„The same procedure as last year? Every year, James!”

ÖPNV kennt erneut nur eine Richtung: Rauf mit den Preisen ab 1. August 2017

Für alle LeserDie Gesellschafterversammlung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) hat am Montag den 20. März das getan, was sie immer tut, wenn der Frühling kommt: eine neue Preiserhöhung der Fahrtarife im ÖPNV und damit auch für die Leipziger Verkehrsbetriebe, selbst Gesellschafter des Verbunds, beschlossen. Auch gleich ist der 1. August, dieses Mal 2017 nach 2016, 15, 14 usw.. Gründe, welche der MDV in seiner Mitteilung zu den neuen Zahlen mitteilte, gibt es sicherlich.

Doch der eine große Grund muss wohl immer wieder genannt werden: der ÖPNV ist steuerlich unterfinanziert und so muss der Fahrgast weiter immer mehr zahlen. Von der Erhöhung sind in Leipzig nun alle Fahrkarten außer dem Stundenticket, der Kurzstrecke und der „4-Fahrten-Karte für Kinder“ betroffen.

„Tarifliche Anpassungen nötig – MDV investiert in Zukunftsfähigkeit des Verbundgebietes“ ist die Erhöhungsrunde dieses Jahr überschrieben. Logisch letztlich, die grundlegenden Lösungen sind noch in der Debatte, die sechs Vorschläge, die Finanzierungsmisere (auch) der LVB zu ändern, sind als wenig tauglich dennoch gerade erst im Stadtrat „zur Kenntnis“ genommen worden. Ein Nahverkehrsplan soll bis 2018 entstehen und wird, wie die Finanzierungsdebatte rings um den ÖPNV noch locker das ganze Jahr 2017 dauern.

Der 1. August 2017 liegt damit sozusagen „ungünstig“, vor eventuellen Neuregelungen grundlegender Natur und irgendwoher muss das Geld bei LVB, HAVAG und den anderen Verkehrsanbietern kommen. Und so hieß es weiter am Montag seitens des MDV: „Die Preise für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Verbundgebiet steigen dabei vorbehaltlich der Zustimmung der Genehmigungsbehörden ab 1. August 2017 in den Großstädten Halle und Leipzig um durchschnittlich 3,5 Prozent. In den Landkreisen und Mittelzentren ist eine Steigerung um durchschnittlich zwei Prozent nötig.“ (MDV-Preise ab 1. August 2017 (PDF) & am Ende des Artikels).

Das Eingeständnis, dass damit erneut nichts wirklich besser wird, folgt jedoch auf dem Fuße. „Die Preisanpassung ist unumgänglich, um die Leistungen und das Angebot von 80 Millionen Fahrplankilometern im gesamten Verbundgebiet in mindestens gewohnter Qualität für alle Fahrgäste fortführen zu können und die Kostensteigerungen auszugleichen.“

Und man brauche auch weiterhin qualifizierte Mitarbeiter, die tariflich also fair zu bezahlen sind, moderne Fahrzeuge, um die steigenden Lasten an Fahrgästen herumzufahren und auch „neue und moderne Ticketautomaten“.

Es scheint sich um ein Naturgesetz zu handeln

Wer sich die Begründungen der vergangenen Jahre anschaut, wird schnell den Eindruck bekommen, dass es immer die gleichen (richtigen) Begründungen sind, die für die jeweiligen Preissteigerungen herhalten mussten. Weshalb das Wort „zukunftsfest“ ein wenig irrlichternd in der Mitteilung des MDV wirkt. Im ganzen Satz: „Ein zukunftsfester Nahverkehr erfordert Investitionen in moderne Fahrzeuge und Infrastrukturen zum Nutzen der Kunden.“

Dies ist er nicht, auch nicht mit der jetzigen erneuten Preisschraube. „Zukunftsfest“ heißt eben nicht, nur das Bestehende erhalten zu können, im Zweifel mal eine Strecke rückbauen zu müssen, wie nach Markkleeberg und dafür – alles auf Leipzig bezogen – in einem Jahr die Normalfahrten anzuheben, dann im nächsten die Abopreise und dann wieder die Normalfahrten oder eben gleich alle Preise.

Doch die „durchschnittlich 3,5 Prozent“ in den Städten Halle/Saale und Leipzig sind angesichts einer Inflationsrate im Jahr 2016 von 0,5 Prozent und nun im Januar/Februar nach einem kurzzeitigen Sprung von um die 2 Prozent eben über den durchschnittlichen Einkunftssteigerungen der Leipziger. Noch, man kann ja auch darauf hoffen, dass es für das eine oder andere Einkommen in diesem Jahr bergauf geht, die Prognose für die Inflationsrate 2017 in Deutschland liegt derzeit bei 1,5 bis 2,5 Prozent.

