Ein 2:0 gegen Braunschweig bringt RB Leipzig dem Aufstieg näher

Mit einer starken Leistung gegen Eintracht Braunschweig hat Zweitligaspitzenreiter RB Leipzig seine hohen Ambitionen untermauert und darf weiterhin als Topfavorit auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga gelten. Am Ende einer vor allem im ersten Durchgang chancenreichen Partie stand es 2:0 für den hoch überlegenen Gastgeber.
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Zum ersten Mal in seiner Geschichte startete Rasenballsport Leipzig ohne Winterzugang in die zweite Saisonhälfte. Stattdessen verließen zwei Spieler den Tabellenführer: Zsolt Kalmár wechselte per Leihe zu Ligakonkurrent FSV Frankfurt und auch RBL-Urgestein Tim Sebastian hat sich einen anderen Club in der 2. Bundesliga gesucht. Der Innenverteidiger, der 2010 nach Leipzig gewechselt war und seitdem 133 Spiele für die Rasenballer bestritt, läuft seit diesem Wochenende für den SC Paderborn auf. Bei der 0:1-Niederlage in Sandhausen kam er bereits über 90 Minuten zum Einsatz. Beide Profis hatten in dieser Saison kaum Spielzeit in der ersten Mannschaft von RB Leipzig erhalten.

Anders als der Kader änderte sich das Spiel der Rasenballer im Vergleich zur Phase vor der Winterpause überhaupt nicht. Von der ersten Minute an übernahmen die Rot-Weißen die Kontrolle. Nach einem Pass von Demme kam Linksaußen Forsberg bereits nach vier Minuten zum ersten Torschuss. Dieser wurde jedoch von einem Braunschweiger zur Ecke abgefälscht. Zehn Minuten später stand womöglich nur ein eigener Spieler der frühen Führung im Weg. Innenverteidiger Orban köpfte den Ball nach einer Ecke aus kurzer Distanz Richtung Tor, erwischte jedoch Mitspieler Ilsanker.

Von nun an kannte der Ball nur noch einen Weg: Richtung Gästetor. Die Leipziger waren fast immer wacher, schneller und entschlossener. Die Chancen kamen nahezu im Minutentakt: Kaiser per Seitfallzieher knapp neben das Tor (19.), Klostermann volley zur Ecke (21.), Kaiser frei vor Gikiewicz (23.). Weitere zwei Minuten später fand der Ball dann verdientermaßen den Weg ins Tor. Nachdem Poulsen einen Eckball von Kaiser passieren ließ, konnte Forsberg aus 15 Metern Entfernung zum 1:0 verwandeln.

Nur fünf Minuten später leistete sich der für gewöhnlich starke Braunschweiger Torhüter Gikiewicz einen schweren Patzer: Ein weiter Freistoß von Jung rutschte ihm über die Finger, so dass der neben ihm stehende Compper mühelos zum 2:0 einschieben konnte (35.). Kurz darauf jedoch ein Rückschlag für RBL: Keeper Coltorti musste ausgewechselt werden. Er hatte sich bei einem Zusammenprall verletzt. Ersatzmann Gulacsi kam für ihn aufs Feld.

Die Eintracht ließ sich in der ersten Hälfte nur selten in der gegnerischen Hälfte blicken. Einzig Khelifi sorgte gegen Ende der ersten Halbzeit für ein wenig Betrieb auf der rechten Seite. Eine Hereingabe in der 43. Minute setzte Hochscheidt knapp übers Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff waren es dann jedoch wieder die Leipziger, die fast für die Entscheidung gesorgt hätten. Bei einem von Forsberg vorangetriebenen Konter standen sich Sabitzer und Poulsen gegenseitig im Weg; letzterer scheiterte an Gikiewicz. Den Abpraller schnappte sich der heranstürmende Demme, der den Ball per Lupfer ins Tor heben wollte – stattdessen landete er jedoch darauf.

Nach einigen emotionalen Momenten in der Halbzeitpause, in der Tim Sebastian von Vereinsoberen und Fans verabschiedet wurde, startete Braunschweig engagiert in die zweite Hälfte: Rückkehrer Kumbela setzte den Ball per Kopf knapp neben das Tor der Leipziger (48.). Auch der Gastgeber startete mit einer guten Chance in den zweiten Durchgang: Eine scharfe Hereingabe von Kaiser fand den Kopf von Poulsen; von dort ging die Kugel jedoch knapp neben den linken Pfosten.

Es dauerte bis zur 75. Minute bis zur nächsten großen Gelegenheit – diese hatten erneut die Gäste. Den fälligen Freistoß nach einem Foul von Orban platzierte Omladic an den langen Pfosten. Dort verpassten jedoch gleich zwei Mitspieler den Ball. Es blieb die letzte nennenswerte Szene einer zweiten Hälfte, in der die Leipziger ihren Vorsprung souverän verwalteten.

Mit dem Sieg gegen Braunschweig behauptet RB Leipzig den Acht-Punkte-Vorsprung vor dem Relegationsplatz, den momentan der formstarke 1. FC Nürnberg belegt. Der Abstand zum zweiten Tabellenplatz beträgt nach der Niederlage von Freiburg in Bochum nun schon sechs Punkte. Am kommenden Freitag reist Leipzig zum FC St. Pauli, der heute sein Auswärtsspiel in Fürth gewinnen konnte und damit Anschluss an die Aufstiegsränge hält. Mehr als 2.000 Fans werden die Rasenballer nach Hamburg begleiten.

Die Statistik zum Spiel

RB Leipzig:
Coltorti (33. Gulácsi) – Klostermann, Orban, Compper, Jung – Demme (89. Khedira), Ilsanker – Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg – Poulsen (83. Quaschner)

Eintracht Braunschweig:
Gikiewicz – Ofosu-Ayeh, Decarli, Baffo, Reichel (C) – Omladic, Boland (77. Matuschyk) – Khelifi, Hochscheidt (46. Ademi), Zuck (63. Holtmann) – Kumbela

Schiedsrichter:
Felix Zwayer (Berlin)

Tore:
1:0 Emil Forsberg (24.), 2:0 Marvin Compper (31.)

Gelbe Karte:
Orban (6), Poulsen (4) | Boland (4), Decarli (3)

Zuschauer:
28.112

RBL
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