Nichts als warme Worte gab es für den 1. FC Lok nach dem Sachsenpokal-Finale gegen den Chemnitzer FC. Mit 2:1-gewann der Drittligist das Endspiel, das erstmals im Bruno-Plache-Stadion ausgetragen wurde und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. Vor 6.800 Zuschauern (ausverkauft) traf Frahn doppelt. Schinke besorgte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Hausherren, die klarer Außenseiter waren.

Lok-Präsident Jens Kesseler sprach wohl allen Fans des Probstheidaer Klubs nach dem Spiel aus der Seele. „Enttäuscht bin ich keineswegs, aber traurig.“ In der Tat: Das Sachsenpokal-Finale war nach dem zeitigen Klassenerhalt und Platz 10 in der Endabrechnung die Kirsche auf der „Saison-Torte“ für den 1. FC Lok, doch sie war schlecht. „Wir brauchen einen guten Tag und Glück, um gegen Chemnitz zu gewinnen“, hatte Heiko Scholz gebetsmühlenartig im Vorfeld des Spiels wiederholt. Lok hatte einen guten Tag, aber kein Glück.

Chemnitz machte zwei von fünf Großchancen rein, an vieren war Ex-Zweitliga-Profi Daniel Frahn beteiligt. „Wir wussten, wie gefährlich er ist, so einen Spieler haben wir eben nicht“ so Heiko Scholz nach dem Spiel. Frahn beschäftigte immer wieder die Lok-Viererkette, zog gegen Zickert und Surma ziemlich an den Ketten. Parierte Kirsten nach 19 Minuten im Eins gegen Eins glänzend, so hatte er eine Minute später keine Chance. Frahn dribbelte sich an Surma vorbei und traf zur Führung.

Felix Brügmann (Lok) gegen CFC-Kapitän Julius Reinhardt. Foto: Jan Kaefer
Felix Brügmann (Lok) gegen CFC-Kapitän Julius Reinhardt. Foto: Jan Kaefer

Leipzig hatte in der Anfangsphase viel „Ballett“ gemacht, den CFC unter Druck gesetzt, aber keinen Ball gefährlich aufs Tor gebracht. Der Ausgleich nach 33 Minuten entsprang daher auch einem Fehler im himmelblauen Spielaufbau: Brügmann, der den Verein wohl verlassen wird,  erkämpfte den Ball auf der linken Seite, Hanne und Schinke hatten Mühe, vor dem Tor den Ball unterzubringen. Schinke traf letztlich.

Der Ausgleich schockte den Drittligisten nur kurz, nach der Pause zogen die Gäste die Daumenschrauben merklich an. Nur Brügmann schnupperte im Strafraum kurzzeitig am Ball, der Rest war Chemnitzer Dominanz. Schon nach 70 Minuten hätten Frahn und Baumgart die neuerliche Führung besorgen können. Das übernahm 15 Minuten vor Schluss erneut der Ex-Babelsberger.

Paul Maurer (Lok) umkurvt den Chemnitzer Bjoern Jopek. Foto: Jan Kaefer
Paul Maurer (Lok) umkurvt den Chemnitzer Bjoern Jopek. Foto: Jan Kaefer

Auf das 1:2 fand Lok keine Antwort. Letztlich waren die Hausherren vor allem in der Offensive mittellos. Der sonst so effiziente Daniel Becker fand genauso wenig Mittel und Wege Richtung CFC-Gehäuse wie der zuletzt auftrumpfende Paul Maurer oder Regisseur Paul Schinke. Hanne und Watahiki versuchten viele Chemnitzer Angriffe „wegzulaufen“, was ihnen allerdings nur bis zur 60. Minute gelang.

„Ich bin stolz auf den Club und die Fans, auf das, was alle heute geleistet haben. Wir waren ein fairer Verlierer und unsere Fans haben für eine sensationelle Stimmung gesorgt“, freute sich Kesseler schließlich zu Teilen. Die 5.600 Lok-Fans applaudierten ihren vertränten Lieblingsspielern, die sich auf eine kleine Ehrenrunde begaben, während Sven Köhler kurz am Chemnitzer Fanblock vorbeihuschte und durch das große Stadiontor verschwand. „Ich musste einfach nur mal pullern“, gestand der scheidende Chemnitzer Trainer.

Seine nun Ex-Mannschaft kann sich auf den DFB-Pokal freuen und auf zusätzliche Einnahmen. Die braucht man in der Stadt mit dem Karl-Marx-Nischel dringend. Bis zum 2. Juni muss der Klub beim DFB 4,6 Millionen Euro an Einnahmen nachweisen. Für die Gäste war dieses Finale kein Bonus, sondern eine Pflicht.

Mit einem knappen 2:1-Erfolg gegen Leipzig sicherte sich der CFC einmal mehr den Sächsischen Landespokal. Foto: Jan Kaefer
Mit einem knappen 2:1-Erfolg gegen Leipzig sicherte sich der CFC einmal mehr den Sächsischen Landespokal. Foto: Jan Kaefer

Die Statistik zum Spiel:
www.fussball.de/spiel/1-fc-lokomotive-leipzig-chemnitzer-fc/-/spiel…

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