„Der ungarische Satz“ – Ein gescheitertes Dichterleben im Europa der Vertriebenen, Verschwundenen und Heimatlosgewordenen

Für alle LeserEs ist Titel Nr. 23 aus der Reihe „sonar“, mit der Voland & Quist die Literaturen Ost-und Südosteuropas ins Deutsche holt. Es sind Titel von Autorinnen und Autoren, die in ihren Ländern schon für Furore gesorgt haben. Auch weil sie sehr genau beschreiben, wie Menschen sich fühlen, die in gewaltige Transformationsprozesse hineingeschleudert werden. Eigentlich ein den Ostdeutschen sehr vertrautes Thema.
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Nur scheinen sich die ostdeutschen Großautoren lieber in Sentimentalität und larmoyanter Weltverachtung zu üben. Irgendwie in einem närrischen Bedürfnis, sich dem nörgelnden Zeitgeist anzupassen und zu erwarten, dass die Heilige Königin von Deutschland alles wieder gutmacht und die Welt in einen gut beschützten Ort verwandelt – mit Mauern, Zäunen und Grenzwächtern drumherum.

Ich weiß nicht, woher diese nicht nur ostdeutsche Jämmerlichkeit kommt. Weißrussische, serbische, montenegrinische Autoren sind uns viel näher in ihrer Abgebrühtheit, in ihrem völlig unsentimentalen Blick auf die Ignoranz ihrer ach so freien Nachbarn im Westen, denen es am Ende doch nur um ihr Auto, ihr Haus und den sentimentalen Gartenzwerg geht. Gut versorgt wie sie sind, gepäppelt und gehätschelt.

Wären all diese Jammernasen wirklich arme Leute, denen das Brot zum Zubeißen fehlt, die um das tägliche Überleben kämpfen müssen, dann würde man es ja noch verstehen können. Aber wenn gehätschelte Gutverdiener und Staatsbeamte das Gejammer anführen, dann läuft gründlich etwas schief. Dann kochen hier die alten Zipfelmützen wieder ihr menschenverachtendes Süppchen und schimpfen über die traurigen Gestalten draußen auf der Straße, die sie in ihrem trauten Heim nicht sehen wollen.

Aus einer völlig anderen Perspektive schreibt Andrej Nikolaidis, der als Sohn einer montenegrinisch-griechischen Familie aus Sarajevo weiß, wie es sich lebt in einer Landschaft, in der die Narben des Bürgerkrieges noch überall zu sehen sind. In der die Familien und Menschen und Städte bis heute zerrissen sind, weil der Nationalwahn tiefe Wunden und Klüfte gerissen hat. Und auch lebendige Kulturlandschaften zerstört hat, die im einstigen Vielvölkerstaat Jugoslawien reich und lebendig waren. Der Krieg wetterleuchtet auch in diesem Buch, das Nikolaidis in einem einzigen atemlosen Satz erzählt, dem ungarischen Satz, wie er im Titel steht. Und der natürlich technisch einiges von dem sichtbar macht, was seinem Helden auf der Zugfahrt nach Wien durch den Kopf geht. Nicht nur, dass diese Punktlosigkeit eine gute Weise ist, den tatsächlich punktlosen Fluss unserer Gedanken mit all ihren Abschweifungen, Erinnerungen, Wertungen und Emotionen sichtbar zu machen – es zeigt auch einen Erzähler, der seine Geschichte zu Ende erzählen will und jede Unterbrechung vermeiden. Eben weil ihm zu viel gleichzeitig durch den Kopf geht.

