„Rund 74.000 Hektar des sächsischen
Staatswaldes und damit rund ein Drittel der gesamten
Staatswaldfläche sind ab sofort nach dem Deutschen FSC-Standard 3.0
(Forest Stewardship Council) zertifiziert“, meldete das Sächsische
Umweltministerium am 1. Oktober 2023. Da war noch ein Grüner
Umweltminister in Sachsen. Doch kaum zwei Jahre später ist alles
anders und der Staatsbetrieb Sachsenforst schreckt […]
Die Europäische Wildkatze ist wieder da.
Lange Zeit galt die scheue Waldbewohnerin in Sachsen als
ausgestorben. Nun erobert sie langsam ihre alten Lebensräume
zurück: Kleine Populationen leben im Leipziger Auwald und im
Werdauer Wald. Auch in der Dahlener Heide gibt es Hinweise auf die
Anwesenheit der kleinen Raubkatze. Damit sie bleibt und sich weiter
ausbreitet, […]
Es hat zwar deutlich mehr geregnet im
Sommer 2023 als in den Vorjahren. Aber das hat an der Situation der
Nadelwälder in Sachsen nicht viel geändert. Sie sind durch die
vorhergehenden Trockenjahre deutlich geschädigt. Und das sorgt
dafür, dass der Borkenkäfer den Waldbeständen weiter zusetzt. Mit
dem langen warmen Herbst droht nun 2024 das nächste […]
Dürre und Hitze machen den sächsischen
Wäldern auch im Jahr 2023 zu schaffen. In den gestressten Wäldern
herrscht nicht nur erhöhte Waldbrandgefahr. Die geschwächten Bäume
locken auch die Borkenkäfer wieder an, die sich auch in diesem Jahr
massenhaft vermehren. Das Monitoring der Forstbehörden zeigt, dass
insbesondere im Oberlausitzer Bergland und Zittauer Gebirge, in der
Sächsischen […]
Bestätigt sich, was derzeit im Raum steht,
könnte man den Brand der vergangenen Nacht durchaus als die erste
extremistische Tat gegen einen Staatsbetrieb in Leipzig nennen, der
vielleicht mit dem Thema Umwelt und Ökologie in Zusammenhang steht.
Dies zumindest legt das Ziel selbst nahe. Auf dem Gelände des
Sachsenforst-Betriebshofes an der Heilemannstraße 1 sind in […]
Es ist ein besonderer Versuch, den der
Staatsbetrieb Sachsenforst da am Dienstag, 4. Mai, in der
Nordwestaue des Leipziger Auwalds gestartet hat. Im Beisein von
Forst- und Umweltminister Wolfram Günther wurden dort 125 Eschen
gepflanzt. Und zwar nicht irgendwelche, sondern eine besondere
Sendung aus Thüringen: Die Klone einer Esche, die dort im Erfurter
Revier das Eschentriebsterben augenscheinlich gut überstanden hat.
Und das Eschentriebsterben macht ja auch dem Leipziger Auwald zu
schaffen.
Nein, aus der Stadt Leipzig und dem
Leipziger Auenwald ist kein einziges Waldstück vertreten auf der
neu gestalteten Internetseite der sächsischen Forstverwaltung, die
jetzt Informationen zur integrativen naturgemäßen
Waldbewirtschaftung bietet. 13 forstwirtschaftliche Beispielreviere
führt das Umweltministerium dort auf. Das nächstgelegene ist das
Oberholz bei Großpösna.
Zwar fallen einem auf dem Satellitenfoto
zuerst die großflächig geschädigten Wälder im Erzgebirge auf. In
Nordsachsen sind es eher die dürregeschädigten Wälder um Eilenburg.
Aber wenn man sich hineinzoomt in den Leipziger Auwald, sieht man,
dass selbst hier mitten in gesunden Waldbeständen ganze Inseln mit
erheblichen Dürreschäden aufgetaucht sind. Die Satellitenbilder aus
dem April 2020 hat jetzt der Staatsbetrieb Sachsenforst
veröffentlicht.
Fast ein ganzes Jahr hat es gedauert: Im
Februar 2017 hatte der NuKLA e. V. Strafanzeige bei der
Staatsanwaltschaft gegen Sachsenforst wegen des Verstoßes gegen das
Naturschutzgesetz in besonders schwerem Fall gestellt. Doch nun hat
die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Denn wenn die
untere Naturschutzbehörde in Leipzig keinen Verstoß gesehen haben
will, gibt es auch keinen. So funktioniert Naturschutz in
Sachsen.
