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Identitäre in Halle haben offenbar wieder zugeschlagen

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    Die „Identitäre Bewegung“ betreibt seit knapp zwei Jahren ein „Wohnprojekt“ in Halle, das unter anderem als Anlaufstelle für Protagonisten der „Neuen Rechten“ dient. Nachdem IB-Aktivisten im November 2017 zwei Zivilpolizisten angegriffen hatten, gab es nun offenbar den nächsten Vorfall: Drei Personen wurden laut Polizei durch Angreifer aus dem Haus verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

    Aktivisten der „Identitären Bewegung“ (IB) in Halle sind offenbar erneut gewalttätig geworden. Das geht aus Pressemitteilungen der Polizei und der IB hervor. Drei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

    Nach Polizeiangaben hielten sich die Geschädigten im Alter von 24 bis 26 Jahren in der Nacht auf Samstag, den 2. März, vor dem Haus der „Identitären“ in der Adam-Kuckhoff-Straße auf. Nach einer verbalen Auseinandersetzung sollen fünf Tatverdächtige aus dem Gebäude gekommen sein und die Opfer geschlagen haben. Eine Person lag laut Polizei bereits am Boden. Zudem sollen die Angreifer Reizgas verwendet haben. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

    Die „Identitäre Bewegung“ behauptet in einer Pressemitteilung, dass die „Aggression eindeutig von der linksextremen Gruppe“ ausgegangen sei. Diese habe versucht, in das Haus einzudringen. Dabei kam es nach IB-Angaben „zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der auch identitäre Aktivisten verletzt wurden“.

    Angriffe auf Polizisten und Studierende

    Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art rund um das „Wohnprojekt“ der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung. Im November 2017 hatten mit Schutzhelmen, Baseballschlägern und Pfefferspray bewaffnete Personen zwei Zivilpolizisten angegriffen. Die IB erklärte anschließend, dass die Aktivisten die Beamten für „Linksextremisten“ gehalten hätten, die zuvor das Gebäude angegriffen hätten. Gewalt gehöre nicht „zu den Mitteln der Erreichung unserer politischen Ziele“.

    Aber auch abseits des IB-Hauses in der Adam-Kuckhoff-Straße fielen Mitglieder der „Kontrakultur“ genannten Ortsgruppe durch Gewalttaten auf. So sollen fünf Aktivisten im Juni 2017 in einer Studentenmensa andere Personen beleidigt und bedroht haben. Laut Polizei trugen sie Pfefferspray, Quarzhandschuhe und Einhandmesser bei sich.

    Am Amtsgericht Halle lief zudem ein Verfahren gegen ein „Kontrakultur“-Mitglied, das eine Person aus einer Straßenbahn getreten haben soll. Das Verfahren endete mit einer Einstellung gegen Geldauflage.

    IB verliert an Bedeutung

    Das „Wohnprojekt“ in der Adam-Kuckhoff-Straße existiert seit knapp zwei Jahren und dient unter anderem als Anlaufstelle für Protagonisten der „Neuen Rechten“. Immer wieder demonstrieren antifaschistische Gruppen gegen das Projekt. Die IB berichtete wiederholt von Angriffen auf das Haus. Sichtbar sind auf BIldern im Netz vor allem zahlreiche Farbanschläge.

    Die „Kontrakultur“ zählt zu den wichtigsten Gruppen der „Identitären Bewegung“ in Deutschland. In den vergangenen Jahren sorgte die IB unter anderem mit Plakataktionen, vermeintlichen Besetzungen und einer gescheiterten Mittelmeermission für Schlagzeilen.

    Einige Beobachter attestieren den „Identitären“ jedoch einen zunehmenden Bedeutungsverlust. Dies liege unter anderem daran, dass sie ihre Botschaften vor allem über soziale Medien verbreiten – im vergangenen Mai hatten Facebook und Instagram aber zahlreiche wichtige IB-Accounts gelöscht.

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