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Aktuelle Verkehrsinfos zur Autobahn A72
Reduzierung einzelner Fahrstreifen zwischen den Anschlussstellen Penig und Rochlitz in Fahrtrichtung Leipzig
Vom 21.10.2026 bis zum 30.10.2026 kommt es jeweils zwischen ca. 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr zur Reduzierung einzelner Fahrstreifen zwischen den Anschlussstellen Penig und Rochlitz in Fahrtrichtung Leipzig. Grund für diese Maßnahme sind Arbeiten an der Fahrbahn. Der Verkehr wird auf dem verbleibenden Fahrstreifen an der Maßnahme vorbeigeführt.
Update: Reduzierung eines Fahrstreifens zwischen den Anschlussstellen Borna-Nord und Rochlitz in beide Fahrtrichtungen
Vom 12.10.2026 bis 23.10.2026 (vorher 16.10.2026) kommt es jeweils zwischen ca. 07:00 Uhr und 14:00 Uhr zwischen den Anschlussstellen Borna-Nord und Rochlitz in beide Fahrtrichtungen zur Reduzierung eines Fahrstreifens. Grund dafür sind Markierungsarbeiten. Der Verkehr wird auf dem verbleibenden Fahrstreifen an der Maßnahme vorbeigeführt.
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Studium universale thematisiert Regeln und Brüche
Die Studium-universale-Ringvorlesung der Universität Leipzig widmet sich im Wintersemester 2026/27 einer Grundfrage des menschlichen Zusammenlebens. Der Titel der öffentlichen Vorlesungsreihe lautet „Regeln & Brüche. Über Normen, Tabus und kreative Überschreitung“. Auf dem Programm stehen elf Veranstaltungen. Los geht’s am 28. Oktober 2026. Zu den Höhepunkten der Reihe zählt der Abend „Wunde Stadt. Der Terrorakt von Magdeburg im Theater“ mit den künftigen Intendant:innen des Schauspiels Leipzig.
Es sprechen Fachleute aus Philosophie, Geschichts-, Politik- und Kommunikationswissenschaft, Informatik, Medizinethik, Stadtplanung, Bildung, Theater und Literatur. Die Ringvorlesung richtet sich an alle an dem Thema Interessierten. Beteiligt sind Expert:innen der Universität Leipzig, der HTWK Leipzig, des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), des Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB) sowie der Deutschen Nationalbibliothek (DNB).
Prof. Dr. Frank Gaunitz, ehrenamtlicher Leiter des Arbeitskreises des Studium universale, betont die Bandbreite der Reihe: „Regeln geben uns Halt, doch Fortschritt entsteht oft gerade dort, wo jemand sie hinterfragt. Ich erwarte jeden einzelnen Vortrag mit großer Spannung, denn jeder beleuchtet das Thema aus einem ganz eigenen Blickwinkel.“
Zum Auftakt hält PD Dr. Robert Feustel von der Universität Leipzig den Vortrag „Der verbotene Rausch. Wie Drogen zum Problem wurden“. Feustel zeigt, dass der Gebrauch von Rauschgiften erst seit dem frühen 20. Jahrhundert stigmatisiert, pathologisiert und kriminalisiert wird. Er wirbt für einen nüchternen Blick und eine differenzierte Sprache jenseits von Verherrlichung und Alarmismus.
Die folgenden Vorträge zeigen, wie vielfältig das Thema ist. Prof. Dr. Patrick Donges von der Universität Leipzig fragt beispielsweise, wie Digitalisierung und soziale Medien die „Grenzen des Sagbaren“ verschoben haben. Prof. Dr. Jörn Hoffmann von der HTWK Leipzig demonstriert live, wie Hacker denken und warum sichere IT-Systeme ohne die Perspektive des Angreifers nicht zu haben sind. Prof. Dr. Matthé Scholten von der Universität Leipzig beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Zwang in der Psychiatrie.
Grundsätzlich wird es bei Prof. Dr. Sebastian Rödl. Der Philosophieprofessor der Universität Leipzig fragt in seinem Vortrag „Die Mediokrität der Normen“, was es eigentlich heißt, dass eine Norm für uns gilt. Prof. Dr. Andreas Zaby von SPRIND widmet sich dem produktiven Regelbruch und fragt, ob „Disruption Made in Germany“ möglich ist.
Prof. Dr. Maren Röger und Alexander Weidle vom GWZO zeigen, wie unterschiedlich die Bundesrepublik und die DDR mit „Flucht und Vertreibung“ umgingen. Anastasia Wendt und Ingolf Thiele vom LaSuB fragen in „Die Neutralitätslüge“, wo die Grenzen politischer Bildung an Schulen liegen. Zum Abschluss spricht Stadtplaner Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup über kreative Regelüberschreitungen in der Stadtentwicklung, von den Hausbesetzungen bis zum Guerilla-Urbanismus.
Zu den Höhepunkten der Reihe zählt der Abend „Wunde Stadt. Der Terrorakt von Magdeburg im Theater“. Clara Weyde, Clemens Leander und Bastian Lomsché leiten derzeit das Theater Magdeburg und übernehmen ab der Spielzeit 2027/2028 die Intendanz des Schauspiels Leipzig. Sie berichten, was geschieht, wenn Theater einen Terrorakt und dessen Folgen für die Stadtgesellschaft aufgreift. Ist das Tabubruch, kollektive Traumatherapie oder künstlerische Verarbeitung?
„Dass Clara Weyde, Clemens Leander und Bastian Lomsché zu uns kommen, ist ein echter Glücksfall“, sagt Dominik Becher, langjähriger Mitarbeiter des Studium universale. „Sie zeigen, wie Theater auf ein kollektives Trauma reagieren kann. Und das Leipziger Publikum kann die künftige Intendanz des Schauspiel Leipzig schon jetzt kennenlernen.“
Ein literarischer Höhepunkt ist das Gespräch „Tropen und Tabu“. Darin unterhalten sich die Schriftstellerin und Buchgestalterin Judith Schalansky und Andreas Platthaus, Leiter des Ressorts „Literatur und literarisches Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über die Weisheit wilden Wissens. „Ich freue mich ganz besonders auf das Gespräch zwischen Judith Schalansky und Andreas Platthaus“, sagt Stephanie Jacobs von der Deutschen Nationalbibliothek, die in diesem Jahr intensiv an der Programmgestaltung mitgewirkt hat. „Zwei so kluge Stimmen aus Literatur und Literaturkritik im Dialog zu erleben, verspricht einen außergewöhnlichen Abend.“
Die Ringvorlesung „Regeln & Brüche. Über Normen, Tabus und kreative Überschreitung“ lädt dazu ein, Normen und Tabus nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern ihre Herkunft, ihren Sinn und ihre Grenzen zu befragen. Bis auf die Veranstaltung mit Judith Schalansky und Andreas Platthaus im Großen Lesesaal der DNB finden alle Veranstaltungen mittwochs um 19 Uhr im Hörsaal 2 des Hörsaalgebäudes auf dem Campus Augustusplatz statt und sind für alle Interessierten kostenlos. Informationen rund um die Vorlesungen sind im Programm zu finden.
Die Veranstalter bitten um eine vorherige Anmeldung.
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Polizeibericht 20. Oktober: Falsche Mail vom Finanzamt, Waschmaschine in Brand, Motorradfahrer verletzt – Zeugenaufruf
Motorradfahrer verletzt – Zeugenaufruf
Ort: Eilenburg, B87, Zeit: 17.10.2026, gegen 11:15 Uhr
Bereits am Sonntag berichtete die Polizeidirektion Leipzig in der Medieninformation Nr. 364|26 über einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 87 und sucht nun Zeuginnen und Zeugen. Am Samstagmittag kam es auf der Bundesstraße 87 zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Dacia und einem Motorrad, in dessen Folge der Motorradfahrer schwer verletzt wurde. Er musste zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden.
In diesem Zusammenhang werden nun Zeuginnen und Zeugen gesucht, die Hinweise zum Verkehrsunfall geben können. Diese werden gebeten, sich an die Verkehrspolizeiinspektion Leipzig, Schongauerstraße 13, 04328 Leipzig, Tel. (0341) 255 – 2850 (tagsüber) sonst 255 – 2910, zu wenden.
Waschmaschine in Brand
Ort: Leipzig (Zentrum-Süd), Grassistraße, Zeit: 19.10.2026, gegen 11:50 Uhr
Gegen Mittag kam es gestern im Leipziger Zentrum zu einem Brand, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Auf bisher nicht bekannte Art und Weise kam es zum Brand einer Waschmaschine im Bad einer Mieterin (63, russische Föderation). Durch den Rauchmelder alarmiert kamen zwei Nachbarn (25 und 56, beide männlich) mit einem Feuerlöscher zu Hilfe und löschte das Feuer.
Der jüngere Mann verletzte sich dabei an der Hand, der Ältere erlitt eine Rauchgasvergiftung. Der 56-Jährige und die 63-jährige Mieterin, die ebenfalls über Atemprobleme klagte, wurden zur weiteren ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch unbekannt, die Bausubstanz wurde jedoch nicht beschädigt. Das Polizeirevier Leipzig-Zentrum hat die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen.
