Wie denken die sächsischen Direktkandidierenden vor der Wahl

Kandidaten-Check von Abgeordnetenwatch: Lobbyismus, Vermögenssteuer, Landarztquote, Kita …

Für alle LeserWorum geht es eigentlich bei der Sachsenwahl am 1. September? Geht es wirklich um Migration, wie die einen behaupten, eine Bewahrung von Heimat? Oder geht es um Kohleausstieg und Lösungen für den Klimawandel? Oder geht es gar um die Frage: Wer regiert wirklich – die gewählten Parteien oder die Lobby-Organisationen, die in Hinterzimmern ihre Interessen durchdrücken? Zumindest diese Frage stellte Abgeordnetenwatch den Direktkandidat/-innen der Parteien. Mit erhellendem Ergebnis.

Aber es überrascht nicht. So wenig, wie Petra Pinzler in ihrer Kolumne in der „Zeit“ am Donnerstag, 22. August, überrascht war, dass sich CDU- und CSU-Minister/-innen in der Bundesregierung mittlerweile recht offen für die Spezialinteressen einiger Großkonzerne einsetzen. Sie fragte sich halt nur, ob wir uns solche Parteien, die den Konzernen hinterherpolitisieren, überhaupt noch leisten können.

Denn wenn Konzerninteressen Politik machen, entsteht genau das, was wir in Deutschland seit 15 Jahren erleben: Es wird für den Steuerzahler immer teurer, für jedes Konzernversagen wird er doppelt und dreifach zur Kasse gebeten – für den vergeigten Atomausstieg (raus, rein, raus – bitte extra zahlen), die Bankenkrise (die kurzerhand zur Haushaltskrise der Staaten gemacht wurde), den Dieselskandal, das Mautdebakel, eine reformunwillige Landwirtschaftsindustrie … man wird ja gar nicht fertig damit.

Pinzlers Frage ist deutlich: Wer kommt eigentlich auf die Idee, CDU und CSU seien sparsame Parteien? Und folgerichtig ist auch, dass gerade diese beiden Parteien ihre Probleme mit Lobbyismus und Transparenz haben. Auch die CDU in Sachsen.

Das unabhängige Internetportal abgeordnetenwatch.de hat den Kandidaten-Check zur Sachsen-Wahl ausgewertet. Bislang 78 Prozent aller Direktkandidierenden haben sich den 18 landespolitisch relevanten Thesen gestellt. Wähler/-innen können als Entscheidungshilfe unter dem Kandidatencheck für Sachsen bei Abgeordnetenwatch ihre Ansichten mit denen der Direktkandidierenden des eigenen Wahlkreises vergleichen und herausfinden, mit wem sie wie häufig übereinstimmen. Dafür reicht die Eingabe der eigenen Postleitzahl.

Die Frage nach dem Lobbyismus

Die Sache mit dem Lobbyismus wurde in Frage 7 thematisiert: „Es soll ein verbindliches Lobbyregister geben, in dem u. a. Kontakte zwischen Interessenvertreter/-innen und der Politik veröffentlicht werden.“

Es ist die Frage, in der sich die Spreu vom Weizen trennt, in der die Kandidat/-innen Farbe bekennen, für wen sie eigentlich in den Landtag einziehen wollen – für die Wähler oder für die lobbytreibenden Unternehmen, zu denen in Sachsen unter anderem die großen Agrarbetriebe, die Kohlekonzerne und die Frachtfluggesellschaften gehören, um nur einige markante zu nennen.

Abgeordnete, die ihr Mandat wirklich ernst nehmen, legen solche Lobbykontakte transparent offen.

Aber das Ergebnis der Befragung steht für sich: „Ergebnis These 7: 76 % stimmen zu, 5 % lehnen ab, 19 % neutral . Im Bund bewegt sich das Thema langsam und auch auf Landesebene hat das Thema viele Fans: Wenn es nach dem Willen der allermeisten sächsischen Direktkandidierenden geht, sollte es ein verbindliches Lobbyregister geben, in dem unter anderem Kontakte von Interessenvertreter/-innen mit Politiker/-innen veröffentlicht werden. 76 Prozent aller Teilnehmenden sprechen sich dafür aus, über alle Parteien hinweg.

