Deutsche steigen aus Angst doch wieder lieber ins Auto, als Bus und Straßenbahn zu nutzen

Für alle LeserDiese Meldung stammt vom 14. Mai und sie zeigt, dass die Deutschen durchaus in der Lage sind, völlig anders zu handeln, als es ihr Wissen eigentlich begründen würde. Während 59 Prozent der Befragten in einer Umfrage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) angeben, dass aus ihrer Sicht die Klimakrise viel weitreichender ist als die Coronakrise, denken die meisten überhaupt nicht daran, ihr klimaschädliches Verhalten zu ändern. Im Gegenteil: Corona wird gar zur Ausrede.

Sechs Wochen lang war in allen deutschen Großstädten zu beobachten, wie schnell sich die Straßen leeren, wenn die meisten Menschen im Homeoffice arbeiten und überflüssige Fahrten einfach unterbleiben. Auch die Luft wurde besser. Auch wenn der Bundesverkehrsminister zeitweilig etwas anderes sagte. Was vor allem Autolobby, AfD und alle Gegner von Fahrverboten freute. Der Unfug geistert noch heute durch die Netze, obwohl Andreas Scheuers Aussage mittlerweile widerlegt ist.

Der „Spiegel“ berichtete darüber zum Beispiel am 12. Mai.

Aber jetzt werden die Ausgangsbeschränkungen nach und nach wieder gelockert und die Straßen füllen sich wieder mit Leuten, die gar nicht daran denken, über ein anderes Verkehrsmittel nachzudenken.

Das belegt die am 14. Mai veröffentlichte Studie „Kapsch TrafficCom Index“.

Die Leute haben sogar im Kopf wieder umgeschaltet auf ein Verkehrsgeschehen, das an Sinnlosigkeit eigentlich nicht zu überbieten ist: Gut 80 Prozent der Autofahrer in Deutschland reagieren auf Staus und überlastete Straßen, indem sie lieber nach immer neuen Ausweichrouten suchen.

Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel kommt als Alternative nur für knapp jeden Zweiten in Betracht. So lautete zumindest das Ergebnis einer Umfrage unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Pandemie im März. Nach dem „Neustart“ wird der öffentliche Nahverkehr voraussichtlich noch weniger Zuspruch bekommen – die Staulage dürfte sich sogar verschärfen. Für die Studie „Kapsch TrafficCom Index“ wurden bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Bundesbürger von einem Marktforschungsinstitut in Deutschland befragt.

Die Autofahrer reagieren auf überfüllte Straßen lieber, indem sie alternative Routen suchen (88 Prozent), Verkehrsinformationen nutzen (85 Prozent) oder nicht unbedingt notwendige Fahrten wegen drohender Staus einfach ausfallen lassen (85 Prozent). Das Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, konnte sich dagegen bisher nur jeder zweite Bundesbürger vorstellen (49 Prozent).

„In Ballungszentren müssen wir damit rechnen, dass öffentliche Verkehrsmittel unter dem Eindruck der Corona-Pandemie noch seltener die erste Wahl der Menschen sein werden, um von A nach B zu kommen“, sagt Gerd Gröbminger, Vice President Sales bei Kapsch TrafficCom. „Nach ersten Lockerungen sehen wir schon heute, dass das Auto verstärkt genutzt wird. Das Verkehrsmanagement wird schnellstmöglich darauf reagieren müssen.“

Zahl der Autos steigt um 14 Prozent

Die Überlastung der Straßen ist über die Pandemie hinaus eine langfristige Entwicklung: Wichtiger Treiber sind stark steigende Zulassungszahlen. So ist der Pkw-Bestand in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland auf zuletzt 47 Millionen Fahrzeuge bis Ende 2019 gestiegen – das ist ein Plus von 5,8 Millionen Autos.

