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Ab 19. März gibt es erste Einschränkungen im Linienbetrieb des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes

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    Wenn eine Pandemie wie die jetzige über das Land fegt, dann trifft das auch die Nahverkehrsunternehmen. Viel weniger Fahrgäste sind unterwegs, Service-Schalter werden geschlossen, der Kundenkontakt auf ein Minimum reduziert. Und natürlich wird in allen Nahverkehrsunternehmen überlegt, ob noch das komplette Linienangebot aufrechterhalten werden kann. Erste – noch überschaubare – Einschnitte gibt es im mitteldeutschen S-Bahn-System.

    Am Dienstag, 17. März, wünschte sich der Fahrgastverband Pro Bahn großes Augenmaß, wenn über Einschränkungen im Fahrbetrieb beschlossen wird.

    Gerade in diesen schwierigen Zeit muss nach Meinung des Fahrgastverbands Pro Bahn der öffentliche Nah- und Fernverkehr aufrechterhalten bleiben. Viele Menschen in systemkritischen Berufen sind auf diesen angewiesen.

    „Wenn der Weg zur Arbeit jetzt für Ärzte, Krankenschwestern, Polizisten, Lokführer und viele andere deutlich länger dauert, obwohl diese sowieso Sonderschichten schieben, sinkt deren Leistungsfähigkeit und ihr Immunsystem wird geschwächt. Das können wir nicht riskieren“, steht für Detlef Neuß, den Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbandes Pro Bahn fest.

    Wie aber wird nun im Raum Leipzig reagiert?

    Die Eisenbahnverkehrsunternehmen im Gebiet des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) passen sich der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus an, meldete der ZVNL am Mittwoch, 18. März. Erklärtes Ziel sei, den öffentlichen Nahverkehr als Teil der Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten.

    Der ZVNL stehe dabei in regelmäßigem Austausch mit den Unternehmen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) und den zuständigen Behörden, die über Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsgefahr entscheiden müssen.

    „Die Verkehrsunternehmen verfügen über einen detaillierten Notfallplan für Epidemien und andere schwerwiegende Ereignisse und sind somit auf die gegenwärtige Situation gut vorbereitet, erklärt ZVNL-Pressesprecherin Nadine Stitterich. „Es ist gewährleistet, dass jederzeit und schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden kann.“

    Andererseits ist natürlich auch im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Raum Leipzig derzeit infolge der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens ein starker Rückgang bei der Auslastung der Züge festzustellen. Der ZVNL bittet deshalb auch weiterhin darum, von nicht zwingend notwendigen Fahrten abzusehen, damit Menschenansammlungen vermieden, Fahrgäste und Personal geschützt werden.

    Um eine hohe Stabilität des SPNV als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs zu gewährleisten und in der Personaldisposition schneller reagieren zu können, werden die Verkehrsunternehmen im Leipziger Raum ab dem heutigen Donnerstag, 19. März, ihre Angebote der jeweils aktuellen Situation anpassen.

    So kommt es vorerst zur Verlängerung der Taktzeiten auf den Linien S 1 Leipzig Miltitzer Allee–Leipzig-Stötteritz, S 3 Leipzig–Schkeuditz (Berufsschulzüge Leipzig Hbf. oben–Schkeuditz entfallen), S 9 Halle–Delitzsch–Eilenburg und RB 110 Leipzig–Grimma–Döbeln.

    Einzelne wenige Fahrten der RB 20 Leipzig–Naumburg–Erfurt und des RE 17 Leipzig–Naumburg entfallen. Hier können parallele Verkehrsangebote genutzt werden, so der ZVNL.

    Entsprechende Informationen zu Corona findet man auch auf der Website der Mitteldeutschen S-Bahn.

    Der ZVNL bittet alle Fahrgäste darum, die aktuellen Aushänge zu beachten und sich rechtzeitig in Fahrplanauskunftssystemen wie DB-Navigator und easy.GO zu informieren. Änderungen und Anpassungen im Linienverkehr geben die jeweiligen Verkehrsunternehmen und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) über ihre Infokanäle bekannt.

    Ganz allein ist man in den Zügen freilich nicht.

    Die Züge sind grundsätzlich auch weiterhin mit Zugbegleitern besetzt, die den Fahrgästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und mobilitätseingeschränkte Mitbürger unterstützen, betont der ZVNL. Die Mitfahrt in der S-Bahn und den Zügen ist trotzdem nur mit gültigem Fahrausweis gestattet. Zur Verringerung zusätzlicher Kontakte werden die Fahrgäste gebeten, in erster Linie die vorhandenen stationären und mobilen Fahrkartenautomaten sowie die App-basierten Bezahlmöglichkeiten wie easy.GO, DB-Navigator oder Leipzig.Mobil zu nutzen.

    Informationen zu Fahrplanänderungen im Mitteldeutschen Verkehrsverbund findet man hier.

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