Bleibt wohl einzig die Hoffnung, dass aus den bislang noch eher mäßigen Vorschlägen zur besseren Finanzierung des ÖPNV mehr wird, als eine laue Debatte und sich möglichst viele mit Ideen einbringen. Denn das Jahr 2018 ist nicht weit.

Die Maßnahmen nach Städten

Leipzig Die Preise für Einzelfahrkarten und 4-Fahrten-Karten bleiben stabil. Tages-, Wochen- und Monatskartentarife werden moderat angepasst. Die Preise für Abonnements werden ebenfalls angehoben, wobei das ABO Flex preisstabil bleibt.

Halle Die Preise für Kurzstrecken und die 4-Fahrten-Karte Kurzstrecke bleiben konstant. Die Preise für Tages-, Wochen- und Monatskarten werden moderat angepasst. Die Preise für Abonnements werden ebenfalls angehoben. Die Produkte MiniCard und MaxiMobilCard werden durch eine neue Schülerkarte abgelöst. Sie bietet Schülern durch eine verkürzte Vertragslaufzeit von 6 Monaten nun mehr Flexibilität.

Landkreise und Stadtverkehre in den Mittelzentren Die Preise in den Landkreisen und  Stadtverkehren in den Mittelzentren steigen im Schnitt um zwei Prozent. Dabei bleiben die Preise für die Einzelfahrkarten, für die 4-Fahrten-Karten sowie für die Tageskarten in Altenburg, Borna, Colditz, Grimma, Schmölln und Wurzen unverändert.

Allgemeine Änderungen

Erweiterung des Ticketsortiments Über ein völlig neues Angebot dürfen sich all diejenigen freuen, die für Erledigungen, Besuche oder Ausflüge längere Strecken zurücklegen. Das MDV-Hopperticket ist für eine Hin- oder Hin- und Rückfahrt gültig und exklusiv über die Handy-App easy.GO erhältlich. Es ist von Montag bis Freitag  ab 9 Uhr bis 4 Uhr des Folgetags und am Wochenende und feiertags ganztägig gültig.

Es können bis zu drei eigene Kinder oder Enkelkinder bis 13 Jahren mitgenommen werden. Das MDV-Hopperticket gilt für eine Fahrstrecke von bis zu sechs Tarifzonen in allen Nahverkehrsmitteln im MDV.

Beförderungsbedingungen nun sachsenweit einheitlich Die Gesellschafterversammlung des MDV hat heute ebenfalls eine Änderung der Beförderungsbedingungen beschlossen. Damit harmonisiert der MDV seine Beförderungsbedingungen mit denen der anderen sächsischen Verkehrsverbünde. Ziel ist ein einheitlicher Aufbau der Bedingungen, so dass sich die Fahrgäste im Regelwerk der Verbünde einfacher zurechtfinden und Zugangsbarrieren im ÖPNV abgebaut werden. Zudem wird der rechtliche Rahmen für Fahrten mit Bus und Bahn im ganzen Freistaat einheitlicher.

Zum MDV im Netz (Mitteilung Preisanpassung 2017)

MDV-Preise ab 1. August 2017 (PDF)

In eigener Sache: Lokaljournalismus braucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

ÖPNVMDVLVBNahverkehrsplan
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Polizeieinsatz anlässlich des Fußballspiels RB Leipzig gegen den VfB Stuttgart
Fahrrad- und Rollatorstadt Leipzig – WG „Lipsia“ eG reagiert auf Mobilitätstrends
Lesungen am 24. und 26. Oktober in der „Runden Ecke“: Über die Sehnsucht nach dem neuen Leben außerhalb DDR
Leipzig/Halle Airport in Asien erneut als „Europäischer Frachtflughafen des Jahres“ geehrt
Polizeibericht, 20. Oktober: Diebstahl vereitelt, Motorrad verschwunden, Falsche Polizisten am Telefon
Transferwerkstatt in Leipzig: Bundesweiter Expertentreff zur Wirkungskontrolle beim Stadtumbau
Diskussion zu Kultur- und Kreativwirtschaft im JEDERMANNS am 24. Oktober
Der Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis 2017 geht an: Jan Decker für seinen Roman „Der lange Schlummer“
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Von Leipzig nach Kabul? Das Protestcamp hat begonnen
Hat Sie Recht? Wahrscheinlich ja. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 24. Oktober soll der Flieger nach Kabul in Afghanistan vom Flughafen Leipzig/Halle starten. Afghanistan, Kabul, Ghor, deutsche Botschaft? Da war doch was? Es ist die Debatte, ob es sich bei Afghanistan überhaupt um ein Land handelt, in welches man so mir nichts, dir nichts Menschen abschieben kann, die in Deutschland leben. Neben der Frage der oft willkürlichen Abschieberei generell stellt sich nun seit Samstag bis zum Dienstag die afghanisch-deutsche Anti-Abschiebungskampagne „Zendegi“ gegen den Flug in ein Land, welches just in dieser Woche die wohl blutigste Anschlagsserie der letzten Jahre erlebte.
RB Leipzig vs. VfB Stuttgart 1:0 – Sabitzers Fernschuss bringt die nächsten drei Punkte
Foto: GEPA pictures/Sven Sonntag