Falsche Mail vom Finanzamt
Ort: Leipzig (Schleußig), Pistorisstraße, Zeit: 19.10.2026, gegen 14:25 Uhr
Durch eine Phishing-Mail, die angeblich vom Finanzamt stammen sollte, verlor ein Leipziger Ehepaar gestern mehrere tausend Euro. Der 75-jährige Senior erhielt eine mutmaßliche Mail des Finanzamtes mit der Aufforderung Unterlagen nachzureichen. Ein Klick auf den Link führte zu einer falschen Seite des ELSTER-Portals und in der Folge verschafften sich die unbekannten Täter nach Anrufen Zugriff auf deren Rechner inklusive Online-Banking. Dabei wurden drei Überweisungen getätigt. Der Schaden liegt im hohen vierstelligen Bereich. Das Polizeirevier Leipzig-Südwest hat die Ermittlungen wegen Betrug aufgenommen.
Baum-Überschirmung in Leipzig: Die Stadt muss noch eine Menge Straßenbäume pflanzen
Es gibt in Leipzig Ortsteile, da stehen starke, alte Bäume die ganzen Straßen lang. Und in anderen brutzelt die Sonne auf unverschattetes Pflaster. Da heizen sich die Quartiere in Hitzesommern wie 2026 besonders auf. Im August fragte der BUND Leipzig deshalb mal in einer Einwohneranfrage, wie es um die Überschirmung der Leipziger Ortsteile durch Straßenbäume steht. Und das Amt für Stadtgrün und Gewässer antwortete auch sehr ausführlich. Eine Überraschung steckte ebenfalls in den mitgelieferten Zahlen.
Der Baum-Überschirmungsgrad (urban tree canopy) beschreibt den prozentualen Anteil an Bodenfläche, der ab einer Höhe von 2,5 Metern von Baumkronen beschirmt wird. Der Grad der Beschirmung hat große Auswirkungen auf die thermische Situation in Siedlungsgebieten. Wissenschaftliche Studien empfehlen mindestens 30% für ein gesundes Lern-, Arbeits- und Wohnumfeld, erläutert der BUND diesen so gar nicht unwichtigen Faktor bei der sommerlichen Kühlung der Stadt.
Mit einem Überschirmungsgrad von insgesamt 22,6% (Messung im Jahr 2025) liegt die Stadt Leipzig weit unterhalb des empfohlenen Wertes. Dies ergab die Einwohneranfrage des BUND an den Leipziger Stadtrat. Die beschirmte Fläche ist dabei in den einzelnen Stadtbezirken sehr unterschiedlich. Im Zentrum Ost sind es gerade einmal 8,43 %. Dagegen haben Stadtbezirke mit Waldanteil, wie z.B. Schleußig, mit 47,55% einen hohen Überschirmungsgrad.
Von Connewitz bis Zentrum-Ost
Und dabei ist Schleußig, das ja z.B. mit Könneritzstraße und Brockhausstraße gut beschirmte Alleen besitzt, nicht einmal der Spitzenreiter in Leipzig. Dieser Spitzenreiter ist tatsächlich Connewitz mit einem Überschirmungsgrad von 61,16 Prozent (bei dem der angrenzende Auwald eine gehörige Rolle spielen dürfte), gefolgt von Wahren mit 53,22 Prozent. Auch dort spielt der benachbarte Auwald eine wichtige Rolle.
Während gerade ein Ortsteil wie Zentrum-Ost mit 8,43 Prozent auch für Leipziger Verhältnisse aus dem Rahmen fällt. Unterboten wird der Ortsteil dann nur noch von Seehausen (8,00 Prozent) und Althen-Kleinpösna (7,02 Prozent).
In dieser Tabelle findet man die Werte für die einzelnen Leipziger Stadtbezirke.
Baumverluste durch Dürre
Ursache für geringe Überschirmung sind aus Sicht des BUND Leipzig vor allem massive Baumverluste der letzten Jahre. Bauboom, Hitze und Trockenheit führten in den letzten Jahren zu massiven Baumverlusten. Der BUND Leipzig geht von mindestens 38.000 Großbäumen (Stammumfang ab 30 cm) aus, die seit 2009 im Leipziger Stadtgebiet – außerhalb des Waldes – gefällt wurden.
Die Zahl ergibt sich für die Jahre 2009 bis 2016 aus Auskünften der Stadtverwaltung an den BUND über registrierte Fällungen sowie ab dem Jahr 2017 aus einer Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH), veröffentlicht im Hitzecheck 2026.

„Die fehlende Baum-Überschirmung ist ein hausgemachtes Problem“, stellt Elke Thiess vom BUND Leipzig fest. „Mit einer Baupolitik ohne Rücksicht auf Verluste hat sich die Stadt eines Schutzschirms beraubt, welcher für die Gesundheit und Lebensqualität der Leipziger*innen essenziell, an Super-Hitzetagen für vulnerable Gruppen sogar lebenswichtig ist“.
Stadtbäume sind systemrelevante Infrastruktur
Neben Elementen der blau-grünen Infrastruktur wie Dach- und Fassadengrün, Gewässern und Freiflächen, gilt ein hoher Überschirmungsgrad als einer der effektivsten Faktoren zur Bekämpfung von urbaner Überhitzung. Der BUND Leipzig fordert deshalb: „Stadtbäume und Baumüberschirmung sollen von der Kommune Leipzig und ihren Entscheidungsträgern endlich als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge anerkannt und Entscheidungen danach ausgerichtet werden!“
Hitzeschutz kostet Geld. Kein Hitzeschutz kostet sehr viel Geld, so der BUND Leipzig. Nicht nur für Reparaturen an der Infrastruktur (Beispiel LVB‑Fugenmasse), sondern im Gesundheitswesen und der Wirtschaft, durch Produktions- und Lernausfälle.
„Da ist es wenig hilfreich, wenn Vertreter von Stadtratsfraktionen immer wieder Parkplätze gegenüber Baumpflanzungen priorisieren“, klagt E. Thiess vom BUND weiter. „Gerade die Masse an im Straßenraum abgestellten Autos trägt durch Hitzeabstrahlung zur Entstehung von Tropennächten bei.“ Der BUND fordert deshalb: „Schluss mit Klientelpolitik! Handeln Sie verantwortungsvoll im Sinne der Allgemeinheit!“
3-30-300-Regel soll Ziel für die Stadt- und Bauplanung werden
Durch Bundes- und Landesrecht sowie knappe Finanzen sind die Handlungsoptionen der Kommune Leipzig begrenzt. Das weiß man auch beim BUND Leipzig. Dennoch hat sie grundsätzlich Planungshoheit, das heißt Entscheidungsgewalt über die Nutzung von Grund und Boden. Diese Kompetenzen sollten Stadtrat und Verwaltung konsequent im Sinne einer klimaresilienten Stadtentwicklung einsetzen. Voraussetzung sei der politische Wille.
„Städtische Programme, wie Straßenbaumkonzept, Stadtplatzprogramm, Begrünungssatzung etc., sind wichtig und wirken, jedoch zu spät und viel zu langsam“, stellt der BUND Leipzig fest. „Neue Bäume, von denen viel zu wenig gepflanzt werden, entwickeln erst nach Jahrzehnten eine für Beschirmung ausreichend große Krone.
Die vom Urban-Forestry-Wissenschaftler Prof. Dr. Cecil Konjinendijk entwickelte 3-30-300-Regel ist ein anerkannter Leitfaden für Stadtplaner. Sie besagt: 3 Bäume sollen von jedem Gebäude aus sichtbar sein, 30 Prozent eines Stadtteils sollen mindestens von Baumkronen überschirmt sein, die Entfernung von jeder Wohnung zum nächsten Park oder Wald soll nicht mehr als 300 Meter betragen. Denn nicht allein der Grad der Überschirmung ist wichtig, sondern auch die Verteilung im Stadtgebiet.“
Aber der BUND weist eben nicht nur auf die Handlungsspielräume der Stadt hin. Denn auch und gerade bei Neubauprojekten muss oft der komplette Bewuchs auf der Baufläche weichen. Und nach Fertigstellung gibt es dann oft gestaltete Innenhöfe, in denen – wie auf dem Foto – kein Baum auch nur den mindesten Schatten spendet. Von einem Beitrag zur Biodiversität ganz zu schweigen.
Während die Stadt eine Menge Geld aufwendet, um die Baumverluste auszugleichen und unverschattete Straßen nach und nach mit neuen Baumpflanzungen zu versehen.
Informationen zu Baumpflanzungen in Leipzig findet man hier.
Landrat Emanuel kritisiert neuen ÖPNV-Atlas der Agora Verkehrswende: Nordsachsen einfach abgehängt?
Am 1. September veröffentlichte die Agora Verkehrswende ihren aktuellen „ÖV-Atlas 2026“. In dem landete nicht nur der Landkreis Nordsachsen recht weit hinten in der Hitliste der funktionierenden ÖPNV‑Anbindungen. Und es hätte wohl auch Landrat Kai Emanuel nicht weiter gejuckt, wenn diverse Medien mit über einem Monat Verspätung nicht eine Sensationsmeldung draus gemacht hätten.
