Im Juni begann sich das Geschäft der Leipziger Einzelhändler wieder zu normalisieren

Für alle LeserDer Schock, den auch Leipzigs Händler Ende März mit dem Shutdown erlebten, war so ungewohnt, dass viele gar nicht erfassten, was das für ihr Geschäft bedeutete. Wie ihre Umsätze einbrachen, wurde erst im April so richtig sichtbar. Doch so langsam normalisiert sich – auch mit Maskenpflicht – das Leben in den Leipziger Geschäften wieder, zeigt eine HHL-Studie.
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Der Leipziger Einzelhandel kommt wieder aus der Krise, ist das Fazit, das jetzt die Stadt Leipzig, die Handelshochschule Leipzig, der Handelsverband Sachsen und der City Leipzig Marketing e. V. ziehen. Die größten Umsatzeinbrüche hatte der Leipziger Handel coronabedingt im März (minus 30 Prozent) und im April (minus 50 Prozent).

Mitte Juni zeichnete sich dann mit prognostiziert minus 18 Prozent für den Gesamtmonat ein positiveres Bild ab, auch die Besucherfrequenz zog wieder fast auf Vorkrisenniveau an (minus sechs Prozent). Dies sind Erkenntnisse aus einer Untersuchung der Stadt Leipzig, der HHL Leipzig, dem Handelsverband Sachsen und des City Leipzig Marketing e.V., an der sich vom 10. bis zum 17. Juni 72 Händler verschiedener Branchen, Stadtteile und Ladengrößen beteiligten.

„Die Studie zeichnet ein gemischtes Bild der Auswirkung der Coronakrise auf den Handel“, kommentiert das Erik Maier, Juniorprofessor für Handelsmanagement an der Handelshochschule Leipzig. „Über alle Händler hinweg betrachtet zeigt sich Positives: die tiefe Talsohle bei Umsätzen und Besucherfrequenz scheint durchschritten, beides ist auf dem Weg zum Vorkrisenniveau. Auch der Standort Leipzig – egal ob in der Innenstadt oder außerhalb des Stadtzentrums – wird weiterhin als sehr attraktiv wahrgenommen.“

Allerdings befürchten 12 Prozent der Händler, ihr Geschäft im nächsten Jahr schließen zu müssen, demgegenüber sehen 65 Prozent der Geschäftsinhaber dafür ein weniger als mittleres Risiko. Fast alle Händler thematisieren die aktuellen Hygieneregeln, wobei es weniger um die Umsetzung der Vorschriften im eigenen Geschäft geht, als um die damit gefühlt verbundene Kaufzurückhaltung. „Das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung stellt aktuell die bedeutendste Einschränkung beim Einkauf dar“, sagt Thomas Oehme, Vorsitzender des City Leipzig Marketing e. V.

In einer weiteren Frage konnten die Händler ihre Wünsche an die Kommunalpolitik formulieren. Hier dominierten finanzielle Hilfen (z. B. Stundung/Erlass von Gebühren) und (Marketing-)Konzepte zur Stärkung des Handels und der Innenstadt. Dem hat die Stadt Leipzig beispielsweise durch den rückwirkenden Erlass der Sondernutzungsgebühren für 2020 oder die Kampagne „Wir kaufen hier – Leipzig lokal unterstützen“ bereits entsprochen.

Zugleich betont die Studie die Bedeutung des Handels für Leipzig, wie Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, unterstreicht: „Leipzig ist traditionell eine starke Handelsstadt. Die lebenswerte und lebendige Stadt profitiert vom Handel vor Ort. Deshalb werden wir als Wirtschaftsförderung weiterhin fokussiert den Handel in Leipzig unterstützen. Derzeit wird ein Innenstadtkonzept erarbeitet, welches den Handel auch außerhalb der Coronakrise stärken wird“.

Als größte Sorge des Handels kristallisierten sich zukünftige Unwägbarkeiten heraus: Eine zweite Welle der SARS-19-Pandemie, wieder verschärfte Hygienemaßnahmen, sinkende Umsätze etc.

Wie geht es weiter im Leipziger Handel? „Händler sind Berufsoptimisten“, sagt Gunter Engelmann-Merkel vom Handelsverband Sachsen. „Die eigene Firma wieder auf Kurs zu bringen, erfordert aber größte Kraftanstrengungen jeder Unternehmerin und jedes Unternehmers. Die nähere und weitere Zukunft des stationären Handels der Einkaufsstadt Leipzig lässt sich nur im guten Miteinander von dessen Interessenvertretern und Politik und Verwaltung so gestalten.“

Donnerstag, der 16. Juli 2020: Mit dem „Fahrradgate“ in die Sommerpause

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