Foto: GEPA pictures/Sven Sonntag

Für alle LeserRB Leipzig hat das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mit 1:0 gewonnen und damit seine Erfolgsserie fortgesetzt. Sabitzer traf per Fernschuss in der 23. Minute. In der zweiten Halbzeit leisteten sich die Leipziger eine ungewöhnlich lange Schwächephase. Ähnliches sollte sich in den kommenden beiden Partien wohl nicht wiederholen: der Gegner heißt nun zweimal Bayern München.
Tillichs Tunnelblick und die sächsische Ignoranz des weltweiten Umbruchs am Energiemarkt
Kohlekraftwerk Boxberg in der Lausitz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserManchmal sind unsere LeserInnen noch schneller als wir und merken, dass sich Stanislaw Tillich als Ministerpräsident genauso verabschiedet, wie er regiert hat: Mit Wegducken und einer Falschnachricht. Beides wirkte wie ein Blitzlicht auf die Unfähigkeit der sächsischen CDU-Spitze, überhaupt noch die Realität zu erkennen. Zur drohenden Schließung des Siemens-Turbinenwerkes Görlitz hätte er wohl besser den Mund gehalten.
Wie ein CDU-Antrag Karl Marx kurzerhand zum Urvater des Terrorismus gemacht hat
Erinnerungstafel am Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass man Dr. Marx kritisch umgehen darf und muss – keine Frage. Mein Kollege Giulio Reger schrieb zwar, die Stadträte, die am Mittwoch, 18. Oktober, ans Rednerpult gingen, hätten sich wohl alle gerühmt, „Das Kapital“ gelesen zu haben. Aber das bezweifle ich. Das Pech des Dr. Karl Marx ist: Die meisten Leute haben nicht gelesen, was er alles geschrieben hat. Auch nicht „Das Kapital“. Deswegen war auch der CDU-Ergänzungs-Antrag so peinlich.
Jetzt ist es am OBM, eine kluge Transparenzvorlage für seine Vorlagen zu erarbeiten
Oberbürgermeister Burkhard Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVor der Stadtratssitzung am 18. Oktober ging es ja recht turbulent zu. Die Grünen verklagten den OBM. Das Verwaltungsgericht gab ihnen Recht. Der OBM musste ihren Antrag zu mehr Transparenz in Stadratsvorlagen auf die Tagesordnung der Ratsversammlung setzen. Und dann wurde am Mittwoch, 18. Oktober, heftig diskutiert. Bis zum Unentschieden.
Warum existenzielle Probleme im Jobcenter-Kosmos nicht vorgesehen sind
Hier geht's zur Arbeitsagentur Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich gab es dann noch das vierte Fragen-Paket von Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) zum Umgang des Leipziger Jobcenters mit sanktionierten Erwerbslosen, sorry: erwerbsfähigen Leistungsbeziehern (eLb). Denn viele von ihnen stecken tief in finanziellen und existenziellen Nöten, bräuchten eigentlich echte Unterstützung. Aber bekommen sie die im Jobcenter Leipzig? Gibt es dafür eigentlich das nötige Personal?
Selbst die Arbeitsagentur sieht das Wirtschaftswachstum nicht in der Lausitz, sondern in Leipzig
Prognostizierte Zunahme der Erwerbstätigkeit 2018. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

Für FreikäuferDie Lausitz kommt nicht drin vor. Als gäbe es sie in der Statistik der sächsischen Arbeitsagentur nicht. Keine Werksschließung bei Siemens oder Bombardier oder in der Braunkohlesparte. Tatsächlich verheißt die sächsische Arbeitsagentur Sachsen für das nächste Jahr einen weiteren Anstieg der Beschäftigung. Aber davon profitieren andere Regionen.
Das Familien-Sparkochbuch in aktueller Auflage – so abwechslungsreich und anregend wie zuvor
Uwe Glinka, Kurt Meier: Das Familien-Sparkochbuch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch einmal kurz umschalten, runterdimmen. Man wird ja langsam närrisch in diesem Land. Es wird über die falschen Probleme debattiert, falsche Schuldige werden gefunden, ohne dass einer sucht. Und die, die es vergeigt haben, stehlen sich (gut versorgt) aus der Verantwortung. Das ist peinlich. Auslöffeln müssen es andere. Nämlich die, die im besten Fall 16,30 Euro am Tag zur Verfügung haben, um eine vierköpfige Familie zu ernähren.
RB Leipzig gegen Stuttgart: Eine Premiere nach den Spektakelsiegen
Timo Werner wurde für die Länderspiele gegen England und Aserbaidschan nominiert. Foto: GEPA pictures/ Roger Petzsche