Am Montag, dem 19. Oktober, reagierte der Landrat dann doch ziemlich deutlich. Auch wenn er die wild trötenden Medien dabei außen vor ließ.
Nordsachsens Landrat Kai Emanuel hat den gerade erschienenen „ÖV-Atlas 2026“ zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland als wenig hilfreich kritisiert: Durch die Verwendung veralteter Untersuchungsmethoden entstehe ein verzerrtes Bild, das die tatsächliche Situation nicht korrekt widerspiegle. Das sei unverantwortlich und führe zu falschen Schlussfolgerungen.
Laut Atlas der Denkfabrik „Agora Verkehrswende“ hätte Nordsachsen die schlechteste ÖPNV-Anbindung im Freistaat und würde bundesweit nur Platz 291 von 397 belegen.
„Ein moderner ÖPNV braucht auch moderne Qualitätskriterien. Dass die Studie jeden Bus schlechter bewertet als die Straßenbahn und flexible Rufbus-Angebote überhaupt keine Berücksichtigung finden, geht an den Realitäten im ländlichen Raum völlig vorbei“, sagte Kai Emanuel.
„Ein Atlas, der den Anspruch erhebt, den Fortschritt der Verkehrswende objektiv abzubilden, muss innovative, funktionierende Bausteine wie das vollflexible On-Demand-System Flexa Nordsachsen zwingend einbeziehen.“
Die negative Darstellung des ÖPNV in Nordsachsen diskreditiere dessen Beschäftigte und auch den Landkreis mit seinem Kreistag als Aufgaben- und Entscheidungsträger insgesamt. „Und wäre der ÖPNV hier tatsächlich so schlecht, dann müssten täglich 8.000 Mädchen und Jungen von ihren Eltern zur Schule gebracht werden.“
Wo sind die flexiblen Angebote?
Um methodische Lücken zu schließen und ein vollständiges Bild von der Situation im ÖPNV zu gewinnen, hat Nordsachsens Landrat in einem Schreiben an die Berliner Denkfabrik angeboten, sich konstruktiv über die zugrundeliegenden Fahrplandaten und die Integration flexibler Bedienformen in die Bewertungssystematik auszutauschen.
Das Problem aber ist bei der Agora Verkehrswende sogar bekannt. Und da wäre man bei den sensationslüsternen Medien, die die bereitgestellten Informationen einfach ignorieren, Hauptsache Schlagzeilen machen.
Denn in den Erläuterungen zum „ÖV-Atlas 2026“ merkt die Agora Verkehrswende selbst an: „Flexible Bedarfsverkehre ergänzen den Linienverkehr dort, wo sich Nachfrage schlecht bündeln lässt. Seit die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes 2021 neue Verkehrsformen wie den Linienbedarfsverkehr eingeführt hat, sind mehr als 120 Projekte mit über 1.000 Fahrzeugen entstanden, rund 80 Prozent davon außerhalb der großen Städte.
On-Demand-Verkehre und ähnliche Angebote ohne festen Linienweg wurden jedoch bei den Berechnungen zum ÖV-Atlas noch nicht berücksichtigt. Die Güteklassen bewerten den angebotenen Takt und die Entfernung zu einer Haltestelle. Beides fehlt bei Angeboten, die ihr Bediengebiet flächenhaft und ohne Fahrplan erschließen. Nur Bedarfsverkehre, die in den Fahrplandaten von DELFI als Linie hinterlegt sind (etwa das Anruf-Linien-Taxi), fließen in die Berechnung ein.
Ein bundesweiter Datenbestand fehlt jedoch bisher. Häufig sind ein bis drei Fahrzeuge in einer Gemeinde im Einsatz. Einige Angebote sind aber auch deutlich größer, wie in der Region Hannover (Sprinti), Hamburg (Moia) oder im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hopper). Auch andere flexible Bedienformen wie das ÖPNV-Taxi stärken den Nahverkehr.“

Wie man das aber in die Atlas-Daten integrieren kann, weiß man noch nicht. Denn diese Daten beruhen ganz allein auf den öffentlich zugänglichen Fahrplänen. Dazu werden die Entfernungen zu den nächsten Haltestellen und die Bevölkerungszahlen in Beziehung gesetzt.
Wie man die flexiblen Angebote dennoch integrieren könnte, wird gerade überlegt: „Wie eine methodische Integration künftig aussehen könnte, zeigt das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) mit seiner ÖPNV-Erreichbarkeitsanalyse für das Land Nordrhein-Westfalen. On-Demand-Verkehre werden hier über Ruf- und Wartezeiten in eigene Haltestellenkategorien übersetzt. Die üblichen Wartezeiten von 30 bis 60 Minuten entsprechen in dieser Studie den untersten Kategorien E oder F des ÖV-Atlas.“
Hauptsache S-Bahn
Aber eigentlich kommt auch Leipzig nicht so gut weg, wie es eigentlich dasteht, weil unterschiedliche Angebote unterschiedlich hoch bewertet werden: S-Bahn-Anschlüsse werden im Ranking höher bewertet als Straßenbahn- und Bus-Anschlüsse. Weshalb dann selbst im Großstadt-Ranking vor allen Städten mit dichtem S‑Bahn-Netz vor Leipzig liegen.
Die Agora Verkehrswende dazu: „Unter den Großstädten (über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) hat laut der Analyse Frankfurt am Main das beste Angebot im öffentlichen Verkehr, dicht gefolgt von Stuttgart, München, Karlsruhe, Düsseldorf und Darmstadt.“

Leipzig landet dann mit einer „ÖPNV-Güte“ von 1,5 auf Platz 9 der Großstädte – hinter Berlin. Und nur 88 Prozent der Leipziger seien, so der Atlas, gut mit ÖPNV angebunden. Aber schon allein die Existenz einer S-Bahn-Verbindung ins Oberzentrum sorgt dafür, dass „städtische Landkreise“ im Ranking ganz nach oben kommen.
„In der Kategorie Mittelstädte (20.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) bieten Laatzen, Rheinstetten, Ostfildern, Stutensee und Unterhaching die beste Versorgung. Sie alle sind per S- oder Stadtbahn an ein Oberzentrum angebunden“, stellt die Agora Verkehrswende fest.

Sachsen im Mittelfeld
Der Blick auf die Karte zeigt dann, dass es in Sachsen ganz andere Landkreise gibt, die ein deutlich schlechteres ÖPNV-Angebot aufweisen, vom Erzgebirgskreis bis zu den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Und dabei macht der ÖV-Atlas eben auch deutlich, wie stark das dicht ausgebaute ÖPNV-Netz um Großstädte das gesamte Angebot in einem Bundesland prägen kann.
Da landen dann bei der Qualität des Angebots gar nicht überraschend die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen ganz vorn. Sachsen – stark geprägt durch die dichten Netze um Dresden und Leipzig – landet unter den Bundesländern auf Platz 7 – zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – deutlich vor Bayern, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg.
Den ÖV-Atlas 2026 findet man hier.
Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 20. Oktober 2026
Genießt den Herbst, denn bald wird´s trübe. Ein zu erwartender Stau gibt dazu heute beste Gelegenheit. Gruselig gibt sich hingegen schon jetzt die Südvorstadt: Vorhang auf für den kleinen Horror zwischendurch. Die Jazztage werden heute zu echten Weltfestspielen und präsentieren einen Urvater des Ost-Jazz. Politisch bietet am Abend Rückmarsdorf eine spannende Runde. Daher kommt der Pate auch höchstselbst.
Schön und schlau um den Stau
Auf der Autobahn A72 müssen sich Autofahrer ab heute auf Einschränkungen zwischen den Anschlussstellen Borna-Nord und Rochlitz einstellen. In Fahrtrichtung Chemnitz wird der rechte Fahrstreifen wegen einer mehrtägigen Baustelle gesperrt. Staugefahr! Die Arbeiten sind bis einschließlich Freitag, 23. Oktober, jeweils von 7 bis 14 Uhr vorgesehen. Das geht aus den offiziellen Verkehrswarnmeldungen der Polizei Sachsen hervor. Eine vollständige Sperrung der Autobahn ist nicht angekündigt. Der Verkehr wird während der Arbeiten über den verbleibenden Fahrstreifen geführt.
Zusätzlich müssen Verkehrsteilnehmer auf der A72 mit weiteren Einschränkungen rechnen. Zwischen den Anschlussstellen Borna-Süd und Rötha sind seit gestern bis 30. Oktober tagsüber zeitweise Arbeiten zur Fahrbahninstandsetzung vorgesehen. Nach Angaben der Autobahn GmbH können davon beide Fahrtrichtungen betroffen sein. Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie insbesondere während der Tagesstunden mit wechselnden Verkehrsführungen und Verzögerungen rechnen sollten.
Weiter ist und länger dauert (bei flüssigem Verkehr) die Fahrt nach Chemnitz über die Landstraße über Borna, Geithain, Penig und Burgstädt. Vorteil: während der Zeit, die man im Stau steht, bekommt man bei dieser Variante eine herrliche Herbstlandschaft präsentiert.

