NuKLA überlegt weitere Rechtsmittel zu unrechtmäßigen Baumfällungen im Leipziger Auenwald

Für alle LeserFast ein ganzes Jahr hat es gedauert: Im Februar 2017 hatte der NuKLA e. V. Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Sachsenforst wegen des Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz in besonders schwerem Fall gestellt. Doch nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Denn wenn die untere Naturschutzbehörde in Leipzig keinen Verstoß gesehen haben will, gibt es auch keinen. So funktioniert Naturschutz in Sachsen.

Der NuKLA e. V. konnte bekanntlich nachweisen, dass auf geschützten Auwaldflächen in der Zuständigkeit einerseits der unteren Naturschutzbehörde Leipzig (sprich: dem Amt für Umweltschutz) und solchen der unteren Naturschutzbehörde Nordsachen Lebensräume des besonders unter Schutz stehenden Eremiten durch Baumfällungen zerstört wurden.

Beide Waldflächen gehören zum FFH-Naturschutzgebiet Leipziger Auensystem und befinden sich westlich der Burgaue. Während der nördliche Teil zu Nordsachsen gehört, gehört der südliche zwar zu Leipzig. Doch er wird nicht von der Abteilung Stadtforsten der Stadt Leipzig bewirtschaftet, kommt deshalb auch nicht in den Leipziger Forstwirtschaftsplänen vor.

Stattdessen werden diese Waldflächen bei Böhlitz-Ehrenberg vom Staatsbetrieb Sachsenforst bewirtschaftet. Auch der stellt – quasi in Eigenregie – Forstwirtschaftspläne auf und versucht auch irgendwie, den Wald umzubauen. Aber selbst wenn er sich dabei Waldumbauziele setzt, gilt auch für den Betrieb Sachsenforst das Verschlechterungsverbot. Alte, artenreiche Biotopbäume dürfen nicht gefällt werden. Und wenn sogar noch seltene geschützte Arten gefunden werden, sind die Bäume erst recht tabu.

So sah es auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen und untersagte dem Staatsbetrieb weitere Fällungen, nur um dann festzustellen, dass sich der Staatsbetrieb daran nicht gehalten hat.

Von NuKLA gefunden: Teile der Imago eines Eremiten. Foto: NuKLA e.V.

Von NuKLA gefunden: Teile der Imago eines Eremiten. Foto: NuKLA e. V.

Das Leipziger Amt für Umweltschutz hatte sich gar nicht erst die Mühe gemacht, sich näher mit der Sache zu beschäftigen, und die Fällungen einfach genehmigt. Auch mit dem Hinweis, dass man keine Hinweise auf bedrohte Tierarten habe.

Und das ist dann auch das Hauptargument der Staatsanwaltschaft, um die Ermittlungen im Leipziger Teil jetzt einzustellen.

Mit Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 21. Januar wurde der NuKLA e. V. jetzt informiert, dass im Bereich Nordsachsen die dort zuständige untere Naturschutzbehörde zu einem Teil dieser Fällungen kein Einverständnis gegeben hatte. Deshalb sei man dort noch in der Weiterbearbeitung begriffen.

Für den Bereich in der Zuständigkeit der Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig habe man das Verfahren eingestellt. In der umfänglichen Begründung heißt es, die Fällungen seien eben mit der Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde Leipzig erfolgt. Die verwies als Grundlage für diese Zustimmung gegenüber der ermittelnden Staatsanwaltschaft darauf, dass auf den Flächen, auf denen die Eingriffe erfolgten, keine Habitatflächen (z. B. Vorkommen von Eremiten) von geschützten Arten kartiert seien.

