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Man hätte auch schreiben können „Der Flugzeugbau ist zurück in Sachsen“ oder ähnliches, in Zeiten wie diesen erschienen dem Autor aber die Arbeitsplätze wichtiger. Trotz alledem ist die Rückkehr des Flugzeugbaus an den sächsischen Standort, nicht nur aus geschichtlicher Sicht, bemerkenswert. Das wurde auch in den Ausführungen der verschiedenen Akteure aus Wirtschaft und Politik deutlich.

Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon.

Schöner als in der Simulation letztes Jahr, die Produktionshalle der Deutschen Aircraft in Schkeuditz. Foto: Thomas Köhler

So drückte sich der CEO der Deutschen Aircraft Nico Neumann in seiner Keynote aus, als er über die Entwicklung des neuen Regionalflugzeuges D328eco sprach, man kann das aber auch für die Entwicklung des Standortes Schkeuditz sagen. Im November 2025 schrieb ich dazu: „Obwohl es 2017 so aussah, als ob das Projekt scheitern würde, erfolgte im Mai 2023 der erste Spatenstich für das neue Werk der Deutschen Aircraft. Hier soll, in der Nähe des Flughafens Halle-Leipzig, ab 2026 das neue Regionalflugzeug D328eco gebaut werden. Ende 2025 beginnt das Recruiting für die Arbeitskräfte, obwohl eigentlich ist es schon in vollem Gange.“

Am 29. September 2026 wurde die Final Assembly Line (FAL) in Schkeuditz feierlich eröffnet, der Marathon geht aber weiter.

Zum Stand 29.9. sind von den 350 erst etwa 25 Arbeitskräfte, das Kernteam, am Start, die große Halle ist noch weitgehend leer und bis zum Zieleinlauf, dem ersten Start einer in Leipzig gebauten D28eco, wird es wohl noch etwa ein Jahr dauern.

Bühne frei, es geht los. Nico Neumann, der CEO bei seiner Keynote. Foto: Thomas Köhler

Luftfahrt in der heutigen Zeit?

Es lässt sich aus verschiedensten Gründen über die Notwendigkeit der Produktion neuer Flugzeuge streiten, es gibt aber gute Gründe diese selbst zu bauen. So betonte Nico Neumann, dass der Bau am hiesigen Standort etwas mit Resilienz und Souveränität zu tun hat. „Resilienz und Souveränität ist kein Thema, was ich kaufen kann, wenn ich es brauche. Resilienz und Souveränität ist etwas, was ich aufbauen muss, was ich wachsen lassen muss, damit ich es habe. Und ich glaube, wir sind genau an diesem Punkt jetzt hier, wo wir mit deutschen Aircraft sind. Es ist eine wahnsinnige Möglichkeit, diesen kompletten Flugzeugbau im CS25-Segment zurück nach Deutschland zu holen.“

Vielleicht wird es nicht allen gefallen, aber die D328eco wird auch im militärischen Bereich ihre Anwendung finden. Wie Neumann ausführte ist das auch beim Vorgängermodell so: „Wir haben heute schon mit unserer Legacy-Flotte, wir sehen drei Flieger hier vor der Tür, rund 30 % im Einsatz für Multimission. Ob das Flüge bei Frontex sind, ob das Flugzeug bei den Special Forces in der US Air Force sind. Mit der höchsten Einsatzquote der kompletten US Air Force ist dieser Flieger unterwegs.“

Es ist noch keine D328eco die hier steht, die D328-Legacy ist aber auch schön. Foto: Thomas Köhler

Allerdings noch nicht bei der Bundeswehr, dafür wirbt Nico Neumann noch. „Ich frage mich aber gleichzeitig, warum ist dieser Flieger in Deutschland nicht im Einsatz im Multimission-Segment? Ich glaube, da müssen wir so ein bisschen stärker fragen, wie können wir die deutsche Industrie mit dem Aufbau, den wir auch in der Verteidigung brauchen, um die richtige Anschaffung zu haben, unterstützen.“

Das Haupteinsatzgebiet des Flugzeuges ist aber ziviler Natur. Es wird auch kein Militärflugzeug speziell gefertigt, diese werden nur ohne Kabinenausstattung ausgeliefert.

Die Feier

Selbstverständlich gab es zuerst die Keynote von Nico Neumann, eine Videobotschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Keynotes von Christian Hirte aus dem Bundesverkehrsministerium, Dirk Panter, dem sächsischen Wirtschaftsminister, Marie-Christine von Hahn, der Hauptgeschäftsführerin des BDLI und Götz Ahmelmann, CEO der Mitteldeutschen Flughafen AG. Des Weiteren gab es eine Podiumsdiskussion.

Die Halle ist gut gefüllt, es ist aber noch genug Platz bei der enormen Größe. Foto: Thomas Köhler

Man kann nicht auf alles dort Gesagte eingehen, wir haben aber einige Stimmen im Nachhinein gesammelt. Dazu mehr im Video.

Der Standortleiter

Sebastian Böhnl leitet den neuen Standort der Deutschen Aircraft, sein tatsächlicher Titel ist Vice President Operations & Production Deutsche Aircraft. Herr Böhnl sprach beim Interview im Dezember davon, dass die erste D328eco im Jahr 2026 hier produziert wird, wir haben dazu nachgefragt.

Noch ist die Halle relativ leer, die Anlagen kommen später. Foto: Thomas Köhler

Die Belegschaft

Das Kernteam ist bereits vor Ort, sie arbeiten am Aufbau der Produktionsanlagen und sollen im weiteren Aufbau die neu eingestellten Arbeitskräfte anleiten. Im Dezember 2025 beteiligte sich ein Auszubildender der Deutschen Aircraft, Bendix Hitziger, zu dem Zeitpunkt noch im Stammwerk beschäftigt, an unserer Aktion „Wenn Leipziger/.innen träumen“. Inzwischen ist Bendix wieder in Leipzig, gehört zum Kernteam und wir sprachen mit ihm.

Fazit: Es wird noch etwa ein Jahr dauern, bis die erste Maschine am neuen Standort abheben kann. Für die Region Leipzig-Halle ist die FAL der Deutschen Aircraft jedenfalls ein Gewinn. Es entstehen hochwertige Arbeitsplätze und vielleicht auch noch weitere Anschlussunternehmen, wer weiß das schon.

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