„Die Sparkasse Leipzig hat sich in schwierigen Zeiten gut geschlagen“, sagte Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2021 im Verwaltungsrat. Das klingt dann so, als ginge es der Wirtschaft im Sparkassenbezirk schlecht. Es ist aber nicht an dem.

Sparkasse kämpft mit Folgen der Niedrigzinspolitik – dennoch Überschuss in der Bilanz 2021

Es war vor allem die anhaltende Null- und Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank und die Corona-Pandemie, die sich erschwerend auf die Geschäftstätigkeit der Sparkasse auswirkte. Denn das hat nun einmal zur Folge, dass mit Zinsen allein nicht mehr so leicht Überschüsse erwirtschaftet werden können.

Da erwarten dann auch die Kundinnen und Kunden eher seriöse Beratung und Zuverlässigkeit in der Abwicklung. Dass die Kundinnen und Kunden der Sparkasse Leipzig darauf nach wie vor vertrauen, zeigte sich auch in der erneuten Steigerung der Bilanzsumme des Geldinstituts. Diese erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,531 Milliarden Euro auf 12,285 Milliarden Euro.

Dazu beigetragen hat erneut ein hoher Zuwachs bei den Kundeneinlagen um 4,5 Prozent sowie der Ausbau des Kundenkreditgeschäfts. Darüber hinaus konnte das Geschäftsvolumen im Versicherungsgeschäft weiter ausgebaut werden. Zum Jahresende 2021 wies die Sparkasse Leipzig einen Jahresüberschuss von 17 Millionen Euro aus.

Geschäftskunden investieren trotz Krise

Im Geschäftsjahr 2021 setzte sich im Kreditneugeschäft die positive Entwicklung der letzten Jahre fort. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Kundenforderungen um 7,2 Prozent auf 5,212 Milliarden Euro. Mit einem Volumen von 1,299 Milliarden Euro trug das Kreditneugeschäft mit Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen zu dieser Steigerung bei.

Ein bedeutendes Rückgrat für das erfolgreiche Kreditneugeschäft waren die Finanzierungen der mittelständischen Unternehmerschaft. Mit 65,2 Prozent weisen diese Ausreichungen von Krediten den höchsten Anteil am gesamten Neugeschäft auf. Zudem wuchs der Bestand der Forderungen an Unternehmen und Selbstständige um 9,5 Prozent (257 Millionen Euro).

Aber auch das Kreditneugeschäft mit privaten Haushalten betrug satte 385,8 Millionen Euro.

Davon entfielen 279,4 Millionen Euro auf private Baufinanzierungen. Es gibt also genug Leipziger Haushalte, die so gut verdienen, dass sie in den Immobilienerwerb investieren können.

Die Leipziger/-innen sparen weiter

Auch bei den Kundeneinlagen verzeichnete die Sparkasse Leipzig wieder ein aus Sicht des Instituts „enormes Wachstum“. Der Einlagenbestand stieg zum Geschäftsjahresende um 434,2 Millionen Euro auf 10,037 Milliarden Euro. Mögliche Ursache: Krisenbedingt und aufgrund von eingeschränktem Konsum bildeten die Menschen mehr Ersparnisse. Bei der Wahl der Anlageprodukte hielt der Trend der letzten Jahre, Geld mit eher kurzen Laufzeiten anzulegen, an.

Besonders erfreulich ist aus Sicht der Sparkasse Leipzig die Entwicklung der Vermögensbildung mit Wertpapieren. Das heißt: Etliche Leipziger Haushalte haben so viel Geld übrig, dass sie es in Wertpapiere stecken können.

Die Ergebnisse des Vorjahres wurden mit 683,4 Millionen Euro sogar deutlich übertroffen (Vorjahr: 530,3 Millionen Euro), stellt die Sparkasse fest und betont: „In Zeiten der Niedrigzinsen ging es in der Beratung vor allem darum, entsprechend der individuellen Wünsche und Chance-Risiko-Neigungen geeignete und zukunftsfähige Anlageprodukte zum Vermögensaufbau aufzuzeigen.

Unübersehbar ist ein wachsendes Interesse der Sparerinnen und Sparer, regelmäßig in Wertpapiere und Fondsprodukte anzulegen. Der Absatz von Investmentfonds und verwandten Produkten bestätigt das. Mit 524,4 Millionen Euro lag dieser weit über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 362,3 Millionen Euro).“

Zum 31. Dezember 2021 hielten die Kundinnen und Kunden der Sparkasse Leipzig insgesamt Wertpapiere in Höhe von 3,25 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,274 Milliarden Euro).

Die Bewertungssumme der vermittelten Lebens- und Rentenversicherungen lag mit 206,9 Millionen Euro (Vorjahr: 110,6 Millionen Euro) ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Im Bauspargeschäft wurde ein Vertragsvolumen in Höhe von 107,8 Millionen Euro (Vorjahr: 128,8 Millionen Euro) akquiriert.

Weniger Zinsüberschuss, 17 Millionen in die Rücklage

Der Zinsüberschuss verringerte sich aufgrund der anhaltenden Niedrigzinszinsphase erneut. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 reduzierte er sich um 5,8 Millionen Euro auf 125,1 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss hingegen wuchs um 7,7 Millionen Euro auf 87,1 Millionen Euro.

Unter Berücksichtigung des sonstigen ordentlichen Ertrages weist die Sparkasse Leipzig für das Geschäftsjahr 2021 einen Bruttoertrag in Höhe von 221,6 Millionen Euro (Vorjahr: 218,6 Millionen Euro) aus. Davon gingen dann die Personalkosten in Höhe von 91 Millionen Euro und die Sachkosten von 54 Millionen Euro ab.

Der ordentliche Aufwand reduzierte sich um 4,5 Millionen Euro auf 150,8 Millionen Euro.

Die Sparkasse Leipzig erreichte im Geschäftsjahr 2021 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 70,8 Millionen Euro (Vorjahr: 63,3 Millionen Euro). An Steuern wurden rund 20 Millionen Euro gezahlt. Und so blieben am Ende noch 17 Millionen Euro übrig, die aber nicht an die Anteilseigner ausgeschüttet wurden, sondern in die Sicherheitsrücklage verbucht wurden.

Zum Jahresende 2021 beschäftigte die Sparkasse Leipzig 1.477 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit 95 Auszubildenden und BA-Studenten in drei Ausbildungsjahrgängen weist die Sparkasse Leipzig zum Jahresende 2021 eine Ausbildungsquote von 6,8 Prozent aus.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar