Mit dem Verkehrsminister bis nach Schkeuditz

Am 22. September gibt es die erste Erkundungsfahrt auf dem möglichen Radschnellweg Leipzig – Halle

Für alle LeserWer etwas im Leipziger Radverkehr ändern will, der muss strampeln, strampeln, strampeln. Er hat alle Igel gegen sich, die jedes Mal, wenn der Radfahrer ins Ziel kommt, schon rufen: „Ick bin allhier!“ Da könnte Sachsen eigentlich froh sein, dass es überhaupt einen Verkehrsminister hat, der das Thema Radverkehr ernst nimmt. Am 22. September kommt er nach Leipzig und radelt mit dem ADFC zusammen den möglichen Radschnellweg von Leipzig nach Schkeuditz ab. Und wer will, kann mitradeln.

Gemeinsam mit Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Sachsen, fährt der ADFC auf dem möglichen Radschnellweg Leipzig – Halle. Am Samstag, 22. September, sind Interessierte eingeladen, eine Variante bis Schkeuditz mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Gruppe startet um 15 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof. Das Ziel der Radgruppe ist der historische Straßenbahnhof in Schkeuditz. Auf der Strecke gibt es Kurzstopps, Gespräche mit Politikern und Bürgern, Informationen von Planern und Anwohnern.

„Der Radschnellweg soll vor allem Berufspendlern eine stressfreie und gesunde Alternative bieten“, erklärt Robert Strehler, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Leipzig. Wer beispielsweise im Leipziger Stadtteil Gohlis wohnt, könnte die rund zwölf Kilometer zu DHL nach Schkeuditz in weniger als einer halben Stunde fahren. Die Strecke könnte parallel zur S-Bahn-Linie 3 zu den großen Arbeitgebern im Güterverkehrszentrum, nach Schkeuditz und weiter führen.

Im kommenden Jahr soll in einer Machbarkeitsstudie die genaue Streckenführung zwischen Halle und Leipzig vorgeschlagen werden. Mit der Studie werden die Kosten grob geschätzt. Wenn diese vorliegt, können Bundesmittel beantragt werden.

Schnellwege schaffen eine direkte Verbindung. Das bedeutet, mit Hilfe von Brücken oder Unterführungen werden die asphaltierten Wege möglichst kreuzungsarm geführt. Dadurch kann eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit (mindestens 20 km/h) erreicht werden. Die Fahrbahn soll so breit sein, dass zwei Radfahrende problemlos nebeneinander fahren und von einem dritten überholt werden können. Ein Winterdienst sowie regelmäßige Reinigung der Fahrbahn sorgen für sichere Fahrt zu jeder Jahreszeit.

Auf die Tagesordnung gesetzt hat der Freistaat das Thema Radschnellwege erstmals 2017.

Für den Leipziger Raum wurde die Strecke Halle-Markkleeberg als „Metro-Radroute Halle – Leipzig“ ausgewiesen. Sie ist 35 Kilometer lang und führt von Halle über Dölbau und Kabelsketal in den Leipziger Norden – und zwar entlang von vorhandenen Radwegen. Man rechnet mit Baukosten von 25 Millionen Euro und einem möglichen Bauhorizont von 2021 bis 2025. Mit einer Verlängerung bis Markkleeberg könnten es schon 50 Kilometer werden.

Etwas preiswerter gäbe es die Variante über den Elsterradweg: Für 15 Millionen Euro könnte der Radweg von 2022 bis 2026 ausgebaut werden. Aber diese Route würde wichtige Punkte im nördlichen Industrieraum nicht berühren, wäre dafür eher für Touristen interessant. Treffpunkt zur Fahrt auf dem möglichen Radschnellweg ist am Samstag, 22. September, um 14:30 Uhr am Mobilitätszentrum am Hauptbahnhof Leipzig (Kleiner Willy-Brandt-Platz). Dauer: etwa 3 Stunden auf rund 18 Kilometern. Teilnahme kostenfrei, Anmeldung nicht erforderlich.

Radautobahnen sind Schlüssel zur Mobilitätswende

Radschnellwege
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