Wie zwei Anschläge in Leipzig von ahnungslosen Politikern zum Scharfmachen missbraucht werden

Für alle LeserHalten wir ganz zu Anfang etwas ganz Wichtiges fest: Wer tatsächlich die Täter der Brandstiftung auf der GC-Baustelle in der Prager Straße und beim gewalttätigen Überfall auf die Prokuristin der Wassermühle Immobilien GmbH am 3. November waren, weiß bislang noch niemand. Weder das Landeskriminalamt, noch der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) und auch nicht Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister von Leipzig.
Anzeige

Es gibt mittlerweile zwei sogenannte Bekennerschreiben auf dem Portal Indymedia. Aber ob sie tatsächlich von den Tätern stammen oder die Täter auch diejenigen sind, die sich hier als Täter scheinbar „bekennen“, wissen LKA, Wöller und Jung ebenso wenig. Was übrigens der Grund dafür ist, dass das Landeskriminalamt am 8. November je 50.000 Euro als Belohnung ausgeschrieben hat, um überhaupt irgendeinen Zeugen für die jeweiligen Taten zu finden.

Wichtig: Misstraut Indymedia, auch gerade was die Seriosität der dort geposteten Inhalte betrifft.

Beim Landeskriminalamt weiß man das.

Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamtes Sachsen tappt im Dunkeln. Und es findet sich auf dem Fahndungsplakat des PTAZ wohlweislich kein einziges Wort zu Linksextremismus. Denn den Ermittlern ist sehr wohl bekannt, dass Indymedia kein klassisches Medienportal mit nachprüfbaren Quellen und redaktioneller Verantwortung ist. Und dass alles, was dort – meist ohne wirklich nachweisbaren Urheber – veröffentlicht wird, mit spitzen Fingern angefasst werden muss. Es ist kein Beweis und auch keine Arbeitsgrundlage für seriöse Ermittlungen.

Und deshalb wird auch so mancher ernsthafte Ermittler im PTAZ leise gestöhnt haben, als sich am 6. November gleich zwei CDU-Minister einmischten und die beiden Leipziger Vorfälle politisch instrumentalisierten, als sie im PTAZ eine Soko LinX gründen ließen. Wobei sogar bis heute die Frage steht, ob die beiden Fälle überhaupt in das PTAZ gehören, denn es ist nicht einmal geklärt, ob es sich dabei um politisch motivierte Straftaten handelt.

Nur so als kleine Muntermacher: In welche Richtung rennen eigentlich die Ermittler, wenn ihnen von vornherein gesagt wird, es handle sich um Linksextremismus? Jede professionelle polizeiliche Ermittlung geht erst einmal in ALLE möglichen Richtungen,nimmt ALLE Beweise und Spuren auf und schließt KEINEN Verdacht aus, bis sich tatsächlich eine belastbare Spur und ein wahrscheinlicher Täter ergibt.

Und ob das Problem in Leipzig zu Hause ist, ist ebenso fraglich. Die „Zeit“ rückt auch andere sächsische Vorfälle in diesen Zusammenhang.

Die beiden Minister äußerten einen völlig unbelegten Verdacht, als sie sich am 6. November so zu Wort meldeten und damit die politische Stimmung noch weiter anheizten:

Justizminister Sebastian Gemkow (CDU): „Ich bin schockiert angesichts des neuen Ausmaßes der Gewalt offenkundig linksextremer Straftäter. Die Täter schrecken sogar nicht mehr davor zurück, unbeteiligte Personen zu attackieren und zu verletzten. Das dürfen wir nicht dulden. Politischer Extremismus muss mit aller Härte und Entschlossenheit bekämpft werden. Die sächsischen Staatsanwaltschaften erhöhen den Ermittlungsdruck. Die zentrale Ermittlungseinheit der Generalstaatsanwaltschaft Dresden zur Bekämpfung extremistischer Straftaten wird künftig unmittelbar vor Ort in Leipzig vertreten sein und die Ermittler der Staatsanwaltschaft Leipzig unterstützen. Diese Teams werden eng vernetzt und auf kurzen Wegen mit der SoKo LinX zusammenarbeiten.“

Das Fahndungsplakat des Landeskriminalamts. Grafik: Freistaat Sachsen, LKA

Grafik: Freistaat Sachsen, LKA

Nur zur Ergänzung: Es ist weder belegt, dass man es mit „linksextremen Straftätern“ zu tun hat. Und schon gar nicht, dass es sich um „extremistische Straftaten“ handelt. Das könnte der Justizminister vielleicht hinterher sagen, wenn die Täter gefasst sind. Jetzt, da das LKA überhaupt noch nichts weiß, ist es eine Irreführung und Vorverurteilung. Was der studierte Jurist Gemkow eigentlich wissen müsste.