Ein Phänomen, dass den Leipzigern ja auch im Zusammenhang mit den geplanten Baumfällungen im Forstwirtschaftsplan 2019/2020 auffiel. Erst als die Fachexperten der Umweltvereine – darunter auch die des NuKLA e. V. – loszogen und die für große Fällungen vorgesehenen Waldstücke z. B. in der Nonne begutachteten, wurde sichtbar, wie viele der hier stehenden Bäume Quartier der besonders geschützten Tier- und Insektenarten sind, darunter diverse Fledermausarten und der Eremit, der auch in den von Sachsenforst gefällten Bäumen gefunden wurde.

Von NuKLA gefunden: Kotpillen des Eremiten. Foto: NuKLA e.V.

Von NuKLA gefunden: Kotpillen des Eremiten. Foto: NuKLA e. V.

 

Es gibt zwar ein zentrales Kataster beim Umweltministerium. Aber das interessierte das Leipziger Umweltschutzamt wohl nicht die Bohne. Man genehmigte die Fällungen einfach ohne Ortstermin und berief sich wohl auf die eigenen Kartierungen, für die das Wort „lückenhaft“ wohl eine derbe Untertreibung wäre.

Die Einschätzung des NuKLA e. V. zum Stand dieser Kartierungen: „Die Kartierungen fanden nur sporadisch statt, liegen teilweise mehrere Jahre zurück und zudem ist der Eremit nur zu bestimmten Zeiten vom Erdboden aus kartierbar. Er besiedelt Baumhöhlen ab 10 bis 25 Metern. Dieses ist u. a. hier nachzulesen.

Zum Kartieren vom Erdboden aus ist der Eremit nur feststellbar, wenn die Höhle bspw. bei einem Sturm zerstört wird und offenliegt (bspw. durch Abbruch eines Starkastes oder der Krone oder Teilen der Krone) und der Inhalt oder Teile des Inhaltes der Höhle (Kotpillen, Überreste von Imago) auf den Erdboden fallen. Auch wenn ein Räuber (Specht, Waschbär) Zugriff zur Höhle erlangt und dabei Teile des Inhaltes der Höhle (Kotpillen, Überreste von Imago) auf den Boden fallen, mag der Eremit feststellbar sein.

Zur Paarungszeit kann es vorkommen, dass adulte Tiere tot aus der Höhle herausfallen, dies ist aber nur im Zeitraum Juli-August möglich und bedarf großen Zufalles. Ansonsten ist der Eremit nicht so ohne weiteres feststellbar.“

Das heißt: Gerade die zuständige Umweltbehörde muss mit diesem geschützten Biotop anders umgehen. Die oberflächliche Haltung der vergangenen Jahre führt immer wieder dazu, dass wertvolle Bäume gefällt werden.

Der NuKLA e. V. dazu: „Um den Eremiten zweifelsfrei zu kartieren, wenn nicht einer der obigen Fälle eingetroffen ist (Zerstörung, Teilzerstörung der Höhle, Aktivitäten von Räubern an der Höhle, zufällig heruntergefallene tote adulte Tiere) kann nur durch das Heraufklettern auf den Baum und die Untersuchung entsprechender Höhlen mit einer kleinen Kamera wirklich Aufschluss darüber geben, ob der Baum zweifelsfrei ein Brutbaum ist oder nicht.

Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Tiere sich durchaus auch dynamisch verbreiten können, ja, müssen. So werden Brutbäume durch Zerfall und Räuber regelmäßig entwertet und die adulten Tiere suchen, geleitet durch Geruchssinn, neue Bäume mit entsprechend ausgestatteten Höhlen auf. So kann also quasi in jedem Sommer zur Paarungszeit ein Baum neu besiedelt werden, sofern er eine geeignete Baumhöhle aufweist.

Dies bedeutet: auch wenn in einem Gebiet einst keine Habitatflächen kartiert wurden, heißt dies nicht, dass sich dort nicht doch Habitatflächen befinden, sei es, weil man sie bei der Kartierung einst nicht entdeckt hat, oder sei es, weil sie seit der letzten Kartierung neu entstanden sind.“

Was eben bedeutet, dass im FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“ jederzeit damit zu rechnen ist, dass der Eremit auch auf Flächen zu finden ist, wo er „nur noch nicht“ entdeckt worden ist. Jede Fläche mit entsprechendem Altbaumbestand ist deshalb als potentielle Habitatfläche des Eremiten zu sehen.