Grüne und Linke fast geschlossen mit 98 Prozent, die SPD mit 95 Prozent folgt dicht dahinter. Auch die Freien Wähler und die AfD-Kandidierenden sind mit 85 und 80 Prozent mehrheitlich für das Register, die FDP mit 63 Prozent ebenfalls, wenn auch knapper.

Die CDU-Kandidierenden positionieren sich zu 77 Prozent neutral.“

Das ist eine Frage, in der man nicht neutral sein kann. Neutral bedeutet: Man möchte gern weiter intransparent bleiben, nicht erklären (müssen), woher einige seltsame Entscheidungen und Gesetzesvorschläge kommen. Oder warum man bei Themen wie Flughafenausbau, Naturschutz und Kohleausstieg regelrecht abtaucht.

Wer schont die Vermögen der Reichen?

Und das passt natürlich auch zur eigenartigen Haltung der bürgerlichen Parteien zur Vermögensbesteuerung. Die meisten Sachsen haben in den vergangenen 29 Jahren überhaupt kein Vermögen aufbauen können. Und trotzdem scheinen sie mit glühender Überzeugung Parteien wählen zu wollen, die zuallererst Politik für die richtig Reichen machen.

Abgeordnetenwatch dazu: „Sollen große Vermögen stärker besteuert werden als bisher? Bis 1997 gab es auf Bundesebene bereits eine sogenannte Vermögenssteuer, seit der Abschaffung wird immer wieder darüber diskutiert. Große Ablehnung einer solchen Steuer kommt aus der FDP, CDU und der AfD mit jeweils 83, 81 und 74 Prozent. Auch die Direktkandidierenden der Blauen Partei sind gegen die Vermögenssteuer.“

Da wirkt natürlich noch immer Ronald Reagans altes Trickle-down-Märchen: Wenn man den Reichen mehr Geld lässt, dann tröpfelt das irgendwann auch mal zu den ganz Armen durch.

Was so nirgendwo auf der Welt je passiert ist. Das ist nämlich die Variante der Reichen, wie sie „Umverteilung“ verstehen.

Tatsächlich fehlt dieses Geld, das eben nicht wieder in Investitionen und Konsum fließt, dem Staat bei all seinen Aufgaben, die er auch für die Vermögenden absichert. Logisch, dass sozial denkende Parteien das ganz anders sehen: „Die Linke mit 100 Prozent und die SPD mit 98 Prozent Zustimmung sprechen sich für eine solche Besteuerung aus, die Grünen folgen mit 92 Prozent dicht dahinter. Auch die Freien Wähler sind mit 52 Prozent mit knapper Mehrheit dafür, 33 Prozent positionieren sich neutral.“

Natürlich hat Abgeordnetenwatch auch noch ein paar sehr sachsenspezifische Themen abgefragt.

Eine der Thesen handelte von der Landarztquote: Auf dem Land fehlt es häufig an Ärzt/-innen, die die Grundversorgung sicherstellen können. Dass eine Quote helfen kann, diesen Mangel zu beheben, findet mit 51 Prozent eine knappe Mehrheit der teilnehmenden Direktkandidierenden. Die meiste Zustimmung kommt hier von der CDU und der AfD mit 92 bzw. 89 Prozent, die Freien Wähler folgen mit 79 Prozent dicht dahinter. Die FDP ist mit 56 Prozent Zustimmung noch knapp dafür. Die Kandidierenden der Parteien sind sich hier nicht völlig einig: Obwohl 56 Prozent der SPD und Grünen und sogar 73 Prozent der linken Direktkandidierenden die Landarztquote ablehnen, sind bei der SPD immerhin 28 Prozent für die Maßnahme, bei den Grünen und Linken jeweils noch 21 Prozent.

Ein auch bundesweit viel beachtetes Thema ist die Abschiebung von Asylbewerber/-innen. Für eine konsequentere Umsetzung der Abschiebungen sprechen sich mit 54 Prozent eine knappe Mehrheit der Direktkandidierenden aus, ein gutes Viertel lehnt die These ab. Die Kandidierenden der CDU und AfD sind jeweils zu 100 Prozent für die These und fordern damit die konsequente Abschiebung. Auch die FDP-Kandidierenden sind mit 94 Prozent nahezu vollständig dafür. Bei den Freien Wählern sind es immerhin noch 86 Prozent. Die SPD positioniert sich zu 54 Prozent neutral. Die Linkspartei lehnt die These zu 85 Prozent ab, die Grünen noch mit 62 Prozent.