Und nicht besser sein Kollege Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller (CDU): „Gewalt gegen Menschen, Verwüstung von Baustellen und Aufruhr gegenüber der Staatsgewalt: Wir lassen es nicht zu, dass eine linksextremistische Szene den Rechtsstaat und seine Bürgerinnen und Bürger terrorisiert! Im engen Schulterschluss arbeiten Polizei und Justiz an der Aufklärung der begangenen Straftaten sowie der Aufdeckung und Zerschlagung krimineller Strukturen. Für mehr Effektivität in unserem Handeln bauen wir die bei der Polizei in Leipzig bestehenden Ermittlungseinheiten nun zur einer schlagkräftigen Soko LinX aus.“

Auch Wöller weiß nicht, wer da agierte. Wenn das LKA auch nur den geringsten belastbaren Verdacht hätte, würden schon längst ein paar Leute in Untersuchungshaft sitzen und die Wohnungen derselben mit Großaufgebot durchsucht worden sein. Nichts davon ist passiert. Denn: Sie wissen nichts.

Und die so agierenden Politiker wissen auch nicht, was sie tun.

Und diesen Vorwurf kann man auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung nicht ersparen, der in der letzten Zeit immer öfter zu einer seltsam emotionalisierten Wortwahl greift – und sich dabei vergreift. Auch er weiß nicht, wer die Täter waren.

Aber am 4. November war er einer der Ersten, der meinte, sich nicht nur zu dem Überfall auf die Prokuristin der Wassermühle Immobilien GmbH, sondern auch zu dem auf Indymedia aufgetauchten „infamen Bekennerschreiben“ (so die Meldung der Stadt) meinte, seine Meinung sagen zu müssen.

Burkhard Jung: „Die Grenze ist überschritten: die militante linke Szene schreckt auch vor Überfällen auf wehrlose Frauen nicht mehr zurück. Die von der linksextremen Szene verbreitete Mär, man sei nur gegen Sachen und staatliche Institutionen gewalttätig, nicht aber gegen Personen, ist entlarvt als das, was es immer war: eine Lüge. Erst brennen Barrikaden und Mülltonnen, dann werden Wehrlose angegriffen – der Weg zum politischen Mord ist nicht mehr weit, wenn der Rechtsstaat nicht mit allen Mitteln und aller Konsequenz eingreift. Wir müssen aufpassen, dass wir in der aktuellen Debatte um den rechten Terror den Linksextremismus und seine Menschenverachtung, die dem der Rechten nicht nachsteht, nicht aus dem Blick verlieren.“

Das ist so eine Worterhitzung, dass man einfach noch einmal betonen muss: Es geht um einen nicht aufgeklärten Brandanschlag auf eine Baustelle, der bis heute mehr Fragen aufwirft als Antworten bringt. Und es geht um einen gewalttätigen Angriff auf die Prokuristin der Wassermühle GmbH, deren Täter man bis heute ebenfalls nicht kennt.

Aber Jung blieb ja nicht der Einzige, der nichts Klügeres zu tun wusste, als die Stimmung anzuheizen.

Was hätte er sagen können? Er hätte sein Erschrockensein äußern können und sein Mitgefühl mit den Opfern. Und er hätte sich eine schnelle und gründliche Aufklärung von der Polizei wünschen können. Mehr nicht.

Aber er war nicht der Einzige, der meinte, aus zwei aufsehenerregenden Straftaten irgendwie politisches Kapital schlagen zu müssen.

