Club-Urlaub funktioniert nicht anders als eine Gated Community ...

„Robinsonaden vom 40. Breitengrad“: Schweßingers Staumeldung aus der Belaunungsmaschine

Für alle Leser„Wenn Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich als Partyservice anfangen“, umriss Jörg Fauser einmal die Aufgabe von Literatur. Einer seiner Erben ist der Leipziger Schriftsteller und Ethnologe Michael Schweßinger, der sein Geld ganz bewusst hauptsächlich als weltreisender Bäcker verdient.

„Mich langweilen diese Welten, die mir vertraut sind … Sprachlich sichtbar zu machen, was jeder schon weiß, aber dennoch nicht ins Bewusstsein gerät, erscheint mir enorm wichtig. Denn die Welt wird neu vermessen und die Landvermesser denken nicht mehr national. Sie haben ihre Lektion gelernt. Nur ihre Knechte denken national, sie denken rechts- oder linksnational und die Herren ziehen derweil stillschweigend den eisernen Vorhang nicht mehr zwischen Ost und West oder Nord und Süd, sondern zwischen oben und unten und amüsieren sich über den Kleinkrieg der Kleinen“, fasst er seinen Anspruch an sich selbst und seine Arbeitsmethode zusammen.

Sein in mehrfacher Hinsicht Brotberuf verschafft Schweßinger mühelos Zugang in die verborgenen Maschinenräume jener rückwärtigen Dienste, die zwar unsere globalisierte Welt in Gang halten, aber innerhalb der nach wie vor auf Mittelklasseprobleme fixierten deutschen Gegenwartsliteratur höchstens in Nebensätzen erwähnt werden.

Für seinen aktuellen Titel „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ berichtet Schweßinger aus dem Innenleben eines apulischen Robinson-Clubs. „Der Club, in dem ich die Sommermonate verbringen sollte … versprach den Urlaubern eine Zeit des ewig währenden Lächelns. Er lag irgendwo am Arsch der Heide in Apulien… Sie (die Gäste-D.G.) sahen hier nicht mehr und nicht weniger als sie in den übrigen Clubs der Welt gesehen hätten. Das war alles so spannend wie die H&M Filiale in Kapstadt, der McDonalds in Jakarta oder der Apple-Store in Peking.

Was für die weltweite Monotonie der Fußgängerzonen gilt, gilt auch für den Urlaub. Club-Urlaub funktioniert nicht anders als eine Gated Community, deshalb ist er so erfolgreich in Zeiten der Angst, weil er das Fremde außen vor lässt und trotzdem mit der Fremde wirbt.“ Mit seiner Herangehensweise, sich selbst vollständig der Situation auszuliefern, über die er schreiben wird, steht Schweßinger in einer langen Tradition. Vorläufer in dieser Art von Literatur sind z.B. Jack London mit seinem Roman „Abenteurer des Schienenstrangs“ und George Orwell mit seinen beiden literarischen Berichten „Erledigt in Paris und London“ und „Der Weg nach Wiegan Pier“.

Jack London war dabei Schweßingers Arbeitsmethode noch näher als Orwell. Denn als Jack London sich abgebrannt unter den Landstreichern des amerikanischen Westens durchschlug, war er dort als gleichwertiges Mitglied ihrer losen Reisegemeinschaften anerkannt. George Orwell hingegen war ein auf Eliteuniversitäten ausgebildeter Gentlemen, als er sich in die Armenviertel von Paris und London begab und dabei von Anfang an die Absicht verfolgte, als Außenstehender darüber zu schreiben, wie der elende Teil der Bevölkerung sein Leben fristete.

Selbst Günter Wallraff, der bekannteste deutsche Vertreter dieser Arbeitsmethode, fand für „Ganz unten“ nur maskiert als „Türke Ali“ Zugang zu den Knochenmühlen der Großkonzerne, über deren menschenverachtende Praktiken er berichtete. Auch Nora Bossong, die mit ihrem sensiblen Romanbericht „Rotlicht“ das aktuellste Beispiel an Selbstauslieferungstrip im deutschen Literaturbetrieb ablieferte, folgte dabei eher Orwells Beispiel und begibt sich bewusst als bloßer Gast in die ihr fremde und zuweilen feindselige Subkultur des Rotlichtmilieus.

Gerade wegen dieser ganz bewussten Distanz zum Sujet kam sie damit zu überraschenden Einsichten über sich selbst und das System Rotlicht, dessen dunkler Glamour in ihrem Erfahrungsbericht längst so abgeranzt wirkt wie er tatsächlich ist.