Horror in der Südvorstadt
In der Cinémathèque Leipzig beginnt heute eine fünftägige Ausstellung mit experimentellen Horror-Kurzfilmen. Unter dem Titel „LOOP LOOP I: SURREAL, PSYCHEDELIC, DISORIENTING“ werden bis einschließlich Samstag, 24. Oktober, täglich von 11 bis 17 Uhr außergewöhnliche filmische Arbeiten gezeigt. Der Eintritt ist an allen Ausstellungstagen frei.
Das Programm stammt aus dem Archiv des internationalen Final Girls Berlin Film Festivals und wurde von dessen Team zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen Kurzfilme, die mit surrealen Bildwelten, und ungewohnten Erzählweisen experimentieren. Die Cinémathèque charakterisiert die Auswahl als surreal, psychedelisch, verwirrend, höllisch und visuell opulent.
Auch die Präsentation unterscheidet sich von einer herkömmlichen Kinovorführung. Die Filme werden auf zwei einander gegenüberliegenden Leinwänden gezeigt. Dadurch entstehen wechselnde Beziehungen zwischen den Bildern und Geschichten, die sich ergänzen, widersprechen oder gegenseitig kommentieren können. Sessel ermöglichen es dem Publikum, die Arbeiten in Ruhe zu betrachten.
Gezeigt werden folgende Filme: „GHOUL LOG“ (2:59 Minuten) von Christine Pfister aus den USA aus dem Jahr 2021. Der handgefertigte Stop-Motion-Film erzählt von einem okkulten Festmahl, das außer Kontrolle gerät. In „TOKUM AMA YERIM (I’m Full But I’ll Eat Anyway)“ (5:00 Minuten) der türkischen Regisseurin Bilge Olcay Yılmaz aus dem Jahr 2025 treffen sich fünf Frauen mittleren Alters zu einem traditionellen „Goldtag“ (altın günü). Dabei wird die 17-jährige Leyla wegen ihres Aussehens auf brutale Weise herabgesetzt. Mit zunehmender Eskalation der Situation verändern sich auch die Grenzen der Wirklichkeit.
Um zwischenmenschliche Beziehungen, körperliches Verlangen und gesellschaftliche Scham geht es in „I AM ALWAYS HUNGRY“ (3:33 Minuten) von Sophie Ansell aus Großbritannien. Der Film aus dem Jahr 2024 betrachtet enttäuschende Verabredungen als vampirischen Energieaustausch und verbindet Fragen nach Essen und Intimität mit dem Motiv des monströsen Weiblichen.
Eine andere Form familiären und zwischenmenschlichen Horrors zeigt „FCK’N NUTS“ (11:55 Minuten) von Sam Fox aus den USA. In der Produktion von 2023 steht Sandy vor der schmerzhaften Entscheidung, sich von ihrem Traummann zu trennen, damit dieser ihren exzentrischen Eltern nicht begegnet. Eine düstere, von religiösen Vorstellungen geprägte Welt entwirft „MADDER ISLE“ (7:39 Minuten) von Laura Spark aus Großbritannien. In dem 2017 entstandenen Film versucht eine heilige Sekte auf einem verlassenen Felsen inmitten eines vergifteten Meeres, den Beginn einer neuen Ära herbeizuführen. Morgan entdeckt jedoch, dass die Gemeinschaft keineswegs ausschließlich ehrenhafte Ziele verfolgt.
Den sechsten Beitrag bildet „AMANITA MUSCARIA“ (8:47 Minuten) von Hajdi Đukić aus Serbien aus dem Jahr 2021. Darin wird das bisher friedliche Leben eines jungen Biologen durch das Auftreten dunkler Mächte bedroht. Zusammen ergeben die sechs Filme eine reine Laufzeit von gut 40 Minuten.
Die Ausstellung kann bis Samstag jeweils zwischen 11 und 17 Uhr kostenlos besucht werden. Weitere Informationen zum Projekt und dem sonstigen Programm des Hauses gibt es HIER ONLINE. Zu finden ist der Veranstaltungsort ganz einfach: Die Cinémathèque befindet sich im Erdgeschoss des großen Wohnhochhauses am Alexis-Schumann-Platz, Eingang auf der Karl-Liebknecht-Straße.

Jazz verbindet die Welt
Zwei außergewöhnliche Konzertereignisse stehen heute auf dem Programm der 50. Leipziger Jazztage. Im Horns Erben (Arndtstraße 33) treffen um 19 und 21 Uhr Musiker aus Polen, Leipzig und Weimar zu zwei improvisierten Begegnungen unter dem Titel „First Date“ zusammen. Das polnische Trio AJAKS mit Saxofonist Marek Pospieszalski, Kontrabassist Max Mucha und Schlagzeuger Qba Janicki musiziert erstmals in dieser Besetzung mit Tara Sarter und Fridolin Krön. Die deutsch-polnische Kooperation setzt auf musikalischen Austausch ohne vorgegebenen Verlauf. AJAKS beschäftigt sich in seiner Arbeit unter anderem mit dem Thema Vaterschaft. Karten kosten an der Abendkasse 23 beziehungsweise 18 Euro.
Ebenfalls heute, um 20:30 Uhr, lädt die Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50) zu einem internationalen Doppelkonzert. Der deutsche Posaunist Conny Bauer, der bereits 1976 mit der Formation FEZ bei den ersten Leipziger Jazztagen auftrat, bildet mit dem finnischen Gitarristen Kalle Kalima und dem US-amerikanischen Schlagzeuger Hamid Drake ein Trio.
Anschließend widmet sich das Projekt „serenatas disponibles“ um den New Yorker Kontrabassisten Brandon López einer experimentellen Verbindung lateinamerikanischer Serenadentraditionen mit freier Improvisation, komplexen Rhythmen und mikrotonalen Klangfarben. Eintrittskarten kosten an der Abendkasse 36 und ermäßigt 29 Euro. Das ganze Programm der Leipziger Jazztage gibt es HIER ONLINE, mit allen Informationen zu den Konzerten, Spielstätten und Preisen.

Besuch vom Paten von Rückmarsdorf
Der Leipziger Baubürgermeister Thomas Dienberg wird heute zur öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates Rückmarsdorf erwartet. Beginn ist um 19 Uhr im Ortsteilzentrum an der Ehrenberger Straße 5a. Auf der Tagesordnung findet sich unter Punkt 5 ein „Patenbesuch Herr Dienberg“. Klingt nach einem gemütlichen Abend mit dem netten Onkel…
Gemeint ist damit aber Thomas Dienbergs Funktion als sogenannter Patenbürgermeister für Rückmarsdorf. Das Leipziger Patenschaftsmodell wurde 2020 eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und örtlichen Gremien zu verbessern. Den sieben Fachbürgermeistern wurden dafür bestimmte Stadt- und Ortsteile zugeordnet. Sie sollen Anliegen der Ortschaftsräte aufnehmen, bei deren Bearbeitung innerhalb der Verwaltung vermitteln und regelmäßig den direkten Austausch suchen. Vorgesehen ist auch eine halbjährliche Teilnahme an Sitzungen der örtlichen Vertretungen. Persönliche oder finanzielle Patenschaften für einzelne Einwohner oder Einrichtungen sind damit ausdrücklich nicht verbunden.
Dienbergs Kontakte nach Rückmarsdorf reichen mehrere Jahre zurück. Bereits im Dezember 2022 erläuterte er dem Ortschaftsrat Verzögerungen beim geplanten Kreisverkehr an der Miltitzer Straße. Bei weiteren Besuchen standen unter anderem Gewerbeansiedlungen und der Schulneubau im Mittelpunkt. Letzterer dürfte heute Abend im Gespräch mit dem Patenbürgermeister eine gewichtige Rolle spielen, denn auch der kam nicht so voran wie geplant und sorgt derzeit für Unmut.
Die heutige Sitzung bietet Gelegenheit, kommunale Anliegen unmittelbar mit dem Baubürgermeister zu besprechen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Ortschaftsrat u.a. mit einer geplanten Park-and-Ride-Fläche samt Fahrradabstellanlage am Bahnhof Rückmarsdorf und der Wiederaufstellung der Löwenskulptur am Ortseingang. Außerdem stehen Organisatorisches zu Feiern und Festen und eine Fragestunde auf dem Programm. Die Sitzung ist öffentlich. Die vollständige Tagesordnung ist unter www.or-rueckmarsdorf.de/tagesordnung.htm abrufbar.

Geplantes Rechenzentrum bei Rackwitz: Lauter offene Fragen zu Netzanschluss, Abwärme, Lärm …
Bei Rackwitz, nördlich von Leipzig, wird ein großes Rechenzentrum mit 500 Megawatt Leistungsbedarf geplant. Das wäre eine Investition von bis zu sechs Milliarden Euro in ein Rechenzentrum, das vom Berliner Projektentwickler AM:PM Grund an der B184 zwischen Zschölkau und Rackwitz beplant wird. Das bereitzustellende Areal soll zwischen 32 und 44 Hektar umfassen, mit Gebäuden zwischen 23 und 30 Meter Höhe bebaut werden.