Und auch für die Medienberichterstattung gilt: Solange nur Mutmaßungen und nicht belastbare Zuschreibungen zur Verfügung stehen, verbietet sich eine politische Instrumentalisierung. Und eine wie auch immer geartete Beeinflussung der polizeilichen Ermittlungen sowieso. Auch hier haben Gemkow und Wöller eine wichtige rote Linie überschritten. Sie hätten eine Soko Brandanschlag oder so ähnlich gründen können, die wirklich einmal mit mehr Leuten und Ressourcen die Baustellenanschläge in Leipzig untersucht hätte. Mit einem Ergebnis, von dem auch kein bekannter Bauinvestor bis heute weiß, was am Ende dabei herauskommt.

Aber heute ist ja jeder sein eigener Kommissar und kennt die Täter schon, bevor die Soko überhaupt ihre erste Beweisaufnahme abgeschlossen hat.

***

Hier ein paar Beispiele für gedankenlose Töne nach dem Überfall vom 3. November:

5. November: Frank Müller-Rosentritt, der neue Landesvorsitzende der sächsischen FDP: „Gewalt als Mittel zur Durchsetzung der eigenen Meinung ist absolut inakzeptabel. Demokratie ist ein Wettbewerb der Ideen, welcher mit Worten geführt wird. Wenn einige Teile der Gesellschaft zunehmend Gesetze brechen und sogar Menschen angreifen, um ihrer eigenen Meinung Gehör zu verschaffen, muss nicht nur der Rechtsstaat konsequent durchgreifen, sondern auch die Bevölkerung aufstehen. Nicht nur gegen Rechtsextremisten, sondern auch gegen Extremisten von Links! Um unsere Demokratie zu verteidigen, muss der Rechtsstaat bei diesen Antidemokraten konsequent handeln.“

6. November: Landesvorsitzender der Freien Wähler Steffen Große: „Wir freuen uns, dass die Staatsregierung eine unserer Forderungen aufgreift und neben der Soko Rex nun auch eine Soko LinX einrichtet. Wir halten es für wichtig, beim Extremismus auf beiden Augen hellwach zu sein. Auch Sachbeschädigungen und Gewalt sind keine Bagatelldelikte und müssen konsequent verfolgt und geahndet werden.“ Innenminister Wöller habe völlig recht. „Wir dürfen unseren Rechtsstaat und unsere Bürger nicht terrorisieren lassen – egal, ob die Angriffe aus dem links- oder rechtsextremistischen Lager kommen.“

9. November: „Wenn Fraktionen im Stadtrat Investoren als Spekulanten und Vermieter als Immobilienhaie diffamieren, dann ist das bereits ein Nährboden für das Anwachsen von Hass und Gewalt“, so Stadtrat Sven Morlok, Fraktion Freibeuter. Man müsse sich die Frage stellen, ob man in einer Demokratie oder einer Anarchie leben wolle. Die Freidemokraten verweisen auf die Vorbildfunktion, die die Stadträte und Bürgermeister für die Leipziger Zivilgesellschaft haben.

Bei allen inhaltlichen Differenzen und Herausforderungen müsse der gesellschaftliche Frieden in unserer Stadt oberste Priorität haben, fordert Natalie Mattikau, Kreisvorsitzende der FDP Leipzig. „Es ist doch für niemanden von der Hand zu weisen, dass unsere Stadt dringend zusätzlichen Wohnraum benötigt. Diejenigen, die diesen schaffen, zu Anschlagszielen zu machen und sich gleichzeitig über den angespannten Wohnungsmarkt zu beschweren, ist verlogen.“

Die Arbeit einer neugegründeten Sonderkommission gegen Linksterrorismus sei in jedem Fall zu unterstützen, es sei viel zu lange weggeschaut worden, so Mattikau. Gegen Gewalttäter, egal aus welchem politischen Milieu, müsse mit aller Härte, die der Rechtsstaat zu bieten hat, vorgegangen werden.

***

Die Stimmen der Mäßigung

5. November: Bruno Gerber, Geschäftsführer der Wassermühle Immobilien GmbH:

„Wir sind schockiert über den feigen Überfall auf unsere Mitarbeiterin. Nach vorangegangenen Drohungen und dem jüngsten Brandanschlag auf unsere Baustelle hat die Gewalt nun eine bislang völlig unbekannte Dimension in Leipzig erreicht. Dies können wir nicht wortlos hinnehmen. Wer Menschen attackiert und verletzt, hat keine Argumente für seinen Standpunkt, sondern folgt einer irregeleiteten Ideologie. Es fehlt selbst an Menschlichkeit, die eigentlich das Werte-Fundament unserer Gesellschaft darstellt. Zugleich verlieren die Täter jegliche Legitimation als Gesprächspartner, Gewalt war nie die Lösung eines Problems und wird es nie werden.