Soll der Kitabesuch in Sachsen für alle Kinder komplett kostenfrei werden? Eine Mehrheit von 55 Prozent stimmt der Forderung zu, ein Viertel lehnt sie ab. Zustimmung kommt zu großen Teilen aus der SPD (98 Prozent), der Linkspartei (95 Prozent) und der AfD (82 Prozent). Auch immerhin noch 68 Prozent der Freien Wähler wollen die Kitagebühren abgeschafft wissen. Mehrheitliche Ablehnung der These kommt mit 85 Prozent aus der CDU und noch zu 56 Prozent aus der FDP. Die Grünen positionieren sich zu 73 Prozent neutral – sie wollen zunächst mit den Gebühren die Qualität verbessern, bevor es ihrer Meinung nach um die Kostenfreiheit gehen kann. Diese Begründung führen auch zahlreiche Kandidierende aus anderen Parteien an.

Weiter sehr sachsenspezifische Themen sind die durchaus verbesserungswürdige Arbeit des Verfassungsschutzes (45 % stimmen zu, 29 % lehnen ab, 26 % neutral), das Abschussverbot für den Wolf (41 % stimmen zu, 41 % lehnen ab, 18 % neutral) und die von der SPD thematisierte Grundrente (75 % stimmen zu, 11 % lehnen ab, 14 % neutral).

Aber auch der Vorschlag, öffentliche Aufträge an ökologische und soziale Bedingungen zu knüpfen, kommt bei den meisten Direktkandidaten gut an (67 % stimmen zu, 14 % lehnen ab, 19 % neutral).

Und auf jeden Fall in Ostsachsen ein Mega-Thema ist die Frage „In der Lausitz haben der Erhalt des Industriestandortes und der Arbeitsplätze Vorrang vor Klimaschutzzielen.“ (29 % stimmen zu, 44 % lehnen ab, 27 % neutral).

„Die AfD ist die einzige Partei, die sich fast geschlossen für die These ausspricht – 97 Prozent der teilnehmenden Direktkandidierenden stellen den Erhalt des Industriestandortes über die Erreichung von Klimaschutzzielen. Die Grünen (98 Prozent), die Linkspartei (87 Prozent) und die SPD (65 Prozent) sind mehrheitlich für die Bevorzugung der Klimaschutzziele. Die Kandidierenden der CDU positionieren sich zu 71 Prozent neutral und wollen Wege finden, um beides gleichzeitig umzusetzen.“

Jeder kann seine Kandidat/-innen selbst überprüfen

„Vor der Wahl dient der Kandidaten-Check als Entscheidungshilfe für die Wahlkabine, nach der Wahl als digitales Wählergedächtnis“, so Christina Lüdtke. „Dann ist es interessant zu sehen, ob die Aussagen aus dem Wahlkampf noch zählen.“

Alle 439 sächsischen Direktkandidierenden haben auf abgeordnetenwatch.de/sachsen ein Profil erhalten. Hier können Bürger/-innen alle Bewerber/-innen öffentlich einsehen und befragen. Am Kandidaten-Check haben sich bislang 78 Prozent aller Direktkandidierenden beteiligt. Die Teilnahme ist bis kurz vor der Wahl möglich.

„Wir freuen uns über die rege Teilnahme – so können die Wähler/-innen für ihren Wahlkreis herausfinden, wer ihre Herzensthemen am ehesten vertreten kann“, erklärt Christina Lüdtke, Projektleiterin von abgeordnetenwatch.de. „Wer den Kandidaten-Check durchspielt, geht gut vorbereitet ins Wahllokal.“

