1. FC Lok vs. VfB Auerbach 3:1 – Lok ist der Sieger des Spieltags

Für alle LeserMit einem 3:1 (2:0) gegen den VfB Auerbach hat der 1. FC Lok seine Chancen auf den Aufstieg in Liga 3 für den Moment verbessert. Die Probstheidaer lagen durch Tore von Schinke und Pfeffer nach 22 Minuten 2:0 in Front, gaben zwischendurch Spielanteile ab ehe ein Tor von Djamal Ziane in der Schlussphase den Dreier vor 2.580 Zuschauern sicherte. Weil die direkten Konkurrenten VSG Altglienicke (1:3 gegen den Berliner AK) und Energie Cottbus (2:2 gegen Viktoria Berlin) ihre Heimspiele nicht gewannen, hat Lok nach Punkten zu diesen aufgeschlossen. Alle drei rangieren nun mit 41 Zählern an der Liga-Spitze, wobei Altglienicke ein Spiel mehr absolviert hat.
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Von Anbeginn legte sich die Lok, die ohne den gelbgesperrten Urban, den geschonten Leon Heynke und den verletzten Patrick Wolf (Muskelfaserriss) antrat, mächtig ins Zeug, hätte schon beizeiten führen können. Zunächst lenkte der Urban-Ersatz Peter Misch, der seine Rolle als Statthalter für Urban abgeklärt ausfüllte, einen Schinke-Freistoß unglücklich ab, dann traf Schulze die Latte, Steinborns Hackenball landete auf dem Netz und Ziane traf freistehend aus 12 Metern den Ball nicht richtig. Zudem parierte Stefan Schmidt im Auerbacher Tor einen Kopfball des Topstürmers des FCL sehenswert.

Die Gäste, die ohne den gelbgesperrten besten Torschützen der Liga, Mark-Philipp Zimmermann auskommen mussten, verwechselten Abwarten mit Passivität, ließen Lok viel gestalten und erhielten dafür letztlich die Quittung. Schinke veredelte einen schnellen Vorstoß nach 19 Minuten zur Führung, Pfeffer nutzte eine Unaufmerksamkeit nach einem Standard und traf freistehend aus Nahdistanz.

Das Trikot von Sascha Pfeffer (Lok) hielt dem Reißtest von Marcel Baude (Auerbach) stand. Foto: Jan Kaefer

Das Trikot von Sascha Pfeffer (Lok) hielt dem Reißtest von Marcel Baude (Auerbach) stand. Foto: Jan Kaefer

Fortan wachten die Gäste etwas auf, störten früher und aggressiver, aber Lok ließ sich davon nicht beirren. Die neuformierte Defensive mit Misch und Zickert in der Innenverteidigung und Schulze auf links sowie Niklas Brandt, erstmals von Anfang an dabei, und Salewski auf der 6 agierte aufmerksam. Guderitz im Tor strahlte Sicherheit aus. Nichts deutete daraufhin, dass der VfB Auerbach, der einstige Angstgegner, der aber von den letzten sieben Aufeinandertreffen vier verloren hat, Lok noch in die Suppe spucken könnte.

Peter Misch (Lok) im Kopfballduell. Foto: Jan Kaefer

Peter Misch (Lok) im Kopfballduell. Foto: Jan Kaefer

Doch wie schon in Cottbus kassierten die Blaugelben sieben Minuten nach der Pause den Anschlusstreffer. Brandt wollte einen Ball vor dem Seitenaus retten und spielte ihn direkt Alexander Morozow in die Füße, nach einer weiteren Station traf der eingewechselte Thomas Stock. Überhaupt war Stock fortan auffällig, Auerbach war nun aktiv. „Mit dem Tor haben wir die Spannung hochgehalten, davor waren wir ängstlich“, konstatierte Auerbachs Trainer Sven Köhler nach dem Spiel.

Lok wirkte etwas nervös, gab Spielanteile an die Gäste ab, aber „ich kann mich an keine echte Torchance der Auerbacher erinnern“, gab Lok-Kapitän Robert Zickert anschließend auf der Lok-Homepage zu Protokoll. Es gab auch tatsächlich keine. Warum Lok dennoch weniger Esprit versprühte, konnte Ziane ebenda locker erklären. „Wir können nicht wie die ersten 30 Minuten Powerplay spielen und die anderen sind auch Fußballer und keine Handballer. Sie hatten nichts mehr zu verlieren.“

Nach 20 ereignisarmen Minuten brachte Wolf unter dem Jubel der Zuschauer erst Ishmael Schubert-Abubakari und dann Stephane Mvibudulu, die gemeinsam das Spiel hätten entscheiden können. Mvibudulu hob den Ball aber nach Einzelleistung von Schubert-Abubakari aus fünf Metern über das Tor.

Ishmael Schubert-Abubakari brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind ins Lok-Spiel. Foto: Jan Kaefer

Ishmael Schubert-Abubakari brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind ins Lok-Spiel. Foto: Jan Kaefer

Letztlich entschied Ziane das Duell endgültig unter freundlicher Mithilfe Robert Zickerts und Auerbachs Kapitän Marcel Schlosser. Zickerts Abschluss aus 16 Metern wurde so abgefälscht, dass er bei Ziane landete, und weil Schlosser nach der Ecke vergessen hatte, den eigenen Pfosten loszulassen, stand Ziane fünf Meter vor dem Tor vollkommen frei und drosch den Ball handlungsschnell ins Tor.

Weil die Zuschauer im Stadion die Zwischenstände auf den anderen Plätzen kannten, wurde selten ein 3:1 gegen Auerbach so bejubelt wie an diesem Sonntag. Allerdings kritisierten Kapitän Robert Zickert, Djamal Ziane und Wolfgang Wolf die Zuschauer unisono. „Nach dem 2:1 wurde die Mannschaft wieder nervös, leider wurden die Zuschauer auch nervös. Ich brauche die Fans nicht nach dem 3:1, sondern wenn es gerade nicht läuft“, so Wolf, der in den Schlussminuten noch Max Pommer zur Rückkehr verhalf.

Überhaupt konnte sich Lok trotz gesperrter und verletzter Spieler den Luxus erlauben, weitere Spieler aus dem Kader zu streichen. „Die Jungs hinten dran brennen und geben Gas, das ist nicht selbstverständlich“, so Ziane. Und so konnte Lok auch den Ausfall von Urban, Wolf und Heynke kompensieren. Kommende Woche Sonnabend gastiert die Wolf-Elf bei Optik Rathenow.

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