Ein Sondereinsatzkommando der Polizei stürmte heute Morgen die Wohnung eines jungen Mannes im Leipziger Süden, den sie verdächtigte, einen Amoklauf zu planen. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Außerdem sitzt ein 34-Jähriger in Dresden in Untersuchungshaft, weil er gestern eine Frau vergewaltigt haben soll. Darüber hinaus warnt der Deutsche Wetterdienst vor einem schweren Unwetter am Freitag in Leipzig. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 19. Mai 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus passiert ist.

Schulprojekt löst falschen Amok-Alarm in Leipzig aus

Fehlalarm in Leipzig: Am Donnerstagvormittag stürmte das Spezialeinsatzkommando der Leipziger Polizei die Wohnung eines 21-jährigen Leipzigers, weil er verdächtigt wurde, einen Amoklauf an einer Schule geplant zu haben. Nach der Festnahme und Befragung des Mannes stellte sich heraus, dass zu keiner Zeit eine Gefahrenlage bestanden hatte.

Anlass für den Einsatz hatte ein Kurzvideo gegeben, das der Mann auf der Social-Media-App Snapchat veröffentlicht hatte. Das Video zeigt laut Polizeiangaben Szenen eines Schulprojekts, das im Klassenzimmer einer Connewitzer Schule gedreht wurde und in der auch eine Softairwaffe zu sehen ist. Der 21-Jährige lud das Video später auf der Video-App hoch.

US-amerikanische Sicherheitsbehörden hatten das deutsche Bundeskriminalamt über das Video informiert, wodurch der Polizeieinsatz in den frühen Morgenstunden ausgelöst wurde.

Der verdächtigte junge Mann wurde inzwischen wieder entlassen. Gegen ihn wird nun wegen Störung des öffentlichen Friedens ermittelt.

Leichenfund in Lindenau

Am frühen Morgen wurde in Leipzig-Lindenau ein lebloser Mensch gefunden, woraufhin Polizei, Rettungsdienst und Rechtsmedizin zur Hilfe geholt wurden. Bisher macht die Polizei weder Angaben zur Identität der Person noch zum Ermittlungsansatz. Der Fundort der Leiche in der Kuhturmstraße nahe des Lindenauer Marktes wurde heute stundenlang abgesperrt.

Dresden: Verdacht der schweren Vergewaltigung

Gestern Abend soll ein 34-jähriger Mann eine 24-jährige Frau in Dresden vergewaltigt haben. Der Beschuldigte wurde noch gestern vorläufig festgenommen. Laut der Polizeidirektion Dresden wird dem Mann vorgeworfen, gegen 17:30 Uhr die Wohnung der Frau gegen deren Willen betreten zu haben und sie unter Gewaltandrohung in ihrer Wohnung vergewaltigt zu haben. Der mutmaßliche Täter soll das Opfer mit einem Messer bedroht haben.

Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Dresden hat heute einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Er befindet sich aktuell in Untersuchungshaft.

Tarifabschluss: Mehr Geld für Kita- und Hortpersonal

Beschäftigte in kommunalen Kindergärten und Horten werden ab Juli mehr Gehalt und zusätzliche freie Tage bekommen. Diese Neuregelungen sieht der Tarifabschluss vor, auf den sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am Mittwoch (18. Mai) geeinigt haben. Warnstreiks in Kindergärten und Horten, die es in den vergangenen Monaten immer wieder auch in vielen Leipziger Einrichtungen gegeben hatte, wird es vorerst nicht mehr geben.

Konkret sollen dem kommunalen Kita- und Hortpersonal vier zusätzliche Erholungstage pro Jahr zustehen, zwei davon fest und zwei davon wählbar. Außerdem sollen Erzieher/-innen 130 Euro mehr im Monat verdienen, Sozialarbeiter/-innen erhalten 180 Euro mehr. Die Änderungen in den Tarifverträgen sollen zum 1. Juli wirksam werden.

Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnete die Tarif-Einigung als „wichtige Schritte zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe“.

In insgesamt drei Verhandlungsrunden hatten die Gewerkschaften und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über die Vertragsbedingungen für Angestellte in Sozial- und Erziehungseinrichtungen gestritten. Die Tarifverhandlungen gingen mit mehreren ganztägigen Warnstreiks einher, die am 14. April, 4. Mai und zuletzt am 12. Mai auch in Leipzig Kitas und Horte teilweise geschlossen hielten.

Unwetterwarnung für Freitag

Worüber die LZ heute berichtet hat: Heute hat der Leipziger Stadtrat getagt, den die LZ wie gewohnt im Livestream online übertragen hat. Außerdem hat die LZ über geplante Wohnungsabrisse in Sachsen und über die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die sächsische Wirtschaft berichtet.

Was heute zudem wichtig war: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute in einem Urteil bestätigt, dass die einrichtungsbezogene COVID-19-Impfpflicht rechtmäßig ist. Das Gericht argumentiert, dass der Schutz von Risikogruppen höher zu werten sei als die Beeinträchtigung der Grundrechte von Pflege- und Gesundheitspersonal.

Damit haben die Richter/-innen eine Verfassungsbeschwerde gegen Abschnitte des Infektionsschutzgesetzes zurückgewiesen. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März unter anderem für Personal in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Physiotherapiepraxen.

Was morgen passieren wird: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den morgigen Freitag vor einer „heftigen Unwetterlage“ mit schweren Sturm- oder Orkanböen und Starkregen in Leipzig. Auch Hagel ist möglich. Das Unwetter soll im Zeitraum von 16 Uhr bis 1 Uhr nachts über die Messestadt ziehen.

Der DWD warnt vor teils extremen Gewittern, die zu Überflutungen, Zerstörungen an Gebäuden und umgestürzten Bäumen führen können. Erwartet wird Starkregen, bei dem etwa 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde auf Leipzig niederprasseln.

Genau im Zeitraum des angekündigten Unwetters soll in der Leipziger Red-Bull-Arena morgen eine Großveranstaltung unter teilweise freiem Himmel stattfinden: Die deutsche Band „Rammstein“ will vor zehntausenden Menschen morgen ab 19:30 Uhr im Stadion ein Freiluftkonzert spielen.

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