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2016 sinken bei den Stadtwerken Leipzig Gas- und Fernwärmepreise, dafür macht der Staat den Strom teurer

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    Energiepreise sinken, verkündeten die Leipziger Stadtwerke am Montag, 7. November. Gleichzeitig aber steigen auch die Strompreise. Nicht weil Strom teurer geworden ist, sondern weil der Umbau der Stromnetze klemmt. Das Festklammern der deutschen Politik an fossilen Energieanlagen macht den Strom in Deutschland immer teurer. Was heißt das für Leipzig konkret?

    Fernwärme- und Gaskunden zahlen weniger

    „Die Entwicklung an den Energiemärkten ermöglicht es, unsere Fernwärmepreise im nächsten Jahr erneut maßgeblich zu senken“, kündigt Dr. Johannes Kleinsorg, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke an.

    Fernwärmekunden profitieren vor allem von den gesunkenen Gas- und Ölpreisen an der Börse und beziehen 2017 ihre klimafreundliche Fernwärme durchschnittlich 8,6 Prozent günstiger. Mieter in einem typischen Leipziger Mehrfamilienhaus sparen somit in 2017 durchschnittlich 67 Euro brutto Heizkosten. Dabei bliebe die 2016 eingeführte Leipziger wärme.komfort für sie das günstigste Produkt, mit einem Preisvorteil von bis zu sieben Prozent gegenüber den bisherigen Produkten.

    Gaspreise sinken

    Für alle Gaskunden in der Grund- und Basisversorgung gibt es ebenfalls Preissenkungen: Ihre Preise sinken zum 1. Januar 2017 durchschnittlich um 9,6 Prozent bzw. brutto um 0,86 ct/kWh. Ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 kWh spart brutto rund 172 Euro im Jahr. Grund für diese positive Preisentwicklung sind auch hier im Wesentlichen gesunkene Beschaffungskosten. Aber auch die Vorteile der leicht sinkenden Netzentgelte im kommenden Jahr gibt das Unternehmen mit dieser Preissenkung direkt an seine Kunden weiter.

    Für grundversorgte Kunden, die noch mehr sparen wollen, bieten die Leipziger Stadtwerke gas.bestpreis an – mit Laufzeiten von bis zu zwölf oder 24 Monaten.

    Börsen-Strom ist günstig, staatliche Auflagen machen Strom immer teurer

    Trotz günstigerer Einkaufspreise an der Börse belasten steigende Netzentgelte und staatliche Abgaben und Umlagen die Strompreise – auch in Leipzig. Die Leipziger Stadtwerke kämen also nicht umhin, ab dem 1. Januar 2017 die Strompreise in der Grundversorgung anzupassen. Heißt: heraufzusetzen.

    Der Arbeitspreis für einen Privatkunden wird brutto um 0,96 Cent je Kilowattstunde und der Grundpreis brutto um 5,95 Euro im Jahr steigen. Für einen grundversorgten Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1.800 kWh bedeutet dies brutto Mehrkosten in Höhe von 1,94 Euro im Monat bzw. 23,23 Euro im Jahr.

    Verantwortlich dafür ist maßgeblich der Anstieg der Netzentgelte des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz, der für die Stromnetze im Norden und Osten Deutschlands zuständig ist. Während die originären Netzkosten der Netz Leipzig über die letzten Jahre nahezu konstant geblieben sind, resultiert 2017 die Netzentgeltsteigerung der 50 Hertz in Höhe von 42 Prozent vor allem aus dem Aufwand für die energiewendebedingte Netzstabilisierung und die Einsenkung von Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung. Sie ist im Wesentlichen ursächlich für den Anstieg der Leipziger Netzentgelte um 16 Prozent.

    Netzstabilisierung bedeutet: Dann, wenn Wind und Sonne „zu viel Strom“ liefern, müssen leicht regelbare Anlagen meist in Sekundenschnelle vom Netz genommen werden, um Überlastungen zu vermeiden. Das sind eben nicht die alten Kohlemeiler, die das ostdeutsche Stromnetz selbst bei Sonnenschein und 40 Grad mit Strom beliefern, denn die können nicht mal eben so heruntergefahren werden. Regelbar sind in der Form praktisch nur Gaskraftwerke und Windkraftanlagen. Die Abschaltungen betreffen also fast ausschließlich die so aufwendig errichteten Windkraftanlagen – was dann wieder Entschädigungen für die Betreiber zur Folge hat. Genau das macht die Regulierung des Stromnetzes so teuer.

    Die Zahl der Eingriffe steigt logischerweise, je mehr erneuerbare Anlagen am Netz sind. Normalerweise müssten deswegen schon längst die ersten Kohlemeiler im Osten abgeschaltet werden, um die Grundlast zu senken. Aber wie man ja mitbekommen hat, haben sich die Kraftwerksbetreiber eine milliardenschwere Entschädigung dafür ausgehandelt, dass sie die ältesten Meiler nach und nach vom Netz nehmen. Das wird 2017 beginnen. Und da die Kosten ebenfalls auf den Strompreis aufgeschlagen werden, wird dieser 2017 weiter steigen.

    Statt die Energiewende zu bezahlen, blechen die Stromkunden dafür, dass die Energiewende von den fossilen Energien ausgebremst wird.

    Das große Fragezeichen EEG-Umlage

    Auch weiter steigende staatliche Abgaben und Umlagen werden 2017 die Stromverbraucher zusätzlich belasten. Zwar bleiben die § 19 StromNEV-Umlage zur Entlastung stromintensiver Industriebetriebe sowie die Umlage gemäß des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes zur ressourcenschonenden gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme nahezu stabil. Aber die EEG-Umlage erhöht sich spürbar von 7,561 auf 8,187 ct/kWh brutto.

    Die EEG-Umlage wird aufgrund der Prognosen zur künftigen Stromerzeugung aus Anlagen der Erneuerbaren Energie berechnet. Der Betrag steigt, weil schlicht immer mehr dieser Anlagen am Netz sind und für den eingespeisten Strom vergütet werden. In den vergangenen Jahren waren freilich die Prognosen immer höher als die tatsächliche Vergütung. Was auch 2016 und 2017 passieren kann, denn die Vergütungen für neu errichtete Anlagen sind ja deutlich geringer als für ältere.

    Fallender Strompreis kann staatliche Aufschläge nicht ausgleichen

    „Durch unseren Energieeinkauf und -handel können wir einen Teil dieser Auswirkungen für unsere Kunden auffangen, aber nicht kompensieren“, sagt Dr. Johannes Kleinsorg, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke und begründet: „Denn wir können nur noch knapp ein Viertel des Strompreises überhaupt beeinflussen.“

    Der Anteil staatlich veranlasster Abgaben und Umlagen beträgt aber inzwischen rund 50 Prozent. Die Netzentgelte machen etwa 26 Prozent des Strompreises aus. Sie werden von den staatlichen Regulierungsbehörden geprüft und genehmigt.

    Die Leipziger Stadtwerke empfehlen aus ihrem eigenen Portfolio allen grundversorgten Stromkunden ihren strom.bestpreis. Mit diesem können sie sich einen Preisvorteil und den umweltschonend erzeugten Strom aus der Leipziger Gas- und Dampfturbinenanlage der Stadtwerke sichern.

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