Am 1. Juli beginnt der generalstabsmäßige Umbau der Leipziger Wartehäuschen

Für alle LeserStellenweise war es ein kleines Drama, daran erinnerte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau am Donnerstag, 9. Mai, als sie gemeinsam mit Daniel Lange und Bernd Kloes, Geschäftsführer der RBL Media GmbH, die Pläne zum Austausch der Leipziger Wartehäuschen vorstellte. Erst im Februar war der Vertrag mit dem neuen Betreiber unterschrieben worden. Ab dem 1. Juli beginnt der Umbau sämtlicher Haltestellenhäuschen. Das wird vier Monate dauern.

Ab dem 1. Juli 2019 werden die Haltestellen des Nahverkehrs im Stadtgebiet Leipzig mit neuen Wartehäuschen ausgestattet. Mit insgesamt 900 neuen Fahrgastunterständen an den Straßenbahn- und Bushaltestellen der Leipziger Verkehrsbetriebe gestaltet die Stadt Leipzig damit den Zugang zum ÖPNV attraktiver, auch ein bisschen umweltfreundlicher. Künftig gibt es auch deutlich mehr Unterstellmöglichkeiten, besonders am Stadtrand: Statt bisher 670 werden nach dem Umbau 900 Haltestellen mit Wartehäuschen ausgestattet sein.

Bequeme Bänke mit Bambusauflage und moderne LED-Beleuchtung der Fahrplanaushänge verbessern die Aufenthaltsqualität. Die aus 80 Prozent recyceltem Aluminium in Belgien gefertigten Wartehäuschen sind auch ein Beitrag zum Klimaschutz in Leipzig. Die Hälfte wird mit Solardach ausgestattet, sodass die Fahrplanaushänge auch in der Nacht beleuchtet werden können und das Verlegen einer Stromleitung unnötig wird.

Die andere Hälfte braucht zwar eine Stromleitung, um das Werbe-Display zu beleuchten. Dafür werden diese Wartehäuschen mit einem Gründach ausgestattet – bepflanzt mit pflegeleichten Moosflechten. Und die LED-beleuchteten Werbedisplays brauchen nur noch 40 Watt, betont Lange. Die alten beleuchteten Werbedisplays in Leipzig werden noch mit Leuchtstoffröhren erhellt und verbrauchen 200 bis 300 Watt.

Ulf Middelberg, Geschäftsführer der LVB, ahnt zumindest, dass da vier Monate recht harte Zeiten auf die Fahrgäste zukommen. Aber er betont auch, dass die Haltestellen während des Umbaus umfassend bedient werden. Es könne freilich notwendig sein, an einigen Haltestellen den Zustieg kurzzeitig um einige Meter zu verschieben. Die Beeinträchtigungen für die Nutzer des ÖPNV sollen dabei so gering wie möglich gehalten werden.

Es wird während des fahrenden Betriebs umgebaut, wobei der einzelne Umbau einer Haltestelle etwa vier bis fünf Tage dauert. Im ersten Schritt wird der bisherige Betreiber, die Firma WALL/Decaux, die alten Unterstände abbauen, die Leitungen kappen und Baufreiheit schaffen. Dann rücken die Montagetrupps des neuen Betreibers RBL an, bereiten den Tiefbau vor, setzen am zweiten Tag die vorgefertigten Wartehäuschen ein, legen neue Anschlüsse und schließen am dritten Tag wieder die Pflasterdecke.

Mit dem Verkehrs- und Tiefbauamt, so dessen Leiter Michael Jana, ist der Umbau der schon existierenden 670 Fahrgastunterstände generalstabsplanmäßig abgestimmt. Sofort wenn der alte Betreiber sein Wartehäuschen abgebaut hat, rückt RBL nach und baut das neue auf.

Der Umbau der Wartehäuschen folgt auf die europaweite Neuausschreibung der Werberechte der Stadt Leipzig, erinnert Dorothee Dubrau. Die Finanzierung von hochwertigen Fahrgastunterständen durch Werbung ist in deutschen Großstädten verbreitet. Der erste Vertrag dieser Art für Leipzig wurde Anfang der 1990 Jahre geschlossen und beinhaltete die heute noch im Einsatz befindlichen Wartehäuschen.

Nach neuem europäischem Recht dürfen die Verträge allerdings nur eine maximale Laufzeit von 15 Jahren haben und müssen dann europaweit neu ausgeschrieben werden. Dies hat die Stadt getan und mit Vertragsbeginn 01.07.2019 mit dem Ausschreibungsgewinner RBL Media GmbH einen neuen Werbepartner gebunden, der mit einem guten Angebot für die Stadt überzeugte, so Dubrau.