Der Projektsteuerer vom Leipziger Unternehmen Enersyngy, André Jaschke, spricht von einem Pilotprojekt, denn weitere Ansiedlungen in der Region seien in Planung:
Die Universität Leipzig baut ein modernes KI-Rechenzentrum auf der Alten Messe für 50 Millionen Euro aus Mitteln des Freistaates und des Bundes. Die Planung ist jetzt abgeschlossen, die Fertigstellung soll bis 2028 durch das SIB (Sächsische Immmobilien- und Baumanagement) erfolgen. Das Rechenzentrum startet mit einer IT-Leistung von 1,4 Megawatt, also mehr als genug für große Rechenkapazitäten. Bei Bedarf lässt es sich schrittweise auf 4,4 Megawatt ausbauen.
Außerdem erfüllt es strenge Umwelt- und Sicherheitsstandards, darunter das Umweltzeichen Blauer Engel, den IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie weitere Zertifizierungen.
Südlich von Leipzig gibt es lt. LVZ vom 9.11.2025 Pläne für ein 64 Hektar großes Rechenzentrum bei Böhlen. Auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche soll ein Technologiegebiet entwickelt werden. Das Projekt läuft unter dem Titel „Blue Future Technologiegebiet Böhlen-Großdeuben“. Vorgesehen ist eine Investitionssumme von bis zu einer Milliarde Euro, mit der Einrichtung von etwa 120 Arbeitsplätzen.
Zukunftsorientierte Entwicklungsplanung für Westsachsen
Für die zukünftige Entwicklung im Leipziger Raum steht jetzt aus verschiedenen Gesichtspunkten und insbesondere wegen der Bereitstellung von Flächen die entscheidende Frage an: Was sollte Vorrang haben – der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE), der Stromspeicherkapazitäten oder/und der Ausbau von Rechenzentren, der Bau von Umspannwerken?
Die Bereitstellung von bebaubaren Grundstücken ist ein knappes Gut und es sollte abgewogen werden zwischen Bodenversiegelung, Natur- und Landschaftsschutz, landwirtschaftlicher Nutzung und Entwicklungsbedarfen, siehe LZ-Artikel vom 16.10.2026 „Wertvoller Acker …“
Hierzu fehlt aus meiner Sicht ein schlüssiges Konzept seitens der Landesregierung bzw. bei der Regionalplanung. Denn immerhin ist auch die Ansiedlung von Großgewerbe auf dem neu zu erschließenden Gewerbegebiet Rackwitzer Allee am Leipziger Flughafen vorgesehen …
Eine Wichtung wäre notwendig: Was ist dringender für das Land Sachsen – der Ausbau von Stromspeichern oder der Bau von Rechenzentren? Wir können und sollten nicht alle landwirtschaftlichen Flächen weiter ungebremst zubetonieren.
Denn mindestens drei Kriterien sind für diesen Ausbau maßgebend:
a) die Bereitschaft der betroffenen Bürger und das Interesse am Ausbau für Gewerbe
b) die zur Verfügung stehenden begrenzten und erschließungsfähigen Flächen
c) die Bereitstellung von Netzanschlusskapazitäten.
Bürgerinitiative und Bürgerentscheid
Eine Bürgerinitiative in Rackwitz spricht sich gegen den Ausbau dieser Großrechenanlage aus und will das Rechenzentrum mit einer Petition über Change.org stoppen (https://www.change.org/p/stoppt-das-500-mw-rechenzentrum-in-rackwitz). Wichtige Kriterien zum Einspruch sind: Erzeugung von Luftschadstoffen, Lärm, Wasserverbrauch, hoher Strombedarf, Verkehr. Rechenzentren können schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Sie erzeugen erhebliche Mengen an Lärm und Verschmutzung, was zu Atemwegserkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen kann.
Zudem könnte der enorme Energiebedarf die CO₂‑Emissionen in unserer Region auf ein alarmierendes Niveau treiben. Unsere Landschaft, unser Wasser und ganz besonders unsere Luft sind durch solche Vorhaben akut gefährdet. Es wird ein Bürgerentscheid zum Rechenzentrum bei Rackwitz gefordert, in Anlehnung an den Bürgerentscheid von Wiedemar. Die Menschen vor Ort sind von den Veränderungen betroffen, sollen entscheiden und das letzte Wort haben.

Die Landesregierung ist weit weg und setzt andere Prioritäten, als die vor Ort Betroffenen. Immer wieder feststellbar bei den Schkeuditzer Flughafenausbauplänen
Um die Stromnetze stabil zu halten und Redispatch-Kosten zu senken, ist der Ausbau von Stromspeicherkapazitäten erforderlich
Der Ausbau der Stromspeicher ist unbedingt erforderlich, damit die Erzeugung von Erneuerbaren Energien (EE) aus Wind und Solar bei viel Wind und viel Sonne nicht abgeregelt werden muss, sondern dass dieser zeitweise überschüssige Strom durch Speicheranlagen aufgenommen werden kann, um diesen Strom dann zu Zeiten von wenig Stromerzeugung wieder mit Gewinn ins Netz einzuspeisen. Um die Rechenzentren und Server zu betreiben, sollte Strom aus EE genutzt werden. Auch deshalb will der Freistaat Sachsen den Ausbau der Windkraft- und PV-Anlagen befördern.
Zum Ausbau der Windenergie hat die Landesregierung gerade jetzt, Anfang Oktober 2026, aber das vollkommen falsche Signal gesetzt, mit dem Windkraft-Erlass zum Umgang mit laufenden Windenergievorhaben (siehe LZ vom 14.10.2026), also dem Stillstand bis Ende 2027 beim Ausbau von Windkraftanlagen.
Mitte 2025 wurde außerdem das Zurücksetzen der zweiprozentigen Ausweisung von Landesfläche für Windvorranggebiete in 2027 um fünf Jahre verschoben auf das Jahr 2032. Zudem ist Sachsen seit Jahren das Land mit dem geringsten Ausbau von Windkraftanlagen.
Engstelle Netzanschluss
Für den Anschluss aller Stromerzeugungs- und Stromnutzungsanlagen sind Netzanschlüsse erforderlich. Das ist derzeit einer der Schwachpunkte, da die Netzbetreiber zunehmend oft keine ausreichenden Netzanschlüsse anbieten können.
Die Netzbetreiber müssten für mehr Netzanschlüsse mehr Umspannwerke ausbauen und das ausreichende Leitungsnetz zur Durchleitung des Stromes. Aber Umspannwerke kosten viel Geld – ca. 10 bis 15 Millionen € je Werk – und Flächen werden benötigt. Zur rahmengesetzlichen Klärung muss der Bundesgesetzgeber, das Wirtschaftsministerium, wahrscheinlich noch getragen werden.
Zur Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) wird kontinuierlich und zunehmend mehr Strom benötigt
Der Bedarf an Rechenleistung wächst kontinuierlich. Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Daten-Clouds, intelligente Systemsteuerung oder autonomes Fahren sind darauf angewiesen. Der Ausbau der KI ist aus der heutigen wirtschaftlichen Entwicklung, aus dem Berufsalltag, der Kommunikation und der Verwaltung nicht mehr wegzudenken.
KI und damit Serverleistungen gehören zur Schlüsseltechnologie für die Wirtschaft, die Verwaltung und die kritische Infrastruktur. Durch die zunehmende Nutzung der KI müssen KI-Rechenzentren ausgebaut werden und damit steigt der Strombedarf in Deutschland deutlich um voraussichtlich 80 bis 115 Terawattstunden (TWh) bis 2037.
Die Bereitstellung der Strommenge wäre nicht der Engpass, sondern es gilt, die Rechenzentren sicher ans Netz anzuschließen, ohne die Versorgung anderer Netznutzer zu beeinträchtigen. Der Schwachpunkt sind wieder die Netzanschlüsse und das erforderliche Leitungssystem. Um die Netzanschlüsse konkurrieren sämtliche Stromerzeuger (Windkraft-, Solaranlagen, Biomasse, andere Kraftwerke) und die Stromnutzer wie Industrieanlagen, die Bevölkerung, Behörden, Verkaufseinrichtungen, Verwaltungen, Batteriespeicher, Ladeparks, Rechenzentren usw.
Rechenzentren benötigen viel und beständig Strom, denn sie sind keine Speicheranlagen. Für ihre Leistung benötigen sie viel Strom zum dauerhaften Betrieb und Wasser zur Kühlung. Mit dem Betrieb wird laufend Abwärme produziert und Lärm. Für den Unterhalt werden sehr wenige Mitarbeiter erforderlich, die aber hochqualifiziert sein müssen zur Überwachung. Arbeitsplätze entstehen also bei einer Investitionssumme von 1 Milliarde € nur um die 100 bis 150.
Rechenzentren brauchen Platz, da man die Server nicht unbegrenzt übereinander stapeln kann. Rechenzentren sollten auch einen Teil des Stromes selbst erzeugen durch PV-Anlagen auf den Dächern und das Kühlwasser im Kreislauf nutzen. Der Lärm entsteht durch die Kühlaggregate. Diese sollten also eingehaust werden und die Abwärme sollte als Fernwärme zur Verfügung stehen.
