Bis Mittwoch-Abend läuft die Uhr

LVZ-Druckereischließung in Leipzig: Hohe Wellen nach dem ersten Streik + Video

Für alle LeserVideoDie streikenden Drucker vor dem Werksgelände an diesem 1. Dezember 2018 sind auf eine gefasste Art sauer. Dass sich hier eine Strategie abrollt, ist langsam jedem klar. Dass man ihnen nach Jahren der Gewinnabführungen ihrer Druckerei Richtung Madsack Verlag in Millionenhöhe derzeit einen ähnlichen Ausstieg wie ihren Hannoveraner Druck-Kollegen einst verweigert, ist schon weit ärgerlicher. Und so ganz richtig war das alles auch nicht, was der Madsack Verlag und die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG) in den vergangenen Wochen zu den Umständen rings um die Druckereischließung in Leipzig Stahmeln verbreitet hatte. Nun folgte auch eine eigenwillige Interpretation des Streikverlaufes vom Samstagabend.

Man widersprach zumindest seitens des Madsack Verlags nicht, als die bequeme Variante die Runde machte, man habe eben den Druckauftrag für 270.000 tägliche BILD-Zeitungen verloren. Schuldlos, man könne nun nur noch schließen und die anderen Druckaufträge für die eigenen Produkte auf die DuMont-Druckerei in Halle und nach Dresden zur DDV Medien GmbH verteilen. Eine Variante, die am 10. August 2018 erstmals die Runde machte.

Da schrieb der Medienjournalist Kai-Hinrich Renner auf der Onlineseite des Hamburger Abendblattes bis heute unwidersprochen vom Wegfall des Druckauftrages der BILD in einer Höhe von täglich 270.000 Stück für die LVZ-Druckerei in Leipzig. Und vom großen Glück schrieb Renner, einen solch voluminösen Springer-Auftrag in der eigenen Produktion zu haben und nun dem Pech, diesen nun nur noch gehabt zu haben. Der Branchendienst Turi2 fasste zusammen: „Spätestens zum Jahreswechsel 2019/20 wolle Springer die Teilauflage in die eigene Druckerei in Berlin-Spandau holen.“

Der Gesamteindruck verbreitete sich: der Springerverlag hatte den lukrativen Auftrag nach Berlin Spandau gezogen. Auf die Idee, dass eine Druckerei freiwillig auf etwa die Hälfte des eigenen Druckvolumens verzichten würde, kam man jedenfalls nicht. Zumal es hieß, der technische Standard in der LVZ-Druckerei sei eben veraltet. Heute ist klar: Madsack stand vor einigen Investitionen in der Leipziger Druckerei, doch die maßgebliche Technik ist etwa 10 und nicht etwa 20 Jahre alt, man ist demnach im normalen Investitionszeitraum, wenn es um die 1993 eröffnete Druckerei in Leipzig-Stahmeln geht.

Behauptet man nun jedoch das Gegenteil zur kolportierten Variante, der Springerverlag habe den Druckauftrag 2018 einfach gekündigt, könnte ein Medienanwalt des Hannoveraner Mutterhauses Madsack ein Fax mit einem Unterlassungsbegehren senden. Sagt man, Springer sei schuld am Niedergang der Leipziger Druckerei, käme wahrscheinlich ein Schreiben von diesem Verlag. Offen antworten würde eh keiner, wenn man fragte, wer denn nun den Großauftrag zum Jahr 2019 hin wie verändern, kündigen oder erneuern wollte.

Beim Springer Verlag gab es lange kein Dementi zur öffentlichen Interpretation in mehreren Medien, dieser sei letztlich schuld an der Schließung der Druckerei in Leipzig.

Man könnte es zu den Akten legen – Pech für die Leipziger Druckerei, die gesamt 260 Mitarbeiter vor Ort – Mund abputzen, weitermachen. Wenn es denn in der Leipziger Druckerei noch irgendwie weiterginge, was nicht so ist, denn sie soll ja nun geschlossen werden. Und wenn da nicht der Umstand wäre, dass eben diese Auflage im Druckvolumen angeblich der (große) Tropfen im Fass zurückgehender Auftragsvolumina gewesen sein soll, dass sich die Leipziger Druckerei auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren nicht mehr rechne.