Michael Schweßinger hingegen benötigt für seinen Trip hinter die Kulissen der Cluburlaubsindustrie weder eine Maske noch eine gesonderte Akkreditierung um ebenso wie all die übrigen Saisonarbeiter jenes apulischen Robinson-Clubs angeheuert zu werden. Der kleine Roman, den er darüber verfasste, kann sich an Sensibilität und überraschenden Einsichten mit Nora Bossongs Trip ins „Rotlicht“ und Wallraffs Gang nach „Ganz unten“ durchaus messen. Übertrifft beide Werke sogar in einigen Punkten.

Denn wo Wallraffs Klassiker aus den Knochenmühlen der Bonner Republik vor allem von einer aufrechten, hin und wieder in Predigten abfallende Empörung getragen wird, begegnet man in Schweßingers Text vor allem einem abgeklärten, nur unterschwellig flackerndem Zorn über die Zustände, denen er sich in seiner Backstube ausgesetzt sieht. Diese Abgeklärtheit führt ihn zu ungewöhnlichen Einsichten ins Räderwerk einer globalisierten Bespaßungsindustrie, die nicht zynisch daherkommen, auch wenn sich einige so lesen lassen mögen.

Für Schweßinger stellt sich sein Arbeitstrip von der ersten Minute an als genau die Hölle heraus, die er erwartet hatte. Das beginnt schon mit dem Zwang zum immerwährenden Lächeln den Gästen gegenüber, den er durch die Charakterisierung von Allessandra, der Empfangsdame im Club thematisiert. Hinter deren inhaltsleerem, nie versiegendem Lächeln der Leser angesichts von Schweßingers Beschreibung eigentlich jeden Moment den Aufschein von reptilienartigen Alienaugen erwartet. „Das ewigwährende Lächeln von Allessandra, hinter dem nichts mehr existierte. Eine Schauergeschichte des 21. Jahrhunderts, wie der Holländer-Michel mit dem kalten Herzen.“

Der wahre Horror ist immer real. All Monsters are human – ist nicht umsonst die Tagline der erfolgreichsten Gruselserie unseres Jahrzehnts.

Das sehr konkrete Grauen, dem man in Schweßingers „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ begegnet, besteht einerseits aus der  abgestumpften Akzeptanz, mit der die Servicearbeiter ihrer Ausbeutung begegnen und andererseits aus den moralischen Verrenkungen von Clubgästen, die einen Urlaub in Italien buchen. Obwohl sie sich dem echten Italien eigentlich gar nicht aussetzen wollen, sondern sich nur ein künstliches Deutschland an einem Strand unter italienischer Sonne erwarten.

Dafür, dass genau dieser paradoxe Anspruch auch erfüllt wird und sie sich in einem Club, der sich bis ins letzte Details so auch in allen übrigen von deutlich mehr Sonnentagen gesegneten Weltgegenden befinden könnte, unablässig erbarmungslos mit guter Laune befüttern lassen dürfen, halten all jene Menschen der Servicedienste ihre Knochen hin, denen Schweßinger in seinem Buch ein Denkmal setzt.

Dabei beurteilt er seine Helden nicht von oben herab. Noch die skurrilste der Figuren, die er aus dem Clubkosmos herausgreift, wirkt authentisch und durch jahrelange Saisonarbeit passend clubstromlinienförmig zurechtgeschliffen für jenes Kunststoffidyll aus stets nachgefülltem Buffet und Guterlaune-Schlagermucke, die Schweßingers Buch vor dem Leser aufbereitet. Dabei bleibt einem hin und wieder das Lachen im Halse stecken.

So zum Beispiel wenn er die Restlebensansprüche eines Wiener Kochs schildert, der im Laufe seiner Karriere zwar schon in jedem Traum-Urlaubsclub der Welt gearbeitet hatte, aber dessen Paradiesvorstellung sich gerade deswegen nur noch darin erschöpft, sich in einer Zweizimmerwohnung ausgerechnet vor einer Fototapete vom angeblich schönsten Sonnenuntergang der Welt Sixpacks an Ottakringer Bier hereinzuziehen und zur Abwechslung hin und wieder mal in der Küche eines befreundeten Gastwirts Schnitzel zu wenden. Nicht jeder Mord muss ja blutig ausfallen. Aber auch nicht zwangsläufig mit dem physischen Tod des Opfers einhergehen.

