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Entfesselte Energiemärkte: Stadtwerke Leipzig erhöhen 2022 ihre Preise

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    Auch den Kunden der Leipziger Stadtwerke fällt jetzt teuer auf die Füße, dass die Bundesrepublik die Energiewende seit 16 Jahren sträflich ausgebremst hat, so wie die meisten Staaten, die jetzt in Glasgow verhandeln. Denn die Kapazitäten der Erneuerbaren fehlen jetzt, um den Auftrieb der weltweiten Energiepreise auszugleichen. Und so kündigen auch die Stadtwerke Leipzig für den 1. Januar 2022 deutliche Preiserhöhungen für Strom, Gas und Fernwärme an.

    Weltmarktpreise überholen Entlastungsversuche

    So begründen sie es auch: „Die Entwicklung an den weltweiten Energiemärkten sowie die Neujustierung der deutschen Umlagen-Politik wirken sich – so wie in den Vorjahren – auch im kommenden Jahr auf die Leipziger Energiepreise aus. In diesem Jahr ist die Dynamik jedoch deutlich höher als in den Vorjahren. Daher passen die Leipziger Stadtwerke ihre Preise ab 1. Januar 2022 entsprechend an.“

    Wobei die „Neujustierung der deutschen Umlagen-Politik“ sogar preisdämpfend wirkt. „Die Bundesregierung versucht bereits, über die Senkung der sogenannten Ökostromumlage, Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten. Die Umlage, die ihnen ebenfalls auf die Stromrechnung draufgeschlagen wird, fällt im kommenden Jahr von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde“, schreibt z.B. der „Spiegel“.

    Aber das reicht nicht wirklich, um den Preisanstieg auf den Weltmärkten auszugleichen.

    Teures Rumstromern in Deutschland – nicht nur durch Corona

    „An der Börse für Großhändler ist Strom seit Jahresbeginn sogar rund 140 Prozent teurer geworden. Insgesamt haben sich die Strompreise in Deutschland seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt“, schrieb der „Spiegel“, der Deutschland damit unter den teuersten Stromländern der Erde sah. Beim Strom sind es auch die hohen Netzentgelte, die die Kilowattstunde deutlich verteuern.

    Beim Gas sind es – wie beim Sprit – die Lieferengpässe auf den Weltmärkten, die nach dem Hochfahren der Weltwirtschaft nach der ersten Corona-Welle entstanden sind, die die Preise deutlich verteuert haben. Und da die Förderkapazitäten weitgehend ausgereizt sind, wird sich das auch kaum noch ändern.

    Was sich bei den Preisen der Stadtwerke ändert

    „Zusammenfassend profitieren Kunden mit längeren Vertragslaufzeiten von Preisgarantien“, betonen die Stadtwerke.

    Die Strompreise in den aktuellen Sonderverträgen bleiben weitgehend stabil, die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung steigen ab Anfang 2022 um durchschnittlich 4 %.

    Die Gaspreise steigen in den Sonderverträgen um durchschnittlich 15 %, in der Grund- und Ersatzversorgung um durchschnittlich 29%.

    Die Fernwärmepreise steigen um durchschnittlich 8,6 %.

    Änderungen in der Grundversorgung Strom

    Für Stromkunden im Tarif L-Strom.basis (Grundversorgung) wird eine Änderung des Preises notwendig, betonen die Stadtwerke. Anlass der Preisanpassung sind insbesondere die Senkung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) – das dämpft den Preisanstieg – sowie gestiegene Kosten für die Energiebeschaffung. Hinzu kommen geänderte Kosten für die Entgelte des Netzbetreibers (diese steigen) und Änderungen bei weiteren staatlichen Umlagen.

    Der Brutto-Arbeitspreis für die Kilowattstunde (kWh) steigt 2022 von 28,26 ct/kWh auf 29,37 ct/kWh. Der jährliche Brutto-Grundpreis steigt von 148,94 Euro auf 154,94 Euro. Für einen typischen Leipziger Jahresverbrauch mit 1.800 kWh bedeutet dies eine Steigerung der Kosten um rund 4 % bzw. 26 Euro brutto im Jahr.

