Überörtliche Radschnellwege sollen im Leipziger Radwegenetz nicht stranden

SPD-Fraktion beantragt Radschnellweg von Markranstädt über Grünau und Lindenau bis ins Stadtzentrum

Für alle LeserLeipzig braucht Radschnellwege. Das weiß jeder, der das Fahrrad zu seinem Hauptverkehrsmittel gemacht hat und damit schnell durch die Stadt kommen will. Er landet immer wieder in unübersichtlichen Passagen, wird an den Rand gedrängt, muss Umwege fahren. Zwar arbeitet die Stadt an einer Konzeption, die solche Schnellwege vorsieht. Aber bis sie umgesetzt wird, dauert’s. Und die SPD-Fraktion macht jetzt Druck. Im Westen brauche es jetzt wirklich einen Schnellweg.

Zum Start der kommunalen Klimaschutzkampagne „Stadtradeln“, bei der auch die Leipziger SPD wieder mit einem Team vertreten sein wird, hat die Leipziger SPD-Fraktion gemeinsam mit dem Arbeitskreis Stadtentwicklung und Umwelt der SPD Leipzig einen Antrag entwickelt, der darauf abzielt, dass die vom Freistaat geplanten überörtlichen Radverbindungen vom Umland nach Leipzig auch eine hochwertige Anbindung an das städtische Radwegenetz bekommen.

„Der Freistaat plant derzeit fünf potenzielle überörtliche Radschnellwege nach Leipzig“, erklärt SPD-Fraktionschef Christopher Zenker. „Das betrifft Strecken von Schkeuditz, Markranstädt, Markkleeberg, Naunhof und Taucha nach Leipzig, die auch Berufspendler mit dem Rad zurücklegen können. Dafür ist es allerdings notwendig, dass diese komfortablen Radschnellwege nicht an den Stadtgrenzen ein jähes Ende finden, sondern auch auf dem Gebiet der Stadt sinnvoll und vor allem gut angebunden werden. Attraktive Radschnellwege können, insbesondere seit der stärkeren Nutzung von E-Bikes, einen Beitrag zur Verkehrsentlastung in Leipzig leisten. Wer immer vom Kopenhagener Modell für den Radverkehr redet, muss auch bereit sein, neue Wege zu gehen, neu zu denken und vor allem auch neue Radwegeverbindungen zu schaffen. Ziel müssen Alternativen zu den bisherigen Hauptverkehrsstraßen sein.“

Leipzigs Radverkehrsstruktur ist immer noch Stückwerk.

Darauf weist Henrik Fischer, Sprecher des Arbeitskreises Stadtentwicklung und Umwelt der Leipziger SPD, hin: „Wir wollen mit den Radschnellwegen auch das Fahrradfahren in Leipzig verbessern, denn die Radfahrer in Leipzig haben eine eigene Infrastruktur verdient. Die Radschnellwege sollen in der Stadt so geführt werden, dass möglichst viele Leipziger profitieren. Gerade in den Wohnvierteln wird es aber schwierig, die strengen Qualitätsanforderungen an Radschnellwege zu erfüllen. Die SPD will deshalb, dass Leipzig Fahrradwege mit einer neuen Qualität entwickelt, die besser als die bekannten Fahrradstraßen sind, und die Radschnellwege so in Leipzigs Radnetz einbindet. Auf diese Weise können wir auch eine hochwertige Verbindung von Lindenau bis zum Hauptbahnhof in einen Radschnellweg Makranstädt–Leipzig einbinden. Dafür könnte die Verbindung in Grünau entlang der Lützner Straße und in Lindenau durch die Demmeringstraße geführt werden. So rückt auch Grünau näher an die Innenstadt. Die nötigen baulichen Anpassungen sollten mit in das Förderprogramm des Freistaats aufgenommen werden.“

Aber die SPD ist vorsichtig, wenn es darum geht, den Radfahrern auf Hauptverkehrsstraßen mehr Raum zu geben. Obwohl dort die meisten Radfahrer/-innen unterwegs sind, wenn es um das schnelle Zurücklegen direkter Wege geht. Gerade die 2012 aufgetragenen Radfahrstreifen auf der Georg-Schumann-Straße oder die schon viel länger existierenden auf der Karl-Liebknecht-Straße zeigen, wie stark sie von Radfahrern angenommen werden. Doch gerade bei der Jahnallee tun sich die Sozialdemokraten schwer.

Sie schlagen vor, diese Radwege möglichst nicht auf Hauptverkehrsstraßen entlangzuführen, sondern vorrangig Nebenstraßen zu nutzen, die, wenn nötig, auch entsprechend ertüchtigt werden sollen, um dann im Qualitätsniveau über den bisher bestehenden Fahrradstraßen liegen. Das beinhalte auch, dass Vorfahrtsregelungen auf den Nebenstraße so angepasst werden, dass die Radroute Vorfahrt hat und an notwendigen Kreuzungen mit Hauptstraßen eine grüne Welle für den Radverkehr entsteht. Auch die Nutzung des öffentlichen Raums für Parkplätze soll dabei so organisiert werden, dass durch ein- und ausparkende Fahrzeuge ein möglichst geringes Risiko für den Radverkehr entsteht.

Ein weiterer Punkt, der Bestandteil des SPD-Antrags ist, ist die Planung einer Aktiv-Achse Süd, die vom Bayerischen Bahnhof bis zum zirka sieben Kilometer entfernten Markkleeberger See führen soll.

„Es geht dabei, vom Bayerischen Bahnhof kommend, insbesondere um eine Route entlang der S-Bahn-Strecke, die die Stadtteile Connewitz, Marienbrunn, Lößnig und Dölitz-Dösen anbinden und als Alternativroute zum Hauptstraßennetz dienen soll“, erklärt Christopher Zenker. „Der Ökolöwe hat hierzu einen tollen Vorschlag entwickelt, der Grundlage für die Planungen sein sollte und mit der Entwicklung des Geländes um den Bayerischen Bahnhof zügig realisiert werden sollte.“

SPD-Fraktion fordert die Schaffung eines Radschnellwegs von Lindenau in die Innenstadt

Antrag SPD-Fraktion Anbindung überörtlicher Radwege

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Radschnellwege
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