Denn so ganz lässt ihn der wahrscheinliche Selbstmord seines Freundes, den er Joe nennt, nicht los. Ein Schriftsteller wie er, aber auch ein Träumer, einer, der das Leben mit Sarkasmus nimmt und die beste Art zu leben im Verschwenden sieht. Er knausert nicht mit seinen Gedanken und Ideen, sondern wirft sich schutzlos in die Welt und überlässt seinem Freund alles, was der aufzuheben gewillt ist. Was diesem zu einigen erfolgreichen Büchern verhilft. Aber das kann eine Fiktion sein. Man weiß am Ende nicht wirklich, ob dieser Joe für den Zugfahrenden (erfahren wir denn tatsächlich nie seinen Namen?) nicht doch nur eine Fiktion ist, ein Versuch, sich ein alter ego zu schaffen, das er von sich abspaltet – nicht nur, weil das nicht jeder aushält, so ganz mit aller Wucht zu leben und das Leben auch noch bis zum Äußersten zu treiben, egal, ob im tagelangen Besäufnis mit wahllosen Sauffreunden, oder wie in diesem mutmaßlichen Sprung von der Brücke in Budapest und dem spurlosen Verschwinden. Es geht ja auch um die Erinnerung – das, was Joe in diesem Krieg erlebt hat, in dem er um Haaresbreite dem entkommen ist, was jungen Männern damals blühte – entweder zu Soldaten und Mördern in der einen Armee zu werden oder zum namenlos Ermordeten auf der anderen Seite.

So, wie es möglicherweise Joes Vater erging, zu dessen Haus Joe damals zurückkehrte in der Hoffnung, ihn dort wiederzutreffen. Der letzte Anruf schien es noch zu verheißen. Aber die Spur verliert sich, die jahrelange Suche führt ins Ungewisse und in immer wirrere Theorien. Wann hat Joe dann eigentliche Bücher geschrieben? Immerhin muss er ja – trotz dieser immer phantastischeren Suche – Zeit gefunden haben dafür. Aber wie gesagt, da wird die Geschichte selbst zweispurig: Ist Joe eigentlich der erfolgreiche Schriftsteller, der Preise bekommt und zu Kongressen eingeladen wird, oder ist es sein scheinbar nicht ganz so begabter Freund, der aus Joes Ideen Bücher macht?

Selbst die Reise nach Wien ist ein Mysterium, denn der Erzähler hat Joes letztes Manuskript dabei, das er bei einem Sammler zu Geld machen soll.

Hier wird der Anspruch deutlich, mit dem Joe gegen die eigene Unvollkommenheit gewütet hat, denn „es gebe auf der Welt schon genug unauthentischer, unwahrhaftiger Texte, manche davon seien gekonnt, manche plump, manche brillant, aber kein einziges davon sollte existieren, so wie es keinen Grund mehr gebe, dass auch nur ein einziger Text von ihm existiere, jedenfalls nicht als derjenige, der er hätte sein können, sein sollen, dieser Mensch hat Suizid begangen, sich eine Ladung Kompromisse in die Stirn gejagt, sagte er und hörte auf zu schreiben …“

Aber nicht ganz.

Denn Joe wendete seine Fertigkeit noch einmal an, „als er beschloss, den verlorenen Text von Walter Benjamin zu schreiben und ihn an einen Sammler in Wien zu verkaufen …“

Es geht um das letzte Manuskript, an dem Walter Benjamin schrieb, bevor er 1940 die spanische Grenze überschritt, das Visum für Amerika in der Tasche, die Schiffsreise von Portugal aus sicher – nur die Nachricht, der Weg durch Spanien sei auf einmal versperrt, trieb den sensiblen Emigranten aus Deutschland in den Selbstmord. Und sein letztes Manuskript ist seitdem verschollen.

Und da sind wir bei dem Motiv, das unter dieser Geschichte die ganze Zeit mitläuft. Denn der jugoslawische Bürgerkrieg hat die erste große Flüchtlingswelle nach 1989 erzeugt, hat Millionen Menschen, die auf einmal im falschen Teil eines religiös und nationalistisch zerrissenen Landes lebten, zu Gehetzten, Ruhe- und Heimatlosen gemacht. Was auch auf Joe zutrifft, den es ja zuletzt ausgerechnet nach Budapest spülte, in jene Stadt, in der andere Flüchtlinge auf einmal feststeckten und verzweifelt auf dem Bahnhof hausten, weil ein kleiner Autokrat meinte, diesen Vertriebenen zeigen zu müssen, wo ein mächtiger Mann sein Mitgefühl hat. Damals, während des Jugoslawienkrieges, fanden über 1 Million Flüchtlinge aus diesem zerrissenen Gebiet in Deutschland Asyl, ohne dass das so ein Gezeter mit sich brachte wie die Aufnahme der syrischen Flüchtlinge 2015. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Gastgeber damals noch hineinversetzen konnten in die Emotionen der Heimatlosgewordenen.