    Vorteile für Bestpreis-Kunden

    „Mit Abschluss eines L-Strom.bestpreis-Vertrages können sich die Kunden eine eingeschränkte Preisstabilität (ausgenommen Steuern, Abgaben, sonstige staatlich veranlasste Belastungen) sichern – aktuell bis zum 31.12.2023. Somit können sie sich vor Veränderungen der Preise aufgrund von Kostenänderungen bei Beschaffung und Netzentgelten schützen“, betonen die Stadtwerke.

    Kunden, die 2021 einen L-Strom.bestpreis-Vertrag abgeschlossen und sich eine eingeschränkte Preisstabilität bis zum 31.12.2022 gesichert haben, bleiben 2022 von der Steigerung der Beschaffungskosten und Veränderung der Netzentgelte ausgenommen. Sie profitieren zum 01.01.2022 von der Weitergabe der gesunkenen Steuern, Abgaben und sonstigen staatlich veranlassten Belastungen in Höhe von 3,13 ct/kWh brutto – bei einem durchschnittlichen Haushalt mit 1.800 kWh macht dies eine Kosten-Einsparung von 56 Euro brutto im Jahr 2022 aus.

    Änderungen in der Grundversorgung Gas

    Auch für Gaskunden im Tarif L-Gas.basis (Grundversorgung) wird eine Änderung des Preises notwendig. Anlass der Preisänderung sind insbesondere die gestiegenen Kosten für die Energiebeschaffung und den CO₂-Preis, der von Gesetzes wegen für Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO₂) gezahlt werden muss. Die gesunkenen Kosten für die Entgelte des Netzbetreibers sind ebenfalls berücksichtigt.

    Der Brutto-Arbeitspreis für die Kilowattstunde (kWh) steigt 2022 von 6,28 ct/kWh auf 8,33 ct/kWh, der jährliche Brutto-Grundpreis sinkt von 137,50 Euro auf 135,52 Euro. Für einen Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet dies eine Steigerung der Kosten um rund 29 % bzw. 408 Euro brutto im Jahr.

    Vorteile für Bestpreis-Kunden

    Kunden, die 2021 einen L-Gas.bestpreis-Vertrag abgeschlossen und sich eine eingeschränkte Preisstabilität bis zum 31.12.2022 gesichert haben, bleiben von der Steigerung der Beschaffungskosten verschont. Sie erhalten lediglich zum 01.01.2022 die leicht gestiegenen Kosten für den CO₂-Preis durch die eingeschränkte Preisstabilität weitergereicht – die Preisanpassung zum 01.01.2022 beträgt somit nur 0,11 ct/kWh brutto. Bei einem Musterkunden mit 20.000 kWh bedeutet dies eine Steigerung der Kosten um 22 Euro brutto im Jahr.

    Änderung in der Versorgung mit Fernwärme

    Die gestiegenen Kosten am Energiemarkt beeinflussen auch die Fernwärme der Leipziger Stadtwerke. Weil die Primärenergiepreise Öl (+4,4 %), Gas (+28 %) und CO₂-Preis (> 70 %) gestiegen sind, steigt der Preis für das Fernwärme-Produkt Leipziger wärme.komfort um durchschnittlich 8,6 Prozent. Damit entspricht das Preisniveau etwa dem Jahr 2020. Für einen Mieter in einem durchschnittlichen Mehrfamilienhaus mit einem Verbrauch von 7.000 kWh bedeutet die Veränderung beim Produkt Leipziger wärme.komfort eine Steigerung der Kosten um 67 Euro brutto im Jahr.

    Über die konkrete Entwicklung ihrer Preise werden die Kunden der Leipziger Stadtwerke in diesen Tagen ausführlich informiert, teilen diese mit. Einen Preisrechner findet man auf der Website der Stadtwerke.

    Wie senkt man seinen Energieverbrauch?

    Für viele Energiekunden wird damit der Druck immer größer, mit Einsparungen beim Verbrauch den Preisanstieg wieder auszugleichen. Denn Strom und Wärme, die man nicht verbraucht, landen ja nicht auf der Rechnung. Dazu bieten die Stadtwerke dann auch entsprechende Beratungen an, um den Energieverbrauch zu optimieren, Kosten zu sparen und somit umwelt- und energiebewusst zu leben.

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