Eine Großinvestition bei Rackwitz zwischen Delitzsch und Leipzig
Aussagen zum geplanten Rechenzentrum bei Rackwitz (RZZR):
– Mit 500 Megawatt (MW) Leistung, was dem Strombedarf einer mittelgroßen Stadt (über 100.000 Einwohner) entspricht, wäre es einer der größten Datenspeicher in Deutschland.
– Die Investitionssumme soll nach Auskunft von RZZR zwischen vier und sechs Milliarden Euro betragen.
– Doch erst einmal muss Baurecht für das Vorhaben geschaffen werden. Bis 13.9.2026 lief die Öffentlichkeitsbeteiligung. Am 27.8.2026 fand dazu in Rackwitz eine Informationsveranstaltung statt. Weitere sollen folgen. Die Bauplanung soll 2027 abgeschlossen werden, Baubeginn ist ab 2029 vorgesehen, der Betrieb soll ab 2030 mit einer Leistung von 100 MW starten.
– Stromversorgung – Als Auszug aus den Unterlagen zum Rechenzentrum: „Die Versorgung ist über ein ohnehin geplantes und im Bau befindliches Umspannwerk bei Delitzsch vom Netzbetreiber 50Hertz bzw. Mitnetz Strom vorgesehen, das über eine ebenso bereits geplante 110-kV-Trasse mit dem Plangebiet verbunden wird.“
Doch Aussagen der zuständigen Netzbetreiber gegenüber der LVZ ziehen diesen Zeitplan in Zweifel: 50Hertz, Betreiber des überregionalen Höchstspannungsnetzes, nennt als Inbetriebnahmeziel für das künftige Umspannwerk Delitzsch das Jahr 2045 – also 15 Jahre später.
Auch der regionale Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom bremst: Die Planungen stünden „ganz am Anfang“, man müsse technisch auf den Ausbau von 50Hertz warten. Und ausschlaggebend ist der erforderliche Netzanschluss.
Der Engpass Netzanschluss
Jetzt wird es etwas komplizierter: Vom Wirtschaftsministerium der Katherina Reiche soll noch im Jahr 2026 das überarbeitete EEG, jetzt EModG (Energiemodernisierungsgesetz), mit dem „Netzpaket“ verknüpft werden. Mit diesem „Netzpaket“ können die Netzbetreiber unter bestimmten Bedingungen Netzengpassgebiete ausweisen und der Vorrang für den Anschluss von EE bei den Netzanschlüssen soll damit entfallen.
Somit müssten die Verteilnetzbetreiber nicht mehr vorrangig Netzanschlüsse für EE und für Speicheranlagen bereitstellen. Die Verteilnetzbetreiber könnten sich also weiterhin Zeit lassen, das Geld für erforderliche Erweiterungen nicht bereitstellen und aussortieren, welche Leitungsnetze und Umspannwerke mit neuen Netzanschlüssen ausgebaut werden und wer/welche Firma den gewünschten (und oft dringend erforderlichen) Anschluss bekommt.
Also im Fall vom Rechenzentrum RZZR:
a) Es muss noch der Netzanschluss beantragt werden und
b) Der Netzanschluss und die 110‑kV-Zuleitung müssen rechtzeitig vom Netzbetreiber bereitgestellt werden, d.h. Investition in Millionenhöhe bis 2029/30. Die Frage ist, ob die Netzbetreiber das Risiko für eine relativ ungesicherte Großinvestition eingehen.
Kühlwasser, Abwärme und Lärm – die Planungen fürs RZZR sind zu überdenken:
Wasserbereitstellung und Entwässerung
Aber auch Wasser zur Kühlung wird benötigt. Allgemein rechnet man mit 19 Millionen Litern Wasser am Tag ab 1 MW Rechenleistung. Aussagen auf der Webseite von RZZR: „Die Kühlung soll in Rackwitz in einem geschlossenen Kreislauf erfolgen. Der Wasserbedarf beschränkt sich auf die Erstbefüllung der Kreisläufe mit Industriewasser, Sanitärwasser für die Beschäftigten wird dauerhaft dem Trinkwassernetz entnommen; Löschwasservorhaltung wird über eine eigene Löschwasseranlage auf dem Gelände gedeckt.“
„Das Gelände erhält ein vollständiges Regenwassersystem, bestehend aus Rückhaltebecken und Versickerungsflächen. Damit wird Niederschlagswasser auf dem Gelände gehalten, vor Ort versickert und gedrosselt an den Altlober abgegeben. Eine Ableitung von Regenwasser in das Kanalsystem ist ausgeschlossen. Das Entwässerungs- und Regenwasserkonzept wird mit dem Entwurf 2027 ausgelegt und von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises geprüft.“
Abwärme und Klimageräte – Kreislaufsystem überdenken und Fernwärmepotential nutzen
„Derzeitig vorgesehen ist, das die Abwärme über die Klimageräte auf den Dächern abgegeben wird, und diese wird demzufolge vor allem nach oben entweichen.“ Das ist zwar erst einmal preiswert, aber sinnlos und äußerst umweltbelastend. Diese Abwärme muss intern aufgefangen werden.
Für die Nutzung der Abwärme der Serveranlagen wären zwei getrennte Kreisläufe erforderlich. Der eine Kreislauf für die interne Abwärmeaufnahme würde mit „dem Kältemittel R1234ze oder R744 (CO₂) betrieben. Diese haben ein Treibhauspotenzial (GWP) von 7 (R1234ze) bzw. 1 (R744) – bei herkömmlichen Kältemitteln wie R134a liegt dieser Wert bei rund 1.400.
Der Betreiber verpflichtet sich im städtebaulichen Vertrag, die Abwärme an der Grundstücksgrenze für Wärmenetze bereitzustellen.“ Das bedeutet, dass ein großer Wärmetauscher installiert werden müsste, wo die Abwärme für ein Fernwärmesystem (zweiter Kreislauf) übernommen würde und was unbedingt vorzusehen ist, damit die Abwärme nicht ungenutzt an die Außenluft abgegeben wird. Nach Informationen vom Planer laufen derzeitig Gespräche u.a. mit den Stadtwerken Leipzig über die Abnahme eines Teils dieser Abwärme.
Lärmbelastung
Die Geräusche entstehen an den Rückkühlern auf den Dächern, die mit einer Sicht- und Lärmschutzfassade eingehaust werden. Die nächsten Wohnhäuser liegen rund 300 Meter vom Rechenzentrum entfernt und eine Baumplantage soll das Gelände umschließen. Die abschließende Schallprognose wird mit dem Entwurf 2027 ausgelegt.
Nach derzeitigem Planungsstand liegt der Pegel an den nächstgelegenen Wohnhäusern in Lemsel, Zschortau und der Friedenssiedlung deutlich unter den Richtwerten der TA-Lärm für allgemeine Wohngebiete, 55 dB(A) am Tag und 40 dB(A) in der Nacht. Weniger Lärmbelastung wäre erfoderlich.
Beleuchtung
Der Bebauungsplan setzt fest, dass die Außenbeleuchtung nach unten gerichtet sein muss. Die Sicherheitszäune werden offen gestaltet und sind höchstens 3,50 Meter hoch. Blickdichte Einfriedungen sind nicht zulässig.
Der dreireihige Gehölzstreifen schirmt das Gelände zusätzlich ab. Das Rechenzentrum soll sich lichttechnisch im Vergleich zu anderen Gewerbenutzungen zurücknehmen. Für die Lichtreduzierung sollten Bewegungsmelder an den Lichtanlagen eingesetzt werden.
Notstromversorgung
„Jedes Gebäudemodul erhält eine unterbrechungsfreie Stromversorgung aus Batterien und Netzersatzaggregaten. Die Batterien überbrücken kurze Störungen. Batterien allein können einen Netzausfall über Stunden angeblich nicht überbrücken, deshalb kommt kein Rechenzentrum ohne Aggregate aus.
Die Aggregate laufen nur bei einem längeren Netzausfall und für vorgeschriebene Testläufe am Tage. Vorgesehen sind Aggregate nach dem Stand der Technik mit SCR-Abgasnachbehandlung, vergleichbar mit „AdBlue“ beim Dieselmotor, ein späterer Betrieb mit E-Fuels wird vorbereitet. Diese Abgasschornsteine werden nach heutigem Stand voraussichtlich 35 bis 40 Meter hoch gebaut werden müssen.“
Um das Stromnetz im Leipziger Nordwesten zu stabilisieren, sind Stromspeicheranlagen erforderlich. Es ist der Bau von etlichen Stromspeichern im Gespräch. Warum kann nicht gleich für den Notfall ein Stromspeicher in der Umgebung von Rackwitz gebaut werden zur Mitversorgung für das RZZR?