Unterbrochen hat Schweßinger seinen Erlebnisbericht durch kurze Fakteneinschübe, die von der Entstehungsgeschichte des Cluburlaubs bis hin zu Auszügen aus den Ruhezeitvorschriften für Arbeitskräfte der Europäischen Kommission reichen. Sie sind dabei nicht langweilig. Sondern dienen dazu, das neoliberal verfügte Grauen, das hinter der mit allen Mitteln aufrechterhaltenen Buntplastikatmosphäre des Clubs steckt, auf eine globalere Ebene zu heben.

Je länger Schweßinger sein Leben zwischen Backstube, muffeligem Angestelltenübernachtungsschließfach und Clubbar fristet, umso schwieriger fällt es ihm, jene Distanz zu den Dingen und Personen zu wahren, die er sich zu Anfang seines Trips vorgenommen hatte. Da nützen selbst die kleinen anarchistischen Verstöße gegen die No-Go-Regeln für Clubmitarbeiter nichts, die er sich in Notwehr gegen die zunehmende Abstumpfung gönnt. Gerade diese Textstellen geben in ihrer Absurdität guten Lesestoff her, weil Schweßinger sie fast im schnodderigen Stil eines hardboiled Detektivromans gestaltet.

So etwa, wenn er das gemeinsame Austicken der Spüler eines Nachts mit dem Hundetick einer Exfreundin vergleicht, die fand, dass es die Rudelsolidarität auch der Menschen steigerte, wenn diese ab und zu nicht nur im übertragenen Sinne mit den Wölfen heulten, woraufhin der Autor, allein in seiner Backstube, eben solidarisch in das Geheul der Spüler einfällt.

Oder beschreibt, wie er mit einem Drink, der „farblich irgendwo in der Nähe einer Kloake“ lag, allmählich erneut zur Sympathie mit einigen Clubgästen fähig wird, deren größte Probleme darin bestanden, ihre Boccia-Wurfsequenz zu verbessern und darüber hinaus eine Entscheidung darüber zu fällen, wie frau den inzwischen total un-pc gewordenen Nerzmantel entsorgen sollte, ob der denn nicht doch etwas too much für die Kleidersammlung des Roten Kreuzes sei, und wo er doch immerhin verdammt teuer gewesen war, dahin eigentlich gar nicht passen könne …

Diese „Robinsonaden am 40. Breitengrad“ lassen zu ihrem Ende hin befürchten, dass da zwischen abgezähltem Lächeln, Pizzabelegungskreativkurs für die Kleinen und Clubsongbeschallung kein Raum mehr für eine Rettungsgasse bliebe, durch die der Autor seine Leser zu einem – wenn schon nicht optimistischen, dann immerhin nicht ganz und gar trostlosen – Ausweg führen könnte.

Trotzdem findet Schweßinger diese Gasse. In einem Buch über die globale Gleichschaltung der Erlebnissimulationsindustrie findet er sie ausgerechnet in einer völlig unsentimentalen Reflektion über Heimat. „In der Vorstellung von Heimat liegt etwas Fremdes“, schreibt er, „und in der Fremde findet sich immer etwas Vertrautes, das meine Erinnerung belebt. Man ist längst zum Weltnomaden geworden.“

Michael Schweßinger Robinsonaden vom 40. Breitengrad, Telescope (Verlag) 2018, 12,00 Euro.

Zurück in die Zukunft oder doch lieber endlich drüber reden? – Die neue LZ Nr. 53 ist da

