In einem anschwellenden Meer der bunten Lügen oder Warum Journalisten Grund genug haben, richtig wütend zu sein

Der Platz in der Manege gehört heute - da muss man nur die Nachrichtenportale aufrufen oder die Zeitungen öffnen - den Brüllern, Aufschneidern und Zirkusclowns, denen, die mit dem deftigsten Witz als Erste auf Sendung sind. Wer da noch mit sachlicher Kritik kommt oder vorsichtigen Mahnungen, wird niedergebrüllt. Da bleibt nicht mehr viel Raum für seriöse Berichterstattung, stellen Peter und Jakob Seewald so nebenbei fest.

Es ist eines der vielen Puzzle-Teile, die mit all den anderen „wahnsinnigen“ Nachrichten das Bild einer von Verrückten regierten Welt zeigen.

Und das Gebrüll kommt nicht nur von der Meute von Trollen in den Netzwerken, in denen sich Viele so benehmen, wie sie es sonst nur zu Hause am Küchentisch wagen würden.

Auch etliche Medienmacher haben sich auf das wilde Spiel eingelassen, entwickeln bei allen Themen einen erstaunlichen Herdentrieb, der den Zuschauer nur noch verwirrt: Meinen die das ernst?

Meinen sie. Denn es ist mit der überdrehten Geschwindigkeit des Internets auch in die Medienhäuser eine völlig neue Art von Machern eingezogen, Leute, denen es nur noch um Quote geht, um Reichweite, koste es, was es wolle. Und sei es das Vertrauen der Leser, die einmal von ihrer Zeitung Verlässlichkeit, auch ein paar moralische Maßstäbe und journalistische Sorgfalt erwarten konnten. Ist das jetzt vorbei?

In einigen Medienhäusern schon lange. Natürlich gibt es auch das notwendige Medienkapitel, in dem auch ein wenig beleuchtet wird, was das Privatfernsehen schon seit den 1980er Jahren in der europäischen Medienlandschaft angerichtet hat. Es war nicht erst das Internet, das die Maßstäbe verändert hat. Es funktioniert nur ganz ähnlich wie die Privatkanäle, wo es vor allem um die größtmögliche Quote ging, um damit den größeren Kuchen von der Werbung zu bekommen. Und Quote macht man in TV und Internet nicht mit seriöser Berichterstattung, sondern mit Zirkus: Grusel, Spaß und Sensationen.

Da kommt man schon ins Grübeln. Immerhin hat man da irgendwann schon eine ganze Reihe „Revolutionen“ und neue Heilsversprechen erlebt. War das letzte nicht vor 15 Jahren, als alle möglichen Wirtschaftsexperten die neue Medienwelt an den Börsen begrüßten, selbst die kleinste Garagenbude über Nacht zum Börsenstar wurde? Und dann? Der Crash von 2001. Und heute? Ist das Internet schon längst kein Ort der Freiheit mehr. Wenn man sich einloggt, werden die Datenspuren sofort irgendwo registriert, egal, ob auf einem der Riesenserver amerikanischer Konzerne, die dem Internet ihre Regeln aufzwingen wollen, oder auf denen obskurer Regierungsbehörden: Persönliche Daten sind die neue Ware und können meistbietend an die Werbevermarkter oder andere Unbefugte verkauft werden.

Gleichzeitig sind Internetnutzer immer länger damit beschäftigt, sinnlosen Müll aus ihren E-Mail-Accounts zu löschen und sind mit immer mehr Angriffen auf ihre Computer und Nutzerkonten konfrontiert. Nicht nur die IT-Giganten verdienen Milliarden an einem privatisierten Tortenstück des Internets, auch die Kriminellen sahnen immer öfter erfolgreich ab – räumen private Konten online leer oder greifen gar auf schlecht geschützte Banken zu.

Das Internet ist längst zum Kriegsschauplatz geworden, auf dem auch die Geheimdienste aller großen Staaten ihr Unwesen treiben. Sie greifen Regierungsrechner und Infrastrukturen an, die ja immer öfter vernetzt sind. Gleichzeitig wächst die Industrie der Firmen, die Firewalls produzieren und Hackerangriffe abwehren. Und hinter den Kulissen haben Geheimdienste wie NSA längst den Zugriff auf die Privatverbindungen der Bürger organisiert.

Die beiden Seewalds fühlen sich logischerweise immer mehr an zwei Klassiker der Weltliteratur erinnert: an Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ und an George Orwells „1984“. Die dort beschriebene Totalüberwachung scheint längst Realität. Und ebenso die massive Manipulation der Wirklichkeit, in der Spiel, Show, Werbung und Politik ununterscheidbar ineinander fließen, Worte ihre Bedeutung verändern und eine allgemeine Glückseligkeit alle Kanäle beherrscht, währen der Einzelne, wenn er denn mal den Lärm abstellen kann für einen Moment, das beklemmende Gefühl bekommt, dass er von anderen gelebt wird und schon lange nicht mehr selber lebt.

Falsche Fuffziger, längst der Lüge und des Betrugs überführt, sind die Meinungsführer einer Welt, die sich gern als westlich definiert – aber wo sind die Werte geblieben? Warum klaffen zwischen Reden und Handeln derartige Löcher?

Der Grund könnte sein: Die Werte, die wir immerfort behaupten zu verteidigen, sind längst dem Markt zum Opfer getragen worden. Es zählt nur noch die schnelle Rendite, die allgegenwärtige Gier. Und wer nicht gierig ist, nicht lügt und nicht betrügt, zählt nicht mehr.