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

abgeordnetenwatch.deLandtagswahlsltw19
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Am 20. September verwandelt der PARK(ing) Day wieder Leipziger Stellplätze in lebendige Aufenthaltsorte
PARK(ing) Day auch mal in der Petersstraße. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserAm Freitag, 20. September, findet nicht nur der große Klimastreik mit Demo in der Leipziger Innenstadt statt. Es ist auch gleichzeitig wieder der Internationale PARK(ing) Day, der auch in Leipzig seit Jahren von mehreren Akteuren genutzt wird, die mit kreativen Ideen zeigen, was aus sonst mit Autos zugeparkten Straßen eigentlich alles gemacht werden könnte.
Klasse Deutsch: Filmscreening im Rahmen der Interkulturellen Wochen Leipzig mit Gästen und Gespräch
Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Was ist der Unterschied zwischen „finden“ und „erfinden“? Wie funktioniert ein Wörterbuch? Und wer ist Albert Schweinsteiger? Die B206 ist keine herkömmliche Schulklasse und der Unterricht folgt daher auch nicht den herkömmlichen Mustern. Maximal zwei Jahre hat die Lehrerin Zeit, Kinder, die aus dem Ausland neu in die Bundesrepublik kommen, auf das deutsche Schulsystem vorzubereiten.
Wandern nur lauter junge Männer nach Sachsen ein?
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu unserem Beitrag „Eine Studie für Thüringen zeigt, was das Fehlen junger Frauen für Folgen für die Demokratie hat“ brachte Leser „Olaf“ mal wieder einen seiner gepfefferten Kommentare. Diesmal spitzte er sich in der Frage zu: „Ist es nicht vielmehr so, dass vorwiegend junge Männer hierher kommen? Hat da jemand Probleme mit dem wirklichen Leben?“ Zwei sehr suggestive Fragen. Aber die Antwort lautet in beiden Fällen: Nein. Auf zu den Fakten.
Das eigensinnige Kind: Ein Essay über das Drama des zur Anpassung gebrachten Kindes
Wolfram Ette: Das eigensinnige Kind. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Das eigensinnige Kind“ ist eigentlich ein Märchen, das die Brüder Grimm veröffentlicht haben. Eins der kürzesten und bedrückendsten – und damit wohl auch eins der wahrsten, das einen tiefen Einblick zulässt in die hochproblematische Dreiecksbeziehung Kind – Eltern – Gesellschaft. Denn wer kennt sie nicht, diese eigensinnigen Kinder, die immer wieder rebellieren gegen das Erzogenwerden und Bravseinmüssen? Die meisten waren selbst mal welche.
Reise nach Kenia oder AfD-Tolerierung: Die Sondierungsgespräche in Sachsen haben begonnen
Michael Kretschmer bei der umstrittenen Klimakonferenz am 22. Juni 2019 in Leipzig. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit der Landtagswahl besitzen CDU und SPD keine Mehrheit mehr. Weil Ministerpräsident Michael Kretschmer sowohl ein Bündnis mit der AfD als auch eine Minderheitsregierung ausgeschlossen hat, müssen die bisherigen Koalitionäre nun zusätzlich mit den Grünen reden. Am Montag, den 16. September, fand in Dresden das erste von planmäßig drei Sondierungsgesprächen statt. Mitte Oktober wollen die Parteien entscheiden, ob sie Koalitionsverhandlungen aufnehmen.
31-jähriger Mann wegen Totschlags angeklagt: Prügel-Exzess in Nachtclub endet fatal
Konnte keine Erklärung für seine Tat liefern: Deividas R. (r., neben Verteidiger Matthias Luderer) am Montag im Landgericht. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserSeit Montag befasst sich das Leipziger Landgericht mit einem Fall von Totschlag. Ein 31-Jähriger soll seinen WG-Kumpel nach einer feuchtfröhlichen Nacht in einer Bar so brutal verprügelt haben, dass er an den Folgen starb. Die Sachlage erscheint vor allem dank einer Überwachungskamera klar – das Motiv dagegen rätselhaft.
Ticketverlosung: New York, New York – Ein Amerika-Abend

Foto: Antonius

VerlosungAm Freitag, dem 27. September, Beginn 18 Uhr, lädt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Leipzig zu einem Amerika-Abend in das Café Eigler im Capa-Haus, Jahnallee 61, ein. Geboten wird neben typisch amerikanischen Snacks eine Lesung aus Franz Kafkas Roman „Amerika“, der die Situation eines europäischen Einwanderers bei der Ankunft im New Yorker Hafen schildert. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
Am 19. September: Leipzig zeigt sich. Begegnung im Alten Rathaus – Gespräch mit Meigl Hoffmann
Das Alte Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am Donnerstag, den 19. September, startet um 19 Uhr die Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe Leipzig: Zeigt sich! Begegnung im Alten Rathaus mit dem bekannten Kabarettisten Meigl Hoffmann.
Am 5.Oktober: Deutsch-deutsches Chorkonzert mit cantica nova (Holzkirchen) und madrigio (Leipzig)
© Kammerchor Madrigio