Eine doppelte Antwort von der Stadt Leipzig

Die erste Antwort der Stadtverwaltung auf die Linken-Anfrage vom 14.11.2018. Foto: L-IZ.de vom Ausdruck

Die erste Antwort der Stadtverwaltung auf die Linken-Anfrage vom 14.11.2018. Foto: L-IZ.de vom Ausdruck

Wenn es nicht jemanden gegeben hätte, der gegen eine offizielle Auskunft der Leipziger Stadtverwaltung vorgegangen wäre, hätte diese Lesart sicher noch heute Bestand.

Am 14. November 2018 antwortete die Stadt Leipzig nämlich offiziell zum ersten Mal auf die Anfrage der Leipziger Linken-Fraktion im Stadtrat, was denn nun die Stadt gegen die anstehende Schließung der Druckerei an der Druckereistraße 1 tun könne. Kurz danach folgte eine zweite Antwort, in welcher Passagen gelöscht wurden, weil sie offenbar nicht der Wahrheit entsprachen.

Es sind eben jene, die dem Springerverlag die Kündigung des überlebenswichtigen Druckauftrages attestieren.

Erst hieß es vor der Löschung der Passagen seitens der Stadtverwaltung: „Am 1. Oktober wurde bekannt, dass der Druckstandort Leipzig-Stahmeln zum Jahresende 2019 geschlossen werden müsse. Dieser Entscheidung ging ein Prüfungsprozess infolge des Wegfalls des Druckauftrags des Springer-Konzerns für die BILD-Zeitung voraus. Durch den Wegfall dieses Großkunden und die sinkende Auflagenzahl der eigenen Publikationen der LVDG ist eine Fortführung des Druckereibetriebs unwirtschaftlich.“

Und weiter: „Da die Schließung in direktem Zusammenhang mit der Entscheidung des Springer-Konzerns steht, die BILD-Zeitung zukünftig nicht mehr in Leipzig drucken zu lassen, hat sich der Oberbürgermeister in einem Schreiben an den Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner gewandt.“

Beide Passagen sind nicht mehr online verfügbar im „Allris“, dem Infosystem der Stadt Leipzig. Nun findet sich stattdessen nur noch der schmale Satz: „Durch den Wegfall eines Großkunden und die sinkende Auflagenzahl der eigenen Publikationen der LVDG ist eine Fortführung des Druckereibetriebs unwirtschaftlich.“ Nunmehr habe sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung an den Madsackverlag gewandt.

Ist also ein Vertreter des Springerverlages 2018 zur jährlichen Produktions-Verhandlung über eine Viertelmillion Zeitungen am Tag ins Büro gekommen und hat ein flottes Kündigungsschreiben auf den Tisch gebrettert? Oder nicht? In der Spandauer Druckerei von Springer soll man auf Betriebsratsebene über den Auftrag überrascht gewesen sein, sagt Jörg Tischler vom Betriebsrat der LVDG über seine Informationen zum Wegfall des Auftrages in Leipzig.

Indiziensuche für eine Strategie ab 2016

Am 1.1.2017 war für den Großteil der teils seit zwei Jahrzehnten beschäftigten Mitarbeiter der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH (LVDG) der erste Tag bei einem neuen Arbeitgeber namens „Leipziger Personalführungsgesellschaft mbH“, kurz LPFG. Doch ihre Tätigkeiten blieben gleich, neue Kollegen wurden eher hier angesiedelt und nicht mehr bei der Druckfirma LVDG direkt. Der Sitz des neuen Arbeitgebers war zudem praktisch der alte: die Druckereistraße 1.

Es sind die oft erwähnten rund 200 weiteren Mitarbeiter in der LVZ-Druckerei, deren Arbeitsplätze ebenfalls an der Schließung der Druckerei und den kommenden Vereinbarungen hängen. Für sie wiederum dürfte nicht unwichtig werden, inwieweit die LVDG bei einer Schließung der Druckerei sich hier in der Pflicht sieht, auch an diese Mitarbeiter zu denken. Denn das seit 2017 beauftragte Unternehmen ist laut eigener Auskunft auf der Webseite extrem dicht an die Druckerei angebunden.

„Wir, die Leipziger Personalführungsgesellschaft mbH, arbeiten als Dienstleister für die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft am Standort Stahmeln. Unsere Weiterverarbeitung hat eine Fläche von 7.300 m². Wir produzieren an 7 Tagen in der Woche Tageszeitungen, Anzeigenblätter und Akzidenzaufträge. An diesem Standort beschäftigen wir derzeit über 180 Mitarbeiter.“ Offenbar ist man sehr exklusiv beauftragt, nutzt natürlich das Gelände der Druckerei und andere Kunden werden hier nicht erwähnt.