„Wir haben bereits technische Antworten, um einen reibungslosen Verkehrsfluss in Zeiten mit sehr großem Verkehrsaufkommen herzustellen“, meint Gerd Gröbminger. „Das Verkehrsmanagement beruht dabei auf mehreren Säulen: Neben dem effizienteren Auflösen von Störungen geht es beispielsweise darum, die Fahrzeug-Infrastruktur in öffentliche Leitsysteme zu integrieren, Ampeln damit besser adaptiv zu steuern oder Routen kollaborativ auszuwählen.“

Da kommt wieder der Glaube daran hoch, dass man einfach durch bessere Verkehrssteuerung die immer weiter wachsenden Flotten von Automobilen flüssig durch die Stadt lenken kann.

Erster Schritt sollte eine verkehrsabhängige Steuerung von Ampeln sein, fordert Kapsch. Wenn diese Technologie konsequent eingesetzt wird, zeigen die Praxiserfahrungen um bis zu 25 Prozent reduzierte Stauzeiten. Die weite Verbreitung von SIM-Karten und GPS macht es darüber hinaus möglich, von den Fahrzeugen Echtzeit-Verkehrsdaten zu erhalten und zu nutzen. Damit werde das Wissen über die tatsächliche Verkehrssituation auf den Straßen signifikant ansteigen. Die Auswirkungen seien vergleichbar mit der erhöhten Vorhersagequalität in der Meteorologie durch die Einführung von Satelliten, erklärt Gröbminger.

Das heißt: Die Autonutzer stehen dann 25 Prozent weniger im Stau und der Verkehr rollt dann zusätzlich noch durch allerlei Seitenstraßen.

ÖPNV wieder ausgebremst

Wer das für eine Lösung hält, muss wirklich entweder zu viel Zeit haben oder Stau für eine Art göttliches Verhängnis halten und nicht für die Folge von falsch verstandenem menschlichem Egoismus und fehlenden Alternativen. Dass der ÖPNV besonders leidet unter den Corona-Folgen, darüber berichtete ebenfalls der „Spiegel“ am 13. Mai. „In der Coronakrise gelten Busse und Bahnen als Risikogebiete. Menschen meiden den ÖPNV, die Umsätze brechen ein. Das Vertrauen wiederherzustellen, ist ein Wettlauf gegen die Zeit.“

Und das mitten in einer Situation, als endlich eine von Motoren besessene Politik bereit war, die jahrelangen Sparorgien beim ÖPNV zu beenden und in einen Ausbau des Angebots zu investieren.

Denn aktuell leiden alle ÖPNV-Systeme vor allem darunter, dass zu wenige Fahrzeuge unterwegs sind. Noch vor wenigen Wochen meldeten auch die Leipziger Verkehrsbetriebe fast leere Bahnen und Busse.

Mittlerweile sind die Fahrzeuge auf den Hauptlinien wieder ähnlich voll wie vor Corona, denn gerade viele Leipziger/-innen in systemrelevanten Berufen und all den nicht abschaltbaren Dienstleistungsjobs sind schon aus finanziellen Gründen mit Bahn und Bus unterwegs, dazu kommen aktuell auch wieder Schülerinnen und Schüler. Und die meisten tragen Alltagsmasken, folgen also den Aufrufen, einander zu schützen. Bis auf die Garnixmerker, die jeden Tag zu ihren eigentümlichen Hygiene-Demos aufbrechen und ihren Egoismus mit Maskenfreiheit ausleben.

Dabei lebt gerade öffentlicher Verkehr davon, dass Fahrgäste aufeinander Rücksicht nehmen. Sie sind das solidarischste aller Verkehrsmittel. Das Tragen von Schutzmasken reduziert die Ansteckungsgefahr genauso wie beim Einkauf im Supermarkt. Die verantwortlichen Virologen sehen viel größere Gefahren in der Wiedereröffnung von Bars und Nachtclubs, wo Menschen stundenlang auf engem Raum zusammen sind.

Und ein Nebeneffekt des zunehmenden Autoverkehrs ist auch jetzt wieder im Leipziger ÖPNV zu spüren: Auch die Straßenbahnen stehen wieder länger hinter Autokolonnen, die den Betrieb an Kreuzungen zäh machen und massiv verzögern. Statt einer Beschleunigung des ÖPNV erleben wir wieder eine Ausbremsung.

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