Rezensionen
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Leipziger Forstwirtschaftsplan ist in dieser Form nicht beschlussfähig
Femelloch im Waldgebiet Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWährend irgendwelche Wissenschaftler von UFZ und Uni Leipzig an irgendwen irgendwelche Offenen Briefe schicken, haben sich andere tatsächlich mit dem vom Leipziger Ordnungsdezernat vorgelegten Forstwirtschaftsplan der Stadt Leipzig beschäftigt – und können detailliert auflisten, was daran alles nicht stimmt. Das wird jetzt zumindest auf der Mitgliederversammlung der Leipziger Grünen am Montag, 22. Oktober, Thema. „Der Forstwirtschaftsplan ist nicht beschlussfähig.“
Nachtaktion soll aufmerksam machen auf den Verschleiß des wichtigen Pflegepersonals in unseren Krankenhäusern
Herzzentrum Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Deutschland läuft etwas gewaltig schief. Branche um Branche wurde in den vergangenen Jahrzehnten zusammengespart. Das Personal wurde ausgedünnt, die Gehälter wurden gedrosselt. Und das Ergebnis sehen nicht nur Polizisten, die ihre Arbeit nicht mehr schaffen, oder Lehrer, denen die Kollegen fehlen. Noch krasser ist es im Gesundheitswesen, wo das „Kostendämpfen“ sich in Berge von Überstunden beim Pflegepersonal verwandelt hat. Ein Thema, auf das ver.di in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober aufmerksam macht.
Ein grünes Heft würdigt den Leipziger Dichter Peter Gosse zu seinem 80. Geburtstag
Poesiealbum neu: Peter Gosse zum Achtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist die erste „besondere Edition“, die die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik hier als „Poesiealbum neu“ herausgebracht hat. Und auch die Normalausgabe ist limitiert. Also etwas für echte Liebhaber von Lyrik und Verehrer von Lyrikern, die für ganze Dichtergenerationen prägend wurden. Und so eine Rolle spielt der Leipziger Peter Gosse, der jüngst seinen 80. Geburtstag feiert.
Wem gehören die Betongoldminen? Paradoxien des Kapitalismus
Wem gehört die Stadt Leipzig? Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Nach fünf Folgen des „Einmaleins“ gibt es schon einiges zu rekapitulieren. Erstens: Die „Kostenmiete“ für eine Wohnung ergibt sich – vor allem durch Rückzahlung und Verzinsung des eingesetzten Kapitals – aus den Grundstücks- und Bau- oder Sanierungskosten. Wenn, wie momentan in Leipzig, die Grundstückspreise steigen, steigen folglich auch die Mieten.
Interview: „Das Landtags-Mandat in Grünau gehört der Linken“
Seit 2017 für die Linke im Bundestag. Sören Pellmann im Gespräch mit der LZ über Grünau und die Sachsenwahl. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Ein Platz in der neueren sächsischen Geschichte ist ihm wohl schon sicher. Er war der erste und einzige, dem es 2017 extrem knapp gelang, der CDU bei der Bundestagswahl ein Direktmandat in einem der beiden Wahlkreise Leipzigs abzujagen. Ein Vorgang, der deutschlandweit für Furore sorgte, Direktmandate über die Erststimmen für das höchste Parlament kannte man in seiner Partei sonst nur aus Berlin.
Grüne und Linke fordern Sachsens Regierung auf: Regiert endlich!
Der Mibrag-Tagebau in Deutzen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserEs war die ganze Zeit Theaterpolitik. Statt gemeinsam den absehbaren Strukturwandel in den Braunkohlegebieten anzugehen und die Zukunft vorzubereiten, haben sich die Regierungen aller Braunkohleländer seit Jahren im gemeinsamen Gejammer geübt und mit großen Reden suggeriert, man könne die Kohlekraftwerke auch noch weit nach 2040 laufen lassen. Jetzt versuchen diese Landesregierungen mit demselben Tenor, die Kohleausstiegskommission auf ihren Kurs zu bringen.
Leipziger sind eingeladen mitzuwandern nach Groitzsch, Pödelwitz und Deutzen
Die Klimapilger unterwegs. Foto: 3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Foto: 3. Ökumenischer
Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Für alle LeserSeit dem 9. September laufen sie – für mehr Klimagerechtigkeit, für ein Ende der schmutzigen Energiewirtschaft. Über das Rheinland, Westfalen und Niedersachsen haben sie sich bis nach Mitteldeutschland vorgearbeitet. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit verläuft direkt durch Leipzig: Am Montag, 22. Oktober, wandern die Klimapilger/innen in ihrer 44. Tagesetappe von Schkeuditz aus nach Leipzig. Und jeder, der will, kann mitlaufen und ein Zeichen setzen.
Ticketverlosung: Leipzig-Lieder und -Gedichte im Mendelssohn-Haus
Auszug Cover Leipziger Liederbuch. Foto: Lyrikgesellschaft