Wir von der Wassermühle Immobilien standen bisher und stehen weiterhin – trotz des schrecklichen Ereignisses – für einen offenen Diskurs auch bei unterschiedlichen Ansichten zu unseren Projekten. Aber Gewalt, in welcher Form auch immer, lehnen wir entschieden ab. Leipzig als Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution ist die Stadt, in der bisher alles möglich war – im positiven Sinn. Das macht den unglaublichen Reiz dieser Metropole aus und lässt seine Bewohner zu Recht stolz auf das Erreichte sein. Wir wünschen uns und Leipzig, dass sich die Zivilgesellschaft dieser wundervollen Stadt diesen besonderen Geist nicht durch Extremisten, von welcher Seite auch immer, zerstören lässt.“

4. November: Franziska Riekewald, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat:

„Die Linke Leipzig verurteilt den Überfall auf die Mitarbeiterin einer Leipziger Immobiliengesellschaft in ihrer Wohnung in Leipzig Wahren! Gewalt und derart schwere Straftaten können niemals eine Rechtfertigung für Gesellschaftskritik oder Protest aller Art sein. Auch wenn Die Linke Leipzig Luxussanierungen von Häusern kritisch gegenübersteht, ist ein Angriff mit einhergehender (schwerer) Körperverletzung ein absolut inakzeptables und fassungsloses Verhalten.“

Oliver Gebhardt, Sprecher für Ordnung und Sicherheit ergänzt: „Die Gewalt muss ein sofortiges Ende haben. Die Stadtgesellschaft muss dafür eintreten, dass sich die Spirale der Gewalt nicht weiterdreht. Angriffe auf Menschen lösen weder die Gentrifizierungsprobleme noch die soziale Benachteiligung in der Stadt. Diese Probleme können und müssen auf demokratischem Wege gelöst werden. Hierfür muss es endlich Bewegung auf allen politischen Ebenen geben.“

6. November: SPD-Innenexperte Albrecht Pallas zur Pressekonferenz von Innenminister Wöller und Justizminister Gemkow:

„Gewalt ist kein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele. Dagegen muss der Rechtsstaat konsequent vorgehen. Insofern sind die heute vorgestellten Maßnahmen angesichts von Brandanschlägen und Gewaltdelikten in Leipzig richtig. Nicht nachvollziehbar ist das unabgesprochene Vorgehen der beiden geschäftsführenden Minister Wöller und Gemkow während der laufenden Koalitionsverhandlungen. Solch ein Agieren sollte im Sinne der Vertrauensbildung künftig unterbleiben. Angesichts des bevorstehen OB-Wahlkampfes in Leipzig hat die ganze Aktion zudem den Beigeschmack eines Wahlkampfmanövers.“

6. November : Kerstin Köditz, in der Linksfraktion im Landtag zuständig für Innenpolitik:

„Ich wundere mich, wie viel Wirbel um Ermittlungen gemacht wird. Ich bin wie wohl die meisten Bürgerinnen und Bürger davon ausgegangen, dass diese schlichtweg stattfinden. Insofern ist klar, dass die heutige Präsentation vor allem den CDU-Parteiinteressen dienen soll, auch im OB-Wahlkampf in Leipzig. Dementsprechend werden wieder voraussetzungslos Personen und Organisationen für das Handeln anderer politisch in Haftung genommen.

Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung, Straftaten sind rechtsstaatlich zu ahnden. Wer die Gesellschaft verändern will, muss Mehrheiten gewinnen. Das gelingt nur friedlich. Alles andere ist – wenn auch unbeabsichtigte – Schützenhilfe für jene, die dann unter Verweis auf Straftaten Missstände übertünchen, etwa Verdrängung durch Mieterhöhungen und Luxussanierung.“

5. November: Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Leipziger Stadtrat:

„Körperliche Gewalt sowohl gegen Menschen als auch gegen Sachen sind keine Form demokratischer Auseinandersetzung. Wir Grüne verurteilen die Geschehnisse gegen die Prokuristin einer Leipziger Immobilienfirma auf das Schärfste, stellt sie doch einen direkten Angriff auf die demokratische Grundordnung dar.