Und man sieht ihn eben spätestens, wenn der Baum gefällt ist. Aber dann ist es zu spät. Und die Mitglieder des NuKLA e. V. mussten sich, als sie im Januar 2019 in das Fällgebiet von Sachsenforst kamen, von den dortigen Fällbrigaden so einiges anhören. Auf einmal waren sie die Bösen.

Obwohl NuKLA das tatsächliche Vorkommen des unter höchstem Schutz stehenden Käfers mehrfach in den gefällten Bäumen nachweisen konnte, der Eremit sich also nicht an die Kartierungen der Stadtverwaltung gehalten hat. Die Staatsanwaltschaft verweist dabei auf die oft Jahre zurückliegenden Untersuchungen des Prof. Hellriegel Instituts, mit dem die Leipziger Naturschutzbehörde seit Jahren kooperiert. Das Amt für Umweltschutz hat einfach nur in diese alten Kartierungen geschaut und nichts gefunden. Und am 6. Dezember 2018 ohne weitere Prüfung Grünes Licht für die Baumfällungen gegeben.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das eine rein verwaltungsrechtliche Angelegenheit. Man sieht – zumindest im Leipziger Teil – keinen Anlass, wegen Zerstörung des geschützten Gutes zu ermitteln. Sachsenforst hat ja mit Genehmigung des Leipziger Umweltschutzamtes gefällt.

Was NuKLA – wie beim Forstwirtschaftsplan 2018/2019 – nicht auf sich beruhen lassen will und weitere Rechtsmittel einlegen will. Wohl wissend, dass man dann wohl wieder beim Leipziger Verwaltungsgericht landen könnte, das sich auch im Fall Forstwirtschaftsplan schwertat, der Stadt Grenzen zu setzen. Damals klagte der NuKLA e. V. ja bekanntlich. Die Klage liegt nun in zweiter Instanz beim Oberen Verwaltungsgericht in Bautzen. Eine Entscheidung gibt es möglicherweise im März.

Bis zum Herbst hoffte NuKLA e. V. ja noch, dass der Stadtrat den neuen Forstwirtschaftsplan für die Saison 2019/2020 ablehnen würde. Dass der so eigentlich nicht zustimmungsfähig war, sah auch die Stadtratsmehrheit so, verständigte sich dann aber lieber auf einen Kompromiss und beschloss zum Forstwirtschaftsplan ein Paket naturschutzfachlicher Auflagen. Und die bedeuten eben auch, dass viele der zur Fällung vorgesehenen Bäume nicht gefällt werden dürfen.

Der Eremit wurde auch hier gefunden, mitten in der Nonne, die nach den veralteten Kartierungen eigentlich eremitenfrei sein sollte.

„Ich selbst war übrigens dabei, als ein Gutachter im betreffenden Gebiet auf dem Stadtgebiet Leipzig an einem der frisch gefällten Bäume das Bein eines Eremiten gesichert hat. Sein Gutachten dürfte also noch mehr Klarheit in diese Thematik bringen“, erzählt Wolfgang Stoiber, Vorsitzender des NuKLA e. V., über seine Begehungen mit fachkundigen Vereinsmitgliedern im Waldgebiet des Sachsenforst.