Foto: Gerhard Weber, Grimma

Für alle LeserVerlosungDer Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. lädt am Samstag, dem 17. November 2018, 18 Uhr, zur musikalischen Lesung Leipzig-Lieder und -Gedichte im Mendelssohn-Haus ein. Leserclub-Mitglieder haben die Möglichkeit, hier 1x2 Tickets zu ergattern.
Sind Wähler wirklich zu blöd, Parteien zu durchschauen?
Angela Merkel beim Leipzigbesuch 2011. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Habt Ihr sie noch alle?“ Die Frage kommt mir immer öfter in den Kopf, wenn ich derzeit über die Portale der großen deutschen Zeitungen strolche, wo sich hochbezahlte Edelfedern Gedanken über den Zustand der heutigen Politik machen. Und dann solche Quatschsätze schreiben wie: „Doch die Grünen sind keine Engel.“ Diesmal in der „Frankfurter Rundschau“. Die hat sich bislang bei solchen Klopsereien eher zurückgehalten.
Ökolöwe bestärkt die Forderung nach einer Öffnung des Auenwaldes für die Gewässer
Baumfällungen an der Hans-Driesch-Straße 2017. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEigentlich ist beim Leipziger Auenwald alles klar. Zumindest aus Sicht der Stadt Leipzig. Oder besser: des Dezernats Umwelt, Ordnung, Sport, dem wir wahrscheinlich das Wörtchen „Umwelt“ demnächst genauso fortnehmen werden wie dem Sächsischen Landwirtschaftministerium. Am 24. Oktober steht der Forstwirtschaftsplan zur Abstimmung auf der Tagesordnung des Stadtrats. Und die Ratsfraktionen haben die einmalige Chance, den Unwillen des Dezernats, sich mit Umweltschutz zu befassen, zu beenden. Indem sie den Plan ablehnen.
Zeitreise: Am Vorabend der Novemberrevolution 1918
Die Spanische Grippe 1918. Ein weltweites Sterben in drei Wellen. Foto: courtesy of the National Museum of Health and Medicine, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C., United States

Foto: courtesy of the National Museum of Health and Medicine, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C., United States

Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 60, seit 19. Oktober im HandelDer 19. Oktober 1918. In drei Wochen ist der Krieg vorbei. Im Osten ist er seit dem 3. März 1918 vorüber. Der Friede von Brest-Litwosk beendete die Kampfhandlungen zwischen Russland und dem Deutschen Reich. Für die Leipziger bleibt es ein seltsam ferner Krieg, denn im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg ist Deutschland nie selbst Schauplatz, auch in Prag, was damals noch zu Österreich/Ungarn gehört, wird nicht gekämpft. Es verwundert daher nicht, dass sich das Leipziger Gewandhausorchester auf den Weg in die heutige tschechische Hauptstadt gemacht hat, um bei den Verbündeten einen Beweis seines Könnens zu liefern.
Nico Semsrott präsentiert für alle, die das Ding mit dem Fehlermachen begriffen haben: Der Kalender des Scheiterns
Nico Semsrott: Der Kalender des Scheiterns. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir Menschen sind Trottel. Wir irren uns ständig. Jeden Tag. Dauernd“, stellt Nico Semsrott in der Einleitung zu seinem ganz besonderen Jahreskalender fest, der tatsächlich nichts anderes liefert, als lauter Beispiele des Scheiterns. Und das funktioniert natürlich auch, weil wir Menschen es lieben, anderen beim Scheitern zuzuschauen.
Ex-NPD-Stadtrat Enrico B. erneut wegen Körperverletzung vor Gericht
Amtsgericht verurteilt OfD-Gegner zu Geldstrafe. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs ist nicht das erste Mal, dass Stadtrat Enrico B. als Angeklagter vor Gericht erscheinen muss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen NPD-Mitglied vor, gemeinsam mit einer weiteren Person einen Radfahrer verprügelt zu haben. Anschließend soll er telefonisch Verstärkung angefordert haben, um das Opfer zu „exekutieren“. Wegen zahlreicher Vorstrafen droht B. erneut eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung.
Der Ökogarten VAGaBUND hat jetzt eine neue Fläche im Lene-Voigt-Park in Reudnitz
Schlüsselübergabe für den neuen VAGaBUND-Garten im Lene-Voigt-Park. Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Für alle LeserAuch in Connewitz wurden in den letzten Jahren viele beliebte Freiflächen bebaut. Um jede einzelne tut es den Bewohnern leid. Auch weil damit oft auch ein wichtiges Stück Kultur verloren geht. So wie in der Wolfgang-Heinze-Straße 36. Ende des Jahres 2017 bekamen sowohl der VAGaBUND-Ökogarten als auch die Kneipe Black label Kündigungen für die Nutzung der Gartenfläche bzw. des Freisitzes. Zumindest der BUND hat ein neues Stück Gartenland bekommen. Aber ganz woanders.
Das Lübecker Modell – ein Vorbild für Wälder in Deutschland und Europa
Waldweg im Auwald. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWenn der vor wenigen Wochen zur Abstimmung vorgelegte Forstwirtschaftsplan für den Auwald Leipzig in Kraft treten sollte, werden im kommenden Winter allein im Waldgebiet der „Nonne“ 2.295 Festmeter eingeschlagen werden. Eine solche Menge an Holz kommt nicht allein durch die Entnahme junger Bäumchen zustande, es ist absehbar, dass es vielen Starkbäumen ans Leben geht.