Unsere Stadt steht durch die immer wieder sicht- und erlebbaren Nutzungskonkurrenzen aus Wohnen, Gewerbe, Kreativräumen, Grünflächen und der Verkehrsräume unter hohem Druck. Diese Nutzungskonkurrenzen gilt es im Einzelfall immer wieder neu auszuverhandeln, wofür wir auf die Unterstützung der Stadtgesellschaft in den Beteiligungsverfahren angewiesen sind.

Dazu gibt es sowohl bei der Entwicklung des Areals am ehem. Freiladebahnhof wie auch zum Stadtraum Bayerischer Bahnhof und anderen Entwicklungsgebieten entsprechende Bürgerbeteiligungsverfahren, in denen man sich mit sachlichen Argumenten einbringen kann. Die Menschen, die jetzt Gewalt gegen andere Menschen und Sachen ausüben, agieren mit kriminellen Mitteln außerhalb jeglicher demokratischer Legitimität.

Wir Grüne wissen um die mit dem rasanten städtischen Wachstum einhergehenden Probleme und Herausforderungen. Wir fordern daher immer wieder das grundlegende Prinzip ein, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und verbindlich in städtische Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse einzubeziehen und mitzunehmen und so Transparenz und Beteiligung zu gewährleisten.“

Kampf gegen „Linksextremismus“ in Leipzig: Strafanzeige ist raus

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

ExtremismusBrandanschlagPTAZ
Print Friendly, PDF & Email
 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Handlauf: Ein (Bilder-)Buch wie ein Schlüssel zum Werk des Malers Neo Rauch
Neo Rauch: Handlauf. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMaler sind keine Politiker, meist auch keine Philosophen und noch seltener Parteianhänger. Sie malen nicht, was erwartet wird. Oder ins Schema passt. Und meist provozieren sie auch nicht um des Provozierens willen. Deswegen stehen wir Zeitgenossen oft grübelnd und ein bisschen ratlos vor ihren Werken. Wer den Leipziger Maler Neo Rauch ein wenig verstehen möchte, für den wird dieses Buch wie ein Schlüssel sein. Ralph Keuning hat Rauch extra in seinem Atelier besucht.
„Allerlei China“ in der Galerie KUB am 27. September
Quelle: Konfuzius-Institut Leipzig e.V.

Quelle: Konfuzius-Institut Leipzig e.V.

Das Konfuzius-Institut Leipzig lädt am Sonntag, 27.9, zu einem bunten Kulturnachmittag in die Galerie KUB ein. Freuen Sie sich auf eine Kunstausstellung, einen Postkartenworkshop, Schnupperkurse zu asiatischen Bewegungskünsten, das Duo Seidenstraße und erleben Sie „Allerlei China“!
Der durstige Pegasus – Time to say goodbye!
Der durstige Pegasus, Bild: Pressematerial

Bild: Pressematerial

Am 15. März 2010 moderierte Elia van Scirouvsky zum ersten Mal den Durstigen Pegasus in der Moritzbastei – nun, im Oktober 2020, ist es Zeit für ihn, Abschied zu nehmen und die Zügel des Pegasus in jüngere Hände zu übergeben.
Donnerstag, der 24. September 2020: Polizei wegen Drohung und Corona-Listen weiter in der Kritik
Der grüne Landtagsabgeordnete Valentin Lippmann (Grüne) hat auch ein paar Fragen zum Verhalten eines Polizisten gegenüber Demoteilnehmer/-innen in Dresden. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenDer grüne Landtagsabgeordnete Lippmann erkundigt sich per Anfrage über Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit einer Drohung eines Polizisten in Dresden und die linke Abgeordnete Köditz arbeitet weiter die Weitergabe von Coronalisten an die Polizei auf. Außerdem: Leipzigs OBM Jung (SPD) äußert sich in einem DLF-Interview ausführlich zur Coronakrise. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 24. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Wir können streiken, auch mit Abstand!“: ver.di will Warnstreiks ausweiten
Die Gewerkschaft ver.di kündigt weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst an. Foto: ver.di