© Kammerchor Madrigio

Passend zum 30jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution findet die Begegnung der Chöre cantica nova (Holzkirchen) und madrigio (Leipzig) statt. Im Mittelpunkt steht dabei das gemeinsame Chorkonzert am 05.10.2019 um 17:00 Uhr in der Alten Börse Leipzig (Eintritt frei). Es werden u.a. Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Reger, aber auch von Lauridsen, Miškinis und Gjeilo erklingen.
Die Autokrise schwelt schon seit drei Jahren und Autobauer verlieren ihre Rolle als Motor der Wirtschaft
Sand im Getriebe vor der IAA. Foto: Jens Volle

Foto: Jens Volle

Für alle LeserWenn die Bosse der großen deutschen Autokonzerne auch nur ein wenig aufmerksam gewesen wären, dann hätten sie schon 2014 das Ruder herumgeworfen. Denn das, was jetzt am Wochenende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt passiert ist, ist auch der Automobil International (AMI) passiert. Nur etwas stiller. Nachdem kurzfristig reihenweise Autohersteller absagten, wurde die AMI 2016 abgesagt. Für immer.
globaLE Filmfestival: Venezuela, Israel, Deutschland
UT Connewitz. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Drei Veranstaltungen finden diese Woche wieder im Rahmen des Leipziger globaLE Filmfestivals statt. Diese Woche laufen Filme mit anschließenden Diskussionen in der Villa Davignon, im UT Connewitz und im Geschwister-Scholl-Haus. Der Eintritt ist jeweils frei.
Auch Gesundheit braucht eine gerechte Klimapolitik
Aufruf zum Klimastreik auf der Sachsenbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 20. September, werden tausende Menschen zum globalen Klimastreik unter dem Motto #AlleFürsKlima auf die Straße gehen. Die Leipziger Großdemo mit anschließendem Konzert startet um 15 Uhr am Augustusplatz. Und diesmal wird erstmals auch ein Block dabei sein, der bewusst macht, dass der Klimawandel auch dramatische Folgen für unser Gesundheitssystem hat.
AbL hofft beim neuen Bauernverbandspräsidenten auf mehr Bereitschaft zu Veränderungen
Feld in der Leipziger Aue. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 12. September wählte der Sächsische Landesbauernverband einen neuen Präsidenten. Nachfolger des mit 67 Jahren aus dem Amt scheidenden Wolfgang Vogel wurde Torsten Krawczyk, ein 44-jähriger Landwirt aus Großweitzschen/Ortsteil Westewitz (Landkreis Mittelsachsen), der bereits seit 2015 als SLB-Vizepräsident fungierte. Und selbst bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL) hat man jetzt die Hoffnung, dass sich in Sachsens Landwirtschaftspolitik etwas ändert.
Höchste Wahlbeteiligungen in Schleußig und Südvorstadt und ein Wahlkampf, dem das wichtigste Zukunftsthema fehlte
Wahlbeteiligung zur Landtagswahl am 1. September. Karte: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Karte: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Für alle LeserDie Landtagswahl ist zwar Geschichte. Aber nicht nur bei SPD und Linken diskutiert man darüber, warum man nicht besser abgeschnitten hat. Das Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig hat jetzt auch die Daten zu Wahlbeteiligung und Stimmenanteilen in den Wahlbezirken veröffentlicht. Schon am 1. September war ja deutlich, dass mit einer Wahlbeteiligung von 65,1 Prozent die Werte der vorherigen Wahlen deutlich übertroffen wurden.
The Show must go on: Prominente hinter der Bühne und die Frage nach dem Sinn in unserem Leben
Günther Klempnauer: The Show must go on. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas kommt dabei heraus, wenn ein journalistrisch arbeitender Pfarrer und Theologe mit berühmten Stars über den Sinn des Lebens, den Glauben und die Hoffnung spricht? Am Ende auch so ein Buch, das zumindest einige Prominente einmal von einer anderen Seite zeigt, einer nachdenklichen, aber auch verletzlichen. Denn auch erfolgreiche Menschen bleiben verletzlich. Und brauchen Trost und Halt.