich die Auswahl der Baumarten, damit Wälder alle ihre Waldfunktionen auch zukünftig erfüllen. Dem trägt PEFC, beispielsweise durch eine breitere Baumartenwahl an den Mischbeständen, Rechnung.“

Klingt erst mal gut. Aber nicht nur die Grünen im Landtag kritisieren seit Jahren, dass das wohl so ideal, wie hier geschildert, nicht funktioniert. Selbst die Sicherung geschützter Baumbestände, in die nicht mehr eingegriffen wird, geht viel zu langsam voran. Sachsenforst denkt dabei genauso betriebswirtschaftlich wie Thüringenforst. Man will alles selber machen und traut den Waldbiotopen in keiner Weise zu, sich selbst stabilisieren zu können.

Die wissenschaftliche Distanz zum eigenen Tun fehlt völlig.

Im März erst hat das der Nabu Sachsen deutlich kritisiert: „Wälder liefern nicht nur den wertvollen Rohstoff Holz, sondern sind auch Lebensraum für unzählige Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Gegenüber dem Klimawandel mit seinen zunehmenden Wetterextremen wie Hitze, Trockenheit, Gewitterstürme und starke Niederschläge sind naturnahe Wälder mit einer großen Vielfalt an Strukturen und überwiegend standortheimischen Baumarten am besten gewappnet. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Eine ökologisch verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung, etwa nach den Kriterien des FSC-Nachhaltigkeitslabels, findet in Sachsen so gut wie nicht statt. Auch der Anteil an Naturwaldzellen (Naturwaldreservaten/,Urwälder‘) ist in Sachsen noch deutlich zu gering.“

Da ist es schon ein Zeichen, wenn Leipzig sich jetzt zumindest für seinen Stadtwald (der ja zum größten Teil Naturschutzgebiet ist) um die Wiedererlangung des FSC-Siegels bemüht. Was noch nicht heißt, dass nicht trotzdem weiter das forstwirtschaftliche Denken dominiert.

Die reinen Zertifizierungskosten wären übrigens gar nicht das Problem. Die würden auch für den gesamten thüringischen Staatsforst nur 50.000 bis 70.000 Euro im Jahr kosten. In Sachsen wäre es ähnlich. Aber die Einführung von FSC würde zumindest ein wenig die Grundsicht auf den Wald verändern – weg von der reinen Forstwirtschaft hin zu mehr Denken als Schutzgut und in Teilen eben nicht-genutztes Biotop.

Die Stellungnahme zum Grünen-Antrag. Drs. 13716

Der Streit um den Umgang mit Leipzigs Stadtwald geht weiter

SachsenforstFSC
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