Foto: ver.di

Für alle LeserDie Zeichen stehen auf Streik: Seit Dienstag, dem 22. September, streiken in ganz Deutschland Beschäftigte des öffentlichen Diensts. Das betrifft unter anderem das Personal in Kliniken, Kitas, in der Pflege oder im öffentlichen Nahverkehr. Hintergrund der Arbeitsniederlegung war der für die Gewerkschaft ver.di enttäuschende Ausgang der zweiten Tarifverhandlungsrunde in Potsdam. „Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten war nichts zu spüren“, sagte ver.di-Chef Frank Werneke nach Ende der zweitägigen Verhandlung am vergangenen Wochenende. Nun könne allein mit guter Unterstützung, „das heißt mit wirklich vielen Warnstreiks in den nächsten Wochen“, die Chance bestehen, am dritten Verhandlungstermin zu einem angemessenen Ergebnis zu kommen, so Werneke.
Warum verschwinden Kleinverlage eigentlich vom Markt? Ist die Digitalisierung dran schuld?
Prof. Friedrich Figge. Foto: HTWK Leipzig

Foto: HTWK Leipzig

Für alle LeserDie Kleinverlage in Deutschland sind schon oft totgesagt worden, und in der Tat sinkt ihre Zahl von Jahr zu Jahr: Allein von 2.019 kleinen Verlagen im Jahr 2013 sank ihre Anzahl auf 1.850 im Jahr 2017. Das entspricht einem Rückgang um rund acht Prozent. Dennoch scheint sich diese Gruppe innerhalb der Verlagsbranche immer noch recht sicher zu sein, auch in Zukunft ein relevanter Teil der deutschen Kulturlandschaft zu sein, meint zumindest Prof. Friedrich Figge, seit 2004 Lehrstuhlinhaber für Electronic Publishing und Multimedia an der HTWK Leipzig.
Corona-Auswirkungen im Leipziger Haushalt: Das Jahresminus wird vielleicht bei 57 Millionen Euro liegen
Leipzig wird 2020 wohl erstmals seit Jahren wieder mit einem Minus abschließen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserRegelmäßig stellt Finanzbürgermeister Torsten Bonew seit einigen Jahren auch unterjährig die Finanzlage der Stadt dar. Die Ratsfraktionen bekommen einen dicken, ausführlichen Finanzbericht, der ihnen zeigt, ob Leipzig gut wirtschaftet, ob Zahlungsausfälle drohen oder Programme nicht umgesetzt werden. Im Corona-Jahr 2020 sind solche Berichte natürlich noch viel wichtiger. Brisant kann man eher nicht sagen, denn Leipzig hat in den letzten Jahren immer gut gewirtschaftet und auch Haushaltsüberschüsse erzielt.
Moderner Fahrstuhl in Betrieb genommen: Sächsische Akademie der Wissenschaften nun barrierefrei zugänglich
Staatssekretärin Andrea Franke, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, und Volker Kylau, technischer Geschäftsführer des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) begutachten den neuen Fahrstuhl. Foto: Marcus Karsten

Foto: Marcus Karsten

Für alle LeserEs hat eine Weile gedauert, aber jetzt hat auch die Akademie der Wissenschaften in ihrer alten Villa in der Karl-Tauchnitz-Straße das alte Haus weitgehend barrierefrei gemacht. Der wichtigste Baustein war ein Personenaufzug, dessen Fertigstellung die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zum Anlass nahm, ihn zusammen mit Staatssekretärin Andrea Franke in Betrieb zu nehmen.
Westflügel lädt am 26. September in die Krypta ein: Uraufführung für „3rd – Das Dritte“
3rd - Das Dritte. Foto: Joachim Fleischer

Foto: Joachim Fleischer

Für alle LeserAuf was man in diesen Zeiten so kommt. Zum Beispiel darauf, Flann O'Briens Roman „Der dritte Polizist“ noch einmal zu lesen. Oder die nächste Uraufführung im Westflügel zu besuchen, denn der hat von Katharina Muschiol „3rd – Das Dritte“ (Inszenierung: Joachim Fleischer) mit ins Programm genommen. Eine Geschichte, in der es um die Verlässlichkeit unserer Wahrnehmungen geht.
„Netzwerk Verkehrswende für Sachsen“ fordert mehr Einsatz von der Staatsregierung für nachhaltige Mobilität
Ralf Elsässer vom Landesverband Nachhaltiges Sachsen im Interview. Foto: Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V.