Erstaunliche Worte, die man da aus dem doch eigentlich gesättigten München liest. Aber dieses Gefühl, dass etwas völlig aus dem Ruder gelaufen ist, hat nun augenscheinlich auch die wacheren Kollegen in den Redaktionen der alten Bundesländer erreicht. Und man hätte fast gedacht: Jetzt müsste sich doch Peter Seewald auf seine alten linken Wurzeln besinnen. Ist sein Weg zum Katholizismus so ein krummer und plötzlicher?

Eigentlich nicht. Denn da, wo das linke Gedankengut mal zu Hause war, war es ebenso wie das Urchristentum besorgt um die Armen und Gepeinigten dieser Welt, war es voller Mitgefühl und übernahm den Errettungsgedanken aus dem Christentum. Eigentlich gehört auch die Sorge um unseren wunderschönen Planeten dazu, den menschliche Gier und Verfressenheit gerade unrettbar zerstören und unbewohnbar machen. Eine Welt ohne humane Werte, die im täglichen Handeln immer ganz oben stehen, geht vor die Hunde. Hinter den viel benutzten Worten wie Familie und Schutz des Lebens stecken nur noch Eitelkeiten, verlogene Ignoranz und geschäftlicher Egoismus. Denn wenn aus den gepredigten Werten keine Handlungen folgen, dann sind sie nichts wert. Dann ist auch das ganze politische Gerede nur Scheinheiligkeit.

Das Schöne an diesem reich mit Zitaten und „wahnsinnigen“ Nachrichten gespickten Buch ist: Die beiden Autoren bieten keine Allheil-Lösung an, wie es einige der Großmäuler auf dem deutschen Buchmarkt in den letzten Jahren immer wieder getan haben. Sie empfehlen auch kein System, denn die, die es gab, haben sich ja gründlich desavouiert. Sie legen dem Leser auch nicht den Glauben ans Herz – das sehen beide lediglich als ganz persönlichen Weg, wenigstens für sich selbst wieder ein Grundgerüst in eine haltlos gewordene Welt zu setzen.

Aber natürlich schreit das Buch nach Lösungen. Nicht nach Erlösungen – daran glaubt auch Peter Seewald nicht. Denn die Verantwortung für alles, was wir unserem Planeten und unseren Mitmenschen antun, die tragen wir selbst. Und es liegt an uns, ob wir den Schreihälsen die Bühne überlassen, oder ob wir wenigstens für uns beginnen, uns herauszunehmen aus einer Entwicklung, die uns lauter „Experten“ immerfort als notwendig erklären – bis hin zur Notwendigkeit, alle Lebensbereiche zu vernetzen und auch noch den letzten Arbeitsplatz mit Robotern zu besetzen und damit der allgegenwärtigen Ausspähung zu öffnen, während die Superreichen auf der Erde schon längst nicht mehr wissen, wohin mit all ihrem Geld.

Und hinter all diesen Bergen von wahnsinnigen Nachrichten werden auch die Konturen einer Wirtschaft sichtbar, die nicht nur massiv Einfluss nimmt auf Gesetze und politische Diskussionen, die Foren und Medien mit gefakten Texten, Falschinformationen und gefälschten Studienergebnissen füllt, man ahnt auch, wie diese überschwellende Sinnlosigkeit zumindest für all die einen „Sinn“ ergibt, die damit ihre Gewinne maximieren, ihren Einfluss erweitern und mit breitem Grinsen die Macht an sich reißen, die ein vom Zirkus geblendetes Volk bereitwillig dem nächstbesten Großmaul überlässt, das behauptet, es würde die Lösung für alles haben.

Da wird die geschundene Seele des Journalisten sichtbar, der so auf einmal merkt, wie er mit unzulänglichen Mitteln gegen Riesen kämpft, die nicht nur über viel mehr Geld verfügen, sondern auch über das Ohr der verantwortlichen Politiker. Deswegen gibt es auch die Nachrichten zu Korruption und Lobbyismus.

Und auch wenn es sich anfangs wie ein trauriges Buch liest, ist es eigentlich ein wütendes Buch. Denn wenn man noch wach ist und sich die Zeit und den Mut lässt, diese Welt mit eigenen Augen und eigenem Kopf zu betrachten, dann wird man sehr wütend. Weil es nicht wirklich auszuhalten ist, dass ausgerechnet jene Leute die Macht über unseren Planeten haben, die ihn schinden, ausplündern und verwüsten. Großmäuler, Lügner, Betrüger (oja, die Rückrufaktionen diverser Großkonzerne füllen ein paar Seiten), die Höhner und Pöbler, die auf alles eintreten, was heute noch Gewissen zeigt, humane Verantwortung. „Gutmenschen“ ist so ein Wort, in dem die ganze Verachtung der Gewissenlosen für alle steckt, die nicht so reich, rücksichtslos, aggressiv und arrogant sind wie sie.

Und so landen die beiden Autoren zwangsläufig bei einem großen alten Mann, der vor ein paar Jahren für Furore sorgte: Stéphane Hessel, der 2010, mitten in der europäischen Krise, seinen Essay „Empört euch!“ veröffentlichte. Und die Botschaft ist klar: Überlasst die Politik nicht den arroganten Schwätzern. Mischt euch ein. Oder um mal einen der letzten Sätze aus dem Buch direkt zu zitieren: „Man muss für das, was man will, wieder stärker kämpfen. Und man muss sich bewusst werden, was man wirklich braucht.“

Peter Seewald; Jakob John Seewald Welt auf der Kippe, Ludwig Verlag, München 2015, 18,99.

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