Was kann man tun, wenn in einem Bundesland
wie Sachsen die Verantwortlichkeiten nicht stimmen? Wenn es keinen
identifizierbaren Ansprechpartner für den Naturschutz gibt, das
Umweltministerium ausweicht und keiner sich so recht für die
Verstöße in sächsischen Naturschutzgebieten zuständig fühlt? Zum
Beispiel bei den Baumfällungen im Winter 2018/2019 im Leipziger
Auenwald durch den Staatsbetrieb Sachsenforst?
Dürfen die denn das? Der NuKLA e.V. war
sich im Februar sicher: Sachsenforst hätte in den wertvollen
Auwaldbeständen bei Gundorf und Dölzig überhaupt keine Bäume fällen
dürfen, schon gar nicht ohne Absprache mit den zuständigen
Naturschutzbehörden. Immerhin ist das alles streng geschütztes
FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“. Und da die Lage in Leipzig so
unklar war, hat Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender der Grünen
im Landtag, lieber noch mal nachgefragt.
Für eine gewisse Aufregung sorgten in
jüngster Zeit die Baumfällungen im Kanitzsch bei Gundorf und im
Dölziger Waldgebiet, beide bewirtschaftet vom Staatsbetrieb
Sachsenforst. Beide Waldgebiete aber liegen auch im geschützten
Leipziger Auensystem. Da kann man doch nicht einfach die Eichen
fällen, fand der NuKLA e.V., der die gefällten Baumriesen mit
einigem Entsetzen sah, und Anzeige erstattete. Aber so funktioniert
das nicht, teilt uns Sachsenforst mit.
Das Jahr 2018 war ein Warnschuss – für den
Sachsenforst genauso wie für den Umweltminister. „Wir erleben in
diesem Jahr die verheerendsten Waldschäden in Sachsen seit der
Wiedervereinigung“, stellte Umweltminister Thomas Schmidt am
Mittwoch, 19. Dezember, bei der Vorstellung des
„Waldzustandsberichts 2018“ in Dresden fest.
Die Diskussion um die Leipziger
Forstwirtschaftspläne ebbt nicht ab. Sie scheinen so überhaupt
nicht in eine Zeit zu passen, in der Pflanzen- und Tierwelt massiv
unter menschlichen Einflüssen leiden. Nicht nur der Sommer, auch
die Winterstürme haben dem sächsischen Wald schon zugesetzt. Und
die Bäume stürzten zu Tausenden um – im Wirtschaftswald. Höchste
Zeit, so fordern die Grünen, dass mehr Wald wieder sich selbst
überlassen wird und gesunden kann.
Auch der Streit um die Wälder in Sachsen
wird weitergehen. Nicht nur auf Leipziger Ebene. Auch die
Staatsregierung steht für ihre Waldpolitik in der Kritik. Und
dasselbe Trauerspiel gibt es in Thüringen, wo die Staatsregierung
zumindest schon mal die Prüfung eingeleitet hat, was die Umstellung
der Zertifizierung des Thüringer Staatsforstes auf den höheren
Standard FSC kosten würde.
Eigentlich kann man davon ausgehen, dass
die Oppositionsfraktionen im Sächsischen Landtag wohl eine wunde
Stelle erwischt haben mit ihren Anträgen, wenn postwendend gleich
das Dementi der CDU folgt. So wie am Montag, 3. Juli, bei einem
gemeinsamen Antrag von Grünen und Linken. Die halten den
Sachsenforst nicht wirklich für geeignet, sich um die vier großen
Schutzgebiete zu kümmern.
Die Kritik gab es postwendend. Am Mittwoch,
23. März, stellte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) die Bilanz
für den Staatsbetrieb Sachsenforst vor. Der hat - wie im Vorjahr -
wieder einen Überschuss erwirtschaftet, wenn auch deutlich weniger
als im Vorjahr. Die Preise für Holz sind deutlich gefallen. Und die
Rolle als Wirtschaftswald beißt sich zunehmend mit der notwendigen
Anpassung an den Klimawandel.
Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird
gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk
und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch
Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushaltes.
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