Beschlossen hat das der Stadtrat übrigens schon 2015. Aber der erste Wettbewerb erbrachte Ergebnisse, bei denen sich die Bedingungen für Leipzig sogar noch verschlechtert hätten. Leipzig hob den Wettbewerb deshalb lieber auf, startete einen neuen, der freilich dann drei Jahre brauchte, bis er zu einem Ergebnis führte. „Die Zeitdauer“, so Dubrau, „ist im Wesentlichen auch durch die lange Dauer eines europäischen Wettbewerbsverfahrens bedingt.“

Eigentlich war 2018 schon alles klar: Mit dem belgischen Startup RBL hatte man zwar ein junges, aber schon erfolgreiches Unternehmen als Sieger, das schon in Städten wie Den Haag, Aachen, Oslo und Erfurt gezeigt hat, dass man in der Lage ist, maßgeschneiderte Angebote für große Städte aufzulegen. Aber der alte Betreiber erhob Einspruch, die Korrektheit des Wettbewerbsverfahrens musste noch einmal geklärt werden, konnte aber nicht beanstandet werden, sodass RBL jetzt loslegen kann.

Dazu kommt: Man hat bei den Gründern von RBL schon 20 Jahre Erfahrung mit dem Bau von Wartehäuschen. Beim Aufbau vor Ort bringt man das eigene Knowhow mit, auch die fertigen Haltestellenhäuschen werden angeliefert, man kooperiere aber mit einem Unternehmen vor Ort. Und wenn dann alles steht, werde man die Haltestelle dann auch von einer Leipziger Zentrale mit 20 festen Mitarbeitern steuern, betont Daniel Lange.

Einen entsprechenden Standort suche man noch, aber man werde zum Beispiel auch – wie in anderen Städten – versuchen, die bisherigen Mitarbeiter des alten Anbieters zu übernehmen. Die hätten ja nun einmal schon jede Menge Erfahrung mit der Instandhaltung so eines Systems, so Lange. Wenn diese Wartehäuschen ordentlich instand gehalten werden, dann ist es überhaupt kein Problem, sie auch 30 Jahre lang voll in Schuss zu halten. Da veralte dann bestenfalls das Design oder die Technik, so sein Kollege Bernd Kloes.

Während in dem Vertrag aus den neunziger Jahren keine Regelung getroffen war, dass die Wartehäuschen bei einer Beendigung des Vertrages durch die Stadt übernommen werden können und der bisherige Werbepartner diese auch nicht an die Stadt verkaufen wollte, sorgt der neue Vertrag auch hier für eine Verbesserung. Sollte die in 15 Jahren erneut anstehende Ausschreibung der Werberechte einen neuen Bestbieter ergeben, kann die Stadt die jetzt zu errichtenden Häuschen kaufen – ein erneuter Umbau ist dann nicht zwingend.

Bis zum 1. Januar 2020 soll der Umbau der jetzt schon existierenden 670 Haltestellen beendet sein, betont Lange. „Die zusätzlichen neuen Wartehäuschen werden uns wohl weit bis ins Jahr 2020 beschäftigen“, ergänzt er. Denn die entstehen ja an Stellen, wo es bislang entweder noch gar keine Wartehäuschen gibt und damit auch keine Anschlüsse, oder an Stellen, wo noch alte Haltestellen, teilweise sogar noch aus DDR-Zeiten, stehen.

Was die Leipziger ab dem 1. Juli erleben, erleben in dieser Zeit übrigens viele deutsche Städte, denn sie alle mussten in den letzten Jahren die neue 15-Jahres-Regel der EU umsetzen und haben dabei oft zum ersten Mal seit 1990 auch einen echten Anbieterwechsel erlebt. Und der geht dann eben oft mit einem Komplettaustausch des Mobiliars vor sich.

Wobei im Vertrag von RBL nicht nur die neuen Wartehäuschen stehen, sondern auch noch 450 City Light-Aufsteller, 75 City Light-Säulen, 40 digitale City Light Poster (wie sie als Vorläufermodell von JC Decaux schon in der Innenstadt stehen), und 20 digitale Werbetafeln (von denen ja auch schon zwei zu Testzwecken in Leipzig leuchten). Dazu soll es noch eine Extra-Information geben, verspricht Michael Jana.

Ab dem 1. Juli kommt es nun zu dem angekündigten mit der Stadt koordinierten, im Wesentlichen vom alten und neuen Werbepartner beauftragten und finanzierten Umbau an vielen Haltestellen und Werbeträgerstandorten. Kostenpunkt für RBL: zwischen 13 und 15 Millionen Euro, schätzt Daniel Lange.

Während des Umbauprozesses muss mit kurzzeitigen Sperrungen oder Umleitungen gerechnet werden, warnt die Stadtverwaltung schon mal vor. Aktuelle Informationen zum Umbau veröffentlicht die Stadt Leipzig ab sofort auf www.leipzig.de/haltestellen. Eine regelmäßig aktualisierte Umbauliste wird dort vor Baubeginn auf die betroffenen Haltestellen hinweisen.

Der Rechtsstreit um Vergabe für Leipzigs neue Fahrgastunterstände ist endlich beendet

WerbekonzessionenHaltestellenumbau
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