Die Zeit ab 2015 ist europaweit von einer neuen Herzlosigkeit gekennzeichnet. Und der Erzähler spielt auch mit diesem Topos, lässt seinen Joe ruhelos bleiben, bis zuletzt auf der Suche nach seinem Vater. Aber sichtlich auch auf den Spuren des Flüchtlings Walter Benjamin, dessen Kompromisslosigkeit eine etwas andere, sehr sensible war. Benjamin steht bis heute für den hohen literarischen Anspruch jener Zeit, die uns als Weimarer Republik oft so radikal, blutig und martialisch erscheint. Aber gerade für die liberalen Autoren war es eine besonders fruchtbare Zeit. Es waren die Kreativsten und Sensibelsten, die vertrieben wurden.

Und ein Vergleich bringt es – sogar in großer kontinentaler Sicht – auf den Punkt: Ist nicht unter all den Millionen syrischer Flüchtlinge, die irgendwo an der türkischen Küste gelandet sind, nicht auch heute wieder ein Walter Benjamin, dessen Buch wir niemals lesen werden, weil er in seinem ärmlichen Zimmer einfach vergessen wird, verschwindet? So wie Joe verschwunden ist.

Und da all diese Gedanken durch den Kopf des Reisenden im Zug wandern, ist auch seine Zugfahrt im Grunde eine kontinentale Reise und Flucht. Auch wenn er ein Ziel hat. Aber ihm ist die Tragik zumindest bewusst, die in jeder Flucht steckt, wenn der Flüchtende nicht mal weiß, ob er irgendwo einen rettenden Ort erreichen wird. „Ein Trauerspiel“, hat Nikolaidis seinen Roman untertitelt. Und der Verlag verortet die Ambitionen des Autors als „Weckruf angesichts der moralischen Krise des Westens“. Die eigentlich eine emotionale Krise ist, eine Krise des Mitgefühls, des Nicht-mehr-Verstehenwollens. Aber auch eine Verweigerung dem Leben gegenüber. Denn wer sein Leben nur auf Kompromisse aufbaut, der wird diesen mit sich selbst wütenden Joe und seinen Anspruch an kompromissloses Schreiben nicht verstehen.

Das Verwirrende wird ihm deutlich, als der Erzähler am Ende in den Wiener Hauptbahnhof einfährt und seine Miteisenden erstmals wahrnimmt, „während sie ihre Koffer zogen wie eine unerträgliche Last, deren Räder einen dementen Walzer zu spielen schienen, nein, sie spielten ein deutsches Trauerspiel, zu dessen Takt, die Köpfe einander an die Schultern lehnend, die Passagiere im Zug tanzten …“

Man merkt schon: Margit Jugo, die das Buch aus dem Bosnischen übersetzt hat, hat einen richtigen Seiltanz geschafft, um diesen immerfort fließenden ungarischen Satz ins Deutsche zu übertragen.

Über das „deutsche Trauerspiel“ kann man dann lange nachdenken. Dieses ganz spezielle deutsche Selbstmitleid, das aus der Trauerpose selbst dann nicht herauskommt, wenn einfach mal Leben gefragt ist. Ohne Blick für die Mitreisenden mit ihren Gefährdungen und Unsicherheiten, die die so traurig Tanzenden nicht mehr wahrhaben wollen. Flüchtlinge sind immer nur die anderen.

Andrej Nikolaidis Der ungarische Satz, Voland & Quist, Dresden und Leipzig 2018, 16 Euro.

In „Der Sohn“ demontiert Andrej Nikolaidis die Rolle der Väter in der Lebensfurcht der Söhne

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