Ein freier Anbieter würde wohl anders formulieren und weitere Kunden nennen. Diese scheint es zu geben, doch sie sind in einer anderen Firma mit gleichem Sitz, Geschäftsfeld und Geschäftsführung namens TMI Service GmbH gebunden. Die Leipziger Personalführungsgesellschaft mbH (LPFG) scheint also nur für die Leipziger Geschäfte gegründet worden zu sein.

Ein ähnliches Konstrukt unter gleichem Namen existiert auch am Potsdamer Druckhaus von Madsack, die Zentrale für die Orts-Firmen sitzt immer an der gleichen Adresse wie die TMI Service GmbH in Ahrensburg, nahe Lübeck. Die LPFG mbH selbst ist noch so jung, dass es noch nicht einmal einen Jahresabschluss im Bundesanzeiger (Online) zu finden gibt.

Der erste Streikaufruf am 1. Dezember 2018. Bild: Ver.di

Der erste Streikaufruf am 1. Dezember 2018. Bild: Ver.di

Laut der Gewerkschaft Ver.di lautet die Antwort der Madsack-nahen Personalgesellschaft LPFG auf die Frage der kommenden Schritte bei der Druckereischließung derzeit so: „Im Rahmen des Interessenausgleichs erneuerte der BR (Betriebsrat) auch seine Forderung, die ehemaligen LVDG-Mitarbeiter, die 2017 in die LPFG übergehen mussten, nun ebenfalls im Sozialplan der LVDG zu berücksichtigen. Diese waren schließlich z.T. mehr als 30 Jahre für die LVDG tätig und sollten für diese dort geleistete Arbeit auch von der LVDG abgefunden werden. Herr Thiel erklärte, dass er natürlich nur für die LPFG sprechen und verhandeln könne.“

Später wurde diese Auskunft nach L-IZ–Informationen aus Unternehmenskreisen wieder kassiert: nun scheint es so, als ob die LVDG Ende 2016 einen Vertrag mit der LPFG unterschrieben hätte, der auch noch den vormaligen Arbeitgeber, also die LVZ-Druckerei-Firma,  in der Pflicht sieht. Und die rund 200 Mitarbeiter in der Weiterverarbeitung also durchaus ein Recht auf einen vernünftigen Sozialplan unter Mitwirkung von Madsack nach der offenbar alternativlosen Schließung der Druckerei haben könnten.

Doch ein solches Angebot seitens der Arbeitgeber liegt eben nicht vor, der Sozialplan wie auch die Übergangsregelungen seien laut Betriebsrat der LVDG 50 Prozent unter den sonst bei Madsack üblichen Regelungen.

Wie weit die Auseinandersetzungen noch eskalieren, kann derzeit niemand sagen, doch seitens des LVDG-Betriebsrates Jörg Tischler heißt es heute gegenüber L-IZ.de zur Stimmung unter den 200 „externen“ Kollegen der Personalgesellschaft: „Frust, Wut, Kampfesstimmung. Sie sind beim nächsten Solistreik draußen.“

Dazu könnte es kommen, wenn die Gespräche zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung bis Mittwochabend dieser Woche nicht erfolgreich verlaufen. Dann sähe man sich „zu Arbeitskämpfen gezwungen“. Der Betriebsrat erwartet nun, nach dem Warnstreik am 1. Dezember, ein „Angebot mindestens auf Basis des Hannover Sozialtarifvertrages“, zudem eine „Deeskalation“ seitens der Geschäftsführung und für die angestrebte Übergangsgesellschaft nach dem Ende der Druckerei eine „Laufzeit 12 Monate, Nettolohnaufstockung 80% und ordentliche Bildungs- und Vermittlungsangebote“.

Eine kurzzeitige Debatte am Werkstor soll Schuld an fehlenden Zeitungen sein. Video: L-IZ.de

Nach dem Warnstreik – zwei Wahrheiten

Bereits der erste Warnstreik hat zudem Wirkung hinterlassen. Durch die fehlenden Drucker in der Schicht am 1.12. 2018 seien bezüglich des „Sachsen Sonntag“ von „4 Kreisausgaben nur eine produziert, von der Stadtausgabe 50.000 zu wenig gedruckt“ worden, so Tischler. Bei Facebook gab es seit gestern bereits einzelne Meldungen, den „Sachsen Sonntag“ nicht erhalten zu haben. Und eine wütende E-Mail, welche die L-IZ.de erreichte (siehe am Ende des Beitrages).