Gewerbesteuer
„Die Bundesregierung hat im September 2026 den Entwurf des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 vorgelegt. Danach soll die Gewerbesteuer von Unternehmen, die ausschließlich Rechenzentren betreiben, künftig zu 90 % nach der elektrischen Anschlussleistung der Standorte und nur noch zu 10 % nach den Arbeitslöhnen auf die Gemeinden verteilt werden – sie fiele damit ganz überwiegend dort an, wo das Rechenzentrum steht, also in Rackwitz. Die Regelung soll erstmals für 2027 gelten; das Gesetzgebungsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.“
Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) sieht das Projekt als Befreiungsschlag: Der Grundstückserlös könnte die Gemeinde auf einen Schlag entschulden. Rackwitz hat aktuell rund 11,7 Millionen Euro Schulden und ist wirtschaftlich stark von wenigen Branchen (wie dem Alu-Werk) abhängig. Zudem rechnet man mit bis zu 150 dauerhaften Arbeitsplätzen und hohen Gewerbesteuereinnahmen, falls das Gesetz so kommt.
Tycho Brahe: Eine Biografie, die den ersten modernen Astronomen Europas wieder ins Rampenlicht stellt
Wir leben in seltsamen Zeiten. Politiker driften in Verschwörungstheorien ab und werden dafür auch noch von Wählern unterstützt, die in den wild gewordenen Inter-Netzen jede windige Behauptung teilen und Wissenschaft und Fakten für bloße Meinungen halten. Als hätten sie alle keine fundierte naturwissenschaftliche Grundlagenausbildung in der Schule bekommen. Und dabei auch nie gelernt, wie faszinierend es ist, die Welt mit wissenschaftlichem Blick zu begreifen. Und einer, der diese wissenschaftliche Sicht auf die Welt mitbegründet hat, war Tycho Brahe.
Man kann ja nicht einmal mehr davon ausgehen, dass dieser Name im Unterricht – egal, ob in Astronomie oder Geschichte – neben den Namen Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler überhaupt genannt wurde. Oder diese Unterrichtseinheiten sowieso wegen Lehrermangels gestrichen wurden. Dabei ist gerade ihre Geschichte eine Geschichte des modernen Wissens und der Methoden, mit denen es erworben wird. Denn so lange leben wir noch nicht im wissenschaftlichen Zeitalter. 500 Jahre sind – selbst im Spiegel der Menschheitsgeschichte – ein kurzes Stück Zeit.
Eine Zeit, die eben auch lehrte, dass der bloße Augenschein oft trügt und Wissen erarbeitet werden muss. Mit immer neuen Beobachtungen, Messungen, dem Abklären von Unstimmigkeiten, dem Lernen aus Fehlern. Etwas, was an den damaligen Universitäten Europas noch lange nicht Lehrstoff war. Auch wenn die Zeit danach rief.
Eine Zeit, die wir heute als Renaissance bezeichnen, als Wiedergeburt, weil sie anknüpfte an antikes Denken. Aber gleichzeitig war sie etwas Neues, das Europa gründlich veränderte. Auch das scheinbar etwas abgelegene Dänemark, über das sich die Historiker bis in jüngste Zeit noch stritten, wann die Renaissance dort eigentlich angekommen ist.
Der Beginn eines neuen Denkens
Es war auch die Beschäftigung mit dem Leben Tycho Brahes, die deutlich machte, dass Dänemark tatsächlich schon früh Teil der Renaissance-Entwicklungen Europas war und ganz und gar kein „unbelichtetes“ Gebiet am Rande der Welt. Auch wenn man das Land weniger wegen seiner kulturellen Renaissance-Zeugnisse kennt.
Aber Renaissance bedeutete eben nicht nur Architektur, Dichtung und Malerei, sondern vor allem den Beginn wissenschaftlichen, rationalen Denkens. Eng verbunden mit der Reformation, die eben auch den seiner selbst bewussten Menschen ins Zentrum des Denkens stellte. Und damit den Menschen, der „Gottes Schöpfung“ mit kluger Systematik zu erforschen und zu erkennen vermochte.
Das war ansteckend. Und das brachte auch den Sohn einer dänischen adligen Familie dazu, sich nicht nur die neuesten Publikationen zu Astronomie und Astrologie zu besorgen, sondern auch zu beginnen, den Sternenhimmel selbst zu beobachten und zu vermessen. Das war genau jener Tycho Brahe, der so gar keine Lust hatte, in die den Adligen vorbehaltenen Reichsämter berufen zu werden. Schon als Junge verschlang er alle Bücher, die er bekommen konnte.
Und spätestens die Sonnenfinsternis von 1560 bestimmte den Lebensweg des damals 14‑Jährigen, der zwar brav die vorgesehene Tour durch die berühmten Universitäten seiner Zeit absolvierte, um Jura zu studieren – darunter Leipzig und Wittenberg. Aber in Leipzig scheint er seine Begeisterung für die Himmelsbeobachtung erst recht entdeckt und ausgelebt zu haben.
Wenn Daten einfach nicht stimmen
Hier beobachtete der 17‑Jährige 1563 den Mars, den Jupiter und den Saturn, wollte eigentlich auch die von Giovanni Carelli vorausgesagte Konjunktion von Jupiter und Saturn beobachten. Tat er auch, war aber verblüfft darüber, dass die Daten nicht zu Carellis Vorhersagen passten. So beginnt Wissenschaft. Und dieser junge Mann tickte genau so. Die Zeit war reif für diese Typen, die sich mit Ungenauigkeiten und Ungereimtheiten nicht abzufinden gedachten. Und dann ihr Leben damit verbrachten, immer neue Instrumente zu entwickeln, um den Himmel immer genauer zu vermessen.
Und zwar mit einer Unbedingtheit, die selbst Kopernikus nicht kannte, obwohl der ja die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums geschmissen hatte und die Grundlagen für das heliozentrische Weltbild schuf. Doch auch er arbeitete mit oft jahrhundertealten Tafeln.
Man staunt, wie schriftgläubig auch die Gelehrten des 16. Jahrhunderts noch waren. Sogar bereit, die vielen Abweichungen und Unstimmigkeiten in den überlieferten Tafeln zu akzeptieren, auch weil ihnen das, was dieser junge Adlige da in Dänemark trieb, zutiefst fremd war: sich in wolkenlosen Nächten hinzusetzen und den Himmel genau zu beobachten, Daten festzuhalten und ganze Protokollbücher zu füllen. Also richtig Daten zu sammeln, wie das in den modernen Naturwissenschaften heute die Norm ist.
Den Himmel vermessen
Da muss der Autor John Robert Christianson gar nicht extra betonen, dass dieser Tycho Brahe praktisch am Beginn der modernen exakten Wissenschaften steht. Vorbildhaft. In diesem Buch verfolgt er dessen Leben ebenso akribisch, schildert, wie Tycho spätestens in Leipzig für sich eine Richtungsentscheidung vornahm und begann, sich auch mit astronomischen Messinstrumenten zu versehen, die er bald selbst in Auftrag geben würde, weil er genau wusste, dass es bei der Vermessung des Himmels nicht um Bogenminuten ging, sondern um Bogensekunden. Die von ihm entworfenen Instrumente übertrafen frühzeitig alles, was es bis dahin an Himmelsmessgeräten gab.
Und die Frage war eigentlich: Wohin mit diesem Talent? Denn Lehrstühle der Astronomie (die sogar noch eng verquickt war mit der Astrologie) gab es nirgendwo in Europa. Und gut ausgestattete Beobachtungsstationen ohnehin nicht.
Die schuf Tycho erst selbst – auch mit der glücklichen Fügung eines dänischen Königs, der ein echtes Renaissance-Verständnis für diesen wissensdurstigen Brahe-Sohn hatte und ihm auf der Insel Ven den Aufbau einer eigenen Beobachtungsstation ermöglichte mit den modernsten Instrumenten der Zeit, wo Tycho Brahe sich ganz der Himmelsvermessung widmen konnte.
Friedrich II. von Dänemark war das, längst ein richtiger Renaissancefürst, der Tycho auch gegen die grimmigen Einwände seines Finanzministers förderte. Bis 1588, als Friedrich im Alter von 53 Jahren starb.
Uraniborg
Er hatte Tycho das unabhängige Leben auf der Insel Ven ermöglicht, wo Tycho erst seine eindrucksvolle Renaissancevilla Uraniborg bauen ließ mit Türmen, deren Dächer zur Himmelsbeobachtung geöffnet werden konnten, und wenig später das halb in der Erde versenkte Stjerneborg. In dieser Zeit – 1576 bis 1597 – wurde Uraniborg etwas, was es im damaligen Europa noch nirgendwo gab: ein richtiges Forschungszentrum, an dem junge Leute aus ganz Europa mitforschten und das selbst Staatsoberhäupter besuchten, wenn sie nach Dänemark kamen.
Dänemark war in dieser Zeit praktisch der Mittelpunkt der modernen Forschung, Uraniborg ein Vorbild für etliche später erfolgte Akademie-Gründungen, die den Braheschen Gedanken vom gemeinsamen Forschen aufnahmen.