„Auch bei späteren Begehungen meinerseits fand ich im betreffenden Gebiet Reste von Eremiten. Sie waren schon recht zerfallen, sind aber ziemlich eindeutig einem Eremiten zuzuordnen. Fazit: Nur weil man mal was nicht kartiert hat, heißt dies nicht, dass es nicht da ist.“

Wie zwei Umweltschutzbehörden meinten, sie seien für den Umweltschutz gar nicht zuständig

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

NuKLASachsenforstFFH-GebietLeipziger Auensystem
Print Friendly, PDF & Email
 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Leipzig wäre bereit, 20 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen
Refugees Welcome. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Herz sitzt nun einmal links. Egal, was die neuen politischen Krawallmacher so erzählen, die so gern den Linksterrorismus beschwören und gleich mal alles, was aus ihrer harten und egozentrischen Sicht „links“ ist, mit verteufeln. Aber links bedeutet nun einmal auch Empathie mit den Schwächeren. Auch mit den Menschen, die in griechischen Flüchtlingslagern gestrandet sind. Den Kindern erst recht. Der Leipziger Stadtrat hat sich Ende März mit einer Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber wie steht die Stadtverwaltung dazu?
Philharmonie Leipzig erinnert mit Orchester-Video daran, wie überlebenswichtig Musik ist in dieser Zeit
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 3. April, hätte es in der Peterskirche eigentlich das große Carmina-Burana-Konzert der Philharmonie Leipzig zusammen mit dem Philharmonischen Chor, Solisten und MDR Kinderchor geben sollen. Das war – wie jedes dieser Konzerte – fast ausverkauft. Und musste natürlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden. Doch wie so viele Orchestermusiker in dieser Zeit wandten sich auch die Mitglieder der Philharmonie Leipzig mit einem berührenden Video an die Öffentlichkeit. Und es ging viral.
Wegbereiter. Wegbegleiter: Wie Paten, Stifter und Festivalintendanten begabten Musikern helfen beim Start
Heide Schwarzweller (Hrsg.): Wegbereiter. Wegbegleiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir alle erleben momentan surreale Zeiten, deren wirtschaftliche Folgen vor allem für eine Berufsgruppe spürbar real sind: Musiker“, schreibt uns Heide Schwarzweller, die nach Ende ihres Berufslebens einen innigen Wunsch in die Tat umsetzte: Sie hob einen Konzeptpreis für Musiknachwuchstalente ins Leben und benannte ihn nach Felix Mendelssohn Bartholdys begabter Schwester Fanny, die zu Lebzeiten nie die Chancen erhielt, die ihr Bruder hatte. Das Buch erzählt nicht nur von diesem Förderpreis.
Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise + Update
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).
Zahl der privaten Pkw in Leipzig auch 2019 weiter gestiegen
Privatbesitz an Pkw in Leipzig 2019. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserZurzeit sind zwar Straßenbahnen und Busse in Leipzig relativ leer. Fast hat man schon wieder vergessen, wie vollgestopft sie noch vor vier Wochen im Berufsverkehr waren. Und das trotz stagnierender Fahrgastzahlen. Dass Leipzig die Stärkung seines ÖPNV über Jahre viel zu sehr vertrödelt hat, macht noch eine andere Zahl sichtbar, die das Amt für Statistik und Wahlen am 1. April veröffentlicht hat.
Leckerland ist abgebrannt: Warum unsere Esskultur keine Kultur mehr ist und Großkonzerne alles nur noch schlimmer machen
Manfred Kriener: Leckerland ist abgebrannt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGanz so schlimm, wie es der Titel suggeriert, ist es nicht. Wir müssen nicht verhungern. Auch wenn das Buch pünktlich zum Ausbruch der Covid-19-Epidemie auch in Deutschland erschien. Geschrieben von einem, den das Thema als freien Journalisten seit Jahrzehnten umtreibt. Und zwar in der ganzen Breite: Klima, Essen, Trinken, Umwelt. So langsam spricht es sich auch an deutschen Mittagstischen herum, dass unser Essen eine Katastrophe ist. Auch für die Welt.