Foto: GEPA pictures/Roger Petzsche

Für alle LeserRB Leipzig gegen den VfB Suttgart – das gab es noch nie. Zumindest nicht das Duell der beiden Profiteams. Direkt zwischen die beiden Spektakelsiege gegen Dortmund und Porto und die beiden Treffen mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München hat sich nun diese Premiere geschoben. Vieles spricht für einen Sieg der Rasenballer – vor allem die Auswärtsbilanz des Gegners: vier Spiele, vier Niederlagen. Bis auf den gesperrten Ilsanker sind alle Spieler einsatzfähig.
Starke Stimmen, schwache Bilder: Verdis „Don Carlo“ als Psychokrimi
Don Carl. Foto: Kirsten Nijhof

Foto: Kirsten Nijhof

Für FreikäuferDie Oper Leipzig ist mit der Neuproduktion von Verdis „Don Carlo“ in die Spielzeit 2017/18 gestartet. Regisseur Jakob Peters-Messer fokussiert sich in seiner Deutung auf das zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren. Starke Bilder sucht man in dem dreieinhalbstündigen Abend fast vergebens.
Protestcamp gegen Abschiebungen nach Afghanistan in Leipzig geplant
Ein gemeinsames Fest im Jahr 2015 auf dem Deutschen Platz und Hilfsbereitschaft. Seit vergangenem Jahr wird immer mehr über Abschiebungen debattiert. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Während allein in dieser Woche bei Anschlägen in Afghanistan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sind, plant die Bundesregierung offenbar den nächsten Abschiebeflug. Dieser soll wohl am kommenden Dienstag vom Flughafen Leipzig-Halle starten. Die Anti-Abschiebungskampagne „Zendegi“ ruft nun ab Samstag, 21. Oktober 14 Uhr, zu einem mehrtägigen Protestcamp auf dem Augustusplatz auf.
Ab 1. Dezember fahren mehr S-Bahnen zwischen Leipzig und Halle
Immer wieder auch in bunter Version: S-Bahn im Leipziger City-Tunnel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie lange wurde darüber diskutiert, forderten S-Bahn-Nutzer einen dichteren S-Bahn-Takt von Leipzig nach Halle. Als die L-IZ 2016 nachfragte, bestätigte der zuständige Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), dass darüber verhandelt würde. Man stellte die Verbesserung für 2019 in Aussicht. Jetzt kündigt der ZVNL an: Man hat sich mit dem Nachbarverband NASA geeinigt. Es geht schon am 1. Dezember 2017 los.
Leipziger Sanktionspraxis – Was gehen uns eure Schulden an?
Pingelig bis zum letzten Cent. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist das kürzeste der vier Fragenpakete, die Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) an Leipzigs Stadtverwaltung gerichtet hat, um herauszubekommen, wie Stadt und Jobcenter mit den Menschen umgehen, die von Amts wegen sanktioniert werden. Denen also vom Arbeitslosengeld (ALG) II, das nun einmal gerade so das Existenzminimum abdeckt, regelmäßig Gelder gestrichen werden. Im Schnitt um die drei Mal im Jahr.
Da wird doch keiner obdachlos!
Kassensturz mit Groschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuf den ersten Blick wirkt das zweite Antwortpaket auf die Fragen von Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) nicht ganz so herzlos wie die Antworten zur Sanktionspraxis. Aber wenn man genauer hinschaut, wird auch hier wieder deutlich, dass die sanktionierenden Jobcenter und die beauftragenden Kommunen überhaupt nicht wissen wollen, was ihre Sanktionspraxis gegenüber Arbeitsuchenden materiell eigentlich anrichtet.
Der entlarvende Tonfall der Leipziger Arbeitslosenverwaltung
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie repariert man eigentlich ein kaputtes System? Und das deutsche Jobcenter-System ist ein kaputtes System. Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten/Freibeuterfraktion) hatte zur Praxis des Leipziger Jobcenters jüngst vier Fragenpakete gestellt. Eigentlich lauter Fragen, die Denkanregung für Leipzigs Verwaltung sein könnten. Aber die Antworten klingen nicht so, als wolle man sich anregen lassen. Im Gegenteil. Man tut so, als sei das Sanktionieren etwas völlig normales.