Leipziger GlobaLE Filmfestival diese Woche: Gelbwesten, Cran Canal und Räterepublik

Diese Woche lädt das globalisierungskritische Leipziger Filmfestival die Leipzigerinnen und Leipziger wieder an drei Abenden zu Dokumentarfilmen und Diskussionen ein. Diesmal ist die Reihe in Plagwitz und Lindenau zu Gast und zeigt spannende Filme im Neuen Schauspiel, in der Heilandskirche sowie im Felsenkeller.

Am Montag, 14. September läuft um 20 Uhr im Neuen Schauspiel (Lützner Straße 29) der französische Dokumentarfilm „Je veux du soleil – Auch ich will Sonne“ (FR 2019, orig.m.dt.UT) von Gilles Perret und François Ruffin. Links, rechts, militant, staatszerstörend, chaotisch – das Bild der „Gilets jaunes“ in der Presse ist diffus und oft negativ. Jeder stellt die Gelbwesten in eine andere Ecke. Die Verwirrung ist groß.

Aber niemand kann die Geschichte glaubhafter erzählen als die Aktivistinnen und Aktivisten selbst. Im Anschluss wird die Aktivistin und Journalistin Marie-Dominique Vernhes auf die aktuelle Situation im Nachbarland eingehen und mit dem Publikum diskutieren.

Am Mittwoch, 16. September um 20 Uhr ist die GlobaLE zu Gast in den Räumen der Heilandskirche in Plagwitz (Weißenfelser Straße 16) und zeigt den Dokumentarfilm „Perro“ (Nicaragua, BRD 2019). Durch den geplanten Bau des fast 300 Kilometer langen Gran Canal in Nicaragua, droht 120.000 Menschen die Zwangsumsiedlung.

Auch Perro aus der indigenen Gemeinde Bangkukuk muss in die Stadt umziehen. Der Film zeigt, wie der Kanalbau Menschen entwurzelt. Anschließend werden die Filmemacherinnen Lin Sternal (Regie) und Julia Hönemann (Kamera) mit dem Publikum diskutieren.

Am Donnerstag, 17. September lädt die GlobaLE um 20 Uhr in den Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32) zum Dokumentarfilm „Rote Räte“ (BRD 2019). Im Jahr 1918 wurde in Deutschland der Ruf nach einer besseren Gesellschaft unüberhörbar laut. Nach dem Sturz der Kaiserherrschaft forderte die Bevölkerung einen Neuanfang: mehr Mitbestimmung, mehr Gleichberechtigung, mehr Freiheiten.

Besonders in Bayern entstand nach der Revolution ein regelrechtes Labor der Demokratie – sowohl mit basisdemokratischen als auch sozialistischen Experimenten. Und mit weitsichtigen Initiativen. Bis zur Diffamierung und blutrünstigen Niederschlagung durch die konservative Gegenrevolution.

60 Jahre später hat der Regisseur Augenzeugen der Münchener Räterepublik nach ihren Erlebnissen und Einschätzungen befragt. Diese erst kürzlich restaurierten Videoaufnahmen bilden die Grundlage des Films über die Geburt der Demokratie in Bayern. Anschließend Diskussion mit Heinz Ahlreip (Rote Hilfe).

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist jeweils frei. Die Reihe findet bereits seit 31.Juli statt und geht noch bis zum 7. November. Die GlobaLE

Das komplette Programm mit den Filmbeschreibungen und weiteren Informationen findet sich auf der Webseite www.globale-leipzig.de

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 82: Große Anspannung und Bewegte Bürger

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