Leipzigs Umweltdezernat legt Umsetzungsbericht zum Klimaschutzprogramm vor, Stand 2016
Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserNicht nur die vielen Aktionsgruppen von Fridays for Future befürchten, dass die Anstrengungen, endlich etwas gegen die Klimaerwärmung zu tun, in Zeiten der Corona-Krise einfach vergessen werden. Gerade hatte man ja so viel Aufmerksamkeit geschaffen, dass Regierungen sich wenigstens zum üblichen theatralischen Handeln gezwungen sahen. Aber die Wirklichkeit – auch in Leipzig – sieht nach wie vor so aus, dass es nur in Millimeterschritten vorangeht. Auch im Energie- und Klimaschutzprogramm der Stadt Leipzig.
Die Johannes-Passion gibt es am Karfreitag als Live-Stream direkt aus der Thomaskirche
Blick zum Altar der Thomaskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOstern ohne Besuch der Kirche ist für viele Familien kaum denkbar. Aber schon in den vergangenen Tagen erlebten viele Menschen, wie die Kirchen umdachten und Gottesdienste per Live-Stream anboten. Und die Corona-Pandemie zwingt jetzt auch die Thomaskirche und das Bachfest zum umdenken. Eine öffentlich besuchte Bach-Passion ist derzeit unmöglich. Was tun? Auch die Passionsmusik gibt es in diesem Jahr am Karfreitag im Internet.
In der Holbeinstraße 58 wird ab Herbst endlich eine Kindertagesstätte für 200 Kinder entstehen
Der Garagenkomplex in der Holbeinstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan kann ja die Schnecke auf der Klinke des Neuen Rathauses bewundern. Sie kommt langsam voran. Aber sie kommt voran. 2014 war das, als erstmals auf Vorschlag der Grünen über einen neuen Kita-Standort in der Holbeinstraße 58 in Schleußig diskutiert wurde. Jetzt endlich hat die Schnecke die ersten Runden hinter sich gebracht und das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule meldet: „In der Holbeinstraße 58 in Leipzig-Schleußig soll eine neue Kindertageseinrichtung mit 200 Plätzen entstehen.“
Biberzählung im Landkreis Leipzig: Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben an Mulde und Weißer Elster
Der Elbebiber fühlt sich an der Mulde wohl. Im Landkreis Leipzig haben sich zwischen 200 und 300 Nager angesiedelt. Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Für alle LeserAuch in Leipzig wurden ihre Spuren mittlerweile gesichtet – am Elsterbecken zum Beispiel und an der Paußnitz. Im Landkreis Leipzig werden die emsigen Wasserburgenbauer seit einigen Jahren systematisch gezählt. Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben im Landkreis Leipzig. Diese Einschätzung basiert auf einer Zählung, die von ehrenamtlichen Naturschutzhelfern und -helferinnen im vergangenen Winter vorgenommen wurde.
Very British: Eine herzhafte Liebeserklärung an die hierzulande kaum bekannte englische Küche
Carola Ruff: Very british. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich wäre ja derzeit die große Medienberichterstattung darüber fällig, wie der britische Premier Boris Johnson es nun schaffen will, Großbritannien aus der EU zu führen. Denn bis auf die feste Absicht auszutreten, liegt ja bislang immer noch kein einziger Umsetzungsvorschlag vor. Aber nun hat der Bursche selbst eine Corona-Infektion. Und ein kleines Büchlein macht jetzt – so völlig gegen den Trend – neugierig auf die so gern belächelte englische Küche.
Gastkommentar von Christian Wolff: Krise und Angst – Wir müssen aufpassen
Was ist das Wesentliche? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWir müssen aufpassen. Nicht nur, um einer möglichen Infektion durch das Coronavirus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg zu gehen. Wir müssen vor allem aufpassen, dass wir in dieser Krise Haltung bewahren. Als einzelne Bürger, als Gesellschaft, als Demokraten. Denn in krisenhaften Zeiten gehen die Maßstäbe schnell verloren. Vor allem dann, wenn sich Krise und Angst paaren und zu einem in uns wild wuchernden Gestrüpp zusammenwachsen.