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Zinsen

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Sitz der Sparkasse Leipzig im Löhr's Carré. Foto: Ralf Julke

Sparkasse Leipzig schaffte 2021 vor Steuern ein Betriebsergebnis von 70,8 Millionen Euro

„Die Sparkasse Leipzig hat sich in schwierigen Zeiten gut geschlagen“, sagte Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2021 im Verwaltungsrat. Das klingt dann so, als ginge es der Wirtschaft im Sparkassenbezirk schlecht. Es ist aber nicht an dem. Sparkasse kämpft mit Folgen der Niedrigzinspolitik – dennoch […]

Protestveranstaltung auf der Hainstraße am Freitagvormittag. Foto: Lucas Böhme

„Zahl endlich die Zinsen“ – Offener Protest und Brief gegen fehlerhafte Verträge der Sparkasse Leipzig + Video

Manch nichtsahnendem Kleinanleger könnten noch tausende Euro an Nachzahlung zustehen: In einem Musterurteil gegen die Leipziger Sparkasse stellte der Bundesgerichtshof (BGH) jüngst fest, dass eine Vielzahl von Kundinnen und Kunden womöglich jahrelang um ihre Zinsen gebracht wurde. Ein Aktionsbündnis protestierte dagegen am Freitagvormittag in der Hainstraße und übergab der Sparkasse Leipzig einen Offenen Brief.

Sitz der Sparkasse Leipzig im Löhr's Carré. Foto: Ralf Julke

Musterurteil für Prämiensparer: Kommt nun die große Nachzahlungswelle?

Von einem „Paukenschlag“ und „wichtigen Meilenstein“ spricht die Verbraucherzentrale Sachsen: Diese hat nach einem längeren Rechtsstreit gegen die Sparkasse Leipzig ein Grundsatzurteil vor dem Bundesgerichtshof erwirkt, wonach Zinsanpassungen bei bestimmten Langzeitsparverträgen unwirksam seien. Tausende Anlegerinnen und Anleger hoffen nun auf beträchtliche Nachzahlungen.

Janina Pfau (Linke). Foto: DiG/trialon

Janina Pfau (Linke): Linksfraktion fordert Obergrenze für Dispo-Zinsen

Zum Antrag der Linksfraktion „Mehr Transparenz, Kundenorientierung und Verbraucherschutz bei den Kreditinstituten – Verbraucher*innenschutzinitiative aus Sachsen“ (Drucksache 6/8725) sagt Janina Pfau, Sprecher der Linksfraktion für Verbraucherschutz: „Bankkundinnen und Bankkunden ärgern sich heute über hohe Konto- und Zusatzgebühren, intransparente Kontomodelle und horrende Dispozinsen. Banken dürfen Dispo-Kredite fristlos kündigen, was betroffene Schuldner noch tiefer in die Verzweiflung treibt. Obwohl der Leitzins der EZB extrem niedrig ist, leiden die Sparerinnen und Sparer unter hoher Zinslast, während ihre Guthaben kaum noch Erträge bringen.“

Mindestentgelt für geduldete Überziehung unzulässig – Verbraucherzentrale hilft Rückforderungen geltend zu machen

Viele Menschen müssen nicht nur den ihnen von der Bank eingeräumten Dispokredit nutzen, sondern brauchen gelegentlich darüber hinaus weiteres Geld. Banken dulden es regelmäßig, wenn ihre Kunden auf diese Weise Kredit nehmen. Grund dafür ist kein Samariterverhalten, sondern, dass sie an Kunden, die sich in finanzieller Notlage befinden, besonders gut verdienen. Schon die Dispozinsen sind bei vielen Kreditinstituten immer noch sehr hoch und eine ganze Reihe von Banken verlangt für die geduldete Überziehung einen noch höheren Zins. Die Krone der Gier setzten aber diejenigen Geldhäuser auf, die ergänzend noch ein Mindestentgelt einfordern wollten“, erläutert Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Hohe und fragliche Zinsunterschiede bei Sächsischen Volks- und Raiffeisenbanken

Die VR-Bank Mittelsachsen eG verlangt aktuell 11,45 Prozent Zinsen pro Jahr von Kunden, die einen ihnen eingeräumten Dispokredit in Anspruch nehmen. Noch viel teurer wird es, wenn dieser vereinbarte Disporahmen überschritten wird. Für eine solche geduldete Überziehung fordert die Bank sogar 15,95 Prozent per anno. Diese Zinssätze galten laut Preisaushang auch schon im Mai 2015, so dass die Bank über die Zeit viel Geld an denen verdient, die in der Regel wenig Geld haben. „Das ist ein unrühmlicher Spitzenplatz“, kritisiert Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen die Geschäftspolitik des Institutes.

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