Und dann starb Friedrich und sein minderjähriger Sohn Christian folgte und übernahm dann 1596 die Amtsgeschäfte. Und entzog Tycho Brahe erst einmal alle Pfründen. Das Projekt Uraniborg interessierte ihn nicht. Und Tycho verließ – aufs Höchste alarmiert – das Land, wandte sich Richtung Prag zum dort residierenden Kaiser Rudolf, der ihn tatsächlich zum Hofmathematiker machte.
Es hätte so gut werden können, wäre da nicht das legendäre Festmahl gewesen, das dann auch Tychos frühen Tod nach sich zog. 55 Jahre alt war er, als er in Prag starb.
Eine wichtige Begegnung
Der Historiker John Robert Christianson hätte seine Lebensgeschichte Tycho Brahes also mit einer echten Tragödie beenden können, die es ja auch war. Längst war Tycho damals europaweit bekannt, berühmt und weit vernetzt. Aber in Prag kam er eben auch in direkten Kontakt zum jungen Johannes Kepler, der mit den gewaltigen Messdaten Tychos noch ganz andere Sachen anfangen konnte, insbesondere denen zur Umlaufbahn des Mars.
Und er ließ es später auch nie unerwähnt, dass seine eigenen Forschungen auf denen von Tycho Brahe aufbauten. Und ohne die wären auch die berühmten Keplerschen Gesetze nicht denkbar, betont Christianson, der in diesem Buch im Grunde seine ausgiebigen Forschungen zum Leben Tycho Brahes zusammenfasst.
Ein Buch, das den heutigen Lesern gerade das moderne Forschungsverständnis dieses dänischen Adligen zeigt, der mit immer präziseren Messungen den Himmelskörpern zu Leibe rückte und die messbaren Grundlagen für ein neues Weltbild schuf, das er selbst noch gar nicht so hundertprozentig teilte. Noch war der Streit zwischen Ptolemäischem und Kopernikanischem Weltbild nicht entschieden.
Aber gerade die akribischen Messungen Brahes sorgten dafür, dass die Welt der Himmelsforschung sich drastisch wandelte und Arbeitsmethoden in die Wissenschaft Einzug hielten, die zuvor so gar nicht zum Habitus von Gelehrten gehörten, die lieber in ihrer Gelehrtenstube hockten und die alten Ideen der Griechen neu aufwärmten.
Reich gespickt mit Bildern und Verweisen
Das Buch muss ins Deutsche übersetzt werden, fand der Autor und Übersetzer Jan Groh und übersetzte Christiansons Biografie des berühmten dänischen Astronomen nicht nur ins Deutsche, sondern versah sie auch gleich noch mit hunderten Anmerkungen, die die Stichworte und Namen aus der Biografie aufnahmen und auch bebilderten.
Es ist ja nicht so, dass jeder gleich alle Daten zu diesem 16. Jahrhundert parat hat, in dem sich Europa für seine Zeitgenossen rasant veränderte und eben auch Könige und Kaiser die Faszination der Wissenschaft für sich entdeckten. Was ja bekanntlich nicht verhinderte, dass die Ewiggestrigen Europa bald wieder in ein Schlachthaus verwandeln würden.
Und da wird diese Biografie sehr gegenwärtig. Denn im Grunde erzählt sie auch davon, wie das neue, von Menschen wie Tycho Brahe forcierte Denken, Licht in die Welt brachte und die Grundlagen für ein rationales Denken und Handeln der Menschen legte. Und Europa eigentlich zu einem rational regierten Kontinent hätte werden können.
Wären da nicht die wilden Schlachten um Eitelkeit, Glauben, Einfluss, Pfründe und Rechthaberei gewesen, die sich wie eine Kette bis in die Gegenwart ziehen. Und heute wieder Raum zu gewinnen scheinen, weil in den Augen dieser hab- und machtgierigen Wissenschaft ja auch nur eine Meinung ist. Irgendeine unter vielen. Kein Maßstab, an dem man menschliche Entscheidungen ausrichten sollte.
Die Faszination der Forschung
Und dabei haben wir im Fall von Tycho Brahe noch Glück, denn der Großteil seines schriftlichen Nachlasses hat an verschiedenen Orten Europas überdauert. Wer sich in Brahes Leben und Forschen vertiefen will, findet dazu jede Menge Material. Und kann – wie Christianson es hier getan hat – eben auch mit fast wissenschaftlicher Akribie zeigen, wie die pure jugendliche Neugier eines adligen Jungen aus Dänemark zum ersten wirklich weit ausstrahlenden Forschungsprojekt Europas wurde. Und damit die moderne Astronomie endgültig Form annahm.
Was nicht verhinderte, dass Uraniborg schon kurz nach Tycho Brahes Abreise zerstört wurde. Aber diese Geschichte erzählt Christianson dann nicht mehr, wohl wissend, dass ein Forscher in den Entdeckungen seiner Nachfolger weiterlebt. Und den wichtigsten fand er ja mit Johannes Kepler schon in Prag. Heute überstrahlt Keplers Ruhm den von Tycho Brahe.
Und so ist dessen Biografie eben auch eine reich bebilderte Gelegenheit, jenen Mann (wieder) kennenzulernen, der die moderne Wissenschaft begründete und dabei auch genau wusste, dass er genau das tat.
John Robert Christianson „Tycho Brahe“ Verlag Sol et Chant, Letschin 2026, 32 Euro.
Im Bereich „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Welche damit stets durchgehende Zitate der namentlich genannten Absender außerhalb unseres redaktionellen Bereiches darstellen.
Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de oder kontaktieren den Versender der Informationen.
Dashboard zu Schul- und Kitabaumaßnahmen ist wieder online
Eltern, Schulen und alle interessierten Leipzigerinnen und Leipziger können sich ab sofort wieder digital über ein Dashboard zu aktuellen Planungsständen, Zeitschienen und Kosten aller Schul- und Kitabaumaßnahmen informieren.
Über die Kartenanwendung auf der Website www.leipzig.de/schul-kitabaustrategie sind objektgenau oder nach Stadtteil gefilterte Informationen zu allen investiven Bau- und Sanierungsvorhaben des Dezernates Jugend, Schule und Demokratie im Bildungsbereich zu finden. Neben Schulen und Kindertagesstätten sind in der Übersicht auch Schulsporthallen, Offene Freizeittreffs und Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung enthalten.
Das Dashboard ging erstmals im November 2024 an den Start und wurde Anfang dieses Jahres vorübergehend deaktiviert, während die Fortschreibungen der Schul- und Kitabaustrategien bearbeitet wurden. Das Amt für Geoinformation und Bodenordnung hat die Veröffentlichungspause genutzt, um die Kartendarstellung optisch weiterzuentwickeln.
Alle Daten im Dashboard werden in Zusammenarbeit mit der Task Force Schulhausbau und Kita quartalsmäßig aktualisiert.
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Mehrere Tatverdächtige nach Angriffen und Widerstandshandlungen festgenommen
Das vergangene Wochenende beschäftigte die Beamten der Bundespolizeiinspektion Dresden mit mehreren Einsätzen, bei denen es zu Gewalttaten, Widerstand gegen Polizeikräfte sowie Angriffen auf Bahnpersonal kam.
Am Samstagabend (17.10.2026) gegen 19:30 Uhr beschädigte ein 36-jähriger Deutscher vor dem Bahnhof Dresden-Neustadt die Schiebetür eines Taxis durch einen Fußtritt. Im Anschluss schlug der Mann einem Passanten unvermittelt mit der Faust ins Gesicht, wodurch dieser eine blutende Verletzung am linken Auge erlitt. Ein weiterer Geschädigter meldete sich vor Ort: Er war ebenfalls am Kopf getroffen und ins Gesicht gespuckt worden. Nach kurzer Nacheile durch eine Streife der Bundespolizei konnte der flüchtige Täter gestellt werden. Der alkoholisierte Mann wurde zuständigkeitshalber an die Landespolizei Sachsen übergeben.
Bereits am Freitag (16.10.2026) gegen 10:00 Uhr kam es in der MRB (Linie Chemnitz – Dresden) zu Übergriffen auf das Zugpersonal. Eine 56-jährige Deutsche griff sowohl die Zugbegleiterin als auch den Lokführer körperlich an. Am Bahnhof Tharandt wurde die Beschuldigte von Einsatzkräften der Landes- und Bundespolizei angetroffen. Nach Feststellung der Personalien wurden gegen die Frau Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Erschleichen von Leistungen sowie Hausfriedensbruchs eröffnet.
Ebenfalls am Samstagabend (17.10.2026) kontrollierte das Zugbegleitpersonal der DB AG im RE 50 (Leipzig – Dresden) einen 43-jährigen Deutschen. Der Mann zeigte zwar ein Deutschlandticket vor, konnte sich jedoch nicht ausweisen und machte falsche Angaben zu seinem Geburtsdatum. Beim Halt am Bahnhof Dresden-Neustadt übernahm eine Streife der Bundespolizei den Fahrgast. Während der Identitätsfeststellung versuchte der Mann die Beamten mehrfach anzugreifen und musste zur Dienststelle gebracht werden. Während der Maßnahme beleidigte und bedrohte der alkoholisierte Mann die Einsatzkräfte massiv.
