Stadtbezirksbeirat Ost: Die 24. Grundschule muss erhalten bleiben
Marko Hofmann
22.09.2011
Die 24. Schule in Paunsdorf.
Foto: 24. Grundschule
Die zur Schließung vorgeschlagene 24. Grundschule in Altpaunsdorf bekommt erneut Unterstützung aus der Politik. Der Stadtbezirksbeirat Ost hat das Thema auf Initiative der Partei Bündnis 90/Die Grünen zur „Wichtigen Angelegenheit“ erklärt und sich gegen die Schließung der Schule gestellt.
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Die Schülerzahlen seien nicht zu niedrig, das Gebäude nicht marode, die Schule dafür umso wichtiger für den Stadtteil. Nun geht das Thema wieder an den Fachausschuss.
Stephan Stach von Bündnis 90/Die Grüne ist der nächste, der sich nach Margitta Hollick von der Partei Die Linke aus der Deckung traut und sich gegen die Schließung der 24. Schule stellt. Auf seine Initiative und die Initiative seiner Partei hin, hat sich der Stadtbezirksbeirat Ost öffentlich für den Erhalt der 24. Grundschule ausgesprochen. Die Schule in der Altpaunsdorfer Döllingstraße war im Entwurf zum Schulentwicklungsplan zur Schließung vorgeschlagen worden, weil es im gemeinsamen Schulbezirk mit der Hans-Christian-Andersen-Schule, der Theodor-Körner-Schule und der Brüder-Grimm-Schule nicht ausreichend Schüler gäbe, um alle vier Schulen auszulasten. Weil es zudem laut Entwurf des SEP „hoher Investitionsbedarf am Schulgebäude für die innere und äußere Gebäudesanierung besteht“, soll die Schule und keine der anderen drei geschlossen werden.
Die 24. Schule in Paunsdorf aus der Vogelperspektive.
Foto: 24. Grundschule
Der Stadtbezirksbeirat Ost widerspricht dem. „Die Argumentation der Verwaltung, das Gebäude sei zu marode und die prognostizierte Schülerzahl zu niedrig, können wir nicht nachvollziehen.“
Schon letzte Woche präsentierte die Schule selbst eine Prognose mit Daten des Amts für Wahlen und Statistik, die teilweise von der Prognose abweicht, die dem SEP zu Grunde liegt. Laut der Prognose, die die Schule erstellen ließ und der L-IZ.de vorliegt, müsste die Zahl der Sechsjährigen im gemeinsamen Schulbezirk nach einem erwarteten deutlichen Tief im Jahr 2013 umso beachtlicher ab dem darauffolgenden Jahr steigen. Während die Prognose der Stadt die Zahl der Sechsjährigen zwischen 2014 und 2016 stets zwischen 140 und 150 sieht, sagt die für die Schule erstellte Prognose Neuschüler in einer Größenordnung zwischen 170 und 180 voraus. Das würde circa acht neue Klassen pro Schuljahr bedeuten, für jede der vier Schulen im Bezirk also zwei.
Abgesehen von der Schülerzahl, hat die Schule laut Stach auch wichtige Vorzüge. „Die Schule bietet als UNESCO-Projektschule und durch die Kooperation mit der Musikschule Johann-Sebastian-Bach ein attraktives Angebot, das von Eltern und Schüler gut angenommen wird. Mit einer Schließung der Schule würde die weitere Entwicklung dieses gewachsenen Quartiers stark gefährdet, das möchten wir unbedingt vermeiden“, so das „Sprachrohr“ für den Stadtbezirksbeirat. Durch die im Landtag beschlossene Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im sächsischen Schulsystem hat die Schule durch den bereits stattfindenden integrativen Unterricht ein weiteres Argument in ihrer Hand.
Der Beirat ist sich sicher, dass eine Schließung auf jeden Fall negative Folgen für Altpaunsdorf haben wird. „Mit der Schließung der Schule würde hier einer der letzten öffentlichen Anlaufpunkte verloren gehen.“ Junges Leben würde fehlen, die Kinder müssten sich über teils „längere und zum Teil deutlich gefährlichere Schulwegen“ zu den verbliebenen Schulen aufmachen. Würden dann noch junge Familien nach Altpaunsdorf ziehen?
Da der Stadtbezirksbeirat durch interne Abstimmung das Thema zur „Wichtigen Angelegenheit“ erklärt hat, wird sich damit demnächst der Fachausschuss Jugend, Soziales, Gesundheit und Bildung befassen.
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