Auf Arbeitgeberseite wird derweil eine andere Geschichte verbreitet. In einem der L-IZ.de vorliegenden Firmenrundschreiben der Geschäftsleitung der LVDG heißt es, der Arbeitskampf vom Wochenende sei vor allem eine rechtswidrige Blockade der Streikenden gewesen, welche sich über zwei Stunden erstreckt hätte. Von nicht gedruckten Exemplaren ist hier keine Rede, Schuld sei nur die Blockade am Werkstor.

Das Problem dabei: vor Ort waren in der Nacht auf den 2. Dezember bis 0:01 Uhr genau zwei beladene Transporter zu beobachten gewesen, welche kurzzeitig das Gelände nicht verlassen konnten und rasch umkehrten. Weitere folgten nicht. Danach traf die herbeigerufene Polizei ein und es erfolgte eine Einigung auf den Abbruch der Aktionen unter mehreren Telefonaten mit Rechtsanwälten.

Später jedoch, als die eigentliche Auslieferung begann, waren die Streikenden schon nicht mehr am Werkstor. Laut Rundschreiben heißt es hingegen: „Aufgrund der rechtswidrigen Blockade konnten nicht alle im Rahmen der Notproduktion hergestellten Exemplare ausgeliefert werden, der hierdurch entstandene Schaden ist erheblich.“ Zudem gefährde dies Arbeitsplätze in Redaktion und Verlag, so der Hinweis der LVDG auch an die schreibenden Kollegen am Petersteinweg.

Erste Zeitungen in der Verladung. Aufnahmedatum 1. Dezember 2018 um 23:29 Uhr. Foto: L-IZ.de

Erste Zeitungen in der Verladung. Aufnahmedatum 1. Dezember 2018 um 23:29 Uhr. Foto: L-IZ.de

Doch es liegt wohl eher nahe, dass das Fehlen von neun Druckern in dieser Schicht und der Ersatz durch vier kurzfristig eingestellte Druckerkollegen zu Verzögerungen im Ablauf geführt hatten, welche bereits beim Eintreffen dieses Autos mit Hallenser Kennzeichen um etwa 20:30 Uhr begann. Denn Schichtbeginn war 18:30 Uhr und um 6 Uhr am Morgen hatten die Kollegen aus der Weiterverarbeitung Feierabend. Und auf Überstunden könnte unter dem Eindruck der beschlossenen Schließung im Jahr 2019 nicht jeder Lust gehabt haben.

Das Video von der Nacht zeigt jedenfalls einen Zeitraum von knapp 1:30 Minuten, in denen es zum einzigen Stopp der zwei Lieferfahrzeuge kam. So stehen also auch über diesen Verlauf erneut zwei Wahrheiten im Raum. Der Weg zueinander jedenfalls scheint derzeit bis Mittwochabend noch recht weit zu sein.

Nachtrag: Zur (fehlenden) Berichterstattung der LVZ über den Streik bei der LVDG. In offensichtlicher Verwechslung der Zeitungen schrieb der LVZ-Leser Hans Peter H. an die L-IZ.de heute um 18 Uhr eine Mail folgenden Inhalts.

„Liebe Redakteure, bereits am Samstag sind in der LVZ Ausgaben zusammengefasst worden. Heute ist zum Beispiel der Leipzigteil ausgefallen. Auch Beilagen, auf die ich gerade in der Vorweihnachtszeit erwartet habe, sind nicht erschienen!

Als Grund wurden beide Male technische Probleme angegeben. Mittlerweile habe ich gehört, dass ein Teil der Druckereimitarbeiter streikt. Wie ich weiß, wird die Druckerei Ende nächstes Jahr geschlossen. Ich finde es eine Sauerei, dass treue Leser verarscht und angelogen werden. Streik hat nix mit technischen Problemen zu tun. Da bekommt der Begriff Lügenpresse wieder mal eine Bedeutung.“

Antwort 1 der Stadtverwaltung Leipzig zur Schließung der Druckerei (PDF)

Antwort 2 der Stadtverwaltung Leipzig zur Schließung der Druckerei (PDF)

„Wir sind es wert“ Warnstreik bei LVZ-Druckerei: Bilder und Impressionen + Updates / Videos

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