Foto: Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V.

Für alle LeserAuf einer Pressekonferenz im Sächsischen Landtag hat das „Netzwerk Verkehrswende für Sachsen“ am Dienstag, 22. September, einen stärkeren Einsatz der Landesregierung für nachhaltige Mobilität gefordert. Das neu gegründete Bündnis sächsischer Vereine und Verbände macht sich in einem aktuellen Positionspapier insbesondere für eine bessere Anbindung des ländlichen Raums und einen Ausbau der Radinfrastruktur stark.
Poesie & Narrheit: Das neue Poesiealbum neu ist ein vielstimmiges Bekenntnis zum unvergessenen Geburtstagskind
Poesiealbum neu: Poesie & Narrheiheit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDichter/-innen schlafen nicht. Dichter machen auch keinen Urlaub und gehen auch nicht ins Homeoffice. Denn der Ort, an dem sie sind, ist kein Büro. Sondern immer die Welt. Die Innen- und die Außenwelt. Sie kennen den Spagat und die Verwirrung, die entsteht, wenn Innen und Außen nicht zusammenpassen. Wenn die Welt verrückt wird, bekommen sie es als allererste mit. Und verzweifeln dran. Wie Friedrich Hölderlin, dem dieses Büchlein tatsächlich gewidmet ist.
Optik Rathenow vs. 1. FC Lok Leipzig 2:2 – Nächster Rückschlag für Lok
Lok-Keeper Jannes Tasche pflückt den Ball herunter. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Erneut hat der 1. FC Lok Leipzig eine Führung nicht über die Zeit bringen können. Das 2:2 (0:1) beim FSV Optik Rathenow war bereits das dritte Spiel in dieser Saison, das Lok trotz zwischenzeitlicher Führung nicht gewinnen kann. Außerdem fing sich Leipzig erneut ein vermeidbares Gegentor. Verspielte Führung und kuriose Gegentore – sie dominieren die blau-gelbe Gefühlslage in den letzten zwölf Monaten. Ziane und Pfeffer hatten zwischendurch die Partie beim Tabellen-Letzten gedreht.
Mittwoch, der 23. September 2020: Coronazahlen in Sachsen überschreiten rote Linien
Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVielleicht ist es nur ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Monate. In zwei sächsischen Landkreisen wurden Lockerungen zurückgenommen, weil die Zahl der Neuinfektionen kritische Höhen erreicht hat. In Leipzig sieht es noch relativ entspannt aus. Außerdem: Im Vogtland gibt es Streit um Alkoholverbote und in Weißenfels eine Razzia bei der Fleischindustrie. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 23. September 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Der Denkmalchor singt wieder und stellt neue CD vor
Denkmalchor Leipzig. Foto: Anne Hornemann

Foto: Anne Hornemann

Sechs Monate musste der Denkmalchor aufgrund der Corona-Pandemie pausieren. Am 25. und 26. September, jeweils 20.00 Uhr im Völkerschlachtdenkmal, meldet sich das Ensemble unter Philipp Goldmann mit einem besonderen Chorkonzert zurück. Neu ist nicht nur das Programm „FriedensHall“ sondern auch der Konzertort.
Das Ende für die Gusswerke Leipzig: Gläubigerausschuss beschließt Stilllegung zum 30. September
Über Wochen waren im Juni und Juli 2018 beide Werkszufahrten bei der Halberg Guss in Leipzig blockiert. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser2018 schlug die drohende Schließung von Halberg Guss in der Merseburger Straße hohe Wellen. Es gab Protestwachen, Schlichtungs- und Rettungsversuche. 2019 schien das Werk schon fast gerettet. Die Nachrichten wurden immer optimistischer. Doch die Krise in der deutschen Automobilindustrie beendet nun auch bei den Gusswerken Leipzig alle Träume. Denn wo die Zeit der spritbetriebenen Autos zu Ende geht, werden auch deutlich weniger Gussteile gebraucht. Am Dienstag verkündete Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